{"id":187481,"date":"2026-05-30T04:08:06","date_gmt":"2026-05-30T04:08:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/187481\/"},"modified":"2026-05-30T04:08:06","modified_gmt":"2026-05-30T04:08:06","slug":"beran-a-und-arda-k-prozess-um-swift-anschlag-verurteilte-bleiben-in-ja-wiener-neustadt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/187481\/","title":{"rendered":"Beran A. und Arda K. &#8211; Prozess um Swift-Anschlag: Verurteilte bleiben in JA Wiener Neustadt"},"content":{"rendered":"<p>Jedenfalls bis dahin ist davon auszugehen, dass die 21-J\u00e4hrigen ihre U-Haft weiter in Einzelhaft absitzen werden. In der JA Wiener Neustadt werden sie psychologisch und von Mitarbeitern einer Deradikalisierungsstelle betreut und regelm\u00e4\u00dfig von ihren Familien besucht.<\/p>\n<p>                                    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/img-Ur5WtWHjVz6XB4ds.jpeg\" alt=\"Prozess um vereitelten Swift-Anschlag: Hohe Haftstrafen\"\/><\/p>\n<p>    Schuldspr\u00fcche<\/p>\n<p>&#8222;In der Strafhaft wird es dann wichtig sein, dass man ihnen Perspektiven gibt&#8220;, erkl\u00e4rte Anna Mair, die Verteidigerin von Beran A., Freitagmittag im Gespr\u00e4ch mit der APA.<\/p>\n<p>Beran A. &#8222;f\u00fcr handwerklichen Beruf geeignet&#8220;<\/p>\n<p>Ihrem Mandanten sei klar, dass er einige Jahre im Gef\u00e4ngnis vor sich habe: &#8222;Aber wenn er rauskommt, ist er noch immer ein junger Mann.&#8220; Daher sei es wichtig, dass man ihm im Gef\u00e4ngnis die M\u00f6glichkeit einer Berufsausbildung gibt: &#8222;Er w\u00e4re f\u00fcr einen handwerklichen Beruf geeignet.&#8220; Von essenzieller Bedeutung sei, &#8222;dass man ihn in Haft nicht allein mit seinen Gedanken l\u00e4sst&#8220;, bemerkte Mair.<\/p>\n<p>Seit seiner Festnahme am 7. August 2024 durchl\u00e4uft Beran A. ein Deradikalisierungsprogramm, das er laut seiner Rechtsvertreterin auch annimmt. &#8222;Er hat seine damalige Einstellung ge\u00e4ndert und sehr viele seiner Ansichten \u00fcberdacht&#8220;, sagte Mair. Das Thema Religion spiele insofern keine Rolle mehr, als er &#8222;erkannt hat, dass er damals keine Religion gelebt hat, sondern eine Ideologie.&#8220; Vom Gedankengut der radikal-islamischen Terror-Miliz &#8222;Islamischer Staat&#8220; (IS) habe sich Beran A. distanziert.<\/p>\n<p>Dreik\u00f6pfige anschlagsbereite Terror-Zelle<\/p>\n<p>Dasselbe gilt f\u00fcr Arda K., versicherte sein Verteidiger David Jodlbauer. Den nicht rechtskr\u00e4ftigen Feststellungen von Donnerstagabend zufolge &#8211; aktuell liegen noch keine Rechtsmittelerkl\u00e4rungen der Staatsanwaltschaft und der Verteidigung vor &#8211; hatten sich Arda K. und Beran A. \u00fcber den gemeinsamen Bekannten Hasan E. dem IS zugewandt und waren im Herbst 2023 derma\u00dfen radikalisiert, dass sie Anschlagspl\u00e4ne im Ausland ins Auge fassten.<\/p>\n<p>Drei zeitgleiche Anschl\u00e4ge an drei unterschiedlichen Orten waren f\u00fcr den 11. M\u00e4rz 2024 geplant, wobei Beran A. und Arda K. unverrichteter Dinge aus Dubai bzw. Istanbul zur\u00fcckkehrten. Hasan E. allerdings kaufte sich auf einem Obst- und Gem\u00fcsemarkt in Mekka ein Messer und rammte die Klinge vor der Al-Har\u0101m-Moschee einem Wachmann in den Hals.<\/p>\n<p>Ehe er festgenommen werden konnte, stach er auf weitere vier Personen ein. Alle f\u00fcnf Opfer \u00fcberlebten. Hasan E. sitzt seither in Saudi-Arabien in Haft und wartet dort auf den Ausgang seines Strafverfahrens, in dem er wohl mit der Todesstrafe rechnen muss.