{"id":202664,"date":"2026-06-07T10:18:23","date_gmt":"2026-06-07T10:18:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/202664\/"},"modified":"2026-06-07T10:18:23","modified_gmt":"2026-06-07T10:18:23","slug":"oevp-kritisiert-sparen-bei-grazer-kindern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/202664\/","title":{"rendered":"\u00d6VP kritisiert Sparen bei Grazer Kindern"},"content":{"rendered":"<p>&#13;<br \/>\n                                                            &#13;\n                            <\/p>\n<p>Kinderbetreuung, Schulausbau und Budgetpriorit\u00e4ten r\u00fccken in Graz zunehmend in den Mittelpunkt der politischen Debatte. Die Grazer \u00d6VP wirft der rot-rot-gr\u00fcnen Stadtkoalition vor, notwendige Investitionen in Bildung zu bremsen. Bei einer Pressekonferenz am 2. Juni kritisierten Stadtrat Kurt Hohensinner, Clubobfrau des \u00d6VP Gemeinderatsclubs Anna Hopper und MS St. Leonhard Direktor Alexander Ivanescu fehlende Kindergartenpl\u00e4tze, verschobene Schulbauprojekte und aus ihrer Sicht falsch gesetzte Priorit\u00e4ten im Stadtbudget.<\/p>\n<p>\u00d6VP sieht 500 verlorene Betreuungspl\u00e4tze<\/p>\n<p>Im Zentrum der Kritik steht die Kinderbetreuung. Laut Kurt Hohensinner habe Graz seit 2021 rund 500 Kindergartenpl\u00e4tze verloren. Der Versorgungsgrad sei von 97 Prozent auf knapp 90 Prozent gesunken. Als einen Grund nennt der Bildungsstadtrat die schrittweise <a href=\"https:\/\/www.inside-graz.at\/chronik\/elementarpaedagogikinnen-demonstrierten-fuer-kleinere-gruppen-faire-bezahlung.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Absenkung der Gruppengr\u00f6\u00dfen<\/a>. Diese Ma\u00dfnahme h\u00e4lt er p\u00e4dagogisch f\u00fcr richtig, allerdings h\u00e4tte die Stadt aus seiner Sicht gleichzeitig neue Gruppen schaffen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Hohensinner verweist darauf, dass er die Stadtkoalition bereits im Oktober 2022 auf die Folgen der kleineren Gruppen aufmerksam gemacht habe. Ohne zus\u00e4tzlichen Ausbau k\u00f6nne Graz den Platzverlust nicht ausgleichen. Zudem kritisiert er, dass j\u00e4hrlich rund 19 Millionen Euro aus Mitteln von Bund und Land zwar in das st\u00e4dtische Budget flie\u00dfen w\u00fcrden, aber aus seiner Sicht nicht zus\u00e4tzlich im Bildungsbudget f\u00fcr neue Betreuungspl\u00e4tze ankommen.<\/p>\n<p>Streit um Priorit\u00e4ten im Budget<\/p>\n<p>Die \u00d6VP macht daraus eine grunds\u00e4tzliche Budgetfrage. W\u00e4hrend Projekte wie die Kaiserfeldgasse oder die M\u00fcllverbrennungsanlage weiterlaufen, w\u00fcrden Kinderbetreuung und Schulausbau aus Sicht der Volkspartei nicht ausreichend priorisiert. Hohensinner formulierte es bei der Pressekonferenz so: \u201eGraz soll keine Stadt der Almosen sein, sondern eine Stadt des sozialen Aufstiegs.\u201c<\/p>\n<p>Anna Hopper verbindet die Debatte zus\u00e4tzlich mit Frauen- und Familienpolitik. F\u00fcr sie entscheidet ausreichende Kinderbetreuung auch dar\u00fcber, ob Eltern und besonders M\u00fctter Beruf und Familie vereinbaren k\u00f6nnen. Sie kritisiert, dass die Stadt 600.000 Euro f\u00fcr Fahrradgutscheine vorsehe, w\u00e4hrend laut \u00d6VP gleichzeitig Betreuungspl\u00e4tze fehlen.<\/p>\n<p>Schulausbauten in Graz gestoppt<\/p>\n<p>Neben der Kinderbetreuung kritisiert die \u00d6VP auch den Stopp mehrerer geplanter Schulbauprojekte. Laut Hohensinner waren f\u00fcnf Schulen an vier Standorten vorbereitet. Betroffen seien die Volksschule Bertha von Suttner, die Mittelschule Albert Schweitzer, die Mittelschule Stra\u00dfgang, die Mittelschule Karl Renner sowie ein zus\u00e4tzlicher Volksschulcluster in Algersdorf.