{"id":168050,"date":"2026-05-19T21:18:09","date_gmt":"2026-05-19T21:18:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/168050\/"},"modified":"2026-05-19T21:18:09","modified_gmt":"2026-05-19T21:18:09","slug":"dzne-2026-forschende-kartieren-genetik-von-blutfetten-mit-bisher-unerreichter-praezision","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/168050\/","title":{"rendered":"DZNE 2026\u00a0>\u00a0Forschende kartieren Genetik von Blutfetten mit bisher unerreichter Pr\u00e4zision"},"content":{"rendered":"<p class=\"text-justify\">Bonn, 19. Mai 2026. Forschende des DZNE haben neue Erkenntnisse dar\u00fcber gewonnen, wie das menschliche Erbgut die chemische Struktur und Konzentration von Blutfetten beeinflusst. Im Genom identifizierten sie \u00fcber 50 Regionen, deren\u00a0Bedeutung f\u00fcr den\u00a0Fettstoffwechsel bislang unbekannt war. Die Befunde beruhen auf Blutproben von mehr als 8.000 Menschen und k\u00f6nnten neue Einblicke in Alterungsprozesse sowie in Erkrankungen wie\u00a0<a href=\"https:\/\/www.dzne.de\/aktuelles\/hintergrund\/alzheimer\/\" class=\"link-internal\" title=\"Link zur Seite\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Alzheimer<\/a>, Diabetes und Herz-Kreislauf-Leiden erm\u00f6glichen.\u00a0Ver\u00f6ffentlicht sind diese Forschungsergebnisse im Fachjournal <a href=\"https:\/\/www.nature.com\/ncomms\/\" target=\"_blank\" class=\"link-external-blank\" title=\"Link zur Seite\" rel=\"noreferrer nofollow noopener\">Nature Communications<\/a>.\u00a0Grundlage waren Proben aus der <a href=\"https:\/\/www.rheinland-studie.de\" target=\"_blank\" class=\"link-external-blank\" title=\"Link zur Seite\" rel=\"noreferrer nofollow noopener\">Rheinland Studie<\/a>, einer Bev\u00f6lkerungsstudie in Bonn, sowie Daten weiterer Studien.<\/p>\n<p class=\"text-justify\">Fettstoffe \u2013 auch \u201eLipide\u201c genannt \u2013 gibt es im menschlichen Organismus in zahllosen Varianten. Sie sind nicht nur struktureller Bestandteil, etwa der Zellmembran, sondern auch an Stoffwechselvorg\u00e4ngen und insbesondere Signalprozessen beteiligt. \u201eLipide sind weit mehr als nur das \u201agute\u2018 und \u201aschlechte\u2018 Cholesterin, von denen oft zu h\u00f6ren ist: Tats\u00e4chlich zirkulieren Tausende unterschiedliche Lipide in unserem K\u00f6rper. Manche davon spielen mutma\u00dflich eine wichtige Rolle bei Alterungsprozessen und der Entstehung von Krankheiten. Das ist eine vielschichtige molekulare Welt. Dennoch ist die genetische Grundlage vieler Lipide noch wenig erforscht\u201c, erl\u00e4utert DZNE-Wissenschaftler Dr. Mohammed Aslam Imtiaz, der den Einfluss genetischer Faktoren auf die Gesundheit des Menschen untersucht. \u201eUns ist es nun gelungen, diese komplexe Gemengelage ein St\u00fcck weit zu entschl\u00fcsseln. Nach unserem Wissen handelt es sich um die bislang detaillierteste Studie \u00fcber die Genetik von Lipiden.\u201c<\/p>\n<p class=\"text-justify\">Dr. Elvire Landstra &#8211; an der aktuellen Untersuchung ebenfalls ma\u00dfgeblich beteiligt, sie forscht inzwischen in den Niederlanden &#8211; erg\u00e4nzt: \u201eDie Baupl\u00e4ne von Lipiden sind zwar nicht im Erbgut hinterlegt. Das gilt gleichwohl f\u00fcr die Baupl\u00e4ne von Proteinen und regulatorischen Molek\u00fclen, aus denen die Vielfalt der Lipidwelt hervorgeht. Das betrifft insbesondere Enzyme, sogenannte Lipidtransferproteine und RNAs, die die Genexpression steuern. Deren genetischen Hintergrund haben wir modernsten wissenschaftlichen Methoden erfasst.\u201c<\/p>\n<p>Daten aus Deutschland und Finnland<\/p>\n<p class=\"text-justify\">Die Ergebnisse beruhen auf der Analyse von Blutproben von \u00fcber 6.000 Erwachsenen aus Bonn, die an der sogenannten Rheinland Studie teilnehmen. Diese auf Jahrzehnte angelegte Bev\u00f6lkerungsstudie des DZNE untersucht, wie Menschen gesund altern. Die Resultate wurden anhand von Daten zweier weiterer Studien aus Brandenburg und Finnland \u00fcberpr\u00fcft. Der Datenbestand umfasste daher insgesamt mehr als 8.000 Personen. Eine zentrale Rolle bei der Untersuchung spielte ein Ansatz der \u201egenomweite Assoziationsstudie\u201c genannt wird. Mittels dieser computergest\u00fctzten Methodik konnten die Forschenden Zusammenh\u00e4nge zwischen Merkmalen des Erbguts und weit \u00fcber 900 verschiedenen Lipiden herstellen.<\/p>\n<p>Bedeutsam f\u00fcr Altern und Gesundheit<\/p>\n<p class=\"text-justify\">\u201eWir haben zahlreiche bisher unbekannte Gene gefunden, die sich auf Lipide im K\u00f6rper auswirken. Das ist relevant, weil manche Fettmolek\u00fcle mit\u00a0<a href=\"https:\/\/www.dzne.de\/im-fokus\/meldungen\/2023\/fette-beeinflussen-geschwindigkeit-des-alterns\/\" class=\"link-internal\" title=\"Link zur Seite\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Alterungsprozessen<\/a> zusammenh\u00e4ngen oder auch mit schweren Krankheiten, beispielsweise mit Herz-Kreislauf-St\u00f6rungen, Typ-2-Diabetes und neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer\u201c, sagt\u00a0<a href=\"https:\/\/www.dzne.de\/forschung\/forschungsbereiche\/populationsforschung\/forschungsgruppen\/breteler\/forschungsschwerpunkte\/\" class=\"link-internal\" title=\"Link zur Seite\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Prof. Dr. Dr. Monique Breteler, Leiterin der Rheinland Studie und Direktorin f\u00fcr Populationsbezogene Gesundheitsforschung am DZNE<\/a>. \u201eWenn wir die Zusammenh\u00e4nge zwischen Genetik und Lipiden pr\u00e4zise erfassen, k\u00f6nnen wir auch besser verstehen, wie Krankheiten entstehen. Derlei Erkenntnisse k\u00f6nnten dazu beitragen, Krankheitsrisiken besser einzusch\u00e4tzen, neue Diagnoseverfahren zu entwickeln und wirksamere Therapien.\u201c<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p class=\"grey_box\">Originalver\u00f6ffentlichung<br \/>Population-based genome-wide association study of plasma complex lipid species.<br \/>Elvire N. Landstra, Mohammed A. Imtiaz\u00a0et al.<br \/>Nature Communications (2026).<br \/>URL\/DOI:\u00a0<a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1038\/s41467-026-72542-1\" target=\"_blank\" class=\"link-external-blank\" title=\"Link zum Paper\" rel=\"noreferrer nofollow noopener\">https:\/\/doi.org\/10.1038\/s41467-026-72542-1<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Bonn, 19. Mai 2026. 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