{"id":180833,"date":"2026-05-26T20:47:07","date_gmt":"2026-05-26T20:47:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/180833\/"},"modified":"2026-05-26T20:47:07","modified_gmt":"2026-05-26T20:47:07","slug":"star-wars-die-ur-trilogie-war-fuer-george-lucas-ein-enormer-kraftakt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/180833\/","title":{"rendered":"Star Wars: Die Ur-Trilogie war f\u00fcr George Lucas ein enormer Kraftakt"},"content":{"rendered":"<p>Am 25. Mai 1983 startete \u201eDie R\u00fcckkehr der Jedi-Ritter\u201c in den US-Kinos. Das mit Spannung erwartete Finale der originalen \u201eStar Wars\u201c-Trilogie bot gro\u00dfe Schauwerte. Es war der (vorl\u00e4ufige) Showdown einer Filmreihe, die f\u00fcr ihren Sch\u00f6pfer George Lucas ein enormer Kraftakt war.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Aller guten Dinge sind drei, und wenn es nach einigen Puristen unter den \u201eStar Wars\u201c-Fans geht, dann gilt dies auch f\u00fcr die gro\u00dfartigste \u201eSpace Opera\u201c-Filmreihe aller Zeiten. Denn mit der \u201eR\u00fcckkehr der Jedi-Ritter\u201c fand die originale Trilogie 1983 einen spektakul\u00e4ren Abschluss, der nach dem Cliffhanger-Ende des Vorg\u00e4ngerfilms \u201eDas Imperium schl\u00e4gt zur\u00fcck\u201c (1980) alle relevanten inhaltlichen F\u00e4den zusammenband und einen furiosen, opulenten Showdown aufbot.<\/p>\n<p>Begonnen hatte die Saga im Jahr 1977: Mit dem ersten \u201eKrieg der Sterne\u201c-Film l\u00f6ste der aus Kalifornien stammende Autor und Regisseur George Lucas einen weltweiten Hype aus. Rund um den Globus standen Kinog\u00e4nger Schlange, um den Film zu sehen, von dem jeder sprach und der sofort Eingang in die Popkultur fand. Lucas setzte neue Ma\u00dfst\u00e4be im \u201eBlockbuster\u201c-Genre, dessen moderne \u00c4ra Steven Spielberg 1974 <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/geschichte\/article250203028\/Der-weisse-Hai-Der-wahre-Horror-bei-Spielbergs-Thriller-waren-die-Dreharbeiten.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/geschichte\/article250203028\/Der-weisse-Hai-Der-wahre-Horror-bei-Spielbergs-Thriller-waren-die-Dreharbeiten.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">mit \u201eDer Wei\u00dfe Hai\u201c eingel\u00e4utet<\/a> hatte. Mit seinem Weltraum-Epos l\u00f6ste Lucas den Horrorthriller von Spielberg als bis dato erfolgreichsten Film aller Zeiten ab.<\/p>\n<p>Gelungen war dies dem damals 33-J\u00e4hrigen mit einer perfekten Mischung aus Tradition und Innovation, die den Nerv des Publikums mit Wucht traf und sich tief in die Herzen ganzer Generationen grub. Zum einen verwendete Lucas etliche Versatzst\u00fccke bestehender Geschichten und Mythologien. Er studierte Joseph Campbells Standardwerk \u201eDer Heros in tausend Gestalten\u201c, in welcher der US-Professor die Strukturen und Gemeinsamkeiten von Sagen und Erz\u00e4hlungen analysierte. Anhand dieser klassischen \u201eHeldenreise\u201c strukturierte Lucas seine Geschichte \u00fcber den jungen Luke Skywalker (Mark Hamill), der \u201evor langer Zeit, in einer weit, weit entfernten Galaxis\u201c mit dem alten, weisen Jedi-Ritter Obi-Wan \u201eBen\u201c Kenobi (Alec Guinness) aufbricht, um die Prinzessin Leia (Carrie Fisher) zu retten. <\/p>\n<p>Diese geh\u00f6rt zur Allianz der Rebellen, die gegen das b\u00f6se Galaktische Imperium k\u00e4mpft, und wird von dem ganz in Schwarz geh\u00fcllten Schurken Darth Vader (Dave Prowse) auf dem Todesstern festgehalten, einer furchterregenden neuen Raumstation, die ganze Planeten vernichten kann. Ben und Luke, mit den Roboter-Droiden C-3PO (Anthony Daniels) und R2-D2 (Kenny Baker) im Schlepptau, chartern das Raumschiff \u201eRasender Falke\u201c (im Original: Millennium Falcon) des charismatischen Schmugglers Han Solo (Harrison Ford) und dessen Co-Piloten, einem pelzigen Wookiee namens Chewbacca (Peter Mayhew).