{"id":192766,"date":"2026-06-02T03:26:24","date_gmt":"2026-06-02T03:26:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/192766\/"},"modified":"2026-06-02T03:26:24","modified_gmt":"2026-06-02T03:26:24","slug":"kia-ray-ev-leider-nichts-fuer-europa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/192766\/","title":{"rendered":"Kia Ray EV: Leider nichts f\u00fcr Europa"},"content":{"rendered":"<p>Gr\u00f6\u00dfer schwerer, meist teurer: dieser Trend ist auch bei Elektroautos feststellbar. In Korea verkauft Kia mit dem Ray EV ein Minicar, was man sich auch in Europa w\u00fcnschen w\u00fcrde. <\/p>\n<p>Bip bip. Ein Druck auf den Schl\u00fcssel und der <a href=\"https:\/\/www.electrifiedmagazin.de\/elektro\/kia-ev5-gt-jetzt-wird-es-sportlich\/18644\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Kia<\/a> Ray EV antwortet mit einem Piepton. Die Schiebet\u00fcr gleitet auf, der Fotograf will\u2019s gleich wissen und setzt sich nach hinten. Ein kurzer Blick hinein durch die riesige \u00d6ffnung: Von au\u00dfen winzig, innen pl\u00f6tzlich erstaunlich ger\u00e4umig. Schnell die Fototasche im Heck verstaut \u2013 sogar in einem so kleinen Auto gibt\u2019s eine elektrische Klappe \u2013 und los geht\u2019s.<\/p>\n<p>Man sitzt hoch in dem nur 3,60 Meter kurzen W\u00e4gelchen, das an japanische Kei-Cars erinnert, jene extrem platzsparenden Minivans, die m\u00f6glichst viel Innenraum auf m\u00f6glichst kleiner Grundfl\u00e4che bieten. Gerade Linien, hohe Dachkante, schmale Karosserie, dazu hinten rechts eine Schiebet\u00fcr wie bei einem kleinen Van. So bietet der Kia viel Luft \u00fcber dem Kopf und erstaunlich viel Abstand zwischen Vorder- und R\u00fcckbank. Dann f\u00e4llt die T\u00fcr blechern scheppernd wieder ins Schloss. Hochwertig wirkt das nicht. Muss es auch nicht. Der Ray EV soll einfach nur praktisch sein.<\/p>\n<p>Entspannt aus dem Parkhaus<\/p>\n<p>Das l\u00e4sst er schon auf den ersten Metern sp\u00fcren. Aus der Tiefgarage windet sich die Betonschnecke in engen Kehren Richtung Ausfahrt. Gro\u00dfe SUV m\u00fcssen hier mehrfach korrigieren und sich Zentimeter f\u00fcr Zentimeter an den Betonw\u00e4nden vorbeizirkeln. Der kleine Kia dagegen huscht beinahe spielerisch die engen Kurven hinauf. Ein kurzer Lenkeinschlag, kaum Rangieren, dann taucht der kastige Mini-Van in den dichten Verkehr von Seoul. Zwischen den gro\u00dfen Limousinen, stylischen Elektro-SUVs und Bussen wirkt der Winzling wie ein Auto aus einer anderen Zeit, wenn er sich lautlos in die kleinste L\u00fccke zw\u00e4ngt.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend in Europa ein Wettr\u00fcsten um Reichweite, Leistung und Batteriegr\u00f6\u00dfen l\u00e4uft, verfolgt Kia mit dem Ray einen pragmatischen Ansatz. So wie fr\u00fcher Smart Electric Drive, Toyota iQ, Opel Adam oder VW Up. Sie zeigten einst, wie kompakte Stadtautos funktionieren k\u00f6nnen. Doch der Markt verlangte gr\u00f6\u00dfere Fahrzeuge und immer strengere EU-Vorgaben bei Assistenzsystemen und Sicherheitstechnik gaben ihnen den Rest.<\/p>\n<p>Keine Pl\u00e4ne f\u00fcr Europa<\/p>\n<p>Umso erstaunlicher, dass Kia das Minicar nicht nach Europa bringt. Aber vermutlich w\u00fcrden er an strengeren Crashvorgaben und hohen Homologationskosten scheitern. 2011 startete er mit einem Dreizylinder-Verbrenner, kurz darauf folgte der EV als erstes Serien-Elektroauto eines koreanischen Herstellers.<\/p>\n<p>Die ersten Fahrzeuge gingen vor allem an Beh\u00f6rden, kommunale Einrichtungen und staatlich unterst\u00fctzte Mobilit\u00e4tsprojekte in Seoul. Heute geh\u00f6rt der Ray EV ganz selbstverst\u00e4ndlich zum Stra\u00dfenbild, nicht nur in der Millionenmetropole Seoul. Genutzt als Shuttle oder Sharing-Fahrzeug, als privates Stadtauto oder ohne R\u00fcckbank als Mini-Transporter.