{"id":167261,"date":"2026-05-19T12:53:08","date_gmt":"2026-05-19T12:53:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/167261\/"},"modified":"2026-05-19T12:53:08","modified_gmt":"2026-05-19T12:53:08","slug":"pfeifende-atemgeraeusche-bei-kindern-antibiotikum-oft-ohne-nutzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/167261\/","title":{"rendered":"Pfeifende Atemger\u00e4usche bei Kindern: Antibiotikum oft ohne Nutzen"},"content":{"rendered":"<p>Vorschulkinder, die wegen schwerer pfeifender Atemger\u00e4usche in die Notaufnahme kommen, profitieren offenbar nicht von dem Antibiotikum <a href=\"https:\/\/www.aponet.de\/service\/arzneimitteldatenbank\/arzneimittel\/azithromycin\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Azithromycin<\/a>. Das zeigt eine gro\u00dfe klinische Studie unter Leitung der University of Arizona College of Medicine in Tucson. Zum Hintergrund: US-Krankenh\u00e4user nehmen im Jahr 30.000 Kinder im Alter unter f\u00fcnf Jahren wegen pfeifender Atemger\u00e4usche und <a href=\"https:\/\/www.aponet.de\/artikel\/asthma-bronchiale-18803\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Asthma<\/a> auf. Bei einigen ist das sogenannte Giemen der erste Hinweis auf Asthma, bei anderen normalisiert sich die Atmung wieder.<\/p>\n<p>Azithromycin oder ein Scheinmedikament<\/p>\n<p class=\"ad-float-right\">An der Studie nahmen 840 Kinder im Alter zwischen 18 und 59 Monaten teil, die in den Notaufnahmen von acht Kinderkliniken in den USA wegen des Giemens behandelt wurden. Die Kinder erhielten zuf\u00e4llig entweder f\u00fcnf Tage lang Azithromycin oder ein Placebo. Anschlie\u00dfend dokumentierten die Eltern t\u00e4glich, wie es ihren Kindern ging, etwa hinsichtlich Atmung, <a href=\"https:\/\/www.aponet.de\/artikel\/husten-18945\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Husten<\/a>, Appetit und Stimmung.<\/p>\n<p>Bakterieninfektionen h\u00e4ufig \u2013 dennoch kein Vorteil mit Antibiotikum<\/p>\n<p>Die Forschenden wollten unter anderem kl\u00e4ren, ob bestimmte Bakterien bei schweren Episoden mit Giemen eine wichtige Rolle spielen. Tats\u00e4chlich trug ein Gro\u00dfteil der Kinder (62 Prozent) mindestens eine Bakterienart im Nasen-Rachen-Raum, bei der ein Zusammenhang mit pfeifenden Atemger\u00e4uschen vermutet wird. Trotzdem stellte das Team bereits bei einer Zwischenanalyse keinen Vorteil bei den Kindern mit dem Antibiotikum gegen\u00fcber denen mit dem Scheinmedikament fest. Daher beendete es die Studie vorzeitig.<\/p>\n<p>Kein Antibiotikum wegen pfeifender Atemger\u00e4usche<\/p>\n<p>Studienleiter Dr. Fernando Martinez erkl\u00e4rte in einer Mitteilung zur Ver\u00f6ffentlichung: \u201eWir k\u00f6nnen mit gro\u00dfer Sicherheit sagen, dass Kinder, die wegen starkem, pfeifendem Atemger\u00e4usch zum Arzt oder in die Notaufnahme kommen, kein Azithromycin oder ein anderes Antibiotikum bekommen sollten.\u201c<\/p>\n<p>Viren stehen st\u00e4rker im Fokus<\/p>\n<p>Mehr als 86 Prozent der Kinder in der Studie waren mit Atemwegsviren infiziert, 72,5 Prozent mit bekannten Erk\u00e4ltungsviren. Die Forschenden gehen deshalb davon aus, dass Viren bei pfeifenden Atemger\u00e4uschen und Asthma wichtiger sind als Bakterien.<\/p>\n<p>\u201eWenn du Kinder mit Antibiotika behandelst, die bereits wegen eines Virus krank sind, siehst du keine Verbesserung\u201c, betonte Martinez. \u201eDer Fakt, dass die Kinder mit den krankheitserregenden Bakterien nicht auf das Antibiotikum reagiert haben \u2013 selbst, wenn wir die Bakterien damit beseitigt haben \u2013 stellt die Vorstellung infrage, dass Bakterien das Giemen verursachen. Wahrscheinlich sind die Bakterien da, weil die Kinder bereits anf\u00e4llig sind.\u201c<\/p>\n<p>Giemen m\u00f6glicherweise Folge einer ver\u00e4nderten Immunreaktion<\/p>\n<p>Martinez vermutet, dass Erk\u00e4ltungsviren bei den betroffenen Kindern auf besondere Weise wirken und sich Bakterien deshalb leichter ansiedeln k\u00f6nnen, weil das Immunsystem der Kinder beeintr\u00e4chtigt sei. Er k\u00f6nne sich vorstellen, dass \u201edie Bakterien ihren Vorteil daraus ziehen, dass das Kind keine passende Immunreaktion auf das Virus zeigt\u201c. Diesen Ansatz m\u00f6chte das Forschungsteam nun weiterverfolgen. Die Ergebnisse k\u00f6nnten auch mit Blick auf Antibiotikaresistenzen relevant sein.<\/p>\n<p>Quelle: DOI <a href=\"http:\/\/dx.doi.org\/10.1056\/NEJMoa2516505\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer nofollow noopener\">10.1056\/NEJMoa2516505\u00a0<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Vorschulkinder, die wegen schwerer pfeifender Atemger\u00e4usche in die Notaufnahme kommen, profitieren offenbar nicht von dem Antibiotikum Azithromycin. 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