{"id":196025,"date":"2026-06-03T16:27:15","date_gmt":"2026-06-03T16:27:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/196025\/"},"modified":"2026-06-03T16:27:15","modified_gmt":"2026-06-03T16:27:15","slug":"vierfach-mord-in-italien-maenner-verbrennen-erntearbeiter-bei-lebendigem-leib","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/196025\/","title":{"rendered":"Vierfach-Mord in Italien: M\u00e4nner verbrennen Erntearbeiter bei lebendigem Leib"},"content":{"rendered":"<p>Vierfach-Mord in ItalienM\u00e4nner verbrennen Erntearbeiter bei lebendigem Leib<\/p>\n<p>03.06.2026, 13:51 Uhr <\/p>\n<p>Artikel anh\u00f6ren(06:21 min)<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"Image_img__fQCi0 Image_Img_16_9__4BLfH widget-picture-inline_maximizable__t_E7h\" loading=\"eager\" fetchpriority=\"high\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Amendolara-Italia-IPA85264871-Amendolara-laborers-burned-alive-in-Amendolara-at-a-gas-station-Image-.webp\" alt=\"Amendolara-Italia-IPA85264871-Amendolara-laborers-burned-alive-in-Amendolara-at-a-gas-station-Image-frame-distributed-by-this-agency-solely-for-editorial-purposes-Material-may-come-from-social-media-television-stations-press-offices-or-other-publicly-accessible-third-party-sources-The-Agency-does-not-claim-any-ownership-copyright-or-license-rights-to-the-material-Any-fees-charged-are-for-Agency-services-only-The-user-is-responsible-for-verifying-and-obtaining-any-rights-authorizations-or-consents-necessary-for-use-of-the-material\"\/>In Kalabrien ist oft von einer &#8222;Landarbeiter-Mafia&#8220; die Rede, mit Verbindungen zur m\u00e4chtigsten Verbrecherorganisation Italiens. (Foto: picture alliance \/ ZUMAPRESS.com)TeilenFolgen auf:<a href=\"https:\/\/www.whatsapp.com\/channel\/0029Va5cdVJD8SDp5YZgYF01\" title=\"Auf WhatsApp folgen\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/socialIcons\/whatsapp.svg\" alt=\"whatsapp\" class=\"ArticleShare_icon__FsrC2\"\/><\/a><a href=\"https:\/\/www.google.com\/preferences\/source?q=n-tv.de\" title=\"ntv als bevorzugte Quelle auf Google hinzuf\u00fcgen\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/socialIcons\/google.svg\" alt=\"whatsapp\" class=\"ArticleShare_icon__FsrC2\"\/><\/a><\/p>\n<p class=\"Typography_text-m__XI0da Typography_weight-bold__uT6mq storyline_lead_text_leadtext__q_wg8\">Zwei M\u00e4nner sperren f\u00fcnf ausl\u00e4ndische Landarbeiter in ein Auto, bef\u00fcllen es mit Benzin und setzen es in Brand. Der Fall ist exemplarisch f\u00fcr die unmenschlichen Bedingungen, denen Erntearbeiter im S\u00fcden Italiens ausgesetzt sind und von denen auch deutsche Superm\u00e4rkte profitieren. <\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Es sind Bilder einer \u00dcberwachungskamera, wie sie \u00fcberall auf der Welt in Tankstellen h\u00e4ngen. Und es sind Bilder von seltener Brutalit\u00e4t. Zwei M\u00e4nner, die mit dem Tankstutzen Benzin in einen Minivan pumpen &#8211; nicht in den Tank, sondern ins Innere hinein. Dann setzen sie das Auto in Brand und halten von au\u00dfen die T\u00fcren zu. Man sieht voller Entsetzen, wie der Fiat Ulisse m\u00e4chtig hin und her schwankt, weil sich die verbliebenen Insassen zu befreien versuchen. Dann rennen die beiden T\u00e4ter in h\u00f6chster Eile weg.