{"id":171989,"date":"2026-05-21T20:24:14","date_gmt":"2026-05-21T20:24:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/171989\/"},"modified":"2026-05-21T20:24:14","modified_gmt":"2026-05-21T20:24:14","slug":"eine-neue-billig-ente-mehr-china-und-weniger-europa-die-vielen-probleme-der-opel-mutter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/171989\/","title":{"rendered":"Eine neue Billig-\u201eEnte\u201c, mehr China und weniger Europa \u2013 die vielen Probleme der Opel-Mutter"},"content":{"rendered":"<p>Stellantis stellt mit \u201eFastlane 2030\u201c ihren globalen Sanierungsplan vor: neue Modelle, mehr Baukastenlogik, China-Kooperationen. Harte Einschnitte bei Marken und Werken bleiben aus, die B\u00f6rse reagiert mit einem Kurssturz.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Zwei Farbtupfer dekorieren die graue Realit\u00e4t des Autokonzerns Stellantis: Die legend\u00e4re \u201eEnte\u201c von Citro\u00ebn kommt zur\u00fcck. Bei der Pariser Automesse soll die Marke im Herbst ein Konzept f\u00fcr ein Elektroauto f\u00fcr unter 15.000 Euro vorstellen, das an das originelle Design und den Namen 2CV anschlie\u00dfen soll. Und: Fiat bringt in absehbarer Zeit ein dreir\u00e4driges Gef\u00e4hrt auf den europ\u00e4ischen Markt \u2013 \u00e4hnlich der eingestellten Piaggio Ape.<\/p>\n<p>Bei einem Kapitalmarkttag in Pittsburgh stellten die Konzernmanager um Vorstandschef Antonio Filosa am Donnerstag die neue Strategie f\u00fcr die ganze Welt vor. Unter dem Titel \u201eFastlane 2030\u201c wollen sie die 14 Konzernmarken von Peugeot bis Jeep st\u00e4rker auf ein Baukastensystem aus einheitlichen Plattformen, Motor-Optionen und Software verpflichten.<\/p>\n<p>Die Werke sollen wieder besser ausgelastet werden \u2013 auch durch den Abbau von Kapazit\u00e4ten. Und neue Modelle sollen besseren Anklang bei den Kunden finden, etwa durch mehr Auswahl bei den Motoren von Verbrennern \u00fcber Hybride und Reichweitenverl\u00e4ngerer bis hin zu reinen Batterieautos. Daf\u00fcr soll der Konzern bis 2030 rund 60 Milliarden Euro investieren.<\/p>\n<p>Harte Einschnitte bleiben allerdings aus. Alle Marken bleiben erhalten \u2013 inklusive kleinerer Namen wie <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/plus696632fad57b0276d945bc6c\/die-opel-fahrer-wollen-autos-aus-deutschland-sagt-opel-ceo-florian-huettl.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/plus696632fad57b0276d945bc6c\/die-opel-fahrer-wollen-autos-aus-deutschland-sagt-opel-ceo-florian-huettl.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Opel<\/a> f\u00fcr Nordeuropa, DS f\u00fcr Frankreich und Alfa Romeo f\u00fcr Italien. Planspiele, solche Labels aufzugeben, sind vom Tisch. In Europa soll kein Werk schlie\u00dfen. Die B\u00f6rse reagierte entt\u00e4uscht. Die Aktie gab \u00fcber 5,8 Prozent nach.<\/p>\n<p>Der Plan \u201egeht nicht weit genug, um den gr\u00f6\u00dferen Gegenwinden in der Branche und dem enormen Wettbewerb aus China, besonders in Europa, zu begegnen\u201c, urteilten etwa die Analysten von Bloomberg Intelligence \u00fcber den Plan von Filosa, der seit einem Jahr Konzernchef ist. <\/p>\n<p>Dabei ist eine Sanierung bitter n\u00f6tig. 2025 war der Umsatz um zwei Prozent auf 153,5 Milliarden Euro gesunken. Der Nettoverlust lag bei enormen 22,3 Milliarden Euro \u2013 vor allem wegen Abschreibungen in Nordamerika, wo <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/donald-trump\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/donald-trump\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">US-Pr\u00e4sident Donald Trump<\/a> die E-Auto-F\u00f6rderung gestrichen hat. Stellantis und andere US-Autohersteller mussten daher ihre Strategie drehen und hohe Summen abschreiben.<\/p>\n<p>Abbau in Europa<\/p>\n<p>Die \u00c4nderungen treffen auch Europa. Die Produktionskapazit\u00e4t in den Werken soll dort um 800.000 St\u00fcck auf j\u00e4hrlich 3,85 Millionen St\u00fcck sinken, um die Auslastung der Fabriken von derzeit 60 Prozent auf 80 Prozent zu treiben. Das w\u00fcrde die Produktion effizienter machen. Bis 2028 sollen zudem Elektroautos ebenso viel Marge bringen wie klassische Verbrenner. Die europ\u00e4ischen Marken sollen so fit werden f\u00fcr das geplante Verbrenner-Verbot der EU. Und diese Margen-Parit\u00e4t soll Modelle mit Preisschild f\u00fcr den Massenmarkt erm\u00f6glichen \u2013 wie eben das Enten-Revival oder der deutsche <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/opel\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/opel\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Opel<\/a> Corsa.