{"id":163689,"date":"2026-05-17T15:47:12","date_gmt":"2026-05-17T15:47:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/163689\/"},"modified":"2026-05-17T15:47:12","modified_gmt":"2026-05-17T15:47:12","slug":"praxistest-alpine-a290-kompakt-scharf-elektrisch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/163689\/","title":{"rendered":"Praxistest Alpine A290: Kompakt, scharf, elektrisch"},"content":{"rendered":"<p>\n                Alpine unter Strom: Mit der A290 schickt die franz\u00f6sische Sportmarke ihren ersten vollelektrischen Hot Hatch ins Rennen. Unser Praxistest mit der A290 GTS zeigt, wie viel Rennsport-DNA im urbanen Kurvenr\u00e4uber steckt \u2013 und ob der digitale Nachfolger dem legend\u00e4ren Erbe des Renault 5 gerecht wird.            <\/p>\n<p>\n                Als Renault Mitte der 1970er-Jahre den Kleinwagen R5 in eine kleine Fahrmaschine verwandelte, war der Name Programm: Renault 5 Alpine \u2013 ein Sportwagen f\u00fcr die Stadt, entwickelt in Zusammenarbeit mit der Rennabteilung aus Dieppe. W\u00e4hrend die Gro\u00dfserie mit 34 bis 64 PS auskommen musste, brachte es die 1976 pr\u00e4sentierte Alpine-Variante dank eines 1,4-Liter-Vierzylinders auf 93 PS und eine Spitzengeschwindigkeit von rund 173 km\/h \u2013 in einem Auto, das kaum mehr als 840 Kilogramm wog. Damit begr\u00fcndete sie nicht nur den franz\u00f6sischen Hot-Hatch-Mythos, sondern bereitete auch die B\u00fchne f\u00fcr die aufkommende Turbo-\u00c4ra bei Renault.<\/p>\n<p>1980 legten die Franzosen nach: Der Renault 5 Alpine Turbo \u00fcbernahm das aus der Formel 1 bekannte Prinzip der Aufladung, wodurch sich die Leistung auf 108 PS und die H\u00f6chstgeschwindigkeit auf knapp 190 km\/h steigerte. Aus dem einst braven Stadtflitzer wurde endg\u00fcltig eine Stra\u00dfenrakete und der Name Alpine avancierte in der Kleinwagenklasse zum Synonym f\u00fcr Leichtbau, Turbo-Power und Fahrspa\u00df auf kurvigen Landstra\u00dfen.<\/p>\n<p>Mit der Alpine A290 kehrt das bew\u00e4hrte Konzept zur\u00fcck: Wieder dient der Renault 5 als Basis, wieder verspricht Alpine mehr Sch\u00e4rfe, mehr Emotion und nat\u00fcrlich die typische Rennstrecken-DNA von Alpine. Der Unterschied: Der Turbolader wird heute durch ein leistungsstarkes E-Aggregat ersetzt. W\u00e4hrend die Basisversion der A290 bereits 130 kW (177 PS) mobilisiert, kommt in unserem Praxistest die leistungsst\u00e4rkere Topversion A290 GTS zum Einsatz. Sie bringt es auf 160 kW (218 PS).<\/p>\n<p>Der erste vollelektrische Hot Hatch der franz\u00f6sischen Sportmarke ist weit mehr als nur eine aufgeheizte Variante des Renault 5 E-Tech. Die Alpine A290 setzt bereits aus dem Stand auf Dynamik. Ein markantes Spoilerwerk betont ihre Pr\u00e4senz, w\u00e4hrend das Tagfahrlicht mit X-Signatur ihr ein eigenst\u00e4ndiges Gesicht verleiht. Die breiten Radl\u00e4ufe und Seitenschweller sind eine bewusste Hommage an den legend\u00e4ren Renault 5 \u201eBacken-Turbo\u201c. Wer diese historische Verbindung jedoch konsequent zu Ende denkt, gelangt unweigerlich zum extremen Renault 5 Turbo 3E. In einer limitierten Kleinserie katapultiert dieser mit 400 kW (544 PS) und einem brutalen Gesamtdrehmoment von 4.800 Nm die Motorsport-Tradition als radikales High-Performance-Modell in die Moderne.