{"id":158533,"date":"2026-05-14T18:54:18","date_gmt":"2026-05-14T18:54:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/158533\/"},"modified":"2026-05-14T18:54:18","modified_gmt":"2026-05-14T18:54:18","slug":"zu-pfingsten-rossinis-wiederentdeckte-opernreise-feiert-in-salzburg-premiere-leadersnet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/158533\/","title":{"rendered":"Zu Pfingsten &#8211; Rossinis wiederentdeckte Opernreise feiert in Salzburg Premiere \u00bb Leadersnet"},"content":{"rendered":"<p>\n\t\t\t|\u00a0Gerhard Krispl \/ LEADERSNET-ART Herausgeber\u00a0\n\t\t<\/p>\n<p>\n\t\t|<br \/>\n\t\t\t\t\t14.05.2026\t\t\t<\/p>\n<p>Die Salzburger Festspiele Pfingsten gehen von 22. bis 25. Mai unter dem Motto &#8222;Bon Voyage&#8220; \u00fcber die B\u00fchne. Mit der Neuproduktion von Rossinis &#8222;Il viaggio a Reims&#8220; setzt Regisseur Barrie Kosky auf musikalische Brillanz.<\/p>\n<p>&#8222;Ich bin sehr dankbar, dass ich dieses wunderbare Rossini-&#8222;Nonsens&#8220;-St\u00fcck hier in Salzburg machen kann&#8220;, bekennt\u00a0Regisseur Barrie Kosky im Pressegespr\u00e4ch anl\u00e4sslich der Neuinszenierung von Gioachino Rossinis Il viaggio a Reims. Gianluca Capuano, musikalischer Leiter der Produktion, erg\u00e4nzt: &#8222;Es war wie ein Wunder, als der Rossini-Forscher Philip Gosset 1977 in der Bibliothek von Santa Cecilia in Rom ein Fragment des Manuskripts gefunden hat. Was wir heute als Il viaggio a Reims kennen, ist eine Rekonstruktion, erg\u00e4nzt mit Material aus Le Comte Ory und anderen Quellen. Wir k\u00f6nnen uns wirklich sehr \u00fcber diese Wiederentdeckung freuen!&#8220;<\/p>\n<p>Rossinis erste Oper f\u00fcr Paris und zugleich seine letzte in italienischer Sprache wurde bisher nicht allzu oft aufgef\u00fchrt. Das bringt, in Kombination mit der situativen Handlung, f\u00fcr Barrie Kosky eine besondere Ausgangslage mit sich: &#8222;Es ist eine der besten Musiken, die Rossini je geschrieben hat. F\u00fcr einen Regisseur ist es ein Geschenk, weil man eine komplett neue Geschichte bauen kann. Es gibt wenig Rezeptionsgeschichte, daher ist das Publikum nicht vorbelastet, zugleich ist der Plot unmittelbar verst\u00e4ndlich. Es gibt keinen Moment der Langeweile in der Musik oder in dem St\u00fcck \u2013 aber man muss mit dem Vorhandenen schon etwas machen.&#8220; Was geschieht? Eine illustre Gesellschaft ist auf der Reise zu einer Kr\u00f6nung und bleibt auf dem Weg in einem Hotel h\u00e4ngen, weil absurderweise alle Pferde im Ort abhandengekommen sind. Barrie Kosky: &#8222;In den ersten 30 Minuten ist die einzige dramatische Sache, die im Libretto passiert, dass eine franz\u00f6sische Contessa denkt, dass ihr Hut verloren gegangen ist. Dar\u00fcber singt sie eine &#8222;Wahnsinns&#8220;-Arie, als w\u00e4re sie Lucia di Lammermoor. Sie bekommt den Hut zur\u00fcck und singt eine Arie, als w\u00e4re der Hut ihre gro\u00dfe Liebe. Um dieses bisschen Geschichte, dieses Skelett, baut Rossini sensationelle Musik.