{"id":160275,"date":"2026-05-15T16:23:14","date_gmt":"2026-05-15T16:23:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/160275\/"},"modified":"2026-05-15T16:23:14","modified_gmt":"2026-05-15T16:23:14","slug":"verhalten-wer-hinter-den-verstuemmelten-kegelrobben-steckt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/160275\/","title":{"rendered":"Verhalten: Wer hinter den verst\u00fcmmelten Kegelrobben steckt"},"content":{"rendered":"<p>Verhalten: Wer hinter den verst\u00fcmmelten Kegelrobben steckt &#8211; Spektrum der Wissenschaft<a id=\"top\" class=\"jump-to-content\" href=\"#main\" title=\"Direkt zum Inhalt\">Direkt zum Inhalt<\/a>Verhalten: Wer hinter den verst\u00fcmmelten Kegelrobben steckt<\/p>\n<p>Eine Serie an \u00fcbel zugerichteten, toten Jungtieren lie\u00df Forscher lange r\u00e4tseln. Nun konnten sie endlich herausfinden, wer den Nachwuchs der Meeress\u00e4uger t\u00f6tete.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Eine Robbe liegt auf einem sandigen Strand, w\u00e4hrend ein totes Robbenjunges in der N\u00e4he liegt. Der Himmel ist klar und blau, und die Szene vermittelt eine ruhige, nat\u00fcrliche Umgebung.\" class=\"full\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/GettyImages-2228671816.jpg\" title=\"Eine Robbe liegt auf einem sandigen Strand, w\u00e4hrend ein totes Robbenjunges in der N\u00e4he liegt. Der Himmel ist klar und blau, und die Szene vermittelt eine ruhige, nat\u00fcrliche Umgebung.\"\/><\/p>\n<p> \u00a9 Neil Aldridge \/ Getty Images \/ iStock (Ausschnitt) <\/p>\n<p> Dieses Jungtier einer Kegelrobbe ist kurz nach der Geburt verstorben, aber wohl nicht durch einen Artgenossen umgekommen. <\/p>\n<p>Die Insel Sable vor der kanadischen Ostk\u00fcste beherbergt die weltweit gr\u00f6\u00dfte Kinderstube an Kegelrobben\u00a0(Halichoerus grypus): Bis zu 80\u00a0000\u00a0Jungtiere kommen hier jeden Winter auf die Welt. Doch seit den 1980er-Jahren beobachten Wissenschaftler immer wieder brutal verst\u00fcmmelten Nachwuchs mit Wunden, die aussehen, als h\u00e4tte jemand mit einem gro\u00dfen Korkenzieher das Fleisch verst\u00fcmmelt. Teilweise z\u00e4hlten Beobachter Hunderte tote Jungtiere in einer Saison.<a href=\"https:\/\/onlinelibrary.wiley.com\/doi\/10.1111\/mms.70138\" rel=\"noopener nofollow\" target=\"_blank\"> Izzy Langley von der University of St. Andrews und ihr Team haben nun herausgefunden<\/a>, wer hier am Werk war: die eigenen Artgenossen. <\/p>\n<p>Erwachsene M\u00e4nnchen fallen dabei \u00fcber die teils erst Neugeborenen, teils \u00e4lteren Jungtiere her und f\u00fcgen ihnen die verheerenden Wunden zu, die meist im Bereich der Schnauze beginnen und sich dann korkenzieherartig bis zur Brust durchziehen und bis auf die Knochen reichen. Hinweise auf ein derartiges Verhalten hat es bereits fr\u00fcher gegeben, etwa aus Schottland oder von <a href=\"https:\/\/www.spektrum.de\/news\/spezielles-jagdverhalten-kegelrobben-fressen-auch-ihresgleichen\/1818350\" rel=\"noopener nofollow\" target=\"_blank\">Helgoland<\/a>. Zudem erbeuten und fressen Kegelrobben auch Seehunde oder Schweinswale. Doch galten diese Ereignisse eher als Einzelf\u00e4lle, w\u00e4hrend sie auf Sable in gr\u00f6\u00dferem Ma\u00dfstab beobachtet wurden: 2025 entdeckten Wissenschaftler an einem einzigen Tag 359\u00a0Kadaver mit den charakteristischen Verletzungen. Als Verursacher galten hier Haie, die vor der K\u00fcste Jagd auf unerfahrene Kegelrobben machen, oder Schiffspropeller, in die Tiere aus Versehen geraten.