{"id":184415,"date":"2026-05-28T15:06:10","date_gmt":"2026-05-28T15:06:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/184415\/"},"modified":"2026-05-28T15:06:10","modified_gmt":"2026-05-28T15:06:10","slug":"lungenkrebs-nach-45-jahren-rauchen-aenderte-ein-einziger-arzttermin-alles","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/184415\/","title":{"rendered":"Lungenkrebs: Nach 45 Jahren Rauchen \u00e4nderte ein einziger Arzttermin alles"},"content":{"rendered":"<p>45 Jahre lang rauchte Doris t\u00e4glich ihre Zigaretten. Erst als sie auf einer R\u00f6ntgenaufnahme einen Tumor in ihrer Lunge sieht, h\u00f6rt sie auf. Doch vielen gelingt der Absprung trotz Lungenkrebsdiagnose nicht.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Im Sommer vor sieben Jahren hatte Doris* eine Erk\u00e4ltung. Der Husten hielt sich hartn\u00e4ckig. Sie suchte ihre Haus\u00e4rztin auf, die h\u00f6rte die Lunge ab und sagte: \u201eDa ist ein Ger\u00e4usch, das nicht dorthin geh\u00f6rt.\u201c Sie schickte Doris zum Lungenfachmann, der sollte eine R\u00f6ntgenaufnahme machen. Die damals 63-J\u00e4hrige dachte: \u201eWahrscheinlich eine Entz\u00fcndung\u201c. Doch dann ruft sie der Arzt ins Besprechungszimmer, Doris sieht die R\u00f6ntgenaufnahme und ruft: \u201eAch du Schei\u00dfe\u201c.<\/p>\n<p>Was sie auf dem Bild sieht, erkennbar auch f\u00fcr einen Laien, ist etwas, das da auf keinen Fall hingeh\u00f6rt: ein kleiner Klumpen, vielleicht drei oder vier Zentimeter gro\u00df. Doris wei\u00df sofort, was das hei\u00dft, und dann sagt es auch der Arzt: \u201eEin Tumor, es tut mir leid.\u201c Einen Tag sp\u00e4ter hat sie einen Termin in der Heidelberger Thoraxklinik. Weitere Untersuchungen folgen. Doris hat Gl\u00fcck, es haben sich noch keine Metastasen gebildet, und sie kann, weil sie ansonsten gesund ist, sofort operiert werden.<\/p>\n<p>Der Tumor wird entfernt, zun\u00e4chst muss sie alle drei Monate zur Nachkontrolle, dann alle sechs Monate. Inzwischen ist der Check-up nur noch einmal im Jahr. Wie es aussieht, ist Doris noch einmal davongekommen. Das Rauchen hat sie aufgegeben. 45 Jahre hat sie geraucht, jeden Tag ein bis zwei Packungen. Ihr Vater hat geraucht und ist mit 77 an Blasenkrebs gestorben. <\/p>\n<p>Ihre Schw\u00e4gerin hat geraucht und ist im vergangenen November mit Ende 50 an Lungenkrebs gestorben. Als Doris mit siebzehneinhalb Jahren anf\u00e4ngt zu rauchen, findet ihre Mutter das ok. \u201eMeine Schwester hat die Zigaretten f\u00fcr meinen Vater gerollt, die Ausschussware, was nicht so gut gerollt war, bekam ich.\u201c<\/p>\n<p>Claudia Bauer-Kem\u00e9ny ist \u00c4rztin und leitet an der Thoraxklinik die Ambulanz f\u00fcr Tabakentw\u00f6hnung. Sie kennt Doris aus der Zeit, als diese in Heidelberg in Behandlung war. Bauer-Kem\u00e9ny hat au\u00dferdem viel mit Schulklassen zu tun. Aus dem gesamten Bundesgebiet nehmen Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler an der \u201eohnekippe-Klassenzimmershow\u201c teil, um sich \u00fcber die Gef\u00e4hrlichkeit des Rauchens zu informieren. F\u00fcr Bauer-Kem\u00e9ny ist die Sache klar: \u201eRauchen ist t\u00f6dlich. Punkt.\u201c<\/p>\n<p>Im Tabakrauch seien insgesamt bis zu 12.000 verschiedene chemische Verbindungen enthalten, und nahezu jedes Organ des K\u00f6rpers k\u00f6nne Sch\u00e4den davontragen. So gelte Tabakrauch als wichtigster vermeidbarer Risikofaktor f\u00fcr chronische, nicht \u00fcbertragbare Krankheiten. 80 Prozent aller Lungenkrebsf\u00e4lle und 90 Prozent aller COPD-F\u00e4lle seien auf Tabakkonsum zur\u00fcckzuf\u00fchren. Zudem h\u00e4tten Raucher im Vergleich zu Nichtrauchern ein mehr als doppelt so <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/gesundheit\/article691d88c41e5b9ce006814a0f\/rauchen-bereits-wenige-zigaretten-am-tag-erhoehen-das-risiko-fuer-herzkrankheiten-signifikant.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/gesundheit\/article691d88c41e5b9ce006814a0f\/rauchen-bereits-wenige-zigaretten-am-tag-erhoehen-das-risiko-fuer-herzkrankheiten-signifikant.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">hohes Risiko f\u00fcr Herz-Kreislauf-Erkrankungen <\/a>und Schlaganf\u00e4lle.