{"id":200103,"date":"2026-06-05T18:44:16","date_gmt":"2026-06-05T18:44:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/200103\/"},"modified":"2026-06-05T18:44:16","modified_gmt":"2026-06-05T18:44:16","slug":"praevention-von-diabetes-und-adipositas-deutschland-hat-nachholbedarf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/200103\/","title":{"rendered":"Pr\u00e4vention von Diabetes und Adipositas \u2013 Deutschland hat Nachholbedarf"},"content":{"rendered":"<p>        <img decoding=\"async\" class=\"articleimage lazy-load\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/praevention.webp\" alt=\"Praevention\" title=\"Praevention\"\/> <\/p>\n<p>Die Pr\u00e4vention von <a href=\"https:\/\/www.gelbe-liste.de\/krankheiten\/diabetes-mellitus\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Diabetes<\/a> muss vor der Ver\u00e4nderung des Glukosestoffwechsels ansetzen und das Diabetesrisiko fr\u00fchzeitiger reduzieren, ist Professor Dr. Peter E. H. Schwarz, Inhaber der Professur f\u00fcr Pr\u00e4vention und Versorgung des Typ-2-Diabetes am Universit\u00e4tsklinikum Dresden und Pr\u00e4sident der Internationalen Diabetes F\u00f6deration (IDF) \u00fcberzeugt. Wichtige Faktoren des Diabetesrisikos sind Gewichtszunahme, Bauchumfang und k\u00f6rperliche Inaktivit\u00e4t sowie die Familienanamnese, erl\u00e4uterte er anl\u00e4sslich des <a href=\"https:\/\/www.gelbe-liste.de\/kongresse\/ddg-2026\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Diabetes-Kongresses der Deutschen Diabetes Gesellschaft<\/a> (DDG) in Berlin. Gewichtsver\u00e4nderung und Lebensstil sind und bleiben die Schl\u00fcssel zur Pr\u00e4vention von Diabetes und <a href=\"https:\/\/www.gelbe-liste.de\/krankheiten\/adipositas\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Adipositas<\/a>. Um den Wandel hin zu einem ges\u00fcnderen Lebensstil zu schaffen, sollten St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck kleine erreichbare Ziele f\u00fcr mehr Bewegung und eine verbesserte Ern\u00e4hrung in den Alltag integriert und zur Gewohnheit werden.<\/p>\n<p>Leberfett vor Glyk\u00e4mie \u00a0<\/p>\n<p>Wenn der Glukosespiegel ansteigt, sind bereits metabolische Ver\u00e4nderungen eingetreten. Erh\u00f6hte Glukosesignale sind bereits eine Folge, nicht der Beginn einer metabolischen Erkrankung, erl\u00e4uterte Schwarz. Eine viszerale Fettakkumulation, ein Anstieg des Leberfetts und ein Betazell-Stress mit Anstieg des Proinsulins beginnen Jahre vor den ersten gemessenen Glukoseanomalien. Deshalb ist der Beginn von Pr\u00e4ventionsbem\u00fchungen vor Eintreten eines Pr\u00e4diabetes wichtig. Dazu sollten Gewichtsdynamik und Bauchumfang als Anhaltspunkt f\u00fcr das viszerale Fett j\u00e4hrlich kontrolliert werden.<\/p>\n<p>Fasten kann helfen<\/p>\n<p>Fasten ist ein gutes Mittel als Rhythmusgeber f\u00fcr den Stoffwechsel, meinte Schwarz. Mit dem Intervallfasten \u00fcber mindestens 12 Stunden pro Tag verringere sich die <a href=\"https:\/\/www.gelbe-liste.de\/wirkstoffgruppen\/humaninsuline\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Insulin<\/a>sekretion und die Leberfettakkumulation und die Stabilisierung des Stoffwechsels w\u00fcrden gef\u00f6rdert. Ein Fasten an ein bis zwei Tagen pro Woche kann bei Pr\u00e4diabetes und Adipositas laut Schwarz den Gewichtsverlust unterst\u00fctzen und die Insulinsensitivit\u00e4t