{"id":180698,"date":"2026-05-26T19:13:23","date_gmt":"2026-05-26T19:13:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/180698\/"},"modified":"2026-05-26T19:13:23","modified_gmt":"2026-05-26T19:13:23","slug":"warum-ms-schuebe-in-der-schwangerschaft-seltener-auftreten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/180698\/","title":{"rendered":"Warum MS-Sch\u00fcbe in der Schwangerschaft seltener auftreten"},"content":{"rendered":"<p>        <img decoding=\"async\" class=\"articleimage lazy-load\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/schwangerschaft.webp\" alt=\"Schwangerschaft\" title=\"Schwangerschaft\"\/> <\/p>\n<p>Bei <a href=\"https:\/\/www.gelbe-liste.de\/krankheiten\/multiple-sklerose\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Multipler Sklerose (MS)<\/a> greifen fehlgeleitete Immunzellen Strukturen des zentralen Nervensystems an und verursachen entz\u00fcndliche Sch\u00e4den an Myelinscheiden und Nervenzellen. Bereits seit l\u00e4ngerem ist bekannt, dass die Schubaktivit\u00e4t der Erkrankung w\u00e4hrend einer Schwangerschaft deutlich zur\u00fcckgehen kann. Die zugrunde liegenden Mechanismen waren jedoch bislang nur teilweise verstanden. Ein Forschungsteam um Prof. Manuel Friese vom Institut f\u00fcr Neuroimmunologie und Multiple Sklerose des Universit\u00e4tsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) hat nun einen neuronalen Signalweg beschrieben, der diese entz\u00fcndungshemmenden Effekte vermitteln k\u00f6nnte. Die Ergebnisse wurden in &#8218;<a href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41590-025-02406-1\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\">Nature Immunology<\/a>&#8218; ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p>GDF-15 aktiviert neuronalen Schutzmechanismus bei MS<\/p>\n<p>Im Mittelpunkt der Studie stand der immunsuppressive Botenstoff Growth\/differentiation factor-15 (GDF-15), der w\u00e4hrend der Schwangerschaft vermehrt gebildet wird. Fr\u00fchere Beobachtungen hatten gezeigt, dass die Konzentration von GDF-15 w\u00e4hrend der Schwangerschaft ansteigt und mit einer geringeren Schubrate bei MS korreliert.<\/p>\n<p>In pr\u00e4klinischen Modellen der experimentellen autoimmunen Enzephalomyelitis (EAE) untersuchten die Forschenden die Funktion dieses Signalwegs genauer. Dabei zeigte sich, dass GDF-15 nicht direkt auf Immunzellen wirkt. Stattdessen bindet der Botenstoff an den Rezeptor GFRAL auf Nervenzellen im Hirnstamm.<\/p>\n<p>\u201eUnser Ziel war es zu verstehen, wie die Schwangerschaft die erh\u00f6hte Entz\u00fcndungsaktivit\u00e4t der MS reguliert. Dabei konnten wir erstmalig zeigen, dass das Gehirn den Zustand des Immunsystems aktiv \u00fcberwacht und regulierend eingreifen kann\u201c, erkl\u00e4rte Studienleiter Prof. Manuel Friese.<\/p>\n<p>Sympathische Nervenbahnen bremsen entz\u00fcndliche T-Zell-Aktivit\u00e4t<\/p>\n<p>Nach Aktivierung des GDF-15-GFRAL-Signalwegs wurden im Tiermodell sympathische Nervenbahnen stimuliert, die unter anderem mit der Milz verbunden sind. Dort f\u00fchrte die Aktivierung zu einer verst\u00e4rkten Noradrenalin-Synthese und zu \u03b2-adrenergen Signalen, die entz\u00fcndungsf\u00f6rdernde T-Zell-Reaktionen abschw\u00e4chten.<\/p>\n<p>Dadurch verringerte sich die Expression bestimmter Integrine auf T-Zellen, die f\u00fcr deren Passage \u00fcber die Blut-Hirn-Schranke erforderlich sind. In der Folge drangen weniger Immunzellen in Gehirn und R\u00fcckenmark ein.<\/p>\n<p>Zudem beobachteten die Forschenden, dass GDF-15 im entz\u00fcndeten zentralen Nervensystem akkumulierte. Fehlte der Botenstoff im Tiermodell, war die R\u00fcckbildung entz\u00fcndlicher Prozesse beeintr\u00e4chtigt.<\/p>\n<p>Experimentelle Ans\u00e4tze verst\u00e4rken den entz\u00fcndungshemmenden Signalweg<\/p>\n<p>Zur gezielten Verst\u00e4rkung des Signalwegs testete das Team mehrere experimentelle Ans\u00e4tze. Dazu geh\u00f6rten eine neuronale Gentherapie zur gesteigerten GDF-15-Produktion, die Gabe rekombinanten GDF-15 sowie eine chemogenetische Aktivierung GFRAL-positiver Nervenzellen.<\/p>\n<p>Diese Ma\u00dfnahmen verringerten in den pr\u00e4klinischen Modellen die Neuroinflammation und reduzierten die Krankheitsaktivit\u00e4t. Damit k\u00f6nnte der GDF-15-GFRAL-Signalweg ein m\u00f6glicher therapeutischer Ansatzpunkt bei MS sein, so Friese.<\/p>\n<p>Signalweg als m\u00f6glicher Therapieansatz bei MS<\/p>\n<p>Die Arbeit liefert neue Hinweise darauf, wie neuronale und immunologische Prozesse w\u00e4hrend einer Schwangerschaft zusammenwirken und entz\u00fcndliche Vorg\u00e4nge bei MS beeinflussen k\u00f6nnen. Nach Einsch\u00e4tzung der Autoren er\u00f6ffnet die identifizierte Gehirn-Immunsystem-Achse neue Ansatzpunkte f\u00fcr therapeutische Strategien. Bislang liegen hierzu jedoch ausschlie\u00dflich pr\u00e4klinische Daten vor.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Bei Multipler Sklerose (MS) greifen fehlgeleitete Immunzellen Strukturen des zentralen Nervensystems an und verursachen entz\u00fcndliche Sch\u00e4den an Myelinscheiden&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":180699,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[20],"tags":[46,42,55290,124,123,55291,2274,42619,44,2159,2160],"class_list":["post-180698","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-gesundheit","tag-at","tag-austria","tag-gdf-15","tag-gesundheit","tag-health","tag-ms-schuebe","tag-multiple-sklerose","tag-neuroinflammation","tag-oesterreich","tag-schwangerschaft","tag-t-zellen"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116642474075566098","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/180698","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=180698"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/180698\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/180699"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=180698"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=180698"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=180698"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}