{"id":167776,"date":"2026-05-19T18:10:11","date_gmt":"2026-05-19T18:10:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/167776\/"},"modified":"2026-05-19T18:10:11","modified_gmt":"2026-05-19T18:10:11","slug":"airport-checks-bis-flugstopp-wie-soll-europa-auf-den-juengsten-ebola-ausbruch-reagieren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/167776\/","title":{"rendered":"Airport-Checks bis Flugstopp: Wie soll Europa auf den j\u00fcngsten Ebola-Ausbruch reagieren?"},"content":{"rendered":"<p>Der j\u00fcngste Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo) und in Uganda hat die Vereinigten Staaten zu einer Kehrtwende bei ihrem bislang eher lockeren Umgang mit Gesundheitsschutzma\u00dfnahmen veranlasst. <\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>Am Montag <a href=\"https:\/\/de.euronews.com\/2026\/05\/19\/mit-ebola-infizierter-us-burger-soll-in-deutschland-behandelt-werden\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">wurden Ma\u00dfnahmen angek\u00fcndigt<\/a>, um eine Ausbreitung des Virus zu verhindern. Dazu geh\u00f6ren Kontrollen von Flugreisenden aus betroffenen Regionen und in einigen F\u00e4llen Einreisebeschr\u00e4nkungen.<\/p>\n<p>Am Tag darauf zeigte sich WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus \u201etief besorgt \u00fcber das Ausma\u00df und die Geschwindigkeit der Epidemie\u201c. Wie beunruhigt sollten Europ\u00e4er sein? Und was bedeutet das f\u00fcr B\u00fcrger in L\u00e4ndern mit regelm\u00e4\u00dfigen Direktfl\u00fcgen nach Kinshasa, etwa Belgien?<\/p>\n<p>\u201eDie Lage in der DR Kongo ist ernst und muss vor Ort entschlossen angegangen werden. Br\u00fcssel hat tats\u00e4chlich Direktverbindungen mit Kinshasa, das rechtfertigt erh\u00f6hte Wachsamkeit\u201c, sagte einer der f\u00fchrenden Virologen Belgiens, Steven Van Gucht, gegen\u00fcber Euronews.<\/p>\n<p>Der Flughafen Br\u00fcssel im Herzen Belgiens ist das wichtigste europ\u00e4ische Drehkreuz f\u00fcr Reisen in die DR Kongo und von dort zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Brussels Airlines fliegt Kinshasa t\u00e4glich an, also siebenmal pro Woche. Exakte Passagierzahlen nennt das Unternehmen nicht. Die auf der Strecke eingesetzten Airbus-A330-Maschinen bieten jedoch rund 290 Sitzpl\u00e4tze.<\/p>\n<p>\u201eGleichzeitig zeigen Erfahrungen aus fr\u00fcheren Ausbr\u00fcchen, dass das Risiko f\u00fcr Belgien und Europa gering ist\u201c, erg\u00e4nzte Van Gucht.<\/p>\n<p>\u00c4hnlich \u00e4u\u00dferte sich Brussels Airlines. \u201eWir beobachten die Lage aufmerksam und entsprechend unseren Standardverfahren. Wir stehen mit allen zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rden in Kontakt und passen unseren Betrieb an, falls dies n\u00f6tig wird\u201c, sagte Jo\u00eblle Neeb, Senior Media Relations Manager, zu Euronews. <\/p>\n<p>\u201eDerzeit werden alle Fl\u00fcge planm\u00e4\u00dfig durchgef\u00fchrt, zus\u00e4tzliche Schutzma\u00dfnahmen gibt es nicht.\u201c Die Crews von Brussels Airlines folgen allerdings speziellen Richtlinien f\u00fcr Gesundheits- und Sicherheitsfragen, etwa bei Infektionskrankheiten. <\/p>\n<p>\u201eUnsere Besatzungen sind daf\u00fcr geschult. Sie achten unter anderem auf m\u00f6gliche Symptome, setzen Hygieneregeln wie regelm\u00e4\u00dfige H\u00e4ndedesinfektion um und beschr\u00e4nken den Kontakt, wo es erforderlich ist. Falls n\u00f6tig, arbeiten sie mit medizinischen Diensten und Gesundheitsbeh\u00f6rden zusammen.