{"id":161097,"date":"2026-05-16T04:18:23","date_gmt":"2026-05-16T04:18:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/161097\/"},"modified":"2026-05-16T04:18:23","modified_gmt":"2026-05-16T04:18:23","slug":"anne-applebaum-europa-muss-sich-wehren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/161097\/","title":{"rendered":"Anne Applebaum: Europa muss sich wehren"},"content":{"rendered":"<p>In der \u201eRede an Europa\u201c, die seit 2019 rund um den Europatag vom Institut f\u00fcr die Wissenschaften vom Menschen (IWM), der ERSTE Stiftung und den Wiener Festwochen abgehalten wird, sprach am 13. Mai die renommierte Historikerin und Autorin Anne Applebaum vor gro\u00dfem Publikum auf dem vollbesetzten Wiener Judenplatz.<\/p>\n<p>Einmal mehr stand dabei die Reflexion \u00fcber das europ\u00e4ische Projekt im Mittelpunkt. Applebaum erinnerte eingangs an die Katastrophe des zweiten Weltkriegs und w\u00fcrdigte Generationen von europ\u00e4ischen B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern, die sich seit 1945 daf\u00fcr eingesetzt haben, dass imperiale Rivalit\u00e4ten, Protektionismus und V\u00f6lkermordambitionen nicht wiederkehren. Dazu h\u00e4tten sie eine Reihe von Institutionen errichtet: \u201eJenes Europa, das aus diesem Prozess hervorgegangen ist, stellt eine enorme Errungenschaft dar; eine, die weltweit ihresgleichen sucht\u201c, so Applebaum.<\/p>\n<p>Gleichzeitig mahnte sie, dass heute eben diese Institutionen und Errungenschaften infrage gestellt w\u00fcrden, zuallererst von den europ\u00e4ischen Gesellschaften selbst. Das zeige sich im Wiederaufleben demokratiemissachtender Ideen.<\/p>\n<p>Verst\u00e4rkt w\u00fcrden diese Tendenzen, so Applebaum, durch Kr\u00e4fte au\u00dferhalb der EU. Sowohl Russland als auch Amerika w\u00fcrden ein geschw\u00e4chtes und st\u00e4rker fragmentiertes Europa anstreben, das milit\u00e4risch angreifbar, korrumpierbar oder kontrollierbar sei. Dies zeige sich in den Angriffen Russlands \u2013 vom Krieg gegen die Ukraine, \u00fcber hybrider Kriegsf\u00fchrung, Propaganda und Sabotage \u2013, werde aber auch in der Politik der Trump-Regierung deutlich. Letztere sehe in Europa einen \u201ezivilisatorischen Feind\u201c und unterst\u00fctze, auch aufgrund handfester wirtschaftlicher Interessen, gezielt illiberale Kr\u00e4fte innerhalb Europas.<\/p>\n<p>Angesichts dieser Herausforderungen stehe Europa vor einer Wahl, betonte Applebaum: Europa k\u00f6nne sich f\u00fcgen und riskieren, seine Souver\u00e4nit\u00e4t einzub\u00fc\u00dfen, oder sich auf seine Errungenschaften besinnen und seine St\u00e4rke als gr\u00f6\u00dfte Wirtschaftsmacht der Welt ausspielen.<\/p>\n<p>\u201eWir k\u00f6nnen uns zur Wehr setzten, nicht mit Worten, sondern durch Taten\u201c, meinte Applebaum. Auf Errungenschaften der Vergangenheit aufzubauen ist hierf\u00fcr ebenso bedeutsam wie eine Neukalibrierung europ\u00e4ischer Politiken. Voraussetzung ist ihr zufolge, dass Europa weiterhin an der liberalen Demokratie und ihren Institutionen festh\u00e4lt, denn: \u201eEs ist gerade unsere Berechenbarkeit, die uns in einer Welt der unberechenbaren M\u00e4chte einen Vorteil verschafft\u201c, betonte sie.<\/p>\n<p>Milo Rau, Intendant der Wiener Festwochen, meinte in seinen einleitenden Worten: \u201eEuropa bedeutet, \u00fcber Jahrhunderte hinweg: Nationalstaat, Kolonisation, Dominanz, Fortschritt um jeden Preis. Wenn wir Europa meinen, dann bedeutet das vor allem, zu diesem Europa nicht zur\u00fcckzukehren. Mit dem Slogan der diesj\u00e4hrigen Festwochen: \u201aWir brauchen neue G\u00f6ttinnen, neue G\u00f6tter.\u2018&#8220;<\/p>\n<p>Der Initiator der Rede, Boris Marte von der ERSTE Stiftung, erkl\u00e4rte: \u201cWir hoffen, dass Anne Applebaums Worte nicht nur in \u00d6sterreich, sondern in ganz Europa Widerhall finden. Denn wir haben nichts zu verlieren. Wir haben alles zu gewinnen. Und wenn wir uns als Gemeinschaft darauf einigen, wird dies zweifellos die Stunde Europas sein.\u201d<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"In der \u201eRede an Europa\u201c, die seit 2019 rund um den Europatag vom Institut f\u00fcr die Wissenschaften vom&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":161098,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[26393,26395,6352,76,75,74,27298,270,2764,7477,2178,26394,269],"class_list":{"0":"post-161097","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-europa","8":"tag-apa","9":"tag-apa-ots","10":"tag-bild","11":"tag-eu","12":"tag-europa","13":"tag-europe","14":"tag-fotogalerie","15":"tag-gesellschaft","16":"tag-int-beziehungen","17":"tag-kunst-kultur","18":"tag-leute","19":"tag-ots","20":"tag-politik"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116582331391780609","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/161097","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=161097"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/161097\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/161098"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=161097"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=161097"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=161097"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}