<\/p>\n<p>Premium-Anspruch mit Rennsport-Flair<\/p>\n<p>Aber zur\u00fcck zur A290. Mit einer L\u00e4nge von fast vier Metern ist die Alpine rund sieben Zentimeter l\u00e4nger als der regul\u00e4re Renault 5 E-Tech. Dieser Unterschied geht jedoch ausschlie\u00dflich auf das Konto der dynamisch geformten Sto\u00dff\u00e4nger sowie des angedeuteten Heckdiffusors. Der Innenraum der Alpine wirkt dagegen um einiges exklusiver als beim Renault 5 E-Tech, was sich besonders deutlich bei der Premium-Materialauswahl zeigt.<\/p>\n<p>Unser GTS-Testwagen gl\u00e4nzt serienm\u00e4\u00dfig mit feinem, zweifarbigem Nappa-Leder in Dunkelblau. Das edle Material h\u00fcllt neben den Sitzen auch das Cockpit und die T\u00fcrverkleidungen ein. Zum exklusiven Ambiente gesellt sich erstklassiger Sound: Das Premium-Audiosystem des franz\u00f6sischen Klangspezialisten Devialet verwandelt die Alpine in einen rollenden Konzertsaal.<\/p>\n<p>Dass die A290 nicht nur f\u00fcr die Stra\u00dfe, sondern auch f\u00fcr die Rennstrecke geboren wurde, unterstreichen die vorderen Sportsitze: Sie bieten eine gute Konturierung f\u00fcr optimalen Seitenhalt in schnellen Kurven und sind serienm\u00e4\u00dfig beheizbar. Direkt auf den Motorsport verweist das unten abgeflachte Lenkrad aus Nappaleder mit blauer Zw\u00f6lfuhr-Markierung. Es beherbergt zudem einige funktionale Highlights, die dem Renault 5 fehlen. Eine auff\u00e4llig rote \u201eOV\u201c-Taste (Overtake) aktiviert auf Knopfdruck einen kurzzeitigen Leistungsschub, w\u00e4hrend ein blaues R\u00e4dchen daneben die manuelle Regulierung der Rekuperation erm\u00f6glicht.<\/p>\n<p>Ein weiterer edler Unterschied zum Renault 5 zeigt sich auf der Mittelkonsole. Anstelle des klobigen W\u00e4hlhebels hinter dem Lenkrad verf\u00fcgt die A290 \u00fcber separate Drucktasten f\u00fcr die einzelnen Fahrstufen. Das auf das Wesentliche reduzierte Layout wurde vom Sportwagen Alpine A110 \u00fcbernommen. Auch beim Infotainment bleibt es exklusiv. Das Multimediasystem bietet nicht nur eine pr\u00e4zise Routenf\u00fchrung mit Google Maps, sondern auch eine spezifische Telemetrie-App. Diese liefert umfangreiche Echtzeit-Daten, darunter Brems- und Akkutemperatur sowie Leistungsdiagramme und detaillierte Rennstrecken-Analysen f\u00fcr ambitionierte Fahrer.<\/p>\n<p>Ein Elektro-Leichtgewicht st\u00fcrmt nach vorn<\/p>\n<p>Also los! Der Blick gesch\u00e4rft, die H\u00e4nde ans griffige Lenkrad und beim Druck aufs Pedal, schie\u00dft die A290 los, als h\u00e4tte jemand die Leine gekappt. Kraftvolle 218 PS und ein Drehmoment von 300 Newtonmetern pressen die kompakte Franz\u00f6sin dann spontan nach vorn. Doch beeindruckender als die nackten Zahlen ist die Art und Weise, wie die Leistung auf die Stra\u00dfe gebracht wird. Hierzu wurde das Fahrwerk inklusive der f\u00fcr diese Fahrzeugklasse untypischen Mehrlenker-Hinterachse neu abgestimmt und die Spur im Vergleich zum R5 E-Tech um 60 Millimeter verbreitert. Mit nur 1.554 Kilogramm ist die Franz\u00f6sin au\u00dferdem ein echtes Leichtgewicht unter den Elektroautos. Das sind ideale Voraussetzungen f\u00fcr maximale Agilit\u00e4t.