<\/p>\n<p>Die Marken Opel\/Vauxhall, Citro\u00ebn und Alfa Romeo sind allerdings k\u00fcnftig noch klarer als regionale Marken vorgesehen. Nur die Massenmarke <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/fiat\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/fiat\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Fiat<\/a> und die leicht h\u00f6her angesiedelte franz\u00f6sische Marke Peugeot haben globalen Anspruch. Dennoch sollen alle Modelle m\u00f6glichst viele Baukasten-Komponenten teilen.<\/p>\n<p>Eine Besonderheit ist dabei ein geplanter neuer Opel-Kompakt-SUV, also ein Konkurrent zu VWs Bestseller T-Roc. Das Auto werde zwar in Deutschland entwickelt, sagte Opel-Chef Florian Huettl in Pittsburgh. Allerdings ist dabei der chinesische Stellantis-Partner Leapmotor mit an Bord \u2013 und auch in der sp\u00e4teren Produktion in Spanien. Das passt dazu, dass Opel gerade erst den <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article69d8e62512ffa038e5ab17eb\/stellantis-streicht-650-ingenieurs-stellen-bei-opel-aber-will-anderswo-einstellen.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article69d8e62512ffa038e5ab17eb\/stellantis-streicht-650-ingenieurs-stellen-bei-opel-aber-will-anderswo-einstellen.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Abbau von 650 Ingenieursstellen <\/a>in R\u00fcsselsheim angek\u00fcndigt hatte. Stellantis treibt derweil den Absatz von Leapmotor-Modellen in Europa und S\u00fcdamerika voran.<\/p>\n<p>Insgesamt soll die einzige deutsche Konzernmarke Opel bis 2030 nur vier neue Modelle erhalten, angefangen mit dem neuen elektrischen Corsa. Bei Peugeot und Citro\u00ebn sind es jeweils sieben. Doch angesichts anhaltender Ger\u00fcchte um die Zukunft von Opel werten die Marken-Verantwortlichen das bereits als Erfolg.<\/p>\n<p>Auch anderswo in Europa baut Stellantis die Kooperation mit den Chinesen aus. Ein neues globales Gemeinschaftsunternehmen mit dem langj\u00e4hrigen Partner auf dem Markt in Fernost, Dongfeng, soll k\u00fcnftig ebenfalls in Spanien produzieren.<\/p>\n<p>Das Ziel f\u00fcr Europa erscheint eher wenig ambitioniert. Bis 2030 soll der Umsatz um 15 Prozent wachsen, die bereinigte operative Marge auf dem Kontinent soll gerade einmal bei drei bis f\u00fcnf Prozent liegen.<\/p>\n<p>Global kommen neue Partner wie Qualcomm und Wayve dazu, mit denen Stellantis global seine Software aufwerten will. Schon in zwei Jahren sollen die ersten Modelle in den USA fahren, ohne dass der Fahrer das Lenkrad anfassen muss. Tesla bietet eine \u00e4hnliche Level-2++-Funktion, bei der der Fahrer jederzeit aufmerksam bleiben muss, bereits an. Im Prinzip soll diese Software bei Stellantis global laufen \u2013 mit je nach Gesetzgebung angepasstem Funktionsumfang.<\/p>\n<p>Solche Synergien sollen dem Konzern auch helfen, in den Schwellenl\u00e4ndern Asiens und S\u00fcdamerikas gegen die wachsende Konkurrenz aus China anzukommen. Eigens entwickelte, teils in China und Indien gebaute Modelle sollen zu diesem Zweck kosteng\u00fcnstiger produziert werden.<\/p>\n<p>Und noch zwei Klassiker sollen ein Comeback erleben: Chrysler, derzeit nur mit zwei Modellen in den USA unterwegs, soll in Nordamerika mit neuen SUVs wieder an Bedeutung gewinnen. Und f\u00fcr die Luxusmarke Maserati versprach Konzernchef Filosa zwei neue elektrische Sportwagen.<\/p>\n<p>Dieser Artikel wurde f\u00fcr das Wirtschaftskompetenzzentrum von WELT und <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.businessinsider.de\/\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.businessinsider.de\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\">Business Insider<\/a> erstellt.<\/p>\n<p><a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/autor\/christoph-kapalschinski\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/autor\/christoph-kapalschinski\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Christoph Kapalschinski<\/a> berichtet als Redakteur \u00fcber die <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/autoindustrie\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/autoindustrie\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Autoindustrie<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stellantis stellt mit \u201eFastlane 2030\u201c ihren globalen Sanierungsplan vor: neue Modelle, mehr Baukastenlogik, China-Kooperationen. 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