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Das ist die Szene, wie sie sich am helllichten Tag nahe der 3000-Einwohner-Gemeinde Amendolara abgespielt hat, an einer Tankstelle an der viel befahrenen Staatsstra\u00dfe 106, im tiefen S\u00fcden. F\u00fcr vier M\u00e4nner in dem Auto kommt jede Hilfe zu sp\u00e4t: Ismat, Fazal, Waseem und Safi. Alle vier aus Afghanistan und Pakistan. Alle vier als Erntehelfer auf den Erdbeerfeldern in der Umgebung besch\u00e4ftigt, zu Billigstl\u00f6hnen und unter Bedingungen, die man kaum als human beschreiben kann. Alle vier bei lebendigem Leib verbrannt.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">In den italienischen Fernseh-Nachrichten laufen die Bilder seit Montag rauf und runter. Das ganze Land ist entsetzt \u00fcber den Vierfach-Mord. Bei vielen regt sich auch wieder einmal das schlechte Gewissen, dass Einwanderer in ihrem Land so besch\u00e4ftigt werden. Denn dass vor allem in Italiens S\u00fcden, wo in gro\u00dfem Stil Obst und Gem\u00fcse angebaut wird, die Arbeitsbedingungen mancherorts unmenschlich sind, wei\u00df man l\u00e4ngst. Was dort geerntet wird, landet \u00fcbrigens oft auch in deutschen Superm\u00e4rkten.<\/p>\n<p>Moderne Sklaverei<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">In der Gegend um Amendalora, zwischen Spitze und Absatz des italienischen Stiefels, werden vor allem Orangen, Mandarinen und Erdbeeren angebaut. Hier wei\u00df jeder, wie Migranten auf den Feldern behandelt werden. Viele von ihnen kommen aus L\u00e4ndern wie Indien, Pakistan, Bangladesch oder Afghanistan. Der Stundenlohn betr\u00e4gt h\u00e4ufig nicht mehr als drei Euro. Alles in allem, so wird gesch\u00e4tzt, arbeiten in Italiens Landwirtschaft mehr als 200.000 Menschen unter solchen Bedingungen.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Viele nennen das moderne Sklaverei. Manche sprechen auch von einer &#8222;Landarbeiter-Mafia&#8220;, die streng organisiert ist und Verbindungen zur &#8218;Ndrangheta&#8216; hat, Italiens m\u00e4chtigster Verbrecherorganisation, die in Kalabrien beheimatet ist. Um die Anwerbung der ausl\u00e4ndischen Billigstl\u00f6hner, deren Unterbringung und die finanziellen Angelegenheiten k\u00fcmmern sich sogenannte Capos: h\u00e4ufig ebenfalls Migranten, die es in der Hierarchie etwas nach oben geschafft haben.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">So war das offensichtlich auch bei dem Vierfach-Mord. Anhand der Bilder der \u00dcberwachungskameras konnten als mutma\u00dfliche T\u00e4ter zwei M\u00e4nner aus Pakistan identifiziert werden, die nun in Untersuchungshaft sitzen. Belastet werden die beiden auch vom einzigen \u00dcberlebenden: Taj Alamyar, 35 Jahre alt, aus Afghanistan und seit ein paar Monaten in Italien. Er sa\u00df ebenfalls im Auto, konnte aber das Heckfenster zertr\u00fcmmern und sich nach drau\u00dfen retten.<\/p>\n<p>&#8222;Pistole auf uns gerichtet&#8220;<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Mit schweren Brandwunden an den H\u00e4nden berichtet Alamyar, dass er zusammen mit den anderen auf einem Matratzenlager in einem kleinen Bauernhaus in der N\u00e4he untergebracht gewesen sei, zu einem Tageslohn von 45 Euro. Eigentlich. Aber: &#8222;Wir haben jeden Tag unsere Bezahlung verlangt. Aber sie haben immer eine Ausrede gefunden. Und f\u00fcr die Fahrt zur Arbeit f\u00fcnf Euro von uns verlangt. F\u00fcnf Euro hin, f\u00fcnf Euro zur\u00fcck. Zu Hause bekamen wir Brot und Kartoffeln, sonst nichts.&#8220;<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Am Morgen der Tat habe es wieder Streit gegeben. &#8222;Sie haben eine Pistole auf uns gerichtet: &#8218;Mund halten oder ihr werdet umgebracht.'