{"id":167456,"date":"2026-05-19T14:47:32","date_gmt":"2026-05-19T14:47:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/167456\/"},"modified":"2026-05-19T14:47:32","modified_gmt":"2026-05-19T14:47:32","slug":"die-rezeptur-fuer-den-perfekten-esc-song","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/167456\/","title":{"rendered":"Die Rezeptur f\u00fcr den perfekten ESC-Song"},"content":{"rendered":"<p>Wenn es eine Sache gibt, die die ESC-Gewinnersongs der letzten Jahre gemeinsam haben, dann das: es gewinnt nicht unbedingt der perfekte Popsong. Andernfalls w\u00e4re der deutsche Beitrag &#8222;Fire&#8220; von Sarah Engels vielleicht nicht auf dem drittletzten Platz gelandet, sondern weiter vorne.<\/p>\n<p>Denn der Song wartet mit allem auf, was der Pop-Songwriter-Handwerkskoffer so zu bieten: Eine wohldosiert schmerzvolle Strophe unterlegt mit molligen Klavierakkorden. Pause. Kurze Steigerung. Etwas mehr Power in der Stimme. Steeldrums, die einen H\u00f6hepunkt andeuten. Kurze Pause. Dann ein eing\u00e4ngiger Refrain &#8211; mit gedoppelten Buzzwords. An sich alles leicht bek\u00f6mmlich. <\/p>\n<p>Mehr Opernarie als Pop <\/p>\n<p>Zu leicht vielleicht. Denn blickt man auf die Gewinnersongs, der letzten Jahre, dann hat nicht unbedingt die leichte Kost gewonnen. &#8222;Wasted Love&#8220; der Song des Vorjahresgewinners JJ fordert dem H\u00f6rer durchaus etwas ab. Der Refrain ist mehr Opernarie als Pop und biegt am Ende in Richtung Techno-Club ab.<\/p>\n<p>Und auch der Vorvorjahres-Gewinnersong &#8222;The Code&#8220; von Nemo bietet einen wilden \u00fcberdrehten Genremix \u2013 vom Operettenhaften, \u00fcber Rap hin zu Pop und wieder zur\u00fcck. Technisch anspruchsvoll. Aber musikalisch auch ziemlich sperrig.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.br.de\/nachrichten\/kultur\/alles-ist-moeglich-bulgarien-gewinnt-esc-mit-bangaranga,VJnvYxo\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Ganz das Gegenteil davon ist der diesj\u00e4hrige Gewinnersong &#8222;Bangaranga&#8220; der K\u00fcnstlerin Dara<\/a>. Der Song ist eine von vorne bis hinten ziemlich stringent durchkomponierte Dance-Nummer mit Gang-Nam-Style-All\u00fcren. Langezogener Gesang \u00fcber fritzelnden Beats, gebrochen von einem nerv\u00f6s-chaotischen Refrain, der wiederum in einen Dance-Hall-Beat abs\u00e4uft. Und den Faden dann wieder erneut aufnimmt. <\/p>\n<p>Es kommt auf das Gesamtpaket an   <\/p>\n<p>Sucht man also nach der perfekten ESC-Song-Rezeptur, dann bliebe nur zu konstatieren: Das eine Rezept gibt es nicht. Zumal es beim ESC eben nicht nur auf Stimme oder Komposition ankommt. Es z\u00e4hlt eben das vielzitierte Gesamtpaket.     <\/p>\n<p>Wer beim ESC gewinnen will, muss das Publikum nicht nur mit seinem Song, sondern mit dem ganzen Drumherum \u00fcberzeugen. Es gilt, aufzufallen: mit einer aufregenden Lebensgeschichte, einem m\u00f6glichst schr\u00e4gen Outfit, einem krassen bis umstrittenen Show-Act, vor allem jedoch mit einer emotionalen Bindung an die Zuschauer im Saal und vor den Bildschirmen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.br.de\/nachrichten\/kultur\/erfolgsgeheimnisse-beim-esc-hilft-melancholie-beim-gewinnen,VJIX7dd\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Beispiele daf\u00fcr sind die finnischen Grusel-Rocker der Band Lordi<\/a>, die 2006 gewannen, der \u00f6sterreichische Performer Thomas Neuwirth alias &#8222;Conchita Wurst&#8220;, der 2014 triumphierte, die r\u00f6mische Rockband M\u00e5neskin, die den Wettbewerb 2021 aufmischte, und Nemo, die erste nichtbin\u00e4re Person, die 2024 f\u00fcr die Schweiz siegte. Auch der letztj\u00e4hrige Gewinner Johannes &#8222;JJ&#8220; Pietsch lieferte als Countertenor mit philippinischen Wurzeln eine vielfach inspirierende Personality-Story.<\/p>\n<p>Der ESC ist eben nicht einfach nur ein Gesangswettbewerb, sondern ein Medienspektakel, das weltweit rund 160 Millionen Menschen verfolgen. Und die wollen ja unterhalten werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Wenn es eine Sache gibt, die die ESC-Gewinnersongs der letzten Jahre gemeinsam haben, dann das: es gewinnt nicht&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":167457,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[24],"tags":[46,42,10202,147,178,153,154,44,179,148],"class_list":["post-167456","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-musik","tag-at","tag-austria","tag-dara","tag-entertainment","tag-eurovision-song-contest","tag-music","tag-musik","tag-oesterreich","tag-sarah-engels","tag-unterhaltung"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116601791733343237","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/167456","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=167456"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/167456\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/167457"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=167456"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=167456"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=167456"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}