{"id":174818,"date":"2026-05-23T08:56:12","date_gmt":"2026-05-23T08:56:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/174818\/"},"modified":"2026-05-23T08:56:12","modified_gmt":"2026-05-23T08:56:12","slug":"pharma-produktion-in-europa-warum-der-plan-an-der-finanzierung-scheitern-koennte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/174818\/","title":{"rendered":"Pharma-Produktion in Europa: Warum der Plan an der Finanzierung scheitern k\u00f6nnte"},"content":{"rendered":"<p>                            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/shutterstock_2369827707-4a81eb2d7c7dfc68.jpeg\"  width=\"5472\" height=\"3075\"  alt=\"Geld und Pillen\" class=\"img-responsive\"\/><\/p>\n<p class=\"source akwa-caption__source\">(Bild:\u00a0InfinitumProdux\/Shutterstock.com)<\/p>\n<p class=\"lead beitraganriss\">Die EU will Medikamente wieder in Europa produzieren \u2013 doch wer die milliardenschweren Subventionen zahlen soll, ist v\u00f6llig offen.<\/p>\n<p>In Europa hat man das chinesische Angebot gerne genutzt, um die ausufernden Kosten f\u00fcr die Versorgung der Bev\u00f6lkerung mit Medikamenten in den Griff zu bekommen.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Die Rabattvertr\u00e4ge der deutschen Gesetzlichen Krankenkassen sorgten f\u00fcr eine Begrenzung der Gesundheitskosten. Pharmaunternehmen, die bei den Rabattvertr\u00e4gen keinen Erfolg hatten, verloren letztlich ihren Marktzugang f\u00fcr das jeweilige Medikament.<\/p>\n<p>Die Produktion der Pharmazeutika konzentrierte sich in der Folge, angefangen bei den Wirkstoffen, \u00fcber die Fertigung der Fertigarzneimittel, bei immer weniger chinesischen Firmen, die von den Zulassungsstellen eine Produktionslizenz erhielten.<\/p>\n<p>Die starke Konsolidierung des Marktes sorgte f\u00fcr eine wettbewerbsf\u00e4hige Position der chinesischen Firmen und deutliche Vorteile im Wettbewerb mit Indien, dessen Hersteller letztlich von den chinesischen Wirkstoffzulieferern abh\u00e4ngig wurden.<\/p>\n<p>F\u00fcr Europa und die USA blieb letztlich nur die Konfektionierung und der Druck der Beipackzettel in der Landessprache. Fehler in der Lieferkette durch Umstellungen bei der Produktion wurden wie im Fall <a href=\"https:\/\/www.telepolis.de\/article\/China-liefert-zuverlaessiger-als-wir-und-das-sollte-uns-beunruhigen-11154156.html\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Valsartan<\/a> von den europ\u00e4ischen Vertriebsfirmen erst aufgedeckt, nachdem die chinesischen Produzenten sie entdeckt und gemeldet hatten. Sie hatten aufgrund des Kostendrucks das Fertigungsverfahren zum Nachteil des Produkts modifiziert.<\/p>\n<p>Verzicht auf analoge Beipackzettel kann die Kosten reduzieren<\/p>\n<p>Beipackzettel von Medikamenten sollen nach Pl\u00e4nen von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) in Zukunft f\u00fcr jedes Medikament <a href=\"https:\/\/www.bfarm.de\/SharedDocs\/Downloads\/DE\/Arzneimittel\/Pharmakovigilanz\/Gremien\/RoutinesitzungPar63AMG\/87Sitzung\/pkt-6-1.html\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">in digitaler Form bereitgestellt<\/a> werden. Vorgesehen ist ein QR-Code auf der Packung, \u00fcber den die Informationen zu Dosierung und Nebenwirkungen auf einer entsprechenden Webseite abgerufen werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Weiterhin soll aber jeder Patient ein Recht darauf haben, von der Apotheke einen ausgedruckten Beipackzettel zu erhalten. Wer die Kosten daf\u00fcr aufbringt, scheint noch nicht gekl\u00e4rt zu sein.<\/p>\n<p>Die Apotheken werden sich dar\u00fcber nicht freuen, lehnen sie doch teilweise schon den <a href=\"https:\/\/www.doccheck.com\/de\/detail\/articles\/53406-zuzahlungen-auf-kosten-der-apotheker\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Einzug der erh\u00f6hten Selbstbeteiligungen<\/a> ab und wollen das Inkasso auf die GKV abw\u00e4lzen, die dann gleich die Aufgaben der Medikamentenversorgung \u00fcbernehmen k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Wichtige Medikamente sollen wieder in Europa hergestellt werden<\/p>\n<p>Im Kampf gegen Engp\u00e4sse bei lebenswichtigen Medikamenten in der EU haben sich Unterh\u00e4ndler in Br\u00fcssel <a href=\"https:\/\/www.pubaffairsbruxelles.eu\/eu-institution-news\/commission-welcomes-political-agreement-on-critical-medicines-act\/\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">vorl\u00e4ufig auf Regeln geeinigt<\/a>, um die Produktion von Arzneimitteln leichter mit \u00f6ffentlichem Geld unterst\u00fctzen zu k\u00f6nnen. Europa soll dadurch weniger abh\u00e4ngig von einzelnen Lieferanten und der Herstellung au\u00dferhalb des Kontinents werden.<\/p>\n<p>Derzeit stammen nach Angaben von EU-Gesundheitsministern aus dem vergangenen Jahr etwa 80 bis 90 Prozent der Medikamente in Europa aus Asien, vorwiegend aus China. Versuche, die Lieferketten strenger zu \u00fcberwachen und zu reglementieren, sind bislang gescheitert.