<\/p>\n<p>Beran A. verfolgte nach seiner R\u00fcckkehr in \u00d6sterreich weiterhin terroristische Absichten. Laut nicht rechtskr\u00e4ftigem Urteil wollte er nach vergeblichen Versuchen, an Schusswaffen zu kommen bzw. Sprengstoff herzustellen, mit einem Auto in eine Menschenmenge vor dem Ernst-Happel-Stadion rasen, um m\u00f6glichst viele Swift-Fans zu t\u00f6ten.<\/p>\n<p>Arda K. verhielt sich demgegen\u00fcber ruhig. Er wurde erst im April 2025 im Zuge der Erhebungen gegen Beran A. festgenommen. Zu diesem Zeitpunkt habe er &#8222;l\u00e4ngst wieder ein weltliches Leben gef\u00fchrt und sich von IS-Inhalten losgesagt&#8220;, sagte sein Rechtsvertreter Freitagmittag im Gespr\u00e4ch mit der APA.<\/p>\n<p>F\u00fcr DSN Ermittlungen zu Swift-Anschlagspl\u00e4nen abgeschlossen<\/p>\n<p>In Haft wird Arda K. von der Deradikalisierungsstelle Derad betreut, berichtete Verteidiger Jodlbauer: &#8222;Mein Gef\u00fchl ist, dass er das gut annimmt und diese Inhalte bei ihm auf fruchtbaren Boden fallen.&#8220; Er gehe davon aus, &#8222;dass er derzeit nicht mehr gef\u00e4hrlich ist.&#8220; Arda K. sei &#8222;erleichtert, dass das Verfahren vorbei ist&#8220;, er schaue jetzt in die Zukunft. &#8222;Er will so schnell es geht die Matura nachmachen. Und dann wird er etwas Kaufm\u00e4nnisches studieren&#8220;, erkl\u00e4rte Jodlbauer.<\/p>\n<p>Mit dem Wiener Neust\u00e4dter Urteil ist aus Sicht der Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst (DSN) die strafrechtliche Aufarbeitung zu den Swift-Anschlagspl\u00e4nen abgeschlossen. Derzeit sind in diesem Zusammenhang keine Ermittlungen anh\u00e4ngig bzw. offen, hie\u00df es am Freitagnachmittag auf APA-Anfrage. Dass ein Bekannter von Beran A., der beim B\u00fchnen-Aufbau im Happel-Stadion mitgewirkt hatte, von dessen Terror-Pl\u00e4nen wusste, lie\u00df sich nicht nachweisen.<\/p>\n<p>Der Bekannte wurde im vergangenen Juli als IS-Propagandist in Wiener Neustadt zu zwei Jahren unbedingter Haft verurteilt, weitere sechs Monate setzte es im J\u00e4nner in Wien f\u00fcr Gewaltt\u00e4tigkeiten im so genannten Bandenkrieg zwischen Tschetschenen und arabisch st\u00e4mmigen jungen M\u00e4nnern. Arda K. wiederum hatte nach seiner R\u00fcckkehr nach \u00d6sterreich im Fr\u00fchjahr 2024 keinen nachweislichen Kontakt zu Beran A.<\/p>\n<p>J\u00fcngste Terror-Urteile f\u00fcr Leichtfried &#8222;sehr wichtig&#8220;<\/p>\n<p>Nach den erstinstanzlichen Urteilen zum Terror-Anschlag in Villach und zum verhinderten Swift-Attentat meldete sich am Freitag auch Staatsschutz-Staatssekret\u00e4r J\u00f6rg Leichtfried (SP\u00d6) zu Wort.<\/p>\n<p>&#8222;Diese Urteile waren aus mehreren Gr\u00fcnden sehr wichtig. Extremistische Vorf\u00e4lle bewegen sich weiterhin auf einem sehr hohen Niveau. Die Tendenz ist steigend. Gleichzeitig werden T\u00e4ter durch die zunehmende Online-Radikalisierung immer j\u00fcnger, wie die F\u00e4lle in Villach und rund um das Taylor-Swift-Konzert gezeigt haben&#8220;, f\u00fchrte Leichtfried gegen\u00fcber der APA aus.<\/p>\n<p>Das Durchschnittsalter von Hochrisikogef\u00e4hrdern liege mittlerweile bei nur noch 23 Jahren, gab Leichtfried zu bedenken. &#8222;Deshalb m\u00fcssen wir entschlossen handeln. Eine Altersbeschr\u00e4nkung f\u00fcr die Nutzung von sozialen Medien ist ein erster wichtiger Schritt, um Online-Radikalisierung einzud\u00e4mmen und Kinder und Jugendliche besser zu sch\u00fctzen&#8220;, stellte er klar.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Jedenfalls bis dahin ist davon auszugehen, dass die 21-J\u00e4hrigen ihre U-Haft weiter in Einzelhaft absitzen werden. 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