{"id":163328,"date":"2026-05-17T11:40:08","date_gmt":"2026-05-17T11:40:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/163328\/"},"modified":"2026-05-17T11:40:08","modified_gmt":"2026-05-17T11:40:08","slug":"bilanz-zum-song-contest-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/163328\/","title":{"rendered":"Bilanz zum Song Contest 2026"},"content":{"rendered":"<p>\n\t\t\t|\u00a0Tobias Seifried\u00a0\n\t\t<\/p>\n<p>\n\t\t|<br \/>\n\t\t\t\t\t17.05.2026\t\t\t<\/p>\n<p>Der 70. Eurovision Song Contest in Wien brachte eine \u00dcberraschungssiegerin, Rekordquoten f\u00fcr den ORF und ein Millionenplus f\u00fcr den Handel. Der gro\u00dfe Ansturm auf die Hotellerie blieb jedoch aus und den Public-Viewing-Veranstaltungen verhagelte das schlechte Wetter die Bilanz.<\/p>\n<p>Ein vollkommen verr\u00fcckter Votingkrimi hat in der Nacht auf Sonntag dem Eurovision Song Contest eine \u00fcberraschende Siegerin beschert: Die bulgarische S\u00e4ngerin\u00a0Dara gewann mit ihrer Dancepopnummer &#8222;Bangaranga&#8220; den Bewerb in der Wiener Stadthalle haushoch mit 516 Punkten. Ihr Song kam bei den ESC-Fans am besten an. Durch ihren Sieg holt Dara das gro\u00dfe Musikevent 2027 nach Bulgarien. Platz zwei ging an Israel mit Noam Bettan, Platz drei eroberte Alexandra C\u0103pit\u0103nescu aus Rum\u00e4nien. F\u00fcr das Gastgeberland verlief der Abend sportlich entt\u00e4uschend: Der heimische Vertreter Cosm\u00f3 landete auf dem vorletzten Platz, entging mit sechs Punkten jedoch immerhin dem Null-Punkte-Schicksal.<\/p>\n<p>Abseits der B\u00fchne kann eine gemischte wirtschaftliche Bilanz gezogen werden, die von gl\u00e4nzenden Handelsums\u00e4tzen und historischen TV-Rekorden, aber auch von einer sp\u00fcrbaren Zur\u00fcckhaltung in der Hotellerie gepr\u00e4gt ist.<\/p>\n<p data-path-to-node=\"6\">Wirtschaftlicher Impuls und Millionenplus f\u00fcr den Handel<\/p>\n<p data-path-to-node=\"8\">Rund 88.000 zus\u00e4tzliche Besucher:innen wurden in Wien zum 70. Jubil\u00e4umsjahr des ESC erwartet. Laut Berechnungen der Stadt Wien wurde ein Nachfrage-Impuls von rund 57 Millionen Euro prognostiziert, der eine gesch\u00e4tzte Wertsch\u00f6pfung von 52 Millionen Euro f\u00fcr Wien und ganz \u00d6sterreich generieren soll. Jeder investierte \u00f6ffentliche Euro erwirtschafte dabei 1,70 Euro an Wertsch\u00f6pfung, w\u00e4hrend der internationale Image- und Medienwert der Austragung auf rund 730 Millionen Euro gesch\u00e4tzt wird. Wiens B\u00fcrgermeister Michael Ludwig betonte im Vorfeld, dass der ESC starke wirtschaftliche Akzente setze und die Wirtschaft der Stadt st\u00e4rke.<\/p>\n<p data-path-to-node=\"9\">Besonders der \u00f6sterreichische Einzelhandel profitierte massiv von dem Gro\u00dfereignis. Hochrechnungen des Handelsverbandes zeigten einen Mehrumsatz von rund 70 Millionen Euro. &#8222;Der ESC ist nicht nur ein Medienereignis mit \u00fcberragender Reichweite, er hat auch starke Auswirkungen auf unser Konsumverhalten. Der \u00f6sterreichische Handel darf sich auf einen Mehrumsatz von rund 70 Millionen Euro freuen&#8220;, erkl\u00e4rte Rainer Will, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Handelsverbands. Vor allem die Lebensmittel-, Mode-, Elektro- und Sportartikelh\u00e4ndler profitierten von den Ausgaben, wobei rund 17 Prozent der Bev\u00f6lkerung zus\u00e4tzliche Ausgaben mit durchschnittlich 108 Euro pro Kopf planten. Besonders die &#8222;Gen Z&#8220; (18 bis 28 Jahre) zeigte die st\u00e4rkste Ausgabebereitschaft.<\/p>\n<p data-path-to-node=\"9\">Auch die Tourismusattraktivit\u00e4t d\u00fcrfte langfristig profitieren. Laut einer Potenzialstudie der \u00d6sterreich Werbung f\u00fchrte das Event dazu, dass rund 36 Millionen Menschen ein zus\u00e4tzliches Interesse an \u00d6sterreich als Reisedestination zeigen. Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin Astrid Steharnig-Staudinger hielt fest, dass Kultur und Musik ein konkreter Reiseanlass und damit ein entscheidender Wettbewerbsvorteil f\u00fcr \u00d6sterreich seien.<\/p>\n<p data-path-to-node=\"9\">Hotellerie verfehlt den ganz gro\u00dfen Ansturm<\/p>\n<p data-path-to-node=\"11\">Trotz der 95.000 verkauften Tickets f\u00fcr die insgesamt neun Shows in der Stadthalle blieb der erwartete Ansturm auf die Wiener Beherbergungsbetriebe hinter den urspr\u00fcnglichen Erwartungen zur\u00fcck. So lag die Hotelauslastung in der ESC-Woche bei lediglich rund 70 Prozent \u2013 viele Betriebe hatten im Vorfeld mit deutlich mehr Song-Contest-G\u00e4sten gerechnet. Es stellte sich die Frage, ob die Nachfrage \u00fcbersch\u00e4tzt wurde, die Preise zu hoch angesetzt waren oder die Fans vermehrt auf Kurzzeitvermietungen auswichen.<\/p>\n<p data-path-to-node=\"12\">Die Branchenvertreter bem\u00fchten sich indes um Schadensbegrenzung. Norbert Kettner, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer von WienTourismus, betonte Anfang Mai, dass die Buchungslage stabil sei, Wien jedoch zu keinem Zeitpunkt ausgebucht war. Mit \u00fcber 42.000 Zimmern und rund 85.000 Betten verf\u00fcge die Stadt \u00fcber ausreichend Kapazit\u00e4ten.\u00a0Markus Gratzer, Generalsekret\u00e4r der \u00d6sterreichischen Hotelvereinigung (\u00d6HV), stellte klar: &#8222;Der Song Contest regt die Fantasie offenbar sehr an. Von ausgebucht kann aber keine Rede sein.&#8220; Er verwies darauf, dass selbst bei den h\u00f6chstens 15.000 G\u00e4sten beim ESC-Finale in der Stadthalle rechnerisch noch immer 10.000 Hotelbetten frei geblieben w\u00e4ren. Dass einige Firmen im Vorfeld vort\u00e4uschten, es g\u00e4be keine freien Zimmer mehr, bezeichnete Gratzer als Marketing-Fantasie. Dennoch blieb die Bilanz verhalten, da kurzfristig noch immer viele g\u00fcnstige Zimmer verf\u00fcgbar waren.<\/p>\n<p data-path-to-node=\"13\">Zudem tr\u00fcbte das schlechte Wetter die allgemeine Event-Stimmung au\u00dferhalb der Halle. Obwohl der WienTourismus mit &#8222;Vienna OffStage&#8220; das gr\u00f6\u00dfte Social-Programm der ESC-Geschichte f\u00fcr Delegierte gestartet hatte und Welcome Desks in der ganzen Stadt einrichtete, machte das Wetter vielen Public Viewing Events im Land einen dicken Strich durch die Rechnung. Im Eurovision Village am Wiener Rathausplatz waren beim Finale aber dennoch gut 30.000 wetterfeste ESC-Fans mit dabei. Ein Gro\u00dfteil der Bev\u00f6lkerung (30 Prozent) verfolgte die Shows letztlich aber lieber im privaten Familienkreis vor dem heimischen Bildschirm, w\u00e4hrend einer Umfrage zufolge lediglich vier Prozent ein Lokal oder ein Public Viewing besuchten.\u00a0<\/p>\n<p data-path-to-node=\"13\">Historische TV-Quoten und Rekorde im ORF<\/p>\n<p data-path-to-node=\"15\">Ein Erfolg war der ESC 2026 hingegen f\u00fcr den \u00f6ffentlich-rechtlichen Rundfunk. Die Live-\u00dcbertragung in\u00a0ORF 1, moderiert von Victoria Swarovski und Michael Ostrowski, erzielte dem Medienunternehmen zufolge eine Rekordkulisse. Bis zu 1,684 Millionen Zuseher:innen verfolgten das gro\u00dfe Finale, was dem ORF den reichweitenst\u00e4rksten Wert seit dem ESC 2015 in Wien einbrachte. Der Marktanteil beim Gesamtpublikum lag bei bis zu 64 Prozent, w\u00e4hrend beim jungen Publikum astronomische Werte erzielt wurden: In der Zielgruppe der 12- bis 29-J\u00e4hrigen kletterte der Marktanteil bei der finalen Entscheidung auf bis zu 93 Prozent.