<\/p>\n<p>Die Idee, die Produktion von Pharmazeutika wieder zur\u00fcckzuholen, geistert schon seit mindestens zehn Jahren durch Europa. Die Pharmabranche steht dabei <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/article\/Preisdruck-statt-Sicherheit-Wie-abhaengig-sind-wir-von-Chinas-Pharmaprodukten-10963057.html\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">im direkten Konflikt<\/a> zwischen den politischen Forderungen nach <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/article\/EU-will-Medikamente-wieder-in-Europa-produzieren-doch-das-Geld-fehlt-10321080.html\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">R\u00fcckverlagerung<\/a> der Produktion und dem Druck nach Kostensenkungen durch Rabattvertr\u00e4ge mit den Krankenkassen.<\/p>\n<p>Menschen in Europa konnten in den vergangenen Jahren manche Medikamente zeitweise nicht mehr in der Apotheke kaufen. Betroffen waren etwa Schmerzmittel, Antibiotika oder Fiebers\u00e4fte f\u00fcr Kinder.<\/p>\n<p>&#8222;Die Patienten sollten sich keine Sorgen dar\u00fcber machen m\u00fcssen, ob wichtige Arzneimittel wie Antibiotika in ihrer Apotheke oder ihrem Krankenhaus verf\u00fcgbar sind&#8220;, teilte der zyprische <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/medikamente-engpaesse-europa-eu-einigung-li.3482219?sc_src=email_4537449&amp;sc_lid=439942744&amp;sc_uid=KBmScXvDY2&amp;sc_llid=56560&amp;utm_medium=email&amp;utm_source=emarsys&amp;utm_campaign=SZ_am_Abend_120526&amp;sc_eh=\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Gesundheitsminister Neophytos Charalambides<\/a> mit. Sein Land hat derzeit die rotierende EU-Ratspr\u00e4sidentschaft inne.<\/p>\n<p>Ein Baustein der von der EU geplanten neuen Regeln betrifft die Vergabe \u00f6ffentlicher Auftr\u00e4ge. Im Fall von wichtigen Arzneimitteln, bei denen es eine hohe Abh\u00e4ngigkeit von einem oder wenigen L\u00e4ndern gibt, sollen hierbei k\u00fcnftig grunds\u00e4tzlich in Europa hergestellte Medikamente bevorzugt werden. So sollen Anreize f\u00fcr sichere Lieferketten geschaffen werden.<\/p>\n<p>Die vorl\u00e4ufige Einigung sieht vor, dass es verschiedene M\u00f6glichkeiten gibt, diese Medikamente zu bevorzugen. Die Aussage aus dem EU-Parlament, dass dazu geh\u00f6re, dass Lieferanten proportional zu dem Anteil der in der EU hergestellten Arzneimittel und deren pharmazeutischer Wirkstoffe verg\u00fctet werden, l\u00e4sst die Entwicklung eines b\u00fcrokratischen Wasserkopfs bef\u00fcrchten.<\/p>\n<p>Sogenannte strategische Projekte will man k\u00fcnftig schneller genehmigen und sie sollen auch schneller Zugang zu F\u00f6rderung bekommen. Zudem k\u00f6nnten sich mehrere L\u00e4nder zusammenschlie\u00dfen und gemeinsam wichtige Medikamente beschaffen.<\/p>\n<p>Mit kritischen Arzneimitteln sind laut EU-Kommission solche Medikamente gemeint, bei welchen es nur wenige oder gar keine Alternativen gibt und bei denen die Patientinnen und Patienten durch Versorgungsengp\u00e4sse ernsthaft gesch\u00e4digt w\u00fcrden. Dazu z\u00e4hlen Antibiotika und Antithrombotika, Krebstherapeutika und Herz-Kreislauf-Mittel.<\/p>\n<p>Die EU-Kommission hatte die Anpassung bei der Arzneimittelbeschaffung <a href=\"https:\/\/health.ec.europa.eu\/medicinal-products\/critical-medicines-act_en\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">schon im M\u00e4rz 2025<\/a> vorgeschlagen. Nach Kommissionsangaben gibt es viele Gr\u00fcnde, warum es in der EU in den vergangenen Jahren Versorgungsprobleme gab. Darunter seien etwa Engp\u00e4sse bei Wirkstoffen.<\/p>\n<p>Die Preise, die f\u00fcr Wirkstoffe erzielt werden k\u00f6nnen, sind jedoch offensichtlich so niedrig, dass eine Produktion in Europa nur mit massiven Subventionen denkbar ist. Wer die Mittel f\u00fcr diese Subventionen aufbringen soll und wie sie innerhalb der EU verteilt werden sollen, ist bislang noch nicht gekl\u00e4rt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"(Bild:\u00a0InfinitumProdux\/Shutterstock.com) Die EU will Medikamente wieder in Europa produzieren \u2013 doch wer die milliardenschweren Subventionen zahlen soll, ist&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":174819,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[3],"tags":[249,1444,76,75,74,124,54035],"class_list":["post-174818","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-europa","tag-china","tag-digitalisierung","tag-eu","tag-europa","tag-europe","tag-gesundheit","tag-subventionen"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116623061029419280","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/174818","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=174818"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/174818\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/174819"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=174818"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=174818"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=174818"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}