<\/p>\n<p>Das eigentliche Problem aber sei die Sucht, die durch das Nikotin verursacht werde. Die Tabakindustrie behauptet in gro\u00dfformatigen Anzeigen, die sie etwa in Zeitschriften schaltet, dass Nikotin keinen Krebs verursache. Tats\u00e4chlich ist Nikotin nicht als krebserzeugend klassifiziert. Das gro\u00dfe Schadenspotenzial liegt laut Bauer-Kem\u00e9ny jedoch in seinem hohen <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/gesundheit\/article254341978\/E-Zigarette-Hoechst-alarmierend-Krebs-Forscher-fordern-dringlich-ein-Verbot.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/gesundheit\/article254341978\/E-Zigarette-Hoechst-alarmierend-Krebs-Forscher-fordern-dringlich-ein-Verbot.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Abh\u00e4ngigkeitspotenzial und dass es bei Jugendlichen die Gehirnentwicklung<\/a> beeintr\u00e4chtigen k\u00f6nne.<\/p>\n<p>Deshalb sei die E-Zigarette auch so gef\u00e4hrlich, weil diese genauso schnell s\u00fcchtig mache wie herk\u00f6mmliche Zigaretten. Oft werde der wahre Nikotingehalt auch verschleiert oder falsch auf der Verpackung deklariert. Fatal, weil sich gerade Kinder und Jugendliche von den s\u00fc\u00dfen Aromen, die den E-Zigaretten in tausenden von Varianten beigemischt seien, angesprochen f\u00fchlten. Sie st\u00fcnden deshalb in der Gefahr, schnell s\u00fcchtig zu werden.<\/p>\n<p>E-Zigaretten sind keine gesunden Alternativen<\/p>\n<p>Gesundheitssch\u00e4digend seien E-Zigaretten obendrein. Denn werden die Liquids, die aus einem Gemisch von Glyzerin, Propylenglykol, Aromastoffen sowie meist Nikotin bestehen, erhitzt, entst\u00fcnden gesundheitssch\u00e4dliche und krebserzeugende Substanzen. Das Gleiche gilt nach Angaben der \u00c4rztin f\u00fcr sogenannte Snus und Nikotinbeutel, die zwischen Zahnfleisch und Ober- oder Unterlippe platziert werden. Sie enthielten Tabak (Snus) oder ein Pulver aus Nikotinsalzen, Zellulose und Aromastoffen.<\/p>\n<p>Zwar seien Snus und Nikotinpouches in Deutschland verboten, \u00fcbers Internet lie\u00dfen sich die Pouches jedoch problemlos beziehen. Bauer-Kem\u00e9ny hat es mit Kollegen ausprobiert. \u201eWir haben bei verschiedenen H\u00e4ndlern bestellt, nirgendwo gab es eine Altersabfrage oder wurde der Import nach Deutschland untersagt.\u201c<\/p>\n<p>Den Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern seien diese Gefahren kaum bewusst, merkt Bauer-Kem\u00e9ny immer wieder. \u201eDie nehmen die neuartigen Nikotinprodukte als trendy und harmlos wahr.\u201c Einen Grund f\u00fcr die Beliebtheit sieht die \u00c4rztin in der Nutzung durch Prominente in den Sozialen Medien.<\/p>\n<p>So w\u00fcrden dort mehr als 40 Prozent der bekanntesten deutschen Rap-Musiker f\u00fcr E-Zigaretten oder Shisha-Tabak werden. Die Produkte tr\u00fcgen \u00fcberwiegend die Namen der K\u00fcnstler und seien oft mit einem Foto oder als Comicfigur auf der Verpackung abgebildet. Auf diese Weise werde ein Bild von \u201eGenuss\u201c und \u201eLifestyle\u201c vermittelt. \u201eDas tr\u00e4gt dazu bei, dass Jugendliche den Eindruck gewinnen, Rauchen habe keine ernsten gesundheitlichen Konsequenzen.\u201c<\/p>\n<p>Doris sagt, sie habe gewusst, dass Rauchen nicht gesund sei. \u201eIn der Verwandtschaft hie\u00df es immer: Wenn du zu viel rauchst, spuckst du Blut.\u201c Doch sie raucht weiter und mit ihr die halbe Familie. Zweimal in den mehr als vier Jahrzehnten versucht Doris aufzuh\u00f6ren. Sie klebt sich Entw\u00f6hnungspflaster auf den Oberschenkel und rei\u00dft es nach drei Tagen wieder ab. Erst mit der Schockdiagnose Krebs gelingt ihr der Ausstieg aus der Abh\u00e4ngigkeit.<\/p>\n<p>Laut Bauer-Kem\u00e9ny m\u00f6chte die Mehrheit der Raucher das Rauchen eigentlich beenden, aber nur sechs Prozent untern\u00e4hmen pro Jahr einen Ausstiegsversuch. \u201eOhne professionelle Unterst\u00fctzung schaffen nur drei bis f\u00fcnf Prozent der aufh\u00f6rwilligen Raucher den dauerhaften Rauchstopp.\u201c Doris sagt, sie sei froh, dass sie nicht mehr raucht, dass sie nicht mehr rauchen muss. Ihre Schwester ist noch voll dabei, wie ihr Vater rollt sie ihre Zigaretten. Wie viele, das wisse sie wohl selbst nicht.<\/p>\n<p>KNA\/lk<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"45 Jahre lang rauchte Doris t\u00e4glich ihre Zigaretten. 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