<\/p>\n<p>Doch 2024 beobachtete Langley im Rahmen einer anderen Studie, wie ein ausgewachsenes M\u00e4nnchen ein Jungtier attackierte, was ihr Interesse weckte. Zusammen mit ihrem Team suchte sie anschlie\u00dfend zweimal w\u00f6chentlich die Kolonie nach charakteristisch verst\u00fcmmelten Kadavern ab und analysierte die Wunden. Immer wieder zeigten sich dabei die Abdr\u00fccke starker Fangz\u00e4hne oder Spuren von Krallen, wie sie sich an den vorderen Flossen der Kegelrobben finden. Damit w\u00fchlten die Tiere geschickt im Blubber, der Speckschicht, welche die Meeress\u00e4uger als Schutz gegen die K\u00e4lte ausbilden.<\/p>\n<p>Die Auswertung von Drohnenbildern aus der Kolonie sowie die dokumentierten F\u00e4lle aus anderen Teilen des Verbreitungsgebiets offenbarte dann ausgewachsene Bullen als Fressfeinde: Die Kegelrobbenm\u00e4nnchen attackieren die oft direkt neben ihnen liegenden Jungtiere, um leicht an hochkalorische Zusatznahrung zu kommen. Denn w\u00e4hrend der Paarungszeit ben\u00f6tigen die Tiere viel Energie, sie gehen aber nicht auf die Jagd nach Fisch. Stattdessen messen sie sich mit Konkurrenten in heftigen K\u00e4mpfen um die besten Fortpflanzungsreviere und Weibchen.\u00a0<\/p>\n<p>Wahrscheinlich handele es sich bei diesem Kannibalismus um ein erlerntes Verhalten, das nur wenige Individuen praktizieren, weil sie gemerkt haben, dass es ihnen einen Vorteil verschafft. Erleichtert wurde dies durch die stark gestiegene Zahl an Kegelrobben auf Sable, weshalb die Tiere enger zusammenliegen. Ob und wie sich das T\u00f6ten des Nachwuchses auf den Bestand auswirke, m\u00fcsse noch untersucht werden, schlie\u00dfen die Forscher. <\/p>\n<p>Diesen Artikel empfehlen:<\/p>\n<p> ist Chefredakteur bei Spektrum der Wissenschaft. <\/p>\n<p>Digitalausgaben Printausgaben Topseller Bundles<\/p>\n<p> Langley, I. et al., Marine Mammal Science 10.1111\/mms.70138, 2026 <\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" height=\"1\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/eb3289bf6ce6476295b8614fe3f26be8.gif\" width=\"1\"\/><\/p>\n<p>Bitte erlauben Sie Javascript, um die volle Funktionalit\u00e4t von Spektrum.de zu erhalten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Verhalten: Wer hinter den verst\u00fcmmelten Kegelrobben steckt &#8211; Spektrum der WissenschaftDirekt zum InhaltVerhalten: Wer hinter den verst\u00fcmmelten Kegelrobben&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":160276,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[12],"tags":[7300,51043,51045,51044,40,41,38993,49132,4375,39,17892,66,65,64],"class_list":{"0":"post-160275","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-welt","8":"tag-biologie","9":"tag-kegelrobben","10":"tag-meere","11":"tag-meeressaeuger","12":"tag-nachrichten","13":"tag-news","14":"tag-raubtiere","15":"tag-robben","16":"tag-schifffahrt","17":"tag-schlagzeilen","18":"tag-verhalten","19":"tag-welt","20":"tag-world","21":"tag-world-news"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116579520347546541","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/160275","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=160275"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/160275\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/160276"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=160275"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=160275"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=160275"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}