verbessern, wenn dies mit einer verbesserten Qualit\u00e4t der Ern\u00e4hrung kombiniert wird. Ein l\u00e4ngeres Fasten \u00fcber mehrere Tage unter \u00e4rztlicher Kontrolle kann metabolische Dysfunktionen wie eine Fettleber und Insulinresistenz verbessern. Fasten ist f\u00fcr Schwarz das Mittel, um die klassischen Lebensstilinterventionen zu erg\u00e4nzen. Es ist eine weltweit verf\u00fcgbare, kosteng\u00fcnstige und an verschiedene Kulturen anzupassende Pr\u00e4ventionsma\u00dfnahme. F\u00fcr Menschen, die bereits mit Diabetes leben und die eine medikament\u00f6se Therapie erhalten, ist Fasten allerdings nur unter Vorbehalt geeignet, betonte Schwarz.<\/p>\n<p>Mehr Bewegung<\/p>\n<p>Zur Prim\u00e4rpr\u00e4vention sollte die k\u00f6rperliche Aktivit\u00e4t zur Verbesserung der Insulinsensitivit\u00e4t und f\u00fcr die Gesundheit allgemein mindestens 150 Minuten pro Woche umfassen. Idealerweise sollte Bewegung zur t\u00e4glichen Gewohnheit werden. Bei sportlichen Aktivit\u00e4ten ist auf eine Kombination von aerobem Training und Krafttraining zu achten, um Muskelmasse zu erhalten und die Gewichtsstabilit\u00e4t zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>Ern\u00e4hrungsempfehlungen<\/p>\n<p>Pflanzenbasierte und faserreiche Kost ist wichtig. Hierzulande wird daher eine angepasste mediterrane Ern\u00e4hrung mit viel Gem\u00fcse, insbesondere H\u00fclsenfr\u00fcchten, Vollkornprodukten und wenig prozessierten Nahrungsmitteln empfohlen, um das Diabetesrisiko zu verringern. Zuckerhaltige Getr\u00e4nke sollten durch Wasser und hochprozessierte Lebensmittel durch nicht oder gering verarbeitete Lebensmittel ersetzt werden, um eine Gewichtszunahme zu verhindern.<\/p>\n<p>Politik gefragt<\/p>\n<p>Die Evidenz f\u00fcr eine Prim\u00e4rpr\u00e4vention von Adipositas und Diabetes ist vorhanden, erkl\u00e4rte Schwarz. Die notwendigen Ma\u00dfnahmen sind klar. Notwendig sind der politische Wille, das Engagement der Gesundheitsfachkr\u00e4fte und Mut, sich \u00f6ffentlich f\u00fcr die notwendigen Aktionen einzusetzen, sagte er. Die Deutsche Allianz Nicht\u00fcbertragbare Krankheiten (DANK) setzt sich f\u00fcr Ma\u00dfnahmen wie mehr Bewegung schon in Kindheit und Jugend, die F\u00f6rderung von gesunden Lebensmitteln, die Besteuerung von adipogenen Lebensmitteln und das Verbot von an Kinder gerichteter Lebensmittelwerbung ein, berichtete Franziska Fey, Referentin Presse &amp; Politik der DANK und DDG.<\/p>\n<p>Deutschland in Europa fast Schlusslicht \u00a0<\/p>\n<p>Bez\u00fcglich des Gesundheitsschutzes nimmt Deutschland nach dem <a href=\"https:\/\/www.dkfz.de\/fileadmin\/user_upload\/Krebspraevention\/Download\/pdf\/Buecher_und_Berichte\/2025_Public-Health-Index.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\">Public Health Index 2025<\/a> in Europa nur Platz 17 von 18 ein. Spitzenreiter sind Gro\u00dfbritannien, Finnland und Irland. Diese L\u00e4nder setzen mehr der wissenschaftlich empfohlenen Ma\u00dfnahmen zur F\u00f6rderung gesunder Lebensweisen um, beispielsweise in Form von Mindeststandards beim Schulessen, einer gesundheitsorientierten Besteuerung und einem umfassenden Kinderschutz im Marketing. Deutschland l\u00e4sst viel Potenzial im Bereich der gesundheitsf\u00f6rderlichen Politik ungenutzt, sagte Fey.