<\/p>\n<p>Mit guter \u00dcbersicht durch gro\u00dfe Scheiben surren wir durch die City. Extrem kurze \u00dcberh\u00e4nge vorne und hinten helfen dabei. Wo die Windschutzscheibe ins Armaturenbrett \u00fcbergeht, endet praktisch schon die Front des Autos. Parkpiepser? \u00dcberfl\u00fcssig. Wo gro\u00dfe SUV an engen Kreuzungen rangieren m\u00fcssen, huscht der Ray beinahe spielerisch durch schmale Gassen und Parkl\u00fccken.<\/p>\n<p>Der Elektroantrieb passt deutlich besser zum Charakter des Autos als die \u00fcblichen Kleinwagen-Benziner. Leise gleitet er dahin, seine 64 kW\/87 PS gen\u00fcgen v\u00f6llig. Gerade an Ampeln wirkt der Ray munterer, als die Zahlen vermuten lassen. Die starke Rekuperation erm\u00f6glicht entspanntes One-Pedal-Fahren im Stadtverkehr. Querfugen und Kanaldeckel reichen die kurzen Federwege allerdings recht direkt weiter. Auch die schmalen Sitze zeigen schnell, dass Komfort hier nicht oberste Priorit\u00e4t hatte.<\/p>\n<p>Asymmetrische T\u00fcr\u00f6ffnung<\/p>\n<p>Fotostopp am Ufer des Han-Flusses. Besonders clever wirkt die asymmetrische T\u00fcrl\u00f6sung auf der Beifahrerseite mit gro\u00dfer Schiebet\u00fcr, w\u00e4hrend vorne die T\u00fcr beinahe im rechten Winkel aufschwingt. Das ergibt eine riesige Einstiegs\u00f6ffnung, wie man sie sonst nur von gro\u00dfen Vans kennt. Super in engen Parkbuchten oder beim Beladen. Hinter dem Kia-Logo in der Front sitzt gut erreichbar die Ladebuchse, ebenfalls ganz auf den Stadtalltag ausgelegt.<\/p>\n<p>Auch im Innenraum geht es nur um Funktionalit\u00e4t. N\u00fcchterne Instrumente, eine verschiebbare R\u00fcckbank, deren Lehnen sich in der Neigung anpassen oder komplett umklappen lassen. Kia bewirbt den Wagen sogar als Mini-Camper, in dem sich zwei Erwachsene langlegen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Der Ray von 2026 basiert immer noch auf der ersten Generation. Doch ein Facelift brachte 2023 einen komplett neuen Elektroantrieb mit einer 35-kWh-LFP-Batterie. Beim Start zeigte der Bordcomputer 254 Kilometer Reichweite an, und der Wert sinkt nur langsam. Ein Zeichen daf\u00fcr, wie effizient der Wagen im Stadtverkehr unterwegs ist. In Korea startet der Viersitzer aktuell bei umgerechnet etwas mehr als 16.000 Euro, die besser ausgestattete Version Air liegt bei rund 17.200 Euro. Optional l\u00e4sst sich der kleine Stromer mit W\u00e4rmepumpe, Sitzheizung vorne und hinten oder zus\u00e4tzlichen Fahrassistenten aufr\u00fcsten. Von solchen Preisen k\u00f6nnen EV-K\u00e4ufer in Europa nur tr\u00e4umen.<\/p>\n<p>Nichts f\u00fcr die Langstrecke<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich ist der Ray EV kein Langstreckenauto. Bei Tempo 100 pfeift der Fahrtwind um die Frontscheibe, Verwirbelungen von Lkw bringen den kurzen Wagen schnell aus der Ruhe. Wen st\u00f6rt\u2019s, f\u00fcr schnelles Tempo ist er nicht gedacht.<\/p>\n<p>Am Ende der Fahrt parken wir den kleinen Stromer Kopf an Kopf neben einen Kia Carnival. Der gro\u00dfe Van ist fast 1,60 Meter l\u00e4nger, braucht viel mehr Verkehrs- und Parkfl\u00e4che. Trotzdem wirkt der Ray nicht klein, sondern vern\u00fcnftig. Zur\u00fcck in der Hotelgarage h\u00e4ngen wir ihn wieder an die Steckdose. F\u00fcr rund 50 Kilometer durch Seoul gen\u00fcgten ihm gut sechs Kilowattstunden Strom. (SP-X)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Gr\u00f6\u00dfer schwerer, meist teurer: dieser Trend ist auch bei Elektroautos feststellbar. 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