{"id":1716,"date":"2026-02-20T01:19:13","date_gmt":"2026-02-20T01:19:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/1716\/"},"modified":"2026-02-20T01:19:13","modified_gmt":"2026-02-20T01:19:13","slug":"millionen-schaden-durch-organisierte-einbrueche-bande-in-oesterreich-gefasst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/1716\/","title":{"rendered":"Millionen-Schaden durch organisierte Einbr\u00fcche: Bande in \u00d6sterreich gefasst"},"content":{"rendered":"<p>              19.02.2026 14:58<\/p>\n<p>              (Akt. 19.02.2026 17:08)<\/p>\n<p>      <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/ABD0019-20160826-1-vodl-10001438-4-3-3569x2677.jpg\"   alt=\"F\u00fcnf Personen wurden festgenommen.\" title=\"F\u00fcnf Personen wurden festgenommen.\"\/><\/p>\n<p>                    F\u00fcnf Personen wurden festgenommen.<br \/>\n                     \u00a9APA (Sujet)<\/p>\n<p>\n        Eine international agierende Einbrechergruppe aus Chile ist in der Steiermark ausgeforscht worden. Mehrere M\u00e4nner sitzen in Haft. Ihnen werden mindestens zw\u00f6lf Einbr\u00fcche in \u00d6sterreich sowie rund 30 weitere Delikte in mehreren europ\u00e4ischen L\u00e4ndern vorgeworfen.\n      <\/p>\n<p>Chilenische Einbrecher, die f\u00fcr ihre Coups per Businessclass nach Europa geflogen sind, wurden in der Steiermark ausgeforscht: Die Gruppen sind Ermittlern in \u00d6sterreich nicht unbekannt, treten aber seit den versch\u00e4rften USA-Einreisebestimmungen nun h\u00e4ufiger in der EU in Erscheinung. Eine von ihnen ist nach zw\u00f6lf Delikten in \u00d6sterreich und zumindest 30 weiteren in Europa nun in Haft. Die Dunkelziffer \u00e4hnlicher organisierter Gruppen sei enorm hoch, so die Polizei am Donnerstag.<\/p>\n<p>\n            Ermittlungen seit Sommer 2025\n          <\/p>\n<p>Es ist ein nicht allt\u00e4glicher Ermittlungserfolg, den die steirischen Kriminalbeamten zu verbuchen haben. Doch er mache auch Sorge, denn es ist unklar, in welchem Umfang die Gruppen tats\u00e4chlich seit Monaten in Europa aktiv sind. Wolfgang Resch, einer der leitenden Beamten aus dem Bereich Diebstahl im Landeskriminalamt Steiermark, skizzierte die vorliegenden Ergebnisse am Donnerstag bei einem Pressegespr\u00e4ch penibel nach und mahnte die Bev\u00f6lkerung zu Wachsamkeit. Die T\u00e4tergruppen aus Chile haben es besonders auf Villengegenden und H\u00e4user in bekanntlich &#8222;reicheren&#8220; Bezirken und Vierteln abgesehen.<\/p>\n<p>Die geschnappte f\u00fcnfk\u00f6pfige Gruppe gilt als eine von mehreren in \u00d6sterreich und ganz Europa aktiven Gruppierungen. Die steirischen Ermittler waren ihnen seit Sommer 2025 auf der Spur, nachdem es in Graz-Umgebung Einbr\u00fcche gab, bei denen es die T\u00e4ter vor allem auf Schmuck, Bargeld, teure Uhren und andere Wertsachen abgesehen hatten. Akribische Ermittlungen &#8211; zum Beispiel die Auswertung von gleichen Schuhabdruckspuren und verd\u00e4chtigen Beobachtungen von Zeugen &#8211; f\u00fchrten die Beamten dann zu einer Vielzahl weiterer Einbr\u00fcche, die auf das Konto der festgenommenen Chilenen im Alter von 19 bis 28 Jahren geht.<\/p>\n<p>\n            Vorgehen professionell organisiert\n          <\/p>\n<p>Der Schaden betr\u00e4gt allein in \u00d6sterreich rund 400.000 Euro. Z\u00e4hlt man die ihnen nachgewiesenen Einbr\u00fcche in der Schweiz, Luxemburg, Frankreich und Deutschland dazu, liege der Schaden im einstelligen Millionen-Euro-Bereich, so Resch. Er betonte, dass es sich dabei nur um die wirklich nachgewiesenen Delikte handelt. Er geht aber von weit mehr aus.