<\/p>\n<p data-path-to-node=\"16\">Insgesamt erreichten die Sendungen des Finaltags einen weitesten Seherkreis von 3,268 Millionen Zuschauer:innen in \u00d6sterreich \u2013 das entspricht 43 Prozent der heimischen TV-Bev\u00f6lkerung ab zw\u00f6lf Jahren. Auch der digitale Bereich meldete Rekorde: Rund 100.000 User:innen verfolgten das Event via Livestream auf ORF On. In Deutschland verfolgten zudem 8,18 Millionen Zusehende in der ARD die ORF-\u00dcbertragung aus der Wiener Stadthalle.<\/p>\n<p data-path-to-node=\"17\">ORF-Generaldirektorin Ingrid Thurnher zog eine durchwegs positive Bilanz: &#8222;Mit der Ausrichtung des 70. Eurovision Song Contest hat der ORF ein internationales Gro\u00dfereignis realisiert, das von Millionen Menschen weltweit verfolgt wurde. Das Ergebnis ist eine ORF-Produktion, die einmal mehr verdeutlicht, wie bedeutend und international erfolgreich \u00f6ffentlich-rechtliche Programmangebote sind.&#8220;\u00a0Fernsehdirektorin\u00a0Stefanie Groiss-Horowitz erg\u00e4nzte, der ESC habe gezeigt, was der ORF leisten k\u00f6nne, &#8222;wenn viele Zahnr\u00e4der perfekt ineinandergreifen.&#8220;<\/p>\n<p data-path-to-node=\"17\">Neue Standards bei der Nachhaltigkeit<\/p>\n<p data-path-to-node=\"21\">Ein zukunftsweisender Aspekt des Events war die offizielle Zertifizierung des Wettbewerbs. Der ESC 2026 erhielt das \u00f6sterreichische Umweltzeichen f\u00fcr &#8222;Green Producin&#8220; sowie f\u00fcr &#8222;Green Event&#8220; und wurde mit der Silber-Zertifizierung von Bio Austria ausgezeichnet. Durch den Einsatz einer vollst\u00e4ndig LED- und lasergest\u00fctzten Beleuchtung auf der B\u00fchne sowie Batterien statt Diesel-Generatoren als Notfallbackup wurden massive Energiemengen eingespart. Zudem wurde g\u00e4nzlich auf Einweggeschirr verzichtet und der Bio-Anteil beim Catering \u00fcbertraf mit 64,3 Prozent das urspr\u00fcngliche Ziel von 60 Prozent.<\/p>\n<p data-path-to-node=\"22\">Bundesminister Norbert Totschnig gratulierte dem ORF und betonte, dass die Veranstalter damit einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisteten und die regionale Wertsch\u00f6pfung st\u00e4rkten. Laut Michael Kr\u00f6n, Executive Producer des ESC 2026, konnte der ORF im Bereich Nachhaltigkeit neue Wege beschreiten. Gemeinsam mit der Stadt Wien und Partnern wie den \u00d6BB und dem Flughafen Wien wird nun ein umfassender Nachhaltigkeitsbericht erarbeitet, um zuk\u00fcnftigen Austragungsl\u00e4ndern als wissenschaftlich fundierter Leitfaden zu dienen.<\/p>\n<p>Galerien von diversen ESC-Veranstaltungen in Wien sehen Sie in den Galerien unten.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/songcontest.orf.at\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">www.songcontest.orf.at<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"|\u00a0Tobias Seifried\u00a0 | 17.05.2026 Der 70. Eurovision Song Contest in Wien brachte eine \u00dcberraschungssiegerin, Rekordquoten f\u00fcr den ORF&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":163329,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[8],"tags":[10202,992,178,40,41,39,44103,38,182],"class_list":["post-163328","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-nachrichten","tag-dara","tag-esc","tag-eurovision-song-contest","tag-nachrichten","tag-news","tag-schlagzeilen","tag-song-contest-2026","tag-top-meldungen","tag-wien"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116589731791299650","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/163328","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=163328"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/163328\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/163329"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=163328"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=163328"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=163328"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}