{"id":190607,"date":"2026-06-01T02:14:12","date_gmt":"2026-06-01T02:14:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/190607\/"},"modified":"2026-06-01T02:14:12","modified_gmt":"2026-06-01T02:14:12","slug":"referendum-gescheitert-hamburgs-bewohner-stimmen-gegen-olympia-bewerbung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/190607\/","title":{"rendered":"Referendum gescheitert: Hamburgs Bewohner stimmen gegen Olympia-Bewerbung"},"content":{"rendered":"<p>Hamburg wird sich nicht f\u00fcr die Olympischen Sommerspiele 2036, 2040 und 2044 bewerben. Eine Mehrheit der B\u00fcrger sprach sich in einem Referendum gegen die Spiele in ihrer Stadt aus.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Hamburg scheidet nach dem B\u00fcrgerwillen aus dem Rennen um die deutsche Kandidatur f\u00fcr <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/olympische-sommerspiele\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/olympische-sommerspiele\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">die Olympischen und Paralympischen Spiele<\/a> aus, noch bevor es richtig angefangen hat. Die Initiatoren einer Bewerbung scheiterten wie 2015 mit ihrem Referendum, rund 55 Prozent der abgegebenen Stimmen gingen an die Gegner einer Bewerbung.<\/p>\n<p>Schon vor Ende der Ausz\u00e4hlung der Stimmen stand die Mehrheit gegen die Pl\u00e4ne fest, das globale Sportfest 2036, 2040 und 2044 an Alster und Elbe zu holen. Laut Landeswahlleiter Oliver Rudolf waren 652.193 Stimmen abgegeben worden. Die Wahlbeteiligung lag bei 49,5 Prozent. Rund 1,3 Millionen Menschen ab 16 Jahren waren stimmberechtigt. <\/p>\n<p>Der rot-gr\u00fcne Senat mit dem Ersten B\u00fcrgermeister Peter Tschentscher (SPD) an der Spitze erlebte damit ein Debakel wie der Senat vor elf Jahren. Damals hatten die B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger schon einmal gegen eine Bewerbung Hamburgs f\u00fcr die Spiele 2024 entschieden. Damals stimmten 51,6 Prozent dagegen, nur 48,4 Prozent daf\u00fcr. Die Wahlbeteiligung war mit 50,2 Prozent sogar noch h\u00f6her als diesmal.<\/p>\n<p>Nach dem Votum kann die Stadt nicht mehr in den nationalen Wettstreit mit M\u00fcnchen, der Rhein-Ruhr-Region mit K\u00f6ln als Zentrum und Berlin eintreten. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) entscheidet am 26. September, mit welchem Kandidaten er ins internationale Bewerbungsverfahren geht. <\/p>\n<p>M\u00fcnchen und Rhein-Ruhr-Region mit positiven Voten<\/p>\n<p>Der DOSB bewertet alle Kandidaten mit Hilfe einer Matrix, in die auch die B\u00fcrgerbefragungen ber\u00fccksichtigt werden. Der DOSB-Vorstandsvorsitzende Otto Fricke hatte zuletzt ausdr\u00fccklich ein positives Votum in Hamburg erhofft, dieser Wunsch blieb unerf\u00fcllt.<\/p>\n<p>Nach dem Ausscheiden Hamburgs hat der DOSB nur noch drei Bewerber zur Auswahl. In M\u00fcnchen und der Rhein-Ruhr-Region hatten sich jeweils etwa 66 Prozent f\u00fcr die Bewerbungen ausgesprochen. Berlin verzichtet aus verfassungsrechtlichen Gr\u00fcnden auf ein Referendum. Stattdessen beschloss das Abgeordnetenhaus am 21. Mai mehrheitlich, sich um Olympia zu bewerben. <\/p>\n<p>Bei dem B\u00fcrgerentscheid von Hamburgs vorgesehenem Partner Kiel am 19. April hatten 63,5 Prozent daf\u00fcr gestimmt, dass sich die Stadt f\u00fcr k\u00fcnftige Spiele in Deutschland als Segelstandort empfiehlt. Kiel muss nun hoffen, auch bei den anderen Bewerbern zum Zuge zu kommen.<\/p>\n<p>Breites B\u00fcndnis pro Olympia reicht nicht<\/p>\n<p>In Hamburg bef\u00fcrwortete ein breites B\u00fcndnis aus Politik, dem organisierten Sport, Wirtschaft und Kultur Olympia an Alster und Elbe. Dagegen sprachen sich unter anderem die Linke und die AfD, die Initiative \u201eNOlympia\u201c und auch Umweltschutzverb\u00e4nde aus.<\/p>\n<p>In den Wochen vor dem Referendum hatte die Pro-Kampagne das Stadtbild mit zahlreichen Prominenten auf den Plakaten dominiert. Die Gegner kamen bescheidener daher. Die Aufsteller der Initiative \u201eNOlympia\u201c und der Linken gingen beinahe unter in der Farbenflut des Logos der Hamburger Olympia-Kampagne. <\/p>\n<p>Olympia-Wahlk\u00e4mpfer Tschentscher <\/p>\n<p>Das Nein der Hamburger Bev\u00f6lkerung ist auch f\u00fcr B\u00fcrgermeister Tschentscher mit seinem Senat eine Niederlage. Tschentscher engagierte sich auff\u00e4llig als Olympia-Wahl- und Vork\u00e4mpfer. Seit M\u00e4rz tingelte er durch die Stadt, um die Bev\u00f6lkerung f\u00fcr Olympia zu begeistern. <\/p>\n<p>Stets sprach er von der gro\u00dfen Chance f\u00fcr die Stadt und ihre Menschen, von den wirtschaftlichen M\u00f6glichkeiten, aber auch davon, dass sich Olympia der Stadt anpassen werde und nicht die Stadt Olympia. Er verwies darauf, dass das Konzept Hamburgs Spiele der kurzen Wege plane, dass die Wettkampfst\u00e4tten schon da seien oder nur tempor\u00e4r gebaut w\u00fcrden. <\/p>\n<p>Die Zweifler \u00fcberzeugt das nicht. Wie 2015 argumentierten die Olympia-Gegner mit unkalkulierbaren finanziellen Risiken sowie Belastungen f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung, die Stadt und die Umwelt durch Verkehr und Bauma\u00dfnahmen. Die ohnehin hohen Mieten w\u00fcrden weiter steigen, die positiven Wirkungen f\u00fcr den Breitensport gebe es nicht.<\/p>\n<p>Auch den vom Tschentscher angef\u00fchrten Kulturwandel innerhalb des Internationalen Olympischen Komitees (<a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/ioc\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/ioc\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">IOC<\/a>) k\u00f6nnen die Kritiker nicht feststellen. Am Ende folgte die Mehrheit der Hamburgerinnen und Hamburger den Gegnern.<\/p>\n<p>step<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Hamburg wird sich nicht f\u00fcr die Olympischen Sommerspiele 2036, 2040 und 2044 bewerben. 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