<\/p>\n<p>Die Vorgehensweise der s\u00fcdamerikanischen Gruppierungen sei den Ermittlern zwar nicht neu, aber sie gilt als besonders organisiert und sie bedient sich guter Logistik, Internet-Recherche und Messenger-Dienste. Die T\u00e4ter suchen sich bereits in ihrer Heimat via Google Maps und Street View geeignete Objekte heraus. Dabei sind vor allem Gegenden im Fokus, die daf\u00fcr bekannt sind, dass gut situierte Menschen dort wohnen. In Graz waren es beispielsweise die Bezirke Andritz und St. Peter sowie der Bezirk Graz-Umgebung. Eine dieser digitalen Europakarten mit Dutzenden markierten Orten f\u00fcr Einbr\u00fcche wurde bei den Verd\u00e4chtigen entdeckt. Bei etwa der H\u00e4lfte der Markierungen hatten tats\u00e4chlich Einbr\u00fcche stattgefunden.<\/p>\n<p>\n            T\u00e4ter als Jogger getarnt\n          <\/p>\n<p>Wenn die Gruppen nach Europa einreisen, meist \u00fcber Spanien oder Italien, werden sie von ans\u00e4ssigen Landsm\u00e4nnern empfangen, die f\u00fcr hochpreisige Mietfahrzeuge, oft italienische Modelle, Unterk\u00fcnfte und Einbruchswerkzeuge sorgen. Die T\u00e4ter mieten sich meist nur f\u00fcr wenige Tage in Airbnb-Unterk\u00fcnfte ein und fahren von dort aus in die N\u00e4he der Tatorte. Dann kundschaften sie die Umgebung aus und tarnen sich dabei als Jogger, w\u00e4hrend einer im Fluchtwagen zur\u00fcckbleibt.<\/p>\n<p>Ein beim Pressegespr\u00e4ch gezeigtes privates \u00dcberwachungsvideo, aufgenommen bei einem Wohnhaus, in das eingebrochen wurde, zeigte die weitere Vorgehensweise: Die zwei als Jogger mit Bauchtaschen getarnten T\u00e4ter halten am helllichten Tag vermeintlich zuf\u00e4llig vor dem Haus an. Einer von ihnen kontrolliert offenbar im mitgef\u00fchrten Mobiltelefon, ob es sich um das richtige Objekt handelt. Danach l\u00e4uten sie mehrfach und \u00fcberpr\u00fcfen, ob jemand zu Hause ist. Als niemand \u00f6ffnet, entfernen sie sich zun\u00e4chst, um wenig sp\u00e4ter meist von einem angrenzenden Waldst\u00fcck aus von hinten ans Haus zu schleichen und einzubrechen.<\/p>\n<p>\n            Beute wird in Bauchtaschen verstaut\n          <\/p>\n<p>Eingebrochen wird klassisch durch das Aufzw\u00e4ngen von Fenstern und Balkont\u00fcren. Im Haus schnappen sich die T\u00e4ter vor allem Goldschmuck, teure Uhren und Bargeld &#8211; und zwar so viel, wie in den Bauchtaschen Platz hat. Danach verschwinden sie mit dem Fluchtfahrzeug in ihre Unterk\u00fcnfte, um wenig sp\u00e4ter in die N\u00e4he des n\u00e4chsten Tatorts auszur\u00fccken. &#8222;Sie sind meistens maximal drei oder vier Tage in den angemieteten Objekten&#8220;, so Resch. Die Gruppen ziehen so wochenlang durch Europa, ehe sie wieder in ihre Heimat reisen. Vorher wird die Beute teilweise in Mailand bei Hehlern noch versetzt oder in einfachen Post-Paketen verschickt. Auf sichergestellten Mobiltelefonen wurden teilweise Videos und Fotos der T\u00e4ter gefunden, wie sie mit dem Goldschmuck an den H\u00e4nden und um den Hals prahlen. &#8222;Sie sind stolz auf das, was sie tun&#8220;, ist Resch \u00fcberzeugt. Er sprach von &#8222;mafiosen&#8220; Strukturen und Netzwerken in Chile, von denen diese Coups ihren Ausgang nehmen.<\/p>\n<p>90 Tage am St\u00fcck d\u00fcrfen sich die Chilenen als vermeintliche Touristen im EU-Schengenraum aufhalten: &#8222;In der Zeit toben sie sich aus&#8220;, sagte der Ermittler mit Sorge. Nach Europa geschickt w\u00fcrden \u00fcbrigens nur jene Einbrecher, die sich in ihrer Heimat bereits bewiesen h\u00e4tten, unterstrich Andreas Tiroch vom Bundeskriminalamt, der seit Herbst 2024 einen Anstieg \u00e4hnlicher Delikte chilenischer T\u00e4ter in \u00d6sterreich registriert hat. Er sprach von seither rund 100 Delikten chilenischer Gruppen. 