{"id":196736,"date":"2026-06-04T00:56:11","date_gmt":"2026-06-04T00:56:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/196736\/"},"modified":"2026-06-04T00:56:11","modified_gmt":"2026-06-04T00:56:11","slug":"digitale-gemeinde-2035-infrastrukturausbau-und-regionale-datensouveraenitaet-als-eckpfeiler-des-digitalen-wandels-pk0509-03-06-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/196736\/","title":{"rendered":"&#8222;Digitale Gemeinde 2035&#8220;: Infrastrukturausbau und regionale Datensouver\u00e4nit\u00e4t als Eckpfeiler des digitalen Wandels (PK0509\/03.06.2026)"},"content":{"rendered":"<p>Wien (PK) \u2013 Im zweiten Teil des Expertinnen- und Expertenforums &#8222;Digitale Gemeinde 2035&#8220; standen am Dienstag die digitale Infrastruktur und die Datenkompetenz von Gemeinden und Regionen im Mittelpunkt. So hielten Ernst-Olav Ruhle, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer SBR-net Consulting, und Oskar Januschke, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Raumprozess+ Public Consulting, Referate im Panel &#8222;Digitale Daseinsvorsorge als Faktor f\u00fcr Zukunfts- und Wettbewerbsf\u00e4higkeit von Gemeinden und Regionen&#8220;. Im zweiten Panel &#8222;Digitalit\u00e4t und Datenr\u00e4ume im Public Sector sichern Gemeinwohl und Chancengleichheit&#8220; berichteten Maria Rost, Bereichsleiterin Digitales im Verband kommunaler Unternehmen, und die Amtsleiterin der Gemeinde Neuhaus Regina Wiedl \u00fcber konkrete Projekte und Erfahrungen.<\/p>\n<p>In seinen Abschlussworten betonte Bundesratspr\u00e4sident Markus Stotter, wieviel Kraft in &#8222;echter Zusammenarbeit&#8220; liege. Es brauche Innovation und dabei m\u00fcssten Dinge neu gedacht und nicht nur bestehendes optimiert werden.<\/p>\n<p>&#8222;Digitale Botschafter&#8220; und Ausbau der regionalen Datensouver\u00e4nit\u00e4t<\/p>\n<p>Der Unternehmensberater Ernst-Olav Ruhle ortete in seinem Vortrag R\u00fcckst\u00e4nde in Bezug auf den Ausbau der digitalen Daseinsvorsorge in \u00d6sterreich. Dabei gehe es um die Kommunikationsinfrastruktur, die ein wesentliches Element f\u00fcr ein gutes Leben darstellen w\u00fcrde. Was den Aspekt der digitalen Infrastruktur betrifft \u2013 konkret den Ausbau der Glasfasernetze \u2013 liegt \u00d6sterreich laut Ruhle im europ\u00e4ischen Vergleich zur\u00fcck. Hier ben\u00f6tige es trotz der etablierten F\u00f6rderproramme mehr Anstrengungen aller Beteiligten, um die EU-Ziele bis 2030 zu erreichen. Beim zweiten Teilaspekt, den digitalen Dienstleistungen, befinde sich \u00d6sterreich im europ\u00e4ischen Mittelfeld, &#8222;mit Luft nach oben&#8220;, so Rule. Dabei gehe es um die digitale Durchdringung der \u00f6ffentlichen Verwaltung, des Gesundheitswesens, der Energieinfrastruktur oder der Bildung.<\/p>\n<p>F\u00fcr Gemeinden w\u00fcrden sich daraus einerseits wirtschaftliche Nachteile bei der Standortansiedlung sowie eine schwach ausgepr\u00e4gte Datensouver\u00e4nit\u00e4t ergeben. Zudem komme es zu einer wachsenden Abh\u00e4ngigkeit von digitalen Dienstleistungen internationaler Konzerne aus den USA und China. Als Konsequenz daraus empfahl Ruhle den L\u00e4ndern und Gemeinden die Einrichtung von &#8222;digitalen Botschaftern&#8220;, Anreizmodelle f\u00fcr regionale Rechenzentren zum Ausbau der Datensouver\u00e4nit\u00e4t sowie die verst\u00e4rkte Einbindung der B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger bei der digitalen Daseinsvorsorge.