{"id":184731,"date":"2026-05-28T18:15:12","date_gmt":"2026-05-28T18:15:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/184731\/"},"modified":"2026-05-28T18:15:12","modified_gmt":"2026-05-28T18:15:12","slug":"who-owns-your-data-digital-shadows-im-dschungel-wien-the-gap","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/184731\/","title":{"rendered":"Who Owns Your Data? \u2013 \u00bbDigital Shadows\u00ab im Dschungel Wien \u2013 The Gap"},"content":{"rendered":"<p>Bedrohlich \u00fcberzeichnete Kapitalisten zerren an digitalen K\u00f6rpern: Die Produktion \u00bbDigital Shadows\u00ab \u00fcbt Kritik an machtvollen Systemen der Ausbeutung.<\/p>\n<p>            <img width=\"750\" height=\"501\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/digital-shadows-03-10-25-c-nick-mangafas-man_4720-1024x684.jpg\" class=\"attachment-large size-large wp-post-image\" alt=\"\" decoding=\"async\" fetchpriority=\"high\"  \/><\/p>\n<p>\n                        \u00a9 Nick Mangafas\n                    <\/p>\n<p>Beim Eintritt in den Auff\u00fchrungsraum taucht man in eine d\u00fcstere Atmosph\u00e4re ein. Auf einem \u00fcberdimensionalen W\u00fcrfel sitzt eine dunkel gekleidete Person und produziert Daten, die visuell als Seifenblasen erscheinen. Als diese in der bedrohlichen Atmosph\u00e4re sofort zerplatzen, f\u00e4llt die Person schockiert nach hinten um und ruft lauthals: \u00bbMeine Daten!\u00ab<\/p>\n<p>Schnell wird klar, dass in \u00bbDigital Shadows\u00ab Kritik an einflussreichen Tech-Unternehmen wie Meta, Google oder Palantir ge\u00fcbt werden soll: In hautengem Kost\u00fcm und mit Tablet als Gesicht beginnt ein Datensatz zu tanzen. Der digitale Schatten bewegt sich auf pr\u00e4zise Weise, \u00e4hnlich einem Roboter oder glitchy Deepfake. Die geisterhafte, weil k\u00f6rperlose Stimme des Schattens erz\u00e4hlt davon, wie physisches Material in den Datenk\u00f6rper \u00fcbersetzt wurde. Einsch\u00fcchternde Figuren in karikierenden M\u00e4nnermasken erscheinen. Sie zerren am (digitalen) K\u00f6rper, um ihre Geldkoffer zu f\u00fcllen, wobei sie grenzenlos und \u00fcbergriffig agieren. Vor allem choreografische Momente wie dieser erzeugen produktive Fragen \u00fcber Eigentum von Daten und kapitalistische Interessen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"684\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/digital-shadows-03-10-25-c-nick-mangafas-man_4829-1024x684.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-154589\"  \/><\/p>\n<p>\u00bbDigital Shadows\u00ab (Bild: Nick Mangafas)<\/p>\n<p>Im Ring der Daten<\/p>\n<p>Karikierende Masken erweisen sich als wiederholtes Element der Inszenierung. Eine kluge Idee, denn sie repr\u00e4sentiert zugleich Anonymit\u00e4t wie Hypersichtbarkeit digitaler Ph\u00e4nomene. Die maskierten Figuren sprechen dabei nicht direkt, sondern \u00fcber Audioaufnahmen, wodurch eine Distanz zwischen der Kommunikation in der digitalen Sph\u00e4re und jener in der AFK-Welt entsteht. Der affektive H\u00f6hepunkt der Inszenierung stellt sich beim Wrestlingkampf zwischen dem gro\u00dfk\u00f6pfigen Elon Musk und dem sturk\u00f6pfigen Mark Zuckerberg ein. Darin geht es \u2013 wie k\u00f6nnte es auch anders sein \u2013 wieder um Daten. Das Match aus spektakul\u00e4ren Schl\u00e4gen, W\u00fcrfen und Spr\u00fcngen k\u00f6nnte auch als Tiktok-Content durchgehen, \u00fcbt aber durchaus differenzierte Kritik, indem es die gierigen Protagonisten als solche entlarvt.<\/p>\n<p>Andere szenische Ideen, wie beispielsweise der etwas gequ\u00e4lte Versuch das Publikum zu involvieren, f\u00fchlen sich hingegen eher unrund an. Vor allem die abgespielten Textpassagen sind durchwegs holprig, unzureichend dramaturgisch eingebunden und weisen eine schlechte Audioqualit\u00e4t auf. Dies f\u00fchrt dazu, dass die Inszenierung prim\u00e4r aufgrund der geschickt gebauten Atmosph\u00e4re wirkt und die Komplexit\u00e4t der antikapitalistischen Kritik zunehmend verpufft. So baut \u00bbDigital Shadows\u00ab ein affektives Schreckensszenario, ohne schlussendlich Auswege oder Alternativen aufzuzeigen. Denn das Digitale k\u00f6nnte ja durchaus auch utopische Potenziale liefern: Copyleft anstatt Copyright!<\/p>\n<p>Die Produktion \u00bbDigital Shadows\u00ab wurde von 20. bis 23. Mai im Dschungel Wien aufgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Dieser Text ist im Rahmen eines\u00a0<a href=\"https:\/\/thegap.at\/dschungel-stip-2025\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">Schreibstipendiums<\/a>\u00a0in Kooperation mit dem\u00a0<a href=\"https:\/\/www.dschungelwien.at\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">Dschungel Wien<\/a>\u00a0entstanden.<\/p>\n<p>\n            Newsletter abonnieren\n        <\/p>\n<p>\n            Abonniere unseren Newsletter und erhalte alle zwei Wochen eine Zusammenfassung der neuesten Artikel, Ank\u00fcndigungen, Gewinnspiele und vieles mehr &#8230;\n        <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Bedrohlich \u00fcberzeichnete Kapitalisten zerren an digitalen K\u00f6rpern: Die Produktion \u00bbDigital Shadows\u00ab \u00fcbt Kritik an machtvollen Systemen der Ausbeutung.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":184732,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[22],"tags":[46,42,56191,431,16375,147,44,16377,148],"class_list":["post-184731","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-unterhaltung","tag-at","tag-austria","tag-digital-shadows","tag-dschungel","tag-dschungel-wien","tag-entertainment","tag-oesterreich","tag-schreibstipendium","tag-unterhaltung"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116653570725250421","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/184731","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=184731"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/184731\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/184732"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=184731"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=184731"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=184731"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}