28 T\u00e4ter oder Verd\u00e4chtige seien bisher festgenommen worden. Tiroch k\u00f6nne zwar nicht beweisen, dass der Anstieg mit den neuen Einreisebestimmungen in den USA zu tun habe, aber es liege nahe. Daher d\u00fcrfte sich der Fokus auf Europa auch nicht so schnell wieder \u00e4ndern. Die geschnappte Gruppe war \u00fcbrigens schon 2021 und 2022 in den USA als Einbrecher unterwegs, konnte aber fl\u00fcchten.<\/p>\n<p>\n            &#8222;Dunkelziffer ist enorm&#8220;\n          <\/p>\n<p>Wie viele dieser chilenischen Gruppen in Europa aktiv sind, k\u00f6nnen die Ermittler bisher nicht feststellen. &#8222;Die Dunkelziffer ist enorm&#8220;, ist Tiroch \u00fcberzeugt. Resch bat die Bev\u00f6lkerung um Wachsamkeit: Verd\u00e4chtige Unbekannte in der Gegend k\u00f6nnen stets auch \u00fcber den Notruf 133 der Polizei gemeldet werden. Die Streifen seien f\u00fcr derartige Hinweise dankbar. Und es handle sich dezidiert nicht mehr um D\u00e4mmerungseinbr\u00fcche. Die T\u00e4ter schlagen meistens tags\u00fcber zu, wenn niemand zu Hause ist. Betroffen und daher auch an den Ermittlungen beteiligt waren bei der nun geschnappten T\u00e4tergruppe die Bundesl\u00e4nder und Landeskriminal\u00e4mter Steiermark, Nieder\u00f6sterreich, Salzburg und Wien.<\/p>\n<p>Die in der Steiermark aufgedeckten Ermittlungsergebnisse seien bereits an Europol, Interpol sowie Beh\u00f6rden in anderen EU-L\u00e4ndern weitergegeben worden. Von der f\u00fcnfk\u00f6pfigen Gruppe, die in der Steiermark aktiv war, wurden vier festgenommen und warten auf ihre Gerichtsverhandlung. Nach einem werde noch gesucht. Insgesamt wei\u00df die Polizei von vier chilenischen Gruppierungen mit insgesamt 15 T\u00e4tern, die Einbr\u00fcche in der Steiermark ver\u00fcbt haben sollen. Elf von ihnen seien namentlich bekannt und insgesamt sechs seien auch schon in Haft. Alle vier Gruppen sowie wohl auch die anderen in ganz Europa arbeiten nach den gleichen professionellen Methoden, sagte Resch.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"19.02.2026 14:58 (Akt. 19.02.2026 17:08) F\u00fcnf Personen wurden festgenommen. \u00a9APA (Sujet) Eine international agierende Einbrechergruppe aus Chile ist&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1717,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[12],"tags":[1499,1500,1501,1502,1503,899,889,1504,1505,1506,40,41,44,405,566,39,66,65,64],"class_list":{"0":"post-1716","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-welt","8":"tag-ausgeforscht","9":"tag-bande","10":"tag-chilenisch","11":"tag-einbrecher","12":"tag-erfolg","13":"tag-ermittlung","14":"tag-festnahme","15":"tag-fuenfkoepfig","16":"tag-jogger","17":"tag-millionen-schaden","18":"tag-nachrichten","19":"tag-news","20":"tag-oesterreich","21":"tag-polizei","22":"tag-polizei-news","23":"tag-schlagzeilen","24":"tag-welt","25":"tag-world","26":"tag-world-news"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1716","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1716"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1716\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1717"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1716"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1716"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1716"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}