{"id":20442,"date":"2026-03-01T23:40:07","date_gmt":"2026-03-01T23:40:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/20442\/"},"modified":"2026-03-01T23:40:07","modified_gmt":"2026-03-01T23:40:07","slug":"the-chronology-of-water-film-rezensionen-de","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/20442\/","title":{"rendered":"The Chronology of Water | Film-Rezensionen.de"},"content":{"rendered":"<p>Inhalt \/ Kritik<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch wenn der letzte <a href=\"https:\/\/www.film-rezensionen.de\/2019\/12\/twilight-biss-zum-morgengrauen\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Twilight<\/a> Teil bereits 14 Jahre zur\u00fcckliegt und <a href=\"https:\/\/www.film-rezensionen.de\/2020\/01\/kristen-stewart\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Kristen Stewart<\/a> sowohl davor als auch danach in qualitativ hochwertigen Filmen auftrat, h\u00e4ngt ihr hierzulande das Image der Ketchupflaschen ausdr\u00fcckenden und Haare zur\u00fcckstreichenden Vampirangebeteten leicht nach \u2013 das \u00e4ndert sich hoffentlich sp\u00e4testens mit ihrem Langfilmdebut als Regisseurin und Drehbuchautorin, The Chronology of Water. Hier verfilmt Stewart die tumultu\u00f6se Lebensgeschichte, basierend auf den gleichnamigen Memoiren, von Lidia Yuknavitch: erst gro\u00dfes Schwimmtalent, sp\u00e4ter drogens\u00fcchtig, schlie\u00dflich Schriftstellerin und Dozentin. Imogen Poots schl\u00fcpft in die Rolle der seit Kindheitsbeinen gebeutelten US-Amerikanerin, die erst sp\u00e4t auf die Bremse dr\u00fcckt und Halt in ihrem Leben findet.<\/p>\n<p>Wasser, K\u00f6rper, Psyche<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Flucht \u2013\u00a0vor der Familie, vor den auftretenden Problemen im Leben, vor einem selbst. Dies ist die einzige M\u00f6glