{"id":181652,"date":"2026-05-27T08:28:07","date_gmt":"2026-05-27T08:28:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/181652\/"},"modified":"2026-05-27T08:28:07","modified_gmt":"2026-05-27T08:28:07","slug":"siegeszug-des-goldschakals-neues-raubtier-macht-sich-in-deutschland-und-europa-breit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/181652\/","title":{"rendered":"Siegeszug des Goldschakals: Neues Raubtier macht sich in Deutschland und Europa breit"},"content":{"rendered":"<p>Siegeszug des GoldschakalsNeues Raubtier macht sich in Deutschland und Europa breit<\/p>\n<p>27.05.2026, 10:07 Uhr <\/p>\n<p>Artikel anh\u00f6ren(05:01 min)<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"Image_img__fQCi0 Image_Img_16_9__4BLfH widget-picture-inline_maximizable__t_E7h\" loading=\"eager\" fetchpriority=\"high\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/Ein-Goldschakal-Canis-aureus-steht-auf-einem-verrottenden-Baum-der-zwischen-Bueschen-und-Felsen-am-W.webp\" alt=\"Ein-Goldschakal-Canis-aureus-steht-auf-einem-verrottenden-Baum-der-zwischen-Bueschen-und-Felsen-am-Waldrand-auf-dem-Boden-liegt\"\/>Goldschakale sind extrem anpassungsf\u00e4hig, sie kommen\u00a0in beinahe jedem Lebensraum gut zurecht. (Foto: picture alliance \/ imageBROKER)TeilenFolgen auf:<a href=\"https:\/\/www.whatsapp.com\/channel\/0029Va5cdVJD8SDp5YZgYF01\" title=\"Auf WhatsApp folgen\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/socialIcons\/whatsapp.svg\" alt=\"whatsapp\" class=\"ArticleShare_icon__FsrC2\"\/><\/a><a href=\"https:\/\/www.google.com\/preferences\/source?q=n-tv.de\" title=\"ntv als bevorzugte Quelle auf Google hinzuf\u00fcgen\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/socialIcons\/google.svg\" alt=\"whatsapp\" class=\"ArticleShare_icon__FsrC2\"\/><\/a><\/p>\n<p class=\"Typography_text-m__XI0da Typography_weight-bold__uT6mq storyline_lead_text_leadtext__q_wg8\">Ein bisher seltener J\u00e4ger breitet sich in Deutschland und Europa rasant aus: der Goldschakal. Eine neue Studie zeigt, dass die Abwesenheit seines gr\u00f6\u00dften Feindes der entscheidende Grund daf\u00fcr ist. Dabei nutzen die Tiere menschliche Siedlungen als Schutz.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Goldschakale breiten sich rasant in Europa aus, auch in Deutschland. Dazu tr\u00e4gt einem Forschungsteam zufolge entscheidend die menschliche Abneigung gegen einen anderen R\u00e4uber bei: den Wolf. Er stelle eine t\u00f6dliche Bedrohung f\u00fcr Goldschakale dar. Jahrhundertelange Verfolgung und wachsende menschliche Populationen schr\u00e4nkten den Lebensraum des Wolfs auf einen Bruchteil seines fr\u00fcheren Verbreitungsgebiets ein &#8211; das im Zuge dessen nun von Goldschakalen besiedelt wird, hei\u00dft es im <a class=\"inline_link\" href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41559-026-03060-y\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Fachjournal &#8222;Nature Ecology &amp; Evolution&#8220;<\/a>.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Kaum ein S\u00e4ugetier weltweit breite sich derart dramatisch aus wie der Goldschakal, hei\u00dft es in der Studie. Vermutlich kann die Art demnach bis zu 75 Prozent des europ\u00e4ischen Kontinents besiedeln, fast die sechsfache Fl\u00e4che ihres derzeitigen Verbreitungsgebiets. Hochrechnungen der<a class=\"inline_link\" href=\"https:\/\/www.lcie.org\/Largecarnivores\/Goldenjackal.aspx\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\"> Large Carnivore Initiative for Europe (LCIE)<\/a> zufolge leben bereits um die 150.000 Goldschakale in Europa. Zum Vergleich: Der Wolfsbestand wird auf nur 23.000 Tiere gesch\u00e4tzt.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Der Goldschakal (Canis aureus) ist die einzige in Europa vorkommende Schakalart und leicht mit einem Fuchs zu verwechseln. W\u00e4hrend der Wolf (Canis lupus) in Deutschland und anderen mitteleurop\u00e4ischen L\u00e4ndern vor seiner Ausrottung schon einmal heimisch war, zieht es den eng mit ihm verwandten Goldschakal erstmals in diese Regionen. Urspr\u00fcnglich siedelten die Tiere in Europa fast nur in den s\u00fcd\u00f6stlichen Randgebieten entlang der Adria und des Schwarzen Meeres. Besonders h\u00e4ufig ist die Art im Nahen Osten, in Indien und in weiteren Regionen Asiens.