\u201c<\/p>\n<p>Der aktuelle Ebola-Ausbruch gilt als gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite und f\u00fchrt bisherigen Angaben zufolge zu mindestens 131 Todesf\u00e4llen und 500 best\u00e4tigten Infektionen. <\/p>\n<p>Wirksamkeit der Ma\u00dfnahmen fraglich<\/p>\n<p>Ebola \u00fcbertr\u00e4gt sich ausschlie\u00dflich durch direkten Kontakt mit K\u00f6rperfl\u00fcssigkeiten eines erkrankten Menschen, nicht \u00fcber die Luft, erkl\u00e4rte Van Gucht. Dadurch lasse sich das Virus vergleichsweise gut eind\u00e4mmen. \u201eWichtig ist auch: Menschen sind erst ansteckend, wenn sie Symptome zeigen, nicht davor.\u201c <\/p>\n<p>Die Inkubationszeit liegt zwischen zwei und einundzwanzig Tagen. Genau dieser Zeitraum begrenzt die Aussagekraft von Fieberkontrollen bei der Ankunft, wie sie die USA nun einf\u00fchren. <\/p>\n<p>\u201eEin Reisender in der Inkubationszeit hat noch kein Fieber und f\u00e4llt deshalb bei solchen Kontrollen nicht auf\u201c, so Van Gucht.<\/p>\n<p>Dem schlie\u00dft sich Celine Gossner vom Europ\u00e4ischen Zentrum f\u00fcr die Pr\u00e4vention und Kontrolle von Krankheiten an. Sie sagte Euronews, dass ihre Beh\u00f6rde derzeit keine Einreisekontrollen in Europa empfiehlt. \u201eScreenings an Flugh\u00e4fen binden enorme Ressourcen, haben aber nur begrenzte Wirkung.\u201c<\/p>\n<p>Gossner und Van Gucht betonten, dass Ausreisekontrollen in den betroffenen L\u00e4ndern deutlich wirksamer sind. Dennoch k\u00f6nne Einreisekontrolle, so Van Gucht, \u201eals Fr\u00fchwarnsystem dienen und das Vertrauen der Bev\u00f6lkerung st\u00e4rken\u201c.<\/p>\n<p>Die Africa Centres for Disease Control and Prevention (CDC) erkl\u00e4rten, sie n\u00e4hmen die US-Beschr\u00e4nkungen \u201ezur Kenntnis\u201c und anerkennten die \u201eVerantwortung jeder Regierung, die Gesundheit und Sicherheit ihrer Bev\u00f6lkerung zu sch\u00fctzen\u201c. Reisebeschr\u00e4nkungen sollten jedoch nicht das zentrale Instrument der Seuchenbek\u00e4mpfung sein.<\/p>\n<p>\u201eDie Position der Africa CDC ist klar: Generelle Reiseverbote und Grenzschlie\u00dfungen l\u00f6sen keine Ausbr\u00fcche\u201c, hei\u00dft es in einer Mitteilung der Beh\u00f6rde. <\/p>\n<p>Auch das Europ\u00e4ische Zentrum f\u00fcr die Pr\u00e4vention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) schl\u00e4gt im Gegensatz zu den USA keine Reisebeschr\u00e4nkungen vor. Die USA untersagen derzeit die Einreise f\u00fcr Nicht-US-B\u00fcrger, die in den vergangenen einundzwanzig Tagen in Uganda, der Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo) oder im S\u00fcdsudan waren.<\/p>\n<p>Van Gucht lehnt es ebenfalls ab, Fl\u00fcge aus betroffenen L\u00e4ndern zu streichen. \u201eSolche Ma\u00dfnahmen bringen epidemiologisch wenig, st\u00f6ren aber humanit\u00e4re Hilfe und Lieferketten und k\u00f6nnen dazu f\u00fchren, dass Ausbr\u00fcche sp\u00e4ter gemeldet werden\u201c, sagte er.