&#8220;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/salzburger-festspiele-pfingsten-02-2026-c-sf-erika-mayer.jpg\" alt=\"Salzburger Festspiele Pfingsten\" width=\"800\" height=\"520\"\/><br \/>Gianluca Capuano, Chefdirigent von Les Musiciens du Prince \u2013 Monaco \u00a9 SF\/Erika Mayer<\/p>\n<p>F\u00fcr Gianluca Capuano, seit 2019 Chefdirigent des Orchesters Les Musiciens du Prince \u2013 Monaco, mit dem er die Oper in Salzburg auf historischen Instrumenten realisiert, gibt es in diesem Werk zwei besonders erw\u00e4hnenswerte musikalische Momente: &#8222;Das Sextett N. 3 und das Gran Pezzo Concertato: Ein St\u00fcck f\u00fcr 14 S\u00e4nger:innen, die a cappella singen. Sie beginnen, dieses sch\u00f6ne Lied zu singen, und erst sp\u00e4ter kommt das Orchester dazu. Das ist ein Moment, in dem wir den reifen Rossini h\u00f6ren k\u00f6nnen, ein H\u00f6hepunkt seiner Kreativit\u00e4t.&#8220; Dem stimmt Barrie Kosky zu: &#8222;Wir machen diese Oper, weil die Musik atemberaubend ist, von unglaublicher Brillanz: in der Konstruktion der Ensembles, in den Melodien, in der Form und mit grandiosem Witz. Es ist unglaublich, wie er dieses Lebensgef\u00fchl in Musik bringt. F\u00fcr mich gibt es nur drei Komponisten, deren Musik man h\u00f6rt und sofort lachen oder l\u00e4cheln muss: Das ist Mozart, das ist Offenbach und das ist Rossini.&#8220; Gianluca Capuano erw\u00e4hnt eine weitere Neuerung Rossinis, die dieser in der Darstellung der unterschiedlichen Nationalit\u00e4ten der Festgesellschaft umsetzte: &#8222;Eine Parade von Hymnen, realen und erfundenen. Aber es war auch heikel, etwa bei der franz\u00f6sischen Hymne: Da verwendete er selbstverst\u00e4ndlich nicht die Marseillaise. Man konnte ja nicht die Revolution zitieren. Dann haben wir auch eine Tiroler Hymne, die ich selbst nicht kannte. Wir jodeln ein wenig und bringen Lokalkolorit hinein, immer mit Respekt f\u00fcr alle L\u00e4nder und Nationen.&#8220;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/salzburger-festspiele-pfingsten-03-2026-c-sf-erika-mayer.jpg\" alt=\"Salzburger Festspiele Pfingsten\" width=\"800\" height=\"520\"\/><br \/>Gianluca Capuano und Barrie Kosky arbeiten nach ihrem letztj\u00e4hrigen Erfolgsst\u00fcck, dem mehrfach pr\u00e4mierten Vivaldi-Pasticcio Hotel Metamorphosis, erneut in Salzburg zusammen. Die diesj\u00e4hrigen Pfingstfestspiele stehen unter dem Motto &#8222;Bon Voyage&#8220;. \u00a9 SF\/Erika Mayer<\/p>\n<p>Rossini komponierte Il viaggio a Reims f\u00fcr die besten S\u00e4ngerinnen und S\u00e4nger seiner Zeit. In Barrie Koskys Inszenierung kommen noch weitere Anforderungen hinzu: &#8222;Wir haben ein Ensemble, das sich gleichzeitig viel bewegt und dabei singt. Die Musik ist sehr schwer zu singen, viele Koloraturen, viele lange Belcanto-Melodien. Das bedeutet, man braucht k\u00f6rperlich sehr gut trainierte, fitte S\u00e4ngerinnen und S\u00e4nger. Einige hatten vor dieser Produktion noch nie mit mir gearbeitet, die erste Woche war f\u00fcr sie quasi ein Schock.&#8220; Die K\u00fcnstlerische Leiterin der Pfingstfestspiele, Mezzosopranistin Cecilia Bartoli, \u00fcbernimmt auch in diesem Jahr selbst eine Partie, jene der Corinna, einer r\u00f6mischen Dichterin. Gianluca Capuano: &#8222;Dieser Charakter, Corinna, ist dem vielleicht ersten, wirklich feministischen, sehr ber\u00fchmten Roman von Madame de Sta\u00ebl entnommen, der Vorlage f\u00fcr das Libretto. Corinna ist eine S\u00e4ngerin, die improvisiert. Das war fr\u00fcher eine Tradition in Italien. Wenn so eine S\u00e4nger-Dichterin in der Stadt war, war das ein richtiges Ereignis zu dem tausende Leute kamen, um sie zu h\u00f6ren.