<\/p>\n<p>Schutzeffekt menschlicher Siedlungen<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">In den vergangenen Jahren wurden Goldschakale bereits n\u00f6rdlich des Polarkreises in Norwegen, nahe der Atlantikk\u00fcste in Frankreich, in Spanien und auch in Deutschland nachgewiesen. Fr\u00fchere Forschungen h\u00e4tten mehrere m\u00f6gliche Gr\u00fcnde f\u00fcr die rasante Ausbreitung nahegelegt, darunter die Klimaerw\u00e4rmung und Ver\u00e4nderungen der Landbedeckung, erl\u00e4utert das Team um Nathan Ranc von der Harvard University. Entscheidender Faktor sei der neuen Analyse zufolge aber wahrscheinlich die extreme Dezimierung der einst auf dem gesamten Kontinent verbreiteten W\u00f6lfe.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Die Forschenden hatten Daten aus Erhebungen von 2001 bis 2017 an fast 9000 Standorten in 13 europ\u00e4ischen L\u00e4ndern analysiert. Eine k\u00fcrzere Schneebedeckungsdauer, eine geringe bis mittlere Waldbedeckung und die N\u00e4he zu Gew\u00e4ssern standen mit dem Vorkommen von Schakalen in Verbindung. Das Vorkommen von W\u00f6lfen erwies sich als st\u00e4rkster limitierender Faktor: Schakale kommen am ehesten dort vor, wo keine W\u00f6lfe leben, und am seltensten in den Kerngebieten stabiler Wolfsrudel.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Dabei zeigte sich ein spezieller Schutzeffekt menschlicher Siedlungen: Schakale meiden tendenziell besiedelte Gebiete in Regionen, in denen keine W\u00f6lfe vorkommen, kommen jedoch dann eher in der N\u00e4he von Menschen vor, wenn W\u00f6lfe pr\u00e4sent sind.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Die anhaltende Erholung der Wolfspopulationen in Europa k\u00f6nne zwar die Zahl der f\u00fcr Schakale geeigneten Gebiete k\u00fcnftig wieder verringern, nehmen die Forschenden an. Der Schutzschild-Effekt menschlicher Siedlungen beg\u00fcnstige die Ausbreitung in Verbindung mit Klimawandel und Landnutzungsver\u00e4nderungen aber wahrscheinlich weiterhin.<\/p>\n<p>Erhebliche Auswirkungen auf \u00d6kosysteme <\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Goldschakale sind scheu, meiden den Kontakt mit Menschen und sind nur sehr selten zu sehen. Sie fressen so ziemlich alles, von Kleins\u00e4ugern, Amphibien und Fischen bis hin zu Insekten, Aas und pflanzlicher Nahrung wie \u00c4pfeln und Fr\u00fcchten. Die Tiere gelten als Generalisten, die in beinahe jedem Lebensraum gut zurechtkommen. Nur in Wolfsgebieten werden sie selten heimisch, eben weil der gro\u00dfe Bruder eine t\u00f6dliche Gefahr darstellt.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Erste best\u00e4tigte Nachweise hierzulande gab es 1997 im s\u00fcdlichen Brandenburg. Von der \u00d6ffentlichkeit weitgehend unbemerkt breitete die Art sich immer weiter aus. F\u00fcr Aufsehen sorgte 2025 ein Goldschakal auf der Promi-Insel Sylt. Weil er mehrere Schafe riss, versuchten J\u00e4ger mit beh\u00f6rdlicher Sondergenehmigung, ihn vors Gewehr zu bekommen. Das Tier wurde letztlich nicht wieder gesehen, sein Schicksal bleibt bis heute unklar.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Die Ansiedlung eines neuen Raubtiers k\u00f6nne erhebliche Auswirkungen auf \u00d6kosysteme haben, erl\u00e4utert das Team um Ranc. Schakale k\u00f6nnten einerseits wichtige \u00d6kosystemleistungen erbringen, etwa indem sie Kadaver fr\u00e4\u00dfen. Andererseits k\u00f6nnten sie bestehende Tiergemeinschaften stark ver\u00e4ndern, indem sie mit anderen Arten konkurrieren oder sie erbeuten. Schakale auf nat\u00fcrliche Weise vom Wolf eind\u00e4mmen zu lassen, sei sinnvoller als eine gezielte T\u00f6tung, die sich als wenig effektiv erwiesen habe.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-s__wu_cm Typography_weight-normal__pqUbH Typography_color-darkgrey__sZEnP article-detail-footer_source__KslPc\">Quelle: ntv.de, Annett Stein, dpa<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Siegeszug des GoldschakalsNeues Raubtier macht sich in Deutschland und Europa breit 27.05.2026, 10:07 Uhr Artikel anh\u00f6ren(05:01 min) Goldschakale&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":181653,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[3],"tags":[1001,257,76,75,74,3829,11273,7504],"class_list":["post-181652","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-europa","tag-bildung","tag-deutschland","tag-eu","tag-europa","tag-europe","tag-naturschutz","tag-oekosystem","tag-woelfe"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116645600158856871","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/181652","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=181652"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/181652\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/181653"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=181652"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=181652"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=181652"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}