{"id":180756,"date":"2026-05-26T19:52:19","date_gmt":"2026-05-26T19:52:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/180756\/"},"modified":"2026-05-26T19:52:19","modified_gmt":"2026-05-26T19:52:19","slug":"warum-bestimmte-nervenzellen-bei-ms-besonders-anfaellig-sind","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/180756\/","title":{"rendered":"Warum bestimmte Nervenzellen bei MS besonders anf\u00e4llig sind"},"content":{"rendered":"<p>        <img decoding=\"async\" class=\"articleimage lazy-load\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/dna-strang.webp\" alt=\"DNA Strang\" title=\"DNA Strang\"\/> <\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.gelbe-liste.de\/krankheiten\/multiple-sklerose\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Multiple Sklerose (MS)<\/a> wird traditionell vor allem als Erkrankung der wei\u00dfen Substanz betrachtet. Im Fokus stehen dabei entz\u00fcndliche Demyelinisierungsprozesse und Sch\u00e4den an myelinisierten Nervenfasern. In den vergangenen Jahren r\u00fcckten jedoch zunehmend auch Ver\u00e4nderungen der grauen Substanz in den Mittelpunkt, da kortikale L\u00e4sionen mit Krankheitsprogression sowie kognitiven Einschr\u00e4nkungen in Verbindung gebracht werden.<\/p>\n<p>Zwei komplement\u00e4re Nature-Studien desselben internationalen Forschungskonsortiums aus den USA und Gro\u00dfbritannien untersuchten nun die besondere Vulnerabilit\u00e4t sogenannter CUX2-Neuronen bei Multipler Sklerose. W\u00e4hrend eine <a href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41586-026-10290-4\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\">Studie<\/a> die Bedeutung von DNA-Reparaturmechanismen w\u00e4hrend der Hirnentwicklung analysierte, befasste sich die zweite <a href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41586-026-10310-3\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\">Studie<\/a> mit DNA-Sch\u00e4den und neuronalen Verlusten unter Neuroinflammation.<\/p>\n<p>DNA-Sch\u00e4den als m\u00f6glicher Mechanismus neuronaler Verluste<\/p>\n<p>Bereits fr\u00fchere Untersuchungen hatten gezeigt, dass CUX2-Neuronen in kortikalen MS-L\u00e4sionen \u00fcberproportional verloren gehen. Die aktuellen Arbeiten sollten kl\u00e4ren, wodurch diese selektive Vulnerabilit\u00e4t entsteht und welche Rolle DNA-Sch\u00e4den dabei spielen.<\/p>\n<p>In der ersten Studien analysierten die Forscher die Entwicklung dieser Nervenzellen im Mausmodell. Dabei zeigte sich, dass Vorl\u00e4uferzellen der sp\u00e4teren CUX2-Neuronen w\u00e4hrend der Hirnentwicklung besonders stark proliferieren. Durch die intensive Zellteilung entsteht eine erh\u00f6hte Belastung durch oxidativen Stress und DNA-Sch\u00e4den.<\/p>\n<p>Die Autoren identifizierten den Transkriptionsfaktor ATF4 als zentralen Regulator der DNA-Reparatur in diesen Zellen. Fehlt ATF4, kommt es zu ausgepr\u00e4gten DNA-Sch\u00e4den sowie p53-abh\u00e4ngigem Zelltod neuronaler Vorl\u00e4uferzellen. Besonders betroffen waren CUX2-positive Neuronen der oberen kortikalen Schichten.<\/p>\n<p>Selektive Vulnerabilit\u00e4t bei Neuroinflammation<\/p>\n<p>In der zweiten Studie untersuchten die Wissenschaftler kortikale L\u00e4sionen von Menschen mit MS sowie experimentelle Neuroinflammationsmodelle. Dabei fanden sie Hinweise auf ausgepr\u00e4gte DNA-Sch\u00e4den gerade in CUX2-Neuronen.<\/p>\n<p>Nach Angaben der Autoren entstehen diese Sch\u00e4den unter anderem durch reaktive Sauerstoffspezies (ROS), die w\u00e4hrend entz\u00fcndlicher Prozesse vermehrt gebildet werden. Die physiologischen Reparaturmechanismen der Neuronen k\u00f6nnten unter chronischer Neuroinflammation nicht mehr ausreichen, um die entstehenden Sch\u00e4den zu kompensieren.<\/p>\n<p>ATF4 und CIRBP als Bestandteile der DNA-Reparatur<\/p>\n<p>Zudem identifizierten die Arbeiten mehrere molekulare Mechanismen der neuronalen DNA-Reparatur. Dabei scheint der Transkriptionsfaktor ATF4 zentrale Reparaturmechanismen der Nervenzellen zu steuern.<\/p>\n<p>Besonders CIRBP, ein an der DNA-Reparatur beteiligtes Protein, erwies sich als wichtiger Bestandteil dieser Prozesse. Eine experimentelle Reduktion des Proteins f\u00fchrte zu Ver\u00e4nderungen der kortikalen Schichten 2 und 3.<\/p>\n<p>Neue Perspektiven auf neuronale Sch\u00e4den bei MS<\/p>\n<p>Die Arbeiten erweitern das Verst\u00e4ndnis neuronaler Sch\u00e4den bei MS \u00fcber klassische Demyelinisierungsprozesse hinaus. K\u00fcnftige Untersuchungen sollen nun kl\u00e4ren, ob sich entz\u00fcndungsbedingte DNA-Sch\u00e4den gezielt begrenzen oder neuronale Reparaturmechanismen therapeutisch beeinflussen lassen. Die aktuellen Studien liefern daf\u00fcr wichtige mechanistische Grundlagen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Multiple Sklerose (MS) wird traditionell vor allem als Erkrankung der wei\u00dfen Substanz betrachtet. 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