<\/p>\n<p>Lucas machte zahlreiche Anleihen an Science-Fiction-Klassiker wie die \u201eFlash Gordon\u201c-Serials und Frank Herberts \u201eDune\u201c-Romane, vermixte diese mit Motiven aus Western, Abenteuer- und M\u00e4rchen-Filmen, griff zudem asiatische Einfl\u00fcsse wie die Samurai-Epen Akira Kurosawas auf, insbesondere dessen Film \u201eDie verborgene Festung\u201c (1958). Lucas kreierte daraus ein ganz neues Universum und eine eigene Mythologie, in der die \u201eMacht\u201c eine zentrale Rolle spielt, eine unsichtbare Energie, die den Jedi ihre Kraft verleiht.<\/p>\n<p>Kaum jemand glaubte an Lucas\u2018 Vision<\/p>\n<p>All dies auf die Leinwand zu bringen, war ein enormer Kraftakt, der Lucas bis an den Rand der Ersch\u00f6pfung brachte und nervlich stark beanspruchte. Bei den Studiobossen in Hollywood stie\u00df er mit seinem Konzept auf Stirnrunzeln und Ablehnung. Da es ihnen an der n\u00f6tigen Fantasie fehlte, um sich das \u201eStar Wars\u201c-Universum vorzustellen, lie\u00df Lucas den Illustrator Ralph McQuarrie detaillierte Zeichnungen und Gem\u00e4lde der fernen Planeten, Raumschiffe und Aliens anfertigen, die der Autor und Regisseur im Kopf hatte. Das \u00fcberzeugte schlie\u00dflich die Chefs bei \u201e20th Century Fox\u201c, die ein (allerdings \u00fcberschaubares) Budget bereitstellten.<\/p>\n<p>Aber damit begannen die Strapazen f\u00fcr Lucas erst. Um die Szenen zu drehen, die auf dem W\u00fcstenplaneten Tatooine spielen, reiste er mit seiner Crew nach Tunesien, wo ihn etliche wetter- und logistikbedingte Widrigkeiten erwarteten. Die Innenaufnahmen des Todessterns entstanden in den englischen Elstree-Studios, wo es Lucas mit eher wenig motivierten britischen Mitarbeitern zu tun hatte, die sein Filmkonzept f\u00fcr Kokolores hielten. Dazu gab es immer wieder technische Pannen, von umfallenden Robotern bis zu klemmenden Schiebet\u00fcren und fehlgeleiteter Pyrotechnik. In Kalifornien hantierte derweil ein Heer von Mitarbeitern bei \u201eIndustrial Light and Magic\u201c (ILM) an Raumschiffmodellen, die zun\u00e4chst nicht so funktionieren wollten wie vorgesehen. Lucas hatte das Special-Effects-Studio eigens gegr\u00fcndet, um Trick-Aufnahmen in zuvor ungekanntem Umfang und Realismus zu erm\u00f6glichen. Spezialisten wie John Dykstra und Dennis Muren leisteten zeitraubende Pionierarbeit, entwarfen neue Methoden mit modernen Kamerasystemen und revolutionierten die Effekt-Branche \u2013 all das unter Zeitdruck und mit begrenzten Mitteln.<\/p>\n<p>Trotz aller Probleme gelang das Unterfangen. Einen weiteren entscheidenden Beitrag zu der schier \u00fcberw\u00e4ltigenden Wirkung, die \u201eKrieg der Sterne\u201c entfalten sollte, leistete der Komponist John Williams. Dieser hatte bereits den \u201eWei\u00dfen Hai\u201c ungemein effektiv mit Musik untermalt, sodass Spielberg seinem Freund Lucas den Komponisten empfahl. F\u00fcr seinen gro\u00dfen Soundtrack, der die exotischen Bilder auf der Leinwand mit klassischer symphonischer Musik \u201egrundierte\u201c, erhielt Williams einen von sieben Oscars, mit denen \u201eKrieg der Sterne\u201c ausgezeichnet wurde. Ein weiteres akustisches Highlight waren originelle Soundeffekte von Ben Burtt, der ebenfalls mit einem Oscar geehrt wurde.