{"id":167620,"date":"2026-05-19T16:29:24","date_gmt":"2026-05-19T16:29:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/167620\/"},"modified":"2026-05-19T16:29:24","modified_gmt":"2026-05-19T16:29:24","slug":"handlungsbedarf-fuer-europa-arzneimittel-als-strategische-ressource-staerken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/167620\/","title":{"rendered":"Handlungsbedarf f\u00fcr Europa: Arzneimittel als strategische Ressource st\u00e4rken"},"content":{"rendered":"<p class=\"Default\">Globale Krisen, geopolitische Spannungen und wachsende Abh\u00e4ngigkeiten stellen Europa vor neue Herausforderungen. Beim Europa-Forum Wachau diskutierten heute hochrangige Vertreter:innen aus Wissenschaft, Politik und Industrie \u00fcber die Rolle von Arzneimittelforschung und innovativen Therapien im Kontext der Sicherheitspolitik. Klar wurde dabei: Der Life-Sciences-Sektor ist nicht nur ein Wirtschaftszweig, sondern ein zentraler Faktor f\u00fcr Resilienz und Versorgungssicherheit und muss daher gezielt gest\u00e4rkt werden.<\/p>\n<p class=\"Default\">Am Podium diskutierten Dr. Walter Feichtinger, Pr\u00e4sident des Centers f\u00fcr Strategische Analysen und ehemaliger Brigadier des \u00f6sterreichischen Bundesheeres, Stefan Hendriks, Senior Vice President und Head Western European Cluster, Novartis Pharma AG, Anton Kasser, Landesrat, Landesregierung Nieder\u00f6sterreich, Prof. Dr. Monika K\u00f6ppl-Turyna, Direktorin und wissenschaftliche Leiterin, EcoAustria sowie Prof. Dr. Markus M\u00fcller, Rektor der Medizinischen Universit\u00e4t Wien. Die Moderation \u00fcbernahm Martina Salomon, Herausgeberin der Tageszeitung Kurier.<\/p>\n<p class=\"Default\">Im Vordergrund der Diskussion stand, dass Resilienz vor allem bedeutet, Abh\u00e4ngigkeiten zu reduzieren und die eigene Produktions- und Innovationsf\u00e4higkeit auszubauen. Gerade der pharmazeutische Sektor wurde als zentral f\u00fcr wirtschaftliche, gesundheitspolitische und strategische Stabilit\u00e4t eingeordnet.<\/p>\n<p class=\"Default\">Ein zentrales Thema war der wachsende internationale Wettbewerbsdruck. W\u00e4hrend \u00d6sterreich und Europa in der pharmazeutischen Wertsch\u00f6pfung grunds\u00e4tzlich gut positioniert sind, schaffen wir es nach wie vor nicht, Investitionen in Form von Venture Capital im gleichen Ausma\u00df wie etwa in den USA oder mittlerweile auch in China nach Europa zu bringen. Gleichzeitig wurden regulatorische H\u00fcrden, lange Zulassungsverfahren und Preisdruck als wesentliche Nachteile im internationalen Standortwettbewerb identifiziert. <\/p>\n<p class=\"Default\">Breiten Raum nahm die Frage ein, wie Forschung st\u00e4rker in wirtschaftlichen Erfolg \u00fcbersetzt werden kann. Trotz exzellenter Universit\u00e4ten, hoher Patentzahlen und wachsender industrieller Bedeutung gelingt es bislang zu selten, Innovationen in marktf\u00e4hige Produkte und neue Unternehmen zu \u00fcberf\u00fchren. Als zentrale Engp\u00e4sse wurden fehlendes Risikokapital, strukturelle H\u00fcrden f\u00fcr Talente und unzureichend vernetzte Innovations\u00f6kosysteme genannt.<\/p>\n<p class=\"Default\">Zudem wurde deutlich, dass Europa im internationalen Wettbewerb bei der Gewinnung und Bindung von Talenten unter Druck steht. So f\u00fchren etwa zu hohe H\u00fcrden f\u00fcr den Zuzug von Fachkr\u00e4ften zur Schw\u00e4chung des Standorts bzw. sieht man auch Abwanderungstendenzen aus \u00d6sterreich in einzelnen Bereichen.<\/p>\n<p class=\"Default\">Einig war sich das Podium, dass Innovation nicht vollst\u00e4ndig steuerbar ist, sondern ein leistungsf\u00e4higes Umfeld braucht. Entscheidend sind ausreichend Finanzierung, starke Forschungsnetzwerke und ein funktionierender Kapitalmarkt, um eine kritische Masse an Ideen und Unternehmen zu erm\u00f6glichen. <\/p>\n<p class=\"Default\">Auch auf politischer Ebene wurde Handlungsbedarf gesehen. Gefordert wurden vereinfachte Rahmenbedingungen, schnellere Prozesse beim Zugang zu Innovationen sowie eine st\u00e4rkere Ausrichtung auf den gesamten Innovationszyklus. Gleichzeitig wurde betont, dass Versorgungssicherheit langfristig nur durch Eigenst\u00e4ndigkeit und strategische Investitionen erreicht werden kann. <\/p>\n<p class=\"Default\">Klar wurde: Europa steht vor einem Wendepunkt. Der Life-Sciences-Sektor ist ein entscheidender Hebel f\u00fcr wirtschaftliche St\u00e4rke, gesellschaftliche Resilienz und politische Handlungsf\u00e4higkeit und muss gezielt gest\u00e4rkt werden.<\/p>\n<p>\u00dcber die PHARMIG: Die PHARMIG ist die freiwillige Interessenvertretung der \u00f6sterreichischen Pharmaindustrie. Derzeit hat der Verband ca. 120 Mitglieder (Stand Mai 2026), die den Medikamenten-Markt zu gut 95 Prozent abdecken. Die PHARMIG und ihre Mitgliedsfirmen stehen f\u00fcr eine bestm\u00f6gliche Versorgungssicherheit mit Arzneimitteln im Gesundheitswesen und sichern durch Qualit\u00e4t und Innovation den gesellschaftlichen und medizinischen Fortschritt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Globale Krisen, geopolitische Spannungen und wachsende Abh\u00e4ngigkeiten stellen Europa vor neue Herausforderungen. 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