<\/p>\n<p>Regionen als &#8222;Reallabor&#8220; f\u00fcr den digitalen Wandel<\/p>\n<p>Oskar Januschke, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Raumprozess+ Public Consulting und Experte f\u00fcr Stadt-, Regional- und Standortentwicklung sprach sich daf\u00fcr aus, Digitalisierung als digitale Transformation zu verstehen. Grundlage daf\u00fcr m\u00fcsse eine bis dato fehlende demokratiepolitische Diskussion und Definition sowie ein Aushandlungs- bzw. Dialogprozess \u00fcber r\u00e4umliche und gesellschaftliche Zielsetzungen der digitalen Daseinsvorsorge sein. Dazu brauche es jedoch noch die gesetzlichen Rahmenbedingungen, hielt Januschke im Parlament fest. Regionen k\u00f6nnten so zu einem &#8222;Reallabor&#8220; sowie lokalem Transformator der Digitalisierung werden und damit Vertrauen, Akzeptanz und Teilhabe der Bev\u00f6lkerung auf dem Weg Richtung digitaler Gesellschaft aufbauen. Als gr\u00f6\u00dfte Restriktionen ortete Januschke budget\u00e4re Einschr\u00e4nkungen, &#8222;konventionelle Pfadabh\u00e4ngigkeiten&#8220; sowie eine hierarchische Steuerung.<\/p>\n<p>Die Basis daf\u00fcr muss laut Januschke die regionale Datensouver\u00e4nit\u00e4t sein. Daf\u00fcr sei es wichtig, die Daten der kommunalen Infrastruktur &#8211; wie etwa von Wasserwerken oder der Regionalplanung \u2013 in sogenannten &#8222;Public Data Centern&#8220; zu b\u00fcndeln. \u00dcber deren Nutzung solle die regionale Demokratie entscheiden. In einem zweiten Schritt sollten die Daten f\u00fcr Wissenschaft und Forschung, KI-Anwendungen sowie f\u00fcr die lokale Wirtschaft zur Verf\u00fcgung gestellt werden. Zudem sollten die daraus resultierenden Ertr\u00e4ge \u2013 anderes als bisher \u2013 gro\u00dfteils in die \u00f6ffentlichen Haushalte zur\u00fcckflie\u00dfen, so Januschke.<\/p>\n<p>Digitale Daseinsvorsorge und ihre Bedeutung f\u00fcr die Demokratie <\/p>\n<p>Kommunale Unternehmen seien das R\u00fcckgrat der digitalen Daseinsvorsorge, erkl\u00e4rte Maria Rost, Bereichsleiterin Digitales vom Verband kommunaler Unternehmen in Deutschland. Die digitale Daseinsvorsorge umfasse digitale Leistungen, die f\u00fcr gleichwertige Lebensverh\u00e4ltnisse, soziale Teilhabe und Wettbewerbsf\u00e4higkeit notwendig seien. Viele der kommunalen Unternehmen seien aktuell von mehreren Transformationen, insbesondere von der Energie-, W\u00e4rme- und Digitalwende betroffen. Mit der Digitalwende seien teils hohe Investitionen in die Infrastruktur verbunden. Diese Summen seien notwendig, da die Erwartungshaltung der B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger nach zuverl\u00e4ssig funktionierenden digitalen Angeboten und der damit verbundenen Infrastruktur gestiegen sei. Die digitale Infrastruktur sei daher heute das Fundament der kommunalen Leistungsf\u00e4higkeit. Hier entscheide sich auch, wie verl\u00e4sslich und handlungsf\u00e4hig die B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger den Staat wahrnehmen w\u00fcrden. Die digitale Daseinsvorsorge sei damit das Versprechen f\u00fcr gleichwertige Lebensverh\u00e4ltnisse und digitale Teilhabe f\u00fcr alle. Damit st\u00e4rke sie das Vertrauen in die Demokratie. Kooperationen w\u00fcrden die Umsetzung von solchen Projekten erleichtern und helfen, Ressourcen zu sparen.