<\/p>\n<p>Bald darauf ging es an die Produktion des Sequels, das zwar durch den Erfolg des ersten Films eine bessere Ausgangsbasis mit h\u00f6herem Budget und bereits vorhandener Technik hatte, Lucas aber dennoch erneut viel Kopfzerbrechen bereitete. Denn nun war alles eine Nummer gr\u00f6\u00dfer: Der Film hatte eine komplexere Handlung, mehr Drehorte, mehr Special Effects. Die Regie gab Lucas dieses Mal an Irvin Kershner ab, fungierte selbst als Autor und Produzent. Etliche neue Widrigkeiten wie Schneest\u00fcrme an norwegischen Drehorten (die f\u00fcr den Eisplaneten Hoth Pate standen) und zeitraubende, technisch schwierige Arbeiten etwa an Szenen, in denen Lukes neuer Lehrmeister Yoda von Puppenspieler Frank Oz dargestellt wurde, lie\u00dfen die Mammut-Produktion in Verzug geraten. Erst in letzter Minute konnte Lucas weitere Geldgeber beschaffen, um einen Abbruch der Dreharbeiten zu verhindern.<\/p>\n<p>\u201eDas Imperium schl\u00e4gt zur\u00fcck\u201c wurde wie sein Vorg\u00e4ngerfilm ein Hit an der Kinokasse, begeisterte Kritiker und Zuschauer. Nicht wenige halten ihn bis heute f\u00fcr den besten aller \u201eStar Wars\u201c-Filme. Doch er war nur das zweite Kapitel einer Trilogie, nun fehlte noch das gro\u00dfe, alles entscheidende Finale. Und mit diesem galt es, alles Vorherige noch einmal zu toppen.<\/p>\n<p>Entsprechenden Aufwand betrieb Lucas f\u00fcr \u201eDie R\u00fcckkehr der Jedi-Ritter\u201c, nahm noch mehr Geld in die Hand und startete eine wahre Materialschlacht. Der Film, diesmal unter der Regie von Richard Marquand, wartete mit mehr und aufwendiger gestalteten Aliens auf, wie dem riesigen Gangsterboss Jabba the Hutt, in dessen Inneren mehrere Puppenspieler agierten. Der Showdown des Films fand an gleich drei Schaupl\u00e4tzen parallel statt: Am zweiten Todesstern bekriegten sich Rebellen und die imperiale Flotte mit hunderten Raumschiffen in einer gewaltigen Raumschlacht, w\u00e4hrend auf dem Waldmond Endor ein Kampf von Bodentruppen tobte. Luke und Vader lieferten sich zeitgleich im Angesicht des Imperators (Ian McDiarmid) im d\u00fcsteren Thronsaal des Todessterns ein Duell mit Lichtschwertern.<\/p>\n<p>Der Aufwand zahlte sich aus: Auch der dritte \u201eStar Wars\u201c-Film wurde ein Hit an der Kinokasse, und viele feierten ihn als w\u00fcrdigen Abschluss der Trilogie. Lucas, der urspr\u00fcnglich noch mehr Filme geplant hatte, gab an, aufgrund der technischen Beschr\u00e4nkungen, durch die er trotz Millionen-Aufwands seine Visionen nicht ohne Kompromisse auf die Leinwand bringen konnte, keine weiteren Episoden mehr zu realisieren. Und manche begr\u00fc\u00dften dies, denn die Geschichte \u00fcber das Drama der Skywalkers und den Kampf der Rebellen gegen das Imperium schien ihnen auserz\u00e4hlt und nicht mehr zu toppen. Ein \u201eheiliges\u201c filmisches Monument, an dem man fortan besser nicht r\u00fchren sollte. Aller guten Dinge sind drei, und wenn es am sch\u00f6nsten ist, soll man aufh\u00f6ren. Doch es kam anders.