&#8220; Dann sei es wieder auf die Felder gegangen. Auf der R\u00fcckfahrt sei es erneut zu einem Wortgefecht gekommen, bis die Capos an der Tankstelle angehalten h\u00e4tten. &#8222;Sie wollten uns eine Lektion erteilen. Sie wollen den Landarbeitern hier in der Region klarmachen, dass Befehle nicht diskutiert werden.&#8220;<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Das ist augenblicklich auch die Vermutung der Ermittler: dass ein Exempel statuiert werden sollte. In den vergangenen Monaten standen schon mehrfach Autos in Brand, mit denen Landarbeiter transportiert wurden. Gepr\u00fcft wird jetzt auch, ob es sich beim Tod von vier indischen Erntehelfern vergangenes Jahr tats\u00e4chlich um einen Verkehrsunfall handelt.<\/p>\n<p>Schuld des Einzelhandels<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Nach dem Entsetzen \u00fcber den Vierfach-Mord geht es nun jedoch auch darum, welche Konsequenzen gezogen werden m\u00fcssen. Ein Bischof aus Kalabrien, Francesco Savino, verlangt: &#8222;Genug mit dem bequemen Schweigen. Genug mit der sch\u00e4bigen Angewohnheit, es f\u00fcr normal zu halten, dass M\u00e4nner von weit her bei uns wie Leichen ohne Geschichten sterben.&#8220; In Italien gibt es gegen ausbeuterische Methoden in der Landwirtschaft zwar ein Gesetz. Es drohen hohe Geldstrafen und bis zu acht Jahre Haft. Aber mit der Umsetzung ist es nach vielfacher Meinung nicht weit her.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Der Bestseller-Autor Roberto Saviano (&#8222;Gomorrha&#8220;), der sich schon l\u00e4nger mit den Zust\u00e4nden in Italiens Landwirtschaft besch\u00e4ftigt, sagt: &#8222;Verantwortlich sind die gro\u00dfen Einzelhandelsketten. Die Marken, die wir alle kennen und zu Preisen kaufen, die es unm\u00f6glich machen, einen angemessenen Lohn zu bezahlen.&#8220; So funktioniere das System seit vielen Jahren, sagte Saviano der Tageszeitung &#8222;La Stampa&#8220;. &#8222;Bis jemand stirbt. Dann wird eine Kommission eingerichtet. Und dann wird es wieder still.&#8220;<\/p>\n<p class=\"Typography_text-s__wu_cm Typography_weight-normal__pqUbH Typography_color-darkgrey__sZEnP article-detail-footer_source__KslPc\">Quelle: ntv.de, Christoph Sator\/dpa<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Vierfach-Mord in ItalienM\u00e4nner verbrennen Erntearbeiter bei lebendigem Leib 03.06.2026, 13:51 Uhr Artikel anh\u00f6ren(06:21 min) In Kalabrien ist oft&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":196026,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[12],"tags":[7238,1672,701,1012,4718,5717,2417,40,41,39,66,65,64],"class_list":["post-196025","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-welt","tag-arbeitsrecht","tag-einzelhandel","tag-international","tag-italien","tag-landwirtschaft","tag-mafia","tag-migranten","tag-nachrichten","tag-news","tag-schlagzeilen","tag-welt","tag-world","tag-world-news"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116687119951592137","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/196025","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=196025"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/196025\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/196026"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=196025"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=196025"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=196025"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}