{"id":180672,"date":"2026-05-26T18:53:13","date_gmt":"2026-05-26T18:53:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/180672\/"},"modified":"2026-05-26T18:53:13","modified_gmt":"2026-05-26T18:53:13","slug":"multiple-sklerose-neue-mrt-technologie-kombiniert-mehr-als-20-biomarker-in-einem-scan","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/180672\/","title":{"rendered":"Multiple Sklerose: Neue MRT-Technologie kombiniert mehr als 20 Biomarker in einem Scan"},"content":{"rendered":"<p>        <img decoding=\"async\" class=\"articleimage lazy-load\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/mrt-bilder-gehirn.webp\" alt=\"MRT-Bilder Gehirn\" title=\"MRT-Bilder Gehirn\"\/> <\/p>\n<p>Die Magnetresonanztomografie (MRT) z\u00e4hlt zu den wichtigsten bildgebenden Verfahren in der Neurologie. Weltweit werden j\u00e4hrlich mehr als 100 Millionen MRT-Untersuchungen durchgef\u00fchrt. In der klinischen Routine dient die Methode bislang vor allem der morphologischen Beurteilung von Gewebever\u00e4nderungen. Gerade bei heterogenen Erkrankungen wie <a href=\"https:\/\/www.gelbe-liste.de\/krankheiten\/multiple-sklerose\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Multipler Sklerose (MS)<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.gelbe-liste.de\/krankheiten\/gliom\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Hirntumoren <\/a>oder neurodegenerativen Erkrankungen besteht jedoch Bedarf an Verfahren, die zus\u00e4tzliche quantitative Biomarker f\u00fcr eine pr\u00e4zisere Charakterisierung von Krankheitsprozessen liefern.<\/p>\n<p>Ein Forschungsteam der University of Illinois Urbana-Champaign hat nun in \u2018<a href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41586-026-10475-x\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\">Nature<\/a>\u2019 ein neues MRT-Verfahren vorgestellt. Die sogenannte \u201emultiplexed MRI\u201c (MRx) kombiniert hochaufl\u00f6sende multiparametrische Bildgebung mit KI-gest\u00fctzter Datenverarbeitung und erm\u00f6glicht die gleichzeitige Erfassung von mehr als 20 Biomarkern in einem einzigen Scan. Die Untersuchungen wurden an Standard-MRT-Systemen durchgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Kombination struktureller und molekularer Bildgebung<\/p>\n<p>Konventionelle MRT-Verfahren basieren prim\u00e4r auf Signalen von Wassermolek\u00fclen im Gewebe. MRx erweitert diesen Ansatz um die simultane Darstellung weiterer molekularer Signale, darunter Metaboliten und Neurotransmitter. Laut den Autoren integriert das Verfahren ultraschnelle Datenerfassung mit physikbasierten Machine-Learning-Methoden.<\/p>\n<p>\u201eMRx ist ein neues KI-gest\u00fctztes Bildgebungsverfahren, das zahlreiche Marker ohne den Einsatz von Kontrastmitteln erfassen kann\u201c, erkl\u00e4rte Studienautor Rong Guo, heute Senior Scientist bei Siemens Healthineers.<\/p>\n<p>Ein kompletter Ganzhirnscan dauert etwa 14 Minuten und liegt damit deutlich unter der Dauer konventioneller multikontrastbasierter MRT-Protokolle, die bis zu einer Stunde beanspruchen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Biomarker-Muster erm\u00f6glichen pr\u00e4zisere Charakterisierung von MS-L\u00e4sionen<\/p>\n<p>Die Forscher testeten MRx unter anderem bei Patienten mit Multipler Sklerose und Hirntumoren. Die kombinierte Analyse der MRx-Biomarker erlaubte laut den Autoren eine Charakterisierung von L\u00e4sionen in unterschiedlichen Stadien. Erfasst wurden Ver\u00e4nderungen, die mit Entz\u00fcndung, Demyelinisierung, Gliose, axonaler Sch\u00e4digung und metabolischer Aktivit\u00e4t assoziiert waren \u2013 ohne Einsatz von Kontrastmitteln.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus identifizierte das Team subtile Biomarker-Muster, die laut den Autoren auf fr\u00fche Gewebever\u00e4nderungen hinweisen und Informationen zur L\u00e4sionsprogression liefern k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Auch bei Hirntumoren zeigte MRx strukturelle, physiologische und molekulare Ver\u00e4nderungen des Tumormikromilieus. Beschrieben wurden unter anderem metabolische Ver\u00e4nderungen, \u00d6deme, axonale Sch\u00e4den und Demyelinisierung.<\/p>\n<p>Potenzial f\u00fcr pr\u00e4zisere Diagnostik und Verlaufsbeurteilung<\/p>\n<p>Die Autoren sehen in MRx einen m\u00f6glichen Ansatz zur erweiterten Gewebecharakterisierung bei neurologischen Erkrankungen. Durch die gleichzeitige Erfassung multipler Biomarker k\u00f6nnte das Verfahren zus\u00e4tzliche Informationen zur Krankheitsheterogenit\u00e4t liefern und die diagnostische Einordnung erg\u00e4nzen.<\/p>\n<p>Die bisher publizierten Daten zeigen das technische Potenzial des Verfahrens unter klinischen Bedingungen. Weitere Studien sind erforderlich, um die Reproduzierbarkeit, den klinischen Nutzen und den Stellenwert von MRx f\u00fcr Diagnostik, Therapie-Monitoring und Verlaufsbeurteilung bei MS und anderen neurologischen Erkrankungen zu pr\u00fcfen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Magnetresonanztomografie (MRT) z\u00e4hlt zu den wichtigsten bildgebenden Verfahren in der Neurologie. 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