<\/p>\n<p>Denn in den 1990er-Jahren wurden Computer so leistungsstark, dass sie v\u00f6llig neue Dimensionen im Hinblick auf Special Effects erm\u00f6glichten. Mit Computeranimationen statt praktischen Effekten wurden Bilder machbar, von denen pannengeplagte Real-Filmemacher zuvor nur tr\u00e4umen konnten. Ein Meilenstein war dabei Spielbergs \u201eJurassic Park\u201c (1993), mit Computereffekten von ILM.<\/p>\n<p>Das bewog Lucas, nun doch weitere \u201eStar Wars\u201c-Filme anzugehen und 1997 zun\u00e4chst die originale Trilogie erneut ins Kino zu bringen \u2013 in \u00fcberarbeiteten Versionen, bei denen er einige computeranimierte Effekte einf\u00fcgen lie\u00df. Das erfreute viele, aber manche Puristen st\u00f6rten sich an einer derartigen \u201eVerschlimmbesserung\u201c der Filme, die sie in ihrer urspr\u00fcnglichen Fassung so lieb gewonnen hatten, zumal es jetzt nicht nur visuelle, sondern auch inhaltliche \u00c4nderungen gab \u2013 ein \u201eSakrileg\u201c. Hatten bisher nur die an Teddyb\u00e4ren erinnernden Ewoks in \u201eDie R\u00fcckkehr der Jedi-Ritter\u201c manche irritiert, begann sich das zuvor recht homogen begeisterte \u201eStar Wars\u201c-Fandom nun zu entzweien.<\/p>\n<p>Das setzte sich bei der Prequel-Trilogie fort, in der Lucas 1999 bis 2005 die Vorgeschichte zur Ur-Trilogie erz\u00e4hlte. Viele Fans fanden dies spannend, aufschlussreich und unterhaltsam. Andere monierten holprig erz\u00e4hlte, nachtr\u00e4glich herbeikonstruierte Handlungsstr\u00e4nge, h\u00f6lzerne Dialoge und k\u00fcnstlich wirkende Computereffekte. Die Streitereien frustrierten auch Lucas, der noch die TV-Animationsserie \u201eThe Clone Wars\u201c produzieren lie\u00df, sich aber dann schlie\u00dflich zur\u00fcckzog und seine Firma Lucasfilm mitsamt der \u201eStar Wars\u201c-Rechte an den Disney-Konzern verkaufte.<\/p>\n<p>In der Folge brachte das Mouse-House eine Sequel-Trilogie (2015 bis 2019), zwei weitere Filme und etliche Streaming-Serien auf den Markt; weiterer Content ist in Arbeit. Lucas\u2018 Story-Entw\u00fcrfe, die er an Disney \u00fcbergeben hatte, verwarf man dabei (sehr zu seinem Missfallen). Und das, was die neuen Macher unter der neuen Lucasfilm-Chefin Kathleen Kennedy stattdessen zum \u201eStar Wars\u201c-Universum dazuerfanden, spaltete die Fans endg\u00fcltig. Die einen m\u00f6gen oder lieben auch das neue Disney-\u201eStar Wars\u201c, die anderen finden in den neuen Werken nur wenige Lichtblicke, lehnen das Ganze ab oder hassen es gar. Zahllos sind die Scharm\u00fctzel, die seither auf Social Media und Youtube deswegen ausgetragen werden \u2013 und bei denen es oft heftiger knallt als bei jeder \u201eStar Wars\u201c-Raumschlacht auf der Leinwand.<\/p>\n<p><a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/autor\/martin-klemrath\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/autor\/martin-klemrath\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Martin Klemrath<\/a> ist Managing Editor bei WELTGeschichte. Zu seinen Themenschwerpunkten z\u00e4hlen die Geschichte der USA, Technikgeschichte, Kulturgeschichte und Zeitgeschichte. \u201eDie R\u00fcckkehr der Jedi-Ritter\u201c sah er zu seiner gro\u00dfen Freude als Kind mit seinem Vater im (inzwischen l\u00e4ngst abgerissenen) Kino Royal Palast in Berlin.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Am 25. Mai 1983 startete \u201eDie R\u00fcckkehr der Jedi-Ritter\u201c in den US-Kinos. 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