<\/p>\n<p>Laut den aktuellen Reisehinweisen des belgischen Au\u00dfenministeriums ist wegen best\u00e4tigter Ebola-F\u00e4lle in den Provinzen Ituri und Nord-Kivu jede Reise dorthin \u201edringend abzuraten\u201c. Ein generelles Reiseverbot f\u00fcr ein Land kann das Ministerium nicht verh\u00e4ngen.<\/p>\n<p>Was wird getan?<\/p>\n<p>Van Gucht betonte, wie wichtig klare Abl\u00e4ufe f\u00fcr den Umgang mit erkrankten Passagieren an Bord und sp\u00e4ter f\u00fcr das Nachverfolgen von Kontaktpersonen sind, falls ein Fall festgestellt wird. <\/p>\n<p>Ein Sprecher des Flughafens Br\u00fcssel erkl\u00e4rte, der Airport habe entsprechende Protokolle. \u201eTrifft ein Passagier mit einer ansteckenden Krankheit ein, wird die Person von einem Spezialkrankenwagen des Milit\u00e4rkrankenhauses abgeholt.\u201c<\/p>\n<p>\u201eIn solchen Situationen setzt der Flughafen Br\u00fcssel die Ma\u00dfnahmen um, die das Gesundheitsministerium empfiehlt. Bislang haben wir in dieser Sache keine Anweisungen oder Leitlinien erhalten\u201c, f\u00fcgte er hinzu.<\/p>\n<p>Die \u201eRisk Management Group\u201c des belgischen Gesundheitsministeriums beantwortete Fragen von Euronews zu m\u00f6glichen zus\u00e4tzlichen Schritten, um eine Einschleppung des Virus nach Belgien zu verhindern, bis zur Ver\u00f6ffentlichung nicht.<\/p>\n<p>ECDC-Expertin Gossner erinnerte daran, dass sich in jedem Fall R\u00fcckkehrer aus betroffenen Regionen bei Symptomen wie Fieber, Kopfschmerzen oder starkem Krankheitsgef\u00fchl innerhalb von einundzwanzig Tagen nach der R\u00fcckkehr umgehend in \u00e4rztliche Behandlung begeben und das medizinische Personal \u00fcber ihre j\u00fcngste Reise informieren sollten. <\/p>\n<p>\u201eDieses Fr\u00fchwarnsystem ist wichtiger als breit angelegte Fiebermessungen bei allen ankommenden Reisenden\u201c, sagte Van Gucht.<\/p>\n<p>\u201eUnsere Priorit\u00e4t muss sein, die Wachsamkeit in den eigenen Gesundheitssystemen hochzuhalten und die Ma\u00dfnahmen vor Ort zu unterst\u00fctzen\u201c, so sein Fazit.<\/p>\n<p>Das ECDC entsendet derzeit Fachleute in die DR Kongo, um die Koordination und Einsatzplanung zu unterst\u00fctzen. Die Europ\u00e4ische Kommission habe bislang keine Hilfsersuchen \u00fcber ihre internationalen Mechanismen erhalten, erkl\u00e4rte ein Kommissionssprecher am Dienstag.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der j\u00fcngste Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo) und in Uganda hat die Vereinigten Staaten zu&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":167777,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[3],"tags":[1347,52617,52404,76,75,74],"class_list":["post-167776","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-europa","tag-belgien","tag-dem-rep-kongo","tag-ebolavirus","tag-eu","tag-europa","tag-europe"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116602590187628938","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/167776","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=167776"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/167776\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/167777"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=167776"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=167776"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=167776"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}