{"id":168819,"date":"2026-05-20T08:24:06","date_gmt":"2026-05-20T08:24:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/168819\/"},"modified":"2026-05-20T08:24:06","modified_gmt":"2026-05-20T08:24:06","slug":"europa-verliert-bei-kreislaufwirtschaft-k-zeitung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/168819\/","title":{"rendered":"Europa verliert bei Kreislaufwirtschaft\u00a0 | K-Zeitung"},"content":{"rendered":"<p>Europa exportiert Alt-Kunststoff und Importiert Rezyklat. Wir haben den Prozess aus der Hand gegeben.<\/p>\n<p>Plastics Europe hat den Bericht \u201eThe Circular Economy for Plastics: A European Analysis\u201c vorgelegt. Die Analyse f\u00fcr 2024 fasse Daten zu Produktion, Verarbeitung, Verbrauch, Handel und Abfallwirtschaft zusammen. Zentrale Aussage sei, dass der \u00dcbergang zu zirkul\u00e4ren Kunststoffen in Europa deutlich langsamer vorankomme, w\u00e4hrend die weltweite Produktion zulege.<\/p>\n<p>Demnach sei das j\u00e4hrliche Wachstum der europ\u00e4ischen Kreislaufproduktion von 13,6 Prozent im Jahr 2022 auf 1,2 Prozent im Jahr 2024 gefallen. Der Aussto\u00df betrage 8,7 Mio. t und entspreche 15,8 Prozent der gesamten Kunststoffproduktion. Global habe sich die Wachstumsrate in der Kreislaufproduktion im gleichen Zeitraum von 5 auf 7,7 Prozent erh\u00f6ht. Auch die Nachfrage der Verarbeiter nach zirkul\u00e4ren Kunststoffen ist r\u00fcckl\u00e4ufig: Das j\u00e4hrliche Plus sei von 16,2 Prozent (2022) auf 4 Prozent (2024) gefallen.<\/p>\n<p>Handelsdaten deuteten auf eine starke Abh\u00e4ngigkeit von externen Wertsch\u00f6pfungsketten hin. Etwa 19 Prozent der Verarbeiter-Nachfrage nach zirkul\u00e4ren Kunststoffen w\u00fcrden durch Importe gedeckt. Zugleich w\u00fcrden 12,4 Prozent der in Europa gesammelten Abf\u00e4lle au\u00dferhalb Europas recycelt. Bei fossilbasierten Kunststoffen sei die Importabh\u00e4ngigkeit mit 25 Prozent der Nachfrage sogar h\u00f6her.<\/p>\n<p>Vertreter von Plastics Europe bewerteten die Lage kritisch. Verbandspr\u00e4sident Rob Ingram, zugleich Chef von Ineos Olefins &amp; Polymers Europe, habe die hohen Energie- und Rohstoffkosten, Emissionskosten sowie fehlende faire Handelsbedingungen als Gr\u00fcnde genannt, warum die Branche in einem Modus des Erhalts operiere. Unter diesen Bedingungen w\u00fcrden Investitionen in Kreislauff\u00e4higkeit ausbleiben, was zu einer Verlagerung industrieller Aktivit\u00e4ten aus Europa f\u00fchrt. Ohne Kurswechsel seien Klimaziele gef\u00e4hrdet, so Ingram.<\/p>\n<p>Europa halte zwar im internationalen Vergleich den h\u00f6chsten Anteil an zirkul\u00e4ren Kunststoffen in der Produktionsmischung (15,8 Prozent). Dieser Vorsprung resultiere jedoch wesentlich aus einem R\u00fcckgang der fossilbasierten Produktion, die zwischen 2022 und 2024 um 8,3 Prozent auf 43,3 Mio. t gefallen sei.<\/p>\n<p>Die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin von Plastics Europe, Virginia Janssens, habe zudem darauf hingewiesen, dass der Export sortierter Abf\u00e4lle bei gleichzeitigen Importen von <a href=\"https:\/\/www.k-zeitung.de\/was-genau-ist-kunststoffrezyklat-und-wie-entsteht-es\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Rezyklaten <\/a>die industrielle Basis schw\u00e4che. Es m\u00fcsse sich wirtschaftlich lohnen, Kunststoffabf\u00e4lle in Europa zu halten und zu recyceln. Gesetzliche Rahmenbedingungen mit klaren Anreizen seien aus ihrer Sicht entscheidend. Die j\u00fcngsten geopolitischen Entwicklungen im Golf h\u00e4tten die Verwundbarkeit Europas gegen\u00fcber fossilen Ressourcen betont; eine robuste Kreislaufwirtschaft f\u00fcr Kunststoffe gelte als strategisch notwendig.<\/p>\n<p>Die Recyclingquote habe sich auf 29,6 Prozent verbessert. Dennoch werde der Gro\u00dfteil des gesammelten Kunststoffabfalls weiter verbrannt oder deponiert: 16,0 Mio. t (48,9 Prozent) gingen in die Verbrennung, 7,0 Mio. t (21,5 Prozent) auf Deponien. Nach Einsch\u00e4tzung des Verbands handele es sich um wertvolle Sekund\u00e4rrohstoffe, die den Bedarf an fossilen Quellen mindern k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Obwohl die Europ\u00e4ische Kommission die Industrie in einem \u201e<a href=\"https:\/\/www.k-zeitung.de\/industrial-accelerator-act-chancen-fuer-die-kunststoffbranche\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Industrial Accelerator Act<\/a>\u201c als strategisch relevant einordne, fehle es den aktuellen EU-Politikrahmen laut Verband an Marktimpulsen, Umfang und Geschwindigkeit, um die Trendumkehr zu schaffen. Gefordert w\u00fcrden Ma\u00dfnahmen auf EU- und nationaler Ebene, die Wettbewerbsf\u00e4higkeit, Energie- und Emissionskosten, fairen Handel und Marktanreize adressieren. Dazu z\u00e4hlten aus Verbandssicht klare Marktpull-Instrumente und eine bessere Nutzung des Binnenmarkts.<\/p>\n<p>Janssens habe betont, die \u201eCircular Economy Act\u201c solle Kreislauff\u00e4higkeit als Gesch\u00e4ftsmodell attraktiver machen. Ohne rasches Gegensteuern drohe Europa, die \u00f6konomischen Effekte seiner eigenen Kreislaufentwicklung an andere Regionen zu verlieren. Mit geeigneten Rahmenbedingungen k\u00f6nne die europ\u00e4ische Kunststoffindustrie eine <a href=\"https:\/\/www.k-zeitung.de\/kreislaufwirtschaft-kunststoff-definition-strategien-erklaert\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Kreislaufwirtschaft <\/a>aufbauen, die k\u00fcnftige industrielle Wertsch\u00f6pfung in Europa st\u00fctze. (ska)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Europa exportiert Alt-Kunststoff und Importiert Rezyklat. Wir haben den Prozess aus der Hand gegeben. 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