{"id":161081,"date":"2026-05-16T04:02:20","date_gmt":"2026-05-16T04:02:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/161081\/"},"modified":"2026-05-16T04:02:20","modified_gmt":"2026-05-16T04:02:20","slug":"kevin-warsh-der-fed-chef-der-trump-enttaeuschen-koennte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/161081\/","title":{"rendered":"Kevin Warsh &#8211; der Fed-Chef, der Trump entt\u00e4uschen k\u00f6nnte"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/warsh-110.jpg\" alt=\"Kevin Warsh\" title=\"Kevin Warsh | REUTERS\"\/><\/p>\n<p>                    analyse<\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 15.05.2026 \u2022 10:04 Uhr<\/p>\n<p class=\"article-head__shorttext\">\n        Kevin Warsh \u00fcbernimmt heute den Vorsitz der US-Notenbank. Pr\u00e4sident Trump hofft auf eine lockere Geldpolitik. Doch Warsh k\u00f6nnte f\u00fcr Trump unbequemer werden als gedacht.\n    <\/p>\n<p>                                    <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/angela-goepfert-100.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n                                        <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Angela G\u00f6pfert\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/goepfert-102.jpg\"\/><br \/>\n                                    <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Kevin Warsh \u00fcbernimmt heute den Vorsitz der US-Notenbank &#8211; und der Druck aus dem Wei\u00dfen Haus k\u00f6nnte kaum gr\u00f6\u00dfer sein. So sagte Pr\u00e4sident Donald Trump im Vorfeld, er w\u00e4re &#8222;entt\u00e4uscht&#8220;, wenn Warsh die Zinsen nicht &#8222;sofort&#8220; senken w\u00fcrde. Doch ob Kevin Warsh tats\u00e4chlich liefern kann, was sich Trump von ihm erhofft, ist keineswegs ausgemacht.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Fakt ist: Der neue Fed-Chef hat sich in der Vergangenheit schon h\u00e4ufiger f\u00fcr niedrigere Zinsen ausgesprochen. In einem Meinungsbeitrag im <a href=\"https:\/\/www.wsj.com\/opinion\/the-federal-reserves-broken-leadership-43629c87?msockid=3390b5e80bcd695b32faa31e0a8b68e0\" title=\"The Federal Reserve\u2019s Broken Leadership - WSJ\" class=\"textlink--extern js-link-dialog\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" target=\"_blank\" data-type=\"external\">Wall Street Journal<\/a> beschrieb er K\u00fcnstliche Intelligenz als &#8222;disinflation\u00e4re Kraft&#8220;: KI k\u00f6nne die Produktivit\u00e4t steigern und so den Preisauftrieb d\u00e4mpfen.<\/p>\n<p>    Neuer Fed-Chef will Inflation anders messen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Auch bei der Inflationsmessung setzt Warsh andere Akzente als sein Vorg\u00e4nger. Statt vor allem auf die klassische Kerninflation zu schauen &#8211; also die Teuerung ohne Ber\u00fccksichtigung der stark schwankenden Lebensmittel- und Energiepreise -, verweist er auf sogenannte &#8222;Trimmed Mean&#8220;-Ma\u00dfe. Dabei werden extreme Preisbewegungen herausgerechnet.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Das birgt aber eine gro\u00dfe Gefahr: Solche getrimmten Mittelwerte, wie sie etwa die Dallas Fed berechnet, k\u00f6nnten die Inflation gerade in Krisenzeiten untersch\u00e4tzen, warnen die Commerzbank-\u00d6konomen Bernd Weidensteiner und Christoph Balz. Das sei bei der \u00d6lkrise der 1970er-Jahre und auch w\u00e4hrend der Corona-Pandemie der Fall gewesen.<\/p>\n<p>    Warsh auf Mehrheit im Offenmarktausschuss angewiesen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Doch es ist fraglich, ob sich Warsh mit einem Pro-Zinssenkungs-Kurs angesicht einer <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/wirtschaft\/konjunktur\/usa-inflation-118.html\" title=\"US-Verbraucherpreise steigen im April auf Drei-Jahres-Hoch\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">US-Inflation auf Drei-Jahres-Hoch<\/a> \u00fcberhaupt durchsetzen kann. Denn der Fed-Chef entscheidet nicht allein \u00fcber die Geldpolitik &#8211; f\u00fcr Zinssenkungen braucht er eine Mehrheit im Offenmarktausschuss.