{"id":193435,"date":"2026-06-02T11:03:08","date_gmt":"2026-06-02T11:03:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/193435\/"},"modified":"2026-06-02T11:03:08","modified_gmt":"2026-06-02T11:03:08","slug":"massenmord-an-muecken-muessen-alle-blutsauger-ausgerottet-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/193435\/","title":{"rendered":"Massenmord an M\u00fccken: M\u00fcssen alle Blutsauger ausgerottet werden?"},"content":{"rendered":"<p>D Die t\u00f6dlichsten Tiere der Welt sind nicht L\u00f6wen oder Giftschlangen, sondern winzige M\u00fccken. Sie saugen unser Blut und \u00fcbertragen Krankheiten. Manche Arten sind so gef\u00e4hrlich, dass Wissenschaftler ernsthaft \u00fcber ihre Ausrottung diskutieren. Laut der Forschungsplattform \u201e<a href=\"https:\/\/ourworldindata.org\/deadliest-animals\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Our World in Data\u201c<\/a> sterben j\u00e4hrlich rund 760.000 Menschen an den Folgen eines M\u00fcckenstichs.<\/p>\n<p>Malaria \u2013 Gei\u00dfel der Menschheit <\/p>\n<p>Vor allem Malaria, auch Sumpffieber oder Kaltes <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Fieber\" title=\"Fieber\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Fieber<\/a> genannt, geh\u00f6rt seit Menschengedenken zu den heimt\u00fcckischsten Krankheiten. Die Malaria-Erreger werden durch Stiche von weiblichen Anopheles-M\u00fccken \u00fcbertragen.<\/p>\n<p>Schon ein Stich einer infizierten M\u00fccke reicht aus, um sich anzustecken. Erst nach einigen Tagen merken die Betroffenen, dass sie erkrankt sind, doch f\u00fcr viele ist es dann schon zu sp\u00e4t. Malaria verursacht Fieber, An\u00e4mie und neurologische Probleme und kann unbehandelt t\u00f6dlich verlaufen.<\/p>\n<p>Die M\u00fccken stechen vor allem nachts zu. Die Erreger \u2013 sogenannte Plasmodien \u2013 gelangen in die Blutbahn und vermehren sich in der Leber. Die in Afrika verbreitete und schwerste Form, die Malaria tropica, wird durch den Erreger Plasmodium falciparum ausgel\u00f6st. Plasmodien sind einzellige Parasiten, die gro\u00dfe medizinische Bedeutung haben, da die Krankheitserreger der Malaria zu dieser Gattung geh\u00f6ren.\ufeff<\/p>\n<p>   Klimawandel potenziert M\u00fccken-Probleme <\/p>\n<p>Trotz umfangreicher Ma\u00dfnahmen zur Kontrolle und Ausrottung lebt noch immer fast die H\u00e4lfte der Weltbev\u00f6lkerung in Regionen mit Malaria-Risiko. Die Weltgesundheitsorganisation WHO sch\u00e4tzt, dass Malaria jedes Jahr fast 250 Millionen Infektionen und mehr als 600.000 Todesf\u00e4lle verursacht.<\/p>\n<p>M\u00fccken \u00fcbertragen rund 17 Prozent aller Infektionskrankheiten, darunter Malaria, Zika, Dengue- und Gelbfieber. Durch den Klimawandel breiten sich die Insekten zunehmend in neue Regionen aus. L\u00e4ngere und w\u00e4rmere Sommer k\u00f6nnten die Gefahr durch M\u00fccken vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n<p>  Kann der Kampf gegen M\u00fccken gewonnen werden? <\/p>\n<p>Wie kann sich die Menschheit gegen diesen Feind wehren? Ist es m\u00f6glich, die krankheits\u00fcbertragenden M\u00fccken auszurotten? Und welche Folgen h\u00e4tte das f\u00fcr die Umwelt?<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich m\u00fcssten nicht alle M\u00fccken vernichtet werden. Von rund 3500 bekannten Arten stechen nur etwa hundert Menschen. Und lediglich f\u00fcnf Arten seien f\u00fcr rund 95 Prozent aller Infektionen verantwortlich, sagt die Biologin Hilary Ranson von der Liverpool School of Tropical Medicine. <\/p>\n<p>Sie h\u00e4lt deren Ausrottung angesichts der verheerenden Folgen der \u00fcbertragenen Krankheiten f\u00fcr \u201evertretbar\u201c. Das h\u00e4tte vermutlich keine gravierenden Auswirkungen auf das \u00d6kosystem, argumentiert die Wissenschaftlerin. Andere, genetisch \u00e4hnliche und weniger gef\u00e4hrliche Arten w\u00fcrden ihre \u00f6kologische Rolle voraussichtlich rasch \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p>Der Insektenforscher Dan Peach von der University of Georgia teilt diese Einsch\u00e4tzung grunds\u00e4tzlich, mahnt jedoch zu Vorsicht. \u00dcber die \u00f6kologische Funktion vieler M\u00fcckenarten sei bislang zu wenig bekannt. M\u00fccken transportieren N\u00e4hrstoffe aus Gew\u00e4ssern in andere Lebensr\u00e4ume und dienen unter anderem Fischen und Insekten als Nahrung. Teilweise best\u00e4uben sie auch Pflanzen.<\/p>\n<p>   Wie k\u00f6nnte die Ausrottung in der Praxis funktionieren?  <\/p>\n<p>Zu den bekanntesten neuen Ans\u00e4tzen z\u00e4hlt die <a href=\"https:\/\/www.tab-beim-bundestag.de\/projekte_gene-drives-technologien-zur-verbreitung-genetischer-veranderungen-in-populationen.php\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Gene-Drive-Technologie<\/a>. Dabei werden Tiere genetisch so ver\u00e4ndert, dass bestimmte Eigenschaften an nahezu alle Nachkommen weitergegeben werden. Forscher konnten Weibchen der Malaria-M\u00fccke Anopheles gambiae auf diese Weise unfruchtbar machen. Im Labor verschwand eine Population dadurch innerhalb weniger Generationen.<\/p>\n<p>Das von der Bill-Gates-Stiftung finanzierte Projekt \u201e<a href=\"https:\/\/targetmalaria.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Target Malaria<\/a>\u201c plant bis 2030 erste Feldversuche in einem Malaria-Gebiet. In Burkina Faso erlitt das Vorhaben jedoch einen R\u00fcckschlag: Dort stoppte die Milit\u00e4rregierung vergangenes Jahr nach Kritik der Zivilgesellschaft und Desinformationskampagnen einen Test mit gentechnisch ver\u00e4nderten M\u00fccken.<\/p>\n<p>Eine weitere vielversprechende Strategie setzt auf das Bakterium<a href=\"https:\/\/www.worldmosquitoprogram.org\/en\/work\/wolbachia-method\/how-it-works\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\"> Wolbachia pipientis<\/a>. Werden \u00c4gyptische Tigerm\u00fccken damit infiziert, k\u00f6nnen sie Krankheiten wie Denguefieber deutlich schlechter \u00fcbertragen.<\/p>\n<p>   Tod allen M\u00fccken? <\/p>\n<p>Damit stellt sich die Frage, ob die M\u00fccken \u00fcberhaupt get\u00f6tet werden m\u00fcssen. Eine 2025 ver\u00f6ffentlichte Studie zeigte, dass die Freisetzung von mit Wolbachia infizierten M\u00fccken in der brasilianischen Stadt <a href=\"https:\/\/www.researchgate.net\/figure\/Main-statistics-of-quantitative-variables-Niteroi-RJ-2025_tbl1_396952351\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Niter\u00f3i<\/a> die Zahl der Dengue-F\u00e4lle um 89 Prozent senkte. <\/p>\n<p>Mehr als 16 Millionen Menschen in 15 L\u00e4ndern seien inzwischen durch diese Methode gesch\u00fctzt worden \u2013 \u201eohne negative Folgen\u201c, berichtet Scott O\u2019Neill, Gr\u00fcnder des <a href=\"https:\/\/www.worldmosquitoprogram.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">World Mosquito Program<\/a>.<\/p>\n<p>   Gentechnische Ver\u00e4nderungen von Anopheles gambiae <\/p>\n<p>Parallel arbeitet das Projekt \u201e<a href=\"https:\/\/www.transmissionzero.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Transmission Zero<\/a>\u201c daran, mithilfe von Gene-Drive-Technologie Anopheles gambiae so zu ver\u00e4ndern, dass die Tiere keine Malaria mehr \u00fcbertragen k\u00f6nnen. Forschungsergebnisse, die Ende vergangenen Jahres im Fachjournal <a href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41587-025-02992-3\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">\u201eNature\u201c<\/a> ver\u00f6ffentlicht wurden, deuten darauf hin, dass dieses Ziel n\u00e4her r\u00fcckt.<\/p>\n<p>Ein Feldversuch dazu soll 2030 beginnen. Der Fall Burkina Faso habe jedoch gezeigt, dass solche Projekte politische Unterst\u00fctzung und gesellschaftliche Akzeptanz ben\u00f6tigen, erkl\u00e4rt Studienautor Dickson Wilson Lwetoijera vom Gesundheitsinstitut Ifakara in Tansania.<\/p>\n<p>Statt allein auf technologische \u201eWunderl\u00f6sungen\u201c zu setzen, die meist von der Gates-Stiftung finanziert werden, pl\u00e4diert Biologin Ranson f\u00fcr einen umfassenderen Ansatz im Kampf gegen durch M\u00fccken \u00fcbertragene Krankheiten. Dazu geh\u00f6rten ein besserer Zugang zu medizinischer Versorgung und Impfstoffen. Doch genau das wird durch die K\u00fcrzungen bei der internationalen Hilfe immer schwieriger.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"D Die t\u00f6dlichsten Tiere der Welt sind nicht L\u00f6wen oder Giftschlangen, sondern winzige M\u00fccken. Sie saugen unser Blut&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":193436,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[20],"tags":[46,42,3358,19053,1215,124,123,11995,44,55,3295],"class_list":["post-193435","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-gesundheit","tag-at","tag-austria","tag-bakterien","tag-dengue","tag-fieber","tag-gesundheit","tag-health","tag-malaria","tag-oesterreich","tag-video","tag-wissen"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116680183670816868","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/193435","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=193435"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/193435\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/193436"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=193435"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=193435"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=193435"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}