<\/p>\n<p>Zuckersteuer \u2013 ein Anfang<\/p>\n<p>Die Zuckersteuer war l\u00e4ngst \u00fcberf\u00e4llig, betonte sie. Eigentliches Ziel ist nicht die Belastung der Konsumenten, sondern die Ver\u00e4nderung der Rezeptur der ges\u00fc\u00dften Getr\u00e4nke durch die Hersteller, erl\u00e4uterte sie. Nun soll sie ab 2028 in Deutschland eingef\u00fchrt werden und der Gesetzlichen Krankenversicherung entlastend zugutekommen. Die Kommission, die Vorschl\u00e4ge f\u00fcr die Gesundheitsreform machte, schlug analog der Regelung in Gro\u00dfbritannien eine Staffelung der Besteuerung nach Zuckeranteil vor. F\u00fcr Deutschland ist die Ausgestaltung des Gesetzes noch nicht bekannt. Klar ist, dass eine Besteuerung von mit S\u00fc\u00dfstoffen versetzen Getr\u00e4nken nicht vorgesehen ist. Nachbessern k\u00f6nne man immer noch, meinte Fey. Wichtig sei, dass ein Schritt in Richtung Regulierung getan wurde, nachdem die freiwillige Zuckerreduktion in Getr\u00e4nken, die seit 2018 propagiert wurde, gescheitert ist. Der Zuckergehalt von Softdrinks ist von 2018 bis 2024 in Deutschland nur um etwa 9\u00a0% gesunken, berichtete sie. In Gro\u00dfbritannien hat der Zuckergehalt bei Besteuerung im selben Zeitraum um etwa 46\u00a0% abgenommen und die t\u00e4gliche Zuckeraufnahme aus Softdrinks hat sich bei Minderj\u00e4hrigen fast halbiert.<\/p>\n<p>Barrieren f\u00fcr gesundheitsf\u00f6rderliche Ma\u00dfnahmen<\/p>\n<p>In der deutschen Politik wird viel \u00fcber Pr\u00e4vention gesprochen, aber vergleichsweise selten gehandelt, stellte Fey fest. Probleme sind das fragmentierte deutsche Gesundheitswesen, in dem Gesundheit und Pr\u00e4vention nicht in einer Hand sind. Das Denken in Legislaturperioden ist problematisch, weil sich der Nutzen der Pr\u00e4vention erst langfristig zeigt. Zudem ist der Einfluss der Industrielobby (Tabak, Alkohol, Ern\u00e4hrung) gro\u00df \u2013 in den Bundestag hinein ebenso wie in der \u00d6ffentlichkeit beispielsweise bei Kampagnen gegen politische Ma\u00dfnahmen wie die Zuckersteuer. Pr\u00e4vention beginnt im Bundestag, sagte Fey: Die Politik muss Rahmenbedingungen schaffen und weiter anpassen, um es allen Menschen zu erleichtern, sich gesund zu ern\u00e4hren und mehr zu bewegen.\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Pr\u00e4vention von Diabetes muss vor der Ver\u00e4nderung des Glukosestoffwechsels ansetzen und das Diabetesrisiko fr\u00fchzeitiger reduzieren, ist Professor&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":200104,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[20],"tags":[16435,46,42,59210,1108,124,59209,123,7594,9124,44,5045],"class_list":["post-200103","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-gesundheit","tag-adipositas","tag-at","tag-austria","tag-ddg-2026","tag-diabetes","tag-gesundheit","tag-glp1-ra","tag-health","tag-kongress","tag-lebensstil","tag-oesterreich","tag-praevention"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116698982927361535","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/200103","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=200103"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/200103\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/200104"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=200103"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=200103"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=200103"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}