{"id":166540,"date":"2026-05-19T05:15:13","date_gmt":"2026-05-19T05:15:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/166540\/"},"modified":"2026-05-19T05:15:13","modified_gmt":"2026-05-19T05:15:13","slug":"oelkrise-durch-iran-krieg-inder-sollen-weniger-ins-ausland-reisen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/166540\/","title":{"rendered":"\u00d6lkrise durch Iran-Krieg: Inder sollen weniger ins Ausland reisen"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/flugzeuge-air-india-100.jpg\" alt=\"Flugzeuge der Fluggesellschaft Air India.\" title=\"Flugzeuge der Fluggesellschaft Air India. | EPA\"\/><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 18.05.2026 \u2022 18:19 Uhr<\/p>\n<p class=\"article-head__shorttext\">\n        Inder sollten vorerst in Indien bleiben, meint Premierminister Modi. Denn die durch den Iran-Krieg verursachte Energiekrise trifft das Land hart. Die indische Reisebranche steht massiv unter Druck.\n    <\/p>\n<p>Von Benedikt Schulz, ARD Neu-Delhi\n                    <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Subhash Goyal ist Chef eines der gr\u00f6\u00dften Reiseunternehmen in Indien, der STIC Travel Group &#8211; und ein sehr spiritueller Gesch\u00e4ftsmann. Schon deshalb blickt er eher gelassen auf die aktuelle Lage seiner Branche: &#8222;Das ist der tiefste Kern hinduistischer Philosophie: dass Gott in allen von uns steckt. Deswegen haben wir nie Angst vor einer Krise&#8220;, sagt der Gesch\u00e4ftsmann. &#8222;Und diese Krise hier &#8211; das ist gar nichts.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Krise, wegen der Goyal sich keine allzu gro\u00dfen Sorgen macht, besch\u00e4ftigt derzeit allerdings den Rest der Welt. Seit Beginn des Iran-Kriegs und der anschlie\u00dfenden Blockade der Stra\u00dfe von Hormus sind die Roh\u00f6lpreise dramatisch gestiegen.<\/p>\n<p>    Tourismussektor steht unter Druck<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Indien, das fast 90 Prozent seines \u00d6lbedarfs importieren muss, sp\u00fcrt die Folgen an allen Ecken und Enden. Die Rupie verliert an Wert und hat vergangene Woche ein Rekordtief erreicht. Die Verbraucherpreise steigen, auch der Tourismussektor steht unter Druck.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Und nun hat der indische Premierminister Narendra Modi seine Bev\u00f6lkerung auch noch dazu aufgerufen, mindestens ein Jahr lang nicht mehr zu reisen. Entsprechend sollen Inder auch nicht mehr im Ausland heiraten.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">&#8222;Es gibt da einen wachsenden Trend, die Hochzeit nicht mehr hier in Indien, sondern im Ausland zu feiern&#8220;, erkl\u00e4rte Modi. &#8222;\u00dcberhaupt w\u00e4chst die Zahl der Urlaubsreisen ins Ausland. Aber in dieser Krise, in der unser Patriotismus gefragt ist, sollten wir diese Pl\u00e4ne verschieben.&#8220; Indien habe gen\u00fcgend Orte, zu denen man reisen k\u00f6nne.<\/p>\n<p>    Auslandsfl\u00fcge reduziert<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Der Tourismussektor ist bedeutend und trug im Jahr 2024 umgerechnet mehr als 220 Milliarden Euro zum indischen Bruttoinlandsprodukt bei &#8211; Tendenz steigend. Welchen Effekt nun der Aufruf des Premierministers tats\u00e4chlich hat, l\u00e4sst sich schwer absch\u00e4tzen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Nur kurze Zeit sp\u00e4ter hat die wichtigste Fluggesellschaft des Landes, Air India, ihre internationalen Routen deutlich reduziert, etwa nach Shanghai oder Chicago. Das d\u00fcrfte aber eher an den grunds\u00e4tzlichen Problemen liegen, in denen Fluggesellschaften derzeit stecken, die wie kaum eine andere Branche von Roh\u00f6lpreisen direkt betroffen sind.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Vor wenigen Tagen wurde zudem bekannt, dass Air India im vergangenen Gesch\u00e4ftsjahr einen Rekordverlust von mehr als zwei Milliarden Euro eingefahren hat. Der Blick in den Himmel von Delhi vermittelt derzeit noch ein anderes Bild. Tag und Nacht kann man ann\u00e4hernd im Minutentakt Flugzeuge beobachten und h\u00f6ren.<\/p>\n<p>    Unruhe in der Reisebranche<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Khalaf, ein Mann aus Delhi, hat selbst eine Thailandreise geplant f\u00fcr dieses Jahr. Und er glaubt nicht, dass die Leute jetzt ihren Urlaub absagen werden: &#8222;Die Leute werden in den Urlaub fahren, die haben das zum Teil seit einem Jahr geplant. Sollen sie das jetzt etwa absagen? Sie werden ihre Kinder nehmen und fahren&#8220;, meint der 39-J\u00e4hrige.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Der Aufruf hat dennoch Unruhe in der Branche ausgel\u00f6st. Reiseveranstalter rechnen mit einem R\u00fcckgang der Neubuchungen, zumal Kunden, unabh\u00e4ngig von etwaigen patriotischen Erw\u00e4gungen, sowieso mit steigenden Preisen f\u00fcr Flugtickets konfrontiert sind.<\/p>\n<p>    &#8222;Tourismus nach Indien ankurbeln&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Es k\u00f6nnte schlimmer sein, meint dagegen Subhash Goyal von der STIC Travel Group: &#8222;Der Aufruf von Modi wird nur geringe Auswirkungen haben &#8211; nicht mehr als zehn oder 15 Prozent Einbu\u00dfen.&#8220; Seit mehr als f\u00fcnf Jahrzehnten ist Goyal im Tourismusgesch\u00e4ft. Die aktuelle Krise zeige f\u00fcr ihn nur, dass Indien viel mehr tun sollte, um den Tourismus nach Indien anzukurbeln, meint er.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">&#8222;Im vergangenen Jahr gab es mehr als doppelt so viele Reisen von Indien ins Ausland als Reisen vom Ausland nach Indien. Daran sollten wir arbeiten, sollten Werbung machen, B\u00fcros im Ausland er\u00f6ffnen. Derzeit liegt das alles bei den indischen Botschaften, und die haben genug andere Dinge zu tun.&#8220; Au\u00dferdem sei die Corona-Pandemie die viel gr\u00f6\u00dfere Krise gewesen &#8211; und auch die habe man \u00fcberlebt, erg\u00e4nzt der Reise-Unternehmer.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">&#8222;Auch wenn es schwierig sein mag, werden wir das \u00fcberstehen. Wissen Sie, wenn man auf indischen Stra\u00dfen f\u00e4hrt, dann ist das &#8217;survival of the fittest&#8216; &#8211; nur die Besten \u00fcberleben. Im Tourismusgesch\u00e4ft sind die Leute tough. Und wie es so sch\u00f6n hei\u00dft: &#8218;When the going gets tough, the tough get going&#8216;.&#8220; Wenn es also hart auf hart komme, dann, meint Goyal, zeigten die Inder erst recht, was in ihnen steckt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 18.05.2026 \u2022 18:19 Uhr Inder sollten vorerst in Indien bleiben, meint Premierminister Modi. 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