{"id":158793,"date":"2026-05-14T22:20:23","date_gmt":"2026-05-14T22:20:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/158793\/"},"modified":"2026-05-14T22:20:23","modified_gmt":"2026-05-14T22:20:23","slug":"dzne-2026-neuronale-hyperaktivitaet-loest-schwerwiegende-neurologische-autoimmunerkrankung-aus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/158793\/","title":{"rendered":"DZNE 2026\u00a0>\u00a0Neuronale Hyperaktivit\u00e4t l\u00f6st schwerwiegende neurologische Autoimmunerkrankung aus"},"content":{"rendered":"<p class=\"text-justify\">Berlin, 13. Mai 2026.\u00a0Bei einer sogenannten IgLON5-Enzephalitis attackiert das Immunsystem f\u00e4lschlicherweise Zellen im Gehirn. Infolgedessen kommt es zur Hirnentz\u00fcndung und Nervensch\u00e4digung, was sich durch Schlafst\u00f6rungen, kognitive Einbu\u00dfen und Bewegungsprobleme bemerkbar machen kann. Forschende des DZNE und der\u00a0<a href=\"https:\/\/www.charite.de\/\" target=\"_blank\" class=\"link-external-blank\" title=\"Link zur Seite\" rel=\"noreferrer nofollow noopener\">Charit\u00e9 \u2013 Universit\u00e4tsmedizin Berlin<\/a> haben nun grundlegende Mechanismen dieser seltenen jedoch schwerwiegenden neurodegenerativen Erkrankung aufgedeckt. Ihre Befunde, die auf Studien an Zellkulturen, M\u00e4usen und Antik\u00f6rpern betroffener Personen beruhen, sind im Fachjournal \u201eScience Advances\u201c ver\u00f6ffentlicht.\u00a0 \u00a0<\/p>\n<p class=\"text-justify\">Bei der Erkrankung greifen fehlgeleitete Antik\u00f6rper ein bestimmtes Protein auf der Zelloberfl\u00e4che an: das Protein IgLON5. Bisher war jedoch unklar, wie diese Wechselwirkung ein typisches Merkmal der Krankheit hervorruft: Ablagerungen eines anderen Proteins namens \u201e<a href=\"https:\/\/www.dzne.de\/aktuelles\/hintergrund\/tau\/\" class=\"link-internal\" title=\"Link zur Seite\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Tau<\/a>\u201c. \u201eWir haben nun herausgefunden, dass die krankhaften Antik\u00f6rper eine Verklebung der IgLON5-Proteine mit anderen Molek\u00fclen auf der Zelloberfl\u00e4che bewirken. Dadurch werden Nervenzellen \u00fcberaktiv und es kommt zu einer verh\u00e4ngnisvollen Kettenreaktion. \u00a0An deren Ende stehen Tau-Ablagerungen und der Tod von Nervenzellen. Unsere Befunde zeigen somit erstmals einen urs\u00e4chlichen Zusammenhang zwischen IgLON5-Antik\u00f6rpern und Tau-Pathologie\u201c, erkl\u00e4rt\u00a0<a href=\"https:\/\/www.dzne.de\/forschung\/forschungsbereiche\/grundlagenforschung\/forschungsgruppen\/wegmann\/forschungsschwerpunkte\/\" class=\"link-internal\" title=\"Link zur Seite\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Prof. Susanne Wegmann<\/a>, Forschungsgruppenleiterin am DZNE und an der Charit\u00e9. Tau-Proteine, die sich vom Zytoskelett der Nervenzellen l\u00f6sen und verklumpen, k\u00f6nnen Nervenzellen sch\u00e4digen und zu deren Degeneration f\u00fchren. Die pathologische Verklumpung des Tau Proteins spielt auch bei der Alzheimer Krankheit eine wichtige Rolle: Auch dort entsteht sie als Folge neuronaler Hyperaktivit\u00e4t \u2013 in diesem Fall ausgel\u00f6st durch fehlgefaltete Amyloid-beta-Proteine. \u201eEs gibt also gewisse \u00c4hnlichkeiten, die nun genauer untersucht werden m\u00fcssen\u201c, so Wegmann.\u00a0<\/p>\n<p>M\u00f6glicher Ansatz f\u00fcr Therapien<\/p>\n<p class=\"text-justify\">Die aktuell untersuchte besondere Form der Hirnentz\u00fcndung, auch \u201eAnti-IgLON5-Erkrankung\u201c genannt, wurde erstmals 2014 beschrieben und ist recht selten. Da das Krankheitsbild komplex ist und viele verschiedene Symptome umfassen kann, wird die Erkrankung oft erst im Sp\u00e4tstadium diagnostiziert. Zu den aktuellen Behandlungsm\u00f6glichkeiten geh\u00f6ren Immunsuppressiva, Dialyse und andere Verfahren. Ohne Behandlung kann die Krankheit zu schweren gesundheitlichen Einschr\u00e4nkungen f\u00fchren und zum fr\u00fchen Tod. \u201eUnsere Studie zeigt, dass eine \u00dcberaktivit\u00e4t der Nervenzellen die Erkrankung vorantreibt. Das war bisher unbekannt. Diese Fehlfunktion zu lindern, k\u00f6nnte ein Ansatzpunkt f\u00fcr k\u00fcnftige Therapien sein\u201c, so die Berliner Biophysikerin.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p class=\"grey_box\">Originalver\u00f6ffentlichung<br \/>IgLON5 autoimmune antibodies activate Tau via neuronal hyperactivity.<br \/>Bilge Askin\u00a0et al.<br \/>Science Advances (2026).<br \/>DOI: <a href=\"https:\/\/www.science.org\/doi\/10.1126\/sciadv.aec2042\" target=\"_blank\" class=\"link-external-blank\" title=\"Link zum Paper\" rel=\"noreferrer nofollow noopener\">10.1126\/sciadv.aec2042<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Berlin, 13. 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