&#8220; Als Schlusswort gibt Barrie Kosky mit: &#8222;Wenn wir \u00fcber Leichtigkeit sprechen, vergleiche ich das St\u00fcck gerne mit einem Souffl\u00e9, oder einem spritzigen, fragilen, wunderbar s\u00fc\u00dfen Konfekt. Mir ist wichtig zu sagen, dass f\u00fcr mich eine Kom\u00f6die zehnmal schwieriger ist, als beispielsweise eine gro\u00dfe Wagner-Oper zu inszenieren. Es schaut einfach aus, braucht aber wochenlanges Proben, harte Arbeit und Konzentration. Denn es bedeutet Timing, Timing, Timing, weil: Comedy ist Rhythmus!&#8220;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/salzburger-festspiele-pfingsten-04-2026-c-sf-erika-mayer.jpg\" alt=\"Salzburger Festspiele Pfingsten\" width=\"800\" height=\"520\"\/>Regisseur Barrie Kosky inszeniert zum zweiten Mal bei den Pfingstfestspielen und zum vierten Mal in Salzburg. \u00a9 SF\/Erika Mayer<\/p>\n<p>Exkurs: Cecilia Bartoli \u00fcber die Rolle der Corinna, mit der sie in Salzburg ihr Rollendeb\u00fct gibt<\/p>\n<p>Die Partie der Corinna und die Oper Il viaggio a Reims haben mich schon lange interessiert, musikalisch wie formal. Dieses St\u00fcck ist ja eine totale Kuriosit\u00e4t in der Opernliteratur und nimmt auch eine besondere Position in Rossinis Schaffen ein. Und f\u00fcnf gro\u00dfe Teile der Musik, darunter das ber\u00fchmte Concertato, verwandte er dann ja im Comte Ory. In dieser Oper sang ich ganz jung an der Mail\u00e4nder Scala den Pagen Isolier und sp\u00e4ter an anderen H\u00e4usern mehrfach die Gr\u00e4fin. Daher wollte ich mich schon immer mit dem Vorg\u00e4ngerwerk des Ory, Il viaggio a Reims, auseinandersetzen. Au\u00dferdem sang in der Urauff\u00fchrung des Viaggio die legend\u00e4re Giuditta Pasta die Corinna. Ihre Partien liegen mir in der Regel vom stimmlichen Charakter und der Tessitur her sehr gut. Die beiden Arien sind wundersch\u00f6n, aber auch anspruchsvoll \u2013 musikalisch wirken sie vielleicht schlicht, weil sie keine der Koloraturgirlanden enthalten, die Rossini so liebte. Aber da Corinna eine ber\u00fchmte Dichterin ist, m\u00fcssen Text und Nuancen besonders sinnvoll und fein gestaltet werden.<\/p>\n<p>Die Salzburger Festspiele Pfingsten 2026 finden von 22. bis 25. Mai statt und stehen unter dem Motto &#8222;Bon Voyage&#8220;. Informationen zu allen Auff\u00fchrungen an diesem Pfingstwochenende sowie zum Kartenverkauf finden Sie unter\u00a0<a href=\"https:\/\/www.salzburgerfestspiele.at\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">www.salzburgerfestspiele.at<\/a><\/p>\n<p>Gioachino Rossini (1792 &#8211; 1868)<br \/>Il viaggio a Reims<br \/>Dramma giocoso in einem Akt (1825)<br \/>Libretto von Luigi Balochi, teilweise basierend auf dem Roman Corinne, ou L\u2019Italie von Madame de Sta\u00ebl<\/p>\n<p>Neuinszenierung<br \/>Premiere: Fr., 22. Mai, 18:30 Uhr<br \/>Mo., 25. Mai, 17:00 Uhr<br \/>Haus f\u00fcr Mozart<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"|\u00a0Gerhard Krispl \/ LEADERSNET-ART Herausgeber\u00a0 | 14.05.2026 Die Salzburger Festspiele Pfingsten gehen von 22. bis 25. 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