<\/p>\n<p>Digitalit\u00e4t am Beispiel der Gemeinde Neuhaus<\/p>\n<p>Die Amtsleiterin der K\u00e4rntner Gemeinde Neuhaus, Regina Wiedl, erkl\u00e4rte in ihrem Beitrag, wie in ihrer Gemeinde digitale Angebote in der Verwaltung gen\u00fctzt werden. Das Fundament daf\u00fcr seien die Angebote des k\u00e4rntenweiten Gemeinde-Servicezentrums wie ein regionales Rechenzentrum. Au\u00dferdem sei die Gemeinde Partnerin in Forschungsprojekten mit der Universit\u00e4t Wien, der Hochschule Campus Wien, der Universit\u00e4t der Bundeswehr M\u00fcnchen und mit dem Software Competence Center Hagenberg. So sei im Bereich der Wasserversorgung die aufw\u00e4ndige Ablesung der Wasserz\u00e4hler durch eine automatische digitale L\u00f6sung abgel\u00f6st worden, erl\u00e4uterte Wiedl. Die damit verbundenen Echtzeitdaten w\u00fcrden au\u00dferdem helfen, etwaige Probleme wie bei einem Rohrbruch rasch zu erkennen und zu beheben. Die Krisenkommunikation in Notf\u00e4llen wie bei Blackouts oder Naturkatastrophen, wenn klassische Kommunikationsmittel nicht mehr funktionieren, sei in einem gemeinsamen Projekt mit der Universit\u00e4t der Bundeswehr M\u00fcnchen thematisiert worden. Das dabei entwickelte Kommunikationssystem basiere auf zehn energieautarken Telefonzellen, eigenen Endger\u00e4ten f\u00fcr B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger sowie einer zentralen Headquarter-Software. Insgesamt mahnte Wiedl mehr Mut zu Innovation ein. Handlungsbedarf sah sie auch im Bereich des Datenrechts, hier brauche es Verbesserungen, um die Vorteile der digitalen Angebote besser n\u00fctzen zu k\u00f6nnen. Zudem betonte die Amtsleiterin, dass es insgesamt wichtig sei, bei solchen Projekten die B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger mitzunehmen und die Vorteile der Ma\u00dfnahmen zu kommunizieren. (Schluss Expertinnen- und Expertenforum) med\/pst<\/p>\n<p>HINWEIS: <a href=\"https:\/\/www.parlament.gv.at\/aktuelles\/mediathek\/fotos\/1895118\" onclick=\"javascript:self.location.href=\" https:=\"\" encodeuricomponent=\"\" false=\"\" target=\"_blank\" title=\"Dieser Link \u00f6ffnet die Bildvorschau (in einem externen Fenster, wenn Javascript nicht aktiviert ist).\" rel=\"nofollow noopener\">Fotos<\/a>  dieser Veranstaltung sowie eine <a href=\"https:\/\/www.parlament.gv.at\/erleben\/veranstaltungen\/nachschau\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Nachschau auf vergangene Veranstaltungen<\/a>  finden Sie im <a href=\"https:\/\/www.parlament.gv.at\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Webportal des Parlaments<\/a> . Die Veranstaltung wurde live in der <a href=\"http:\/\/www.parlament.gv.at\/aktuelles\/mediathek\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Mediathek des Parlaments<\/a>  \u00fcbertragen und ist dort als Video-on-Demand abrufbar.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Wien (PK) \u2013 Im zweiten Teil des Expertinnen- und Expertenforums &#8222;Digitale Gemeinde 2035&#8220; standen am Dienstag die digitale&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":194788,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[8],"tags":[17345,618,616,18002,1444,22518,37941,40,41,39,38,11275],"class_list":["post-196736","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-nachrichten","tag-bundesrat","tag-parlament-allgemein","tag-parlament","tag-stotter","tag-digitalisierung","tag-gebuehren","tag-gemeinden","tag-nachrichten","tag-news","tag-schlagzeilen","tag-top-meldungen","tag-veranstaltung"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116689120940956561","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/196736","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=196736"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/196736\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/194788"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=196736"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=196736"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=196736"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}