<\/p>\n<p>Vor allem auf kurvigen Landstra\u00dfen \u00fcberzeugt die Alpine mit einer beeindruckenden Pr\u00e4zision. Die eigens von Michelin f\u00fcr die A 290 entwickelten Reifen Pilot Sport S5 krallen sich f\u00f6rmlich in den Asphalt und die direkte Lenkung folgt pr\u00e4zise ihrem auferlegten Kurs, ohne dabei nerv\u00f6s zu wirken. Dank Torque Vectoring und einem feinf\u00fchlig abgestimmten ESP f\u00e4hrt sich die A290 GTS \u00e4u\u00dferst lebendig, bleibt dabei aber stets berechenbar.<\/p>\n<p>Wer es provoziert, kann sogar das Heck leicht anstellen \u2013 ein agiler Charakter, den man bei modernen, elektrischen Fronttrieblern kaum noch findet. Einzig beim harten Herausbeschleunigen st\u00f6\u00dft das Konzept an seine Grenzen. Beim starken Herausbeschleunigen ist der Antriebseinfluss in der Lenkung deutlich sp\u00fcrbar. Auch scharren die Vorderr\u00e4der kurzzeitig nach Grip, bis die Traktionskontrolle das kr\u00e4ftige Drehmoment schnell und sanft einbremst.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Sprint von Null auf 100 km\/h in 6,4 Sekunden sportlich ausf\u00e4llt, entt\u00e4uscht die H\u00f6chstgeschwindigkeit: Bei gerade einmal 170 km\/h wird elektronisch abgeregelt. Hier h\u00e4tte man von einer Marke wie Alpine mehr erwartet, doch die geringe Topspeed ist typisch f\u00fcr E-Autos, um den Akku nicht rasend schnell zu entleeren.<\/p>\n<p>Wenn hoher Fahrspa\u00df auf Physik trifft<\/p>\n<p>Apropos Aktionsradius. Bei zur\u00fcckhaltender Fahrweise liegt die maximale Reichweite bei 380 Kilometern. F\u00fcr einen vorwiegend im urbanen Raum genutzten Kleinwagen ist das v\u00f6llig ausreichend. Zumal der durchschnittliche Testverbrauch von 17,6 kWh nur geringf\u00fcgig \u00fcber der Werksangabe von 16,5 kWh lag. Wer das sportliche Potenzial auf der Landstra\u00dfe oder Autobahn jedoch vollends auskostet, sieht die Reichweite im digitalen Kombiinstrument rapide schwinden. Bei dauerhaftem Vollgas schrumpft der Aktionsradius des 52-kWh-Akkus auf magere 150 Kilometer \u2013 und das bei optimalen, warmen Au\u00dfentemperaturen. Hier kollidieren Fahrspa\u00df und Physik, denn das enorme Leistungspotenzial saugt den kompakten 52-kWh-Akku bei sportlicher Gangart rasant leer.<\/p>\n<p>Ziemlich schade, denn die spontane Leistungsentfaltung und das agile Fahrwerk laden geradezu dazu ein, der leichtf\u00fc\u00dfigen Alpine permanent die Sporen zu geben. Strom bunkert die A290 \u00fcbrigens mit einer maximalen Ladeleistung von 100 kW. So dauert es im Idealfall 30 Minuten, um die Akkus von 15 auf 80 Prozent wieder hoch zu pushen. Die meist \u00fcblichen Standartwerte.<\/p>\n<p>Doch besonders gelungen ist die Balance zwischen Alltag und Sport. Im Stadtverkehr bleibt die Alpine \u00fcberraschend zivilisiert und komfortabel; sie federt Unebenheiten sauber weg und gibt sich angenehm leise. Die k\u00fcnstlich generierten Fahrger\u00e4usche sind dabei Geschmackssache. Sie unterstreichen zwar den sportlichen Anspruch, wirken aber gl\u00fccklicherweise nie aufdringlich. Sie lassen sich auch komplett abschalten. Gleichzeitig gen\u00fcgt ein Dreh am Fahrmodus-Schalter, um aus dem zahmen Stromer einen ernstzunehmenden Kurvenr\u00e4uber zu machen. Denn wer dieses Auto artgerecht bewegt, misst Fahrspa\u00df nicht in Kilometern \u2013 sondern in Kurven.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Alpine unter Strom: Mit der A290 schickt die franz\u00f6sische Sportmarke ihren ersten vollelektrischen Hot Hatch ins Rennen. 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