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">&#8222;Da m\u00fcsste Trump noch mehr Posten austauschen, damit er die Zinspolitik der Fed bestimmen kann&#8220;, betont Stefan Ri\u00dfe von Acatis im Gespr\u00e4ch mit der ARD-Finanzredaktion. &#8222;Und dann m\u00fcssten diese ernannten Kandidaten auch noch willf\u00e4hrige Lakaien sein &#8211; das sehe ich selbst bei Kevin Warsh nicht.&#8220;<\/p>\n<p>    Powell bleibt als Gegengewicht<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Hinzu kommt: Jerome Powell verschwindet nicht sofort komplett von der B\u00fchne der Geldpolitik. Der ehemalige Fed-Chef bleibt vorerst Mitglied im Board of Governors und damit auch im Offenmarktausschuss. Eine heikle Situation &#8211; die es so seit 1948 nicht mehr gegeben hat.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Edgar Walk von Metzler Asset Management h\u00e4lt es im Gespr\u00e4ch mit der ARD-Finanzredaktion deshalb sogar f\u00fcr m\u00f6glich, &#8222;dass die Mehrheit im Offenmarktausschuss gegen den Vorsitzenden stimmt&#8220;. F\u00fcr Warsh k\u00f6nnte das auch eine politische Schutzfunktion haben. &#8222;Vielleicht kann er das als Ausrede nehmen gegen\u00fcber Trump nach dem Motto: &#8218;Ich habe einfach keine Mehrheit bekommen f\u00fcr die Geldpolitik, die du haben willst&#8216;.&#8220;<\/p>\n<p>    Warsh will Fed-Bilanz zur\u00fcckfahren<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Noch wichtiger als die Leitzinsen k\u00f6nnte aber Warshs zweites gro\u00dfes Projekt werden: die Bilanz der Fed. Warsh hat die durch den massiven Kauf von US-Staatsanleihen stark aufgebl\u00e4hte Notenbankbilanz wiederholt kritisiert.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Hier hat er nach Meinung von Experten durchaus einen Punkt, lag die Bilanzsumme der Fed doch zum Ende des zweiten Quartals bei 6,7 Billionen Dollar beziehungsweise 21 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Zum Vergleich: Vor der Finanzkrise 2008 hatte die Fed-Bilanz noch rund 900 Milliarden Dollar respektive sechs Prozent des BIP betragen.<\/p>\n<p>    Finanzierung f\u00fcr US-Staat k\u00f6nnte teurer werden<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Warsh will die Fed nun auf ihren Kernauftrag zur\u00fcckf\u00fchren &#8211; und die Bilanz schrumpfen. Seine Logik dahinter: Wenn die Fed auf diese Weise geldpolitische Unterst\u00fctzung herausnimmt, schaffe sie Spielraum f\u00fcr Leitzinssenkungen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">F\u00e4hrt die Fed aber ihren Bestand an US-Staatsanleihen zur\u00fcck, d\u00fcrften dadurch die Zinsen am langen Ende steigen &#8211; also bei zehn- und 30-j\u00e4hrigen US-Staatsanleihen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">F\u00fcr den hoch verschuldeten US-Staat h\u00e4tte das drastische Folgen, warnt Acatis-\u00d6konom Ri\u00dfe: &#8222;Wenn die langfristigen Zinsen steigen, dann werden die Budgetdefizite, die unter Donald Trump nochmals gestiegen sind, immer teurer zu finanzieren.&#8220;<\/p>\n<p>    Hat Trump mit Warsh aufs falsche Pferd gesetzt?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Damit k\u00f6nnte Warsh ausgerechnet dort gegen Trumps Interessen handeln, wo es f\u00fcr den Pr\u00e4sidenten besonders wichtig ist: bei den Finanzierungskosten des Staates. Findet Warsh im Offenmarktausschuss zugleich keine Mehrheit f\u00fcr Leitzinssenkungen, so k\u00f6nnte die k\u00fcnftige Fed-Politik unterm Strich deutlich restriktiver ausfallen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Am Ende k\u00f6nnte Trump somit einen Fed-Chef bekommen, der zwar anders klingt und anders argumentiert als Powell &#8211; aber nicht automatisch die lockere Geldpolitik liefert, die sich das Wei\u00dfe Haus erhofft. Warsh k\u00f6nnte f\u00fcr Trump unbequemer werden als gedacht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"analyse Stand: 15.05.2026 \u2022 10:04 Uhr Kevin Warsh \u00fcbernimmt heute den Vorsitz der US-Notenbank. 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