<\/p>\n<p>Die Projekte seien aus Sicht der \u00d6VP keine optionalen Bauvorhaben, sondern notwendig, damit Graz ausreichend Schulraum bereitstellen kann. Besonders betroffen sieht Hohensinner polytechnische Klassen und Partnerklassen im Bereich der inklusiven Bildung. Gerade f\u00fcr Kinder mit Behinderung brauche es laut ihm dringend zus\u00e4tzliche Pl\u00e4tze im Mittelschulbereich.<\/p>\n<p>Direktor warnt vor fehlenden Schulpl\u00e4tzen<\/p>\n<p>Alexander Ivanescu, Obmann des Grazer Lehrerbundes und Mittelschuldirektor, schilderte die Situation aus Sicht der Schulen. Direktionen und Kollegien h\u00e4tten bereits viel Vorarbeit geleistet. Dass sie von den Stopps \u00fcber Medien erfahren h\u00e4tten, bezeichnete er als problematisch. Besonders kritisch sieht er die kommenden Nachmeldungen: Mittelschulen seien teilweise bereits voll, Abweisungen w\u00fcrden stattfinden, und man wisse nicht, wohin mit den Kindern.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Schulen geht es laut Ivanescu nicht nur um zus\u00e4tzliche R\u00e4ume. Auch Personalplanung, p\u00e4dagogische Konzepte und Planungssicherheit f\u00fcr Familien h\u00e4ngen an solchen Bauprojekten. Seine zentrale Frage bringt die Sorge der \u00d6VP auf den Punkt: \u201eWohin also mit den Kindern?\u201c<\/p>\n<p>700.000 Euro verlorene Kosten laut \u00d6VP<\/p>\n<p>Durch den Baustopp entstehen laut Hohensinner zus\u00e4tzliche Kosten von rund 700.000 Euro. In der Aussendung nennt die \u00d6VP unter anderem die Stornierung eines Provisoriums f\u00fcr die MS Albert Schweitzer, die Wiederherstellung des Sportplatzes der Dr. Karl Renner-Schule, Baukostensteigerungen und weitere Faktoren. Dieses Geld h\u00e4tte man laut Hohensinner im Bildungsbereich besser einsetzen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>In der Pressekonferenz rechnete er vor, dass eine Kindergartengruppe ungef\u00e4hr 80.000 bis 100.000 Euro pro Jahr koste. Damit verkn\u00fcpft die \u00d6VP die Debatte um Bauverz\u00f6gerungen direkt mit der Frage, wie viele Betreuungsgruppen Graz finanzieren k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Stadtkoalition verweist auf h\u00f6here Bildungsbudgets<\/p>\n<p>Die KP\u00d6 Graz argumentierte zuletzt, dass bereits jeder dritte Euro des operativen Stadtbudgets in Bildung flie\u00dfe. Au\u00dferdem sei das Bildungsbudget von 81,7 Millionen Euro im Jahr 2022 auf geplante 114,5 Millionen Euro im Jahr 2026 gestiegen. Das entspreche einem Plus von mehr als 40 Prozent.<\/p>\n<p>Zudem verweist die Stadtkoalition auf einen weiteren Ausbau der Kinderbetreuung. Laut KP\u00d6 sollen in den Kindergartenjahren 2026\/27 und 2027\/28 insgesamt 13 neue Gruppen entstehen, darunter Kinderkrippen- und Kindergartengruppen. Au\u00dferdem sind 54 zus\u00e4tzliche Dienstposten f\u00fcr Betreuung und P\u00e4dagogik vorgesehen.<\/p>\n<p>Bildung wird zum Wahlkampfthema<\/p>\n<p>Damit prallen in Graz zwei Darstellungen aufeinander. Die \u00d6VP spricht von verlorenen Pl\u00e4tzen, gestoppten Schulausbauten und fehlender Priorit\u00e4t f\u00fcr Kinder. Die Stadtkoalition verweist auf steigende Bildungsbudgets und angek\u00fcndigte neue Gruppen.<\/p>\n<p>F\u00fcr Familien bleibt entscheidend, wie schnell zus\u00e4tzliche Betreuungs- und Schulpl\u00e4tze tats\u00e4chlich entstehen. Denn die Debatte \u00fcber Budgets, Zust\u00e4ndigkeiten und politische Priorit\u00e4ten wird sp\u00e4testens dann konkret, wenn Eltern keinen Kindergartenplatz finden oder Schulen keine zus\u00e4tzlichen Kinder mehr aufnehmen k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"&#13; &#13; Kinderbetreuung, Schulausbau und Budgetpriorit\u00e4ten r\u00fccken in Graz zunehmend in den Mittelpunkt der politischen Debatte. 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