{"id":187679,"date":"2026-05-30T06:41:07","date_gmt":"2026-05-30T06:41:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/187679\/"},"modified":"2026-05-30T06:41:07","modified_gmt":"2026-05-30T06:41:07","slug":"oegk-spart-bei-krankentransporten-und-waelzt-die-verantwortung-auf-aerztinnen-und-aerzte-ab","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/187679\/","title":{"rendered":"\u00d6GK spart bei Krankentransporten \u2013 und w\u00e4lzt die Verantwortung auf \u00c4rztinnen und \u00c4rzte ab"},"content":{"rendered":"<p>Die \u00d6sterreichische Gesundheitskasse (\u00d6GK) versch\u00e4rft die Voraussetzungen f\u00fcr Krankentransporte auf Kassenkosten deutlich. In einem aktuellen Schreiben an \u00c4rztinnen und \u00c4rzte pr\u00e4zisiert die \u00d6GK den Begriff der \u201eGehunf\u00e4higkeit\u201c neu: Ein Krankentransport ist demnach nur noch dann gerechtfertigt, wenn sich eine Person aufgrund ihres Gesundheitszustands au\u00dferhalb der Wohnung nicht selbst fortbewegen kann \u2013 auch nicht mit Gehhilfe oder Begleitperson.  Keine Kosten\u00fcbernahme soll k\u00fcnftig mehr erfolgen, wenn<\/p>\n<p>\u00f6ffentliche Verkehrsmittel fehlen, <\/p>\n<p>die Infrastruktur mangelhaft ist oder <\/p>\n<p>keine Begleitperson verf\u00fcgbar ist. <\/p>\n<p>Bisher galt als gehunf\u00e4hig, wer aus gesundheitlichen Gr\u00fcnden kein \u00f6ffentliches Verkehrsmittel, auch nicht mit Begleitperson nutzen konnte. <\/p>\n<p>\u00c4rztinnen und \u00c4rzte sollen notwendige Krankentransporte detailliert begr\u00fcnden<br \/>Gleichzeitig fordert die \u00d6GK von \u00c4rztinnen und \u00c4rzten eine deutlich detailliertere Begr\u00fcndung f\u00fcr die medizinische Notwendigkeit eines Krankentransports. Fehlt diese nachvollziehbare Dokumentation, werden die Kosten nicht \u00fcbernommen. Ausnahmen gelten weiterhin etwa f\u00fcr immungeschw\u00e4chte Patientinnen und Patienten nach Tumorbehandlungen sowie f\u00fcr jene mit isolationspflichtigen Infektionskrankheiten. Auch f\u00fcr Transporte zur Chemo- oder Strahlentherapie sowie zur Durchf\u00fchrung einer Dialysebehandlung gelten die Regeln der \u201eGehunf\u00e4higkeit\u201c nicht. Die \u00d6GK begr\u00fcndet die Neuregelung damit, Krankentransporte auf medizinisch notwendige F\u00e4lle zu beschr\u00e4nken und unn\u00f6tige Fahrten zu vermeiden. Seit Juli 2025 hebt die \u00d6GK bei planbaren Krankentransporten ohne Sanit\u00e4terbegleitung die Rezeptgeb\u00fchr von 7,55 Euro ein, mit Sanit\u00e4terbegleitung 15,10 Euro.<\/p>\n<p>\u201eMit der Neudefinition des Begriffes \u201eGehunf\u00e4higkeit\u201c nimmt die \u00d6GK sehr empfindliche Leistungsk\u00fcrzungen f\u00fcr Versicherte vor. Dass angesichts der finanziellen Situation Einsparungen notwendig sind, ist nachvollziehbar. V\u00f6llig unverst\u00e4ndlich ist jedoch, dass sich die \u00d6GK bei Umsetzung und Kommunikation dieser Ma\u00dfnahmen aus der Verantwortung stiehlt und die gesamte Belastung auf die niedergelassenen \u00c4rztinnen und \u00c4rzte abw\u00e4lzt\u201c, kritisiert \u00c4rztekammerpr\u00e4sident Dr. Harald Schl\u00f6gel.<\/p>\n<p>\u00d6GK nimmt sich in der Umsetzung der Sparma\u00dfnahme aus der Verantwortung <br \/>\u201eWir erhalten ein lapidares Schreiben, sollen die neuen Regeln administrieren, die Neudefinition von \u201aGehunf\u00e4higkeit\u2018 erkl\u00e4ren, die medizinische Notwendigkeit detailliert begr\u00fcnden \u2013 und letztlich auch den \u00c4rger jener Patientinnen und Patienten abfangen, die ihren Krankentransport k\u00fcnftig gro\u00dfteils privat bezahlen m\u00fcssen. Neben dem Aufruf von \u00d6GK-Obmann Andreas Huss zur Vier-Minuten-Medizin sollen wir jetzt auch noch die Sparma\u00dfnahmen der \u00d6GK gegen\u00fcber den Versicherten rechtfertigen\u201c, sagt Dr. Dagmar Fedra-Machacek, Kurienobfrau und niedergelassene Kassen\u00e4rztin.<\/p>\n<p>Wer nicht rund 300 Patientinnen oder Patienten pro Woche \u201edurchschleust\u201c, gilt f\u00fcr die \u00d6GK nicht als versorgungswirksam. Die Mindest\u00f6ffnungszeit einer Kassenordination betr\u00e4gt 20 Wochenstunden. Bei 300 Patientinnen und Patienten bleiben somit im Schnitt vier Minuten pro Person.<\/p>\n<p>Die Kurienobfrau rechnet damit, dass k\u00fcnftig nur noch schwerstkranke Personen Anspruch auf einen Krankentransport auf Kassenkosten haben \u2013 etwa bettl\u00e4gerige oder komat\u00f6se Personen, immungeschw\u00e4chte Patientinnen und Patienten nach Chemotherapien oder Menschen mit isolationspflichtigen Infektionskrankheiten. <\/p>\n<p>Kasse spart bei Transporten, \u00c4rzteschaft bleibt auf Verantwortung und \u00c4rger sitzen<br \/>\u201eDie \u00d6GK versch\u00e4rft die Regeln, zieht sich aber bei den Folgen aus der Verantwortung. Wir \u00c4rztinnen und \u00c4rzte sollen restriktive Vorgaben umsetzen, den Patientinnen und Patienten Leistungsk\u00fcrzungen erkl\u00e4ren und am Ende auch deren \u00c4rger ausbaden. Das ist keine saubere Steuerung, sondern eine Verlagerung von Verantwortung auf die Ordinationen\u201c, sagt Fedra-Machacek abschlie\u00dfend.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die \u00d6sterreichische Gesundheitskasse (\u00d6GK) versch\u00e4rft die Voraussetzungen f\u00fcr Krankentransporte auf Kassenkosten deutlich. 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