{"id":158383,"date":"2026-05-14T17:08:10","date_gmt":"2026-05-14T17:08:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/158383\/"},"modified":"2026-05-14T17:08:10","modified_gmt":"2026-05-14T17:08:10","slug":"oesterreichs-grosse-kuenstlerin-valie-export-gestorben-diepresse-com","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/158383\/","title":{"rendered":"\u00d6sterreichs gro\u00dfe K\u00fcnstlerin Valie Export gestorben \u2013 DiePresse.com"},"content":{"rendered":"<p class=\"lead\">Mit Valie Export ist eine der international bedeutendsten \u00f6sterreichischen K\u00fcnstlerinnen und pr\u00e4gendsten Stimmen feministischer Kunst im Alter von 85 Jahren gestorben.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"figure__image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/AUSTRIA-EXHIBITION.webp\" alt=\"Valie Export, 2023 (Archivbild)\" width=\"600\" height=\"400\"\/><\/p>\n<p>Valie Export, 2023 (Archivbild)\u2003Reuters \/ Leonhard Foeger<\/p>\n<p>                    14.05.2026 um 17:42<\/p>\n<p>Ihr 85. Geburtstag wurde mit einem gro\u00dfen Fest im Belvedere 21 gefeiert. Der \u201ePresse\u201c hat sie wenige Tage davor <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/19691030\/valie-export-wir-frauen-muessen-aufpassen-aufpassen-aufpassen\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">ein Interview gegeben<\/a>. Ihren 86. Geburtstag am 17. Mai erlebt Valie Export nicht mehr. Die weltbekannte Medien- und Performancek\u00fcnstlerin, Filmemacherin und feministische Theoretikerin ist am Donnerstag in Wien gestorben.<\/p>\n<p>Geboren wurde Valie Export 1940 in Linz als Waltraud Lehner. Nach der Klosterschule besuchte sie die Kunstgewerbeschule dort, mit 18 bekam sie ein Kind (sie nannte es Perdita, die Verlorene) und heiratete. 1960 zog sie nach Wien, studierte an der H\u00f6heren Bundes-Lehr- und Versuchsanstalt f\u00fcr Textilindustrie Textildesign und fand Anschluss an die K\u00fcnstlerkreise rund um die Wiener Gruppe, Art Club und \u201eStrohkoffer\u201c. Aufgrund ihres \u201eLebenswandels\u201c wurde ihr das Sorgerecht f\u00fcr ihre Tochter (die sp\u00e4ter auch Medienk\u00fcnstlerin wurde) entzogen.<\/p>\n<p>Mit ihrem eigentlich in Versalien geschriebenen K\u00fcnstlernamen setzte sie fr\u00fch ein bewusstes Statement. Eines, das nicht zu \u00fcbersehen sein sollte. Tats\u00e4chlich wurden in der Folge Aktionen wie das \u201eTapp- und Tastkino\u201c (1968), bei dem sie ihre nackten Br\u00fcste betasten lie\u00df, die im Schritt offene \u201eAktionshose Genitalpanik\u201c oder \u201eAus der Mappe der Hundigkeit\u201c, bei der sie Peter Weibel an einer Hundeleine durch die Wiener Innenstadt spazieren f\u00fchrte, Ikonen feministischer Kunst und zur Inspiration mehrerer Generationen von K\u00fcnstlerinnen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"figure__image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/Valie Export Peter Weibel Aus der Mappe der Hundigkeit C.webp\" alt=\"Valie Export mit Peter Weibel\" width=\"600\"\/><\/p>\n<p>Valie Export mit Peter Weibel\u2003APA \/ Mischa Nawrata, Wien<\/p>\n<p>Im Umfeld des Wiener Aktionismus \u2013 sie war neben Peter Weibel mit Hermann Nitsch und Kurt Kren Mitglied des von Otto Muehl und G\u00fcnter Brus gegr\u00fcndeten \u201eWiener Instituts f\u00fcr direkte Kunst\u201c \u2013, dessen Frauenbild sie jedoch ablehnte, sorgte sie mit K\u00f6rperaktionen und Expanded Cinema-Arbeiten auch auf den Chronikseiten der Zeitungen f\u00fcr Schlagzeilen. <\/p>\n<p>1970 pr\u00e4sentierte sie in London ihre erste Videoarbeit \u201eSplit Reality\u201c, in der dreiteiligen Fernseharbeit \u201eDas Bewaffnete Auge\u201c setzte sie sich in den Dialog mit der Filmavantgarde, ihre Filme \u201eUnsichtbare Gegner\u201c, \u201eMenschenfrauen\u201c und \u201eDie Praxis der Liebe\u201c wurden bei den Filmfestspielen in Berlin gezeigt.<\/p>\n<p>An ihren grunds\u00e4tzlichen k\u00fcnstlerischen Anliegen \u2013 \u201eK\u00f6rper, Konzept, Medien\u201c \u2013 hielt sie bis zuletzt fest, ebenso an ihrem Kampf f\u00fcr Emanzipation, die sich heute gegen einen gesellschaftlichen R\u00fcckschritt behaupten m\u00fcsse. Zumindest in den USA, so die K\u00fcnstlerin im \u201ePresse\u201c-Interview vor einem Jahr: \u201eWir m\u00fcssen wachsam sein. Aufpassen, aufpassen, aufpassen.\u201c In die Zukunft und die Jugend habe sie dennoch Hoffnung, sagte damals: \u201eIch glaube, dass die jungen Menschen erkennen werden, wie sie die Gesellschaft \u00e4ndern m\u00fcssen, damit sie f\u00fcr sie funktioniert.\u201c<\/p>\n<p>Valie Export nahm an internationalen Ausstellungen etwa im Centre Pompidou, bei der documenta oder im MoMA teil und lehrte sp\u00e4ter in Berlin und K\u00f6ln. 1980 hat sie mit Maria Lassnig den \u00d6sterreich-Pavillon bei der Biennale Venedig bespielt.\u00a0Zahlreiche Preise und Ehrungen folgten, darunter der Oskar-Kokoschka-Preis und das \u00d6sterreichische Ehrenzeichen f\u00fcr Wissenschaft und Kunst. Der Gro\u00dfe \u00d6sterreichischen Staatspreis w\u00fcrde ihr noch fehlen, erz\u00e4hlte sie der \u201ePresse\u201c letztes Jahr: \u201eDen habe ich nie bekommen\u201c. Das blieb bis zuletzt so.<\/p>\n<p>2017 er\u00f6ffnete in der Linzer Tabakfabrik das Valie Export Center f\u00fcr Medien- und Performancekunst. K\u00fcnftig wird sich die Stiftung um ihr Werk k\u00fcmmern. (APA\/red.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Mit Valie Export ist eine der international bedeutendsten \u00f6sterreichischen K\u00fcnstlerinnen und pr\u00e4gendsten Stimmen feministischer Kunst im Alter von&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":158384,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[22],"tags":[46,42,147,44,148],"class_list":{"0":"post-158383","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-unterhaltung","8":"tag-at","9":"tag-austria","10":"tag-entertainment","11":"tag-oesterreich","12":"tag-unterhaltung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116574034749267601","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/158383","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=158383"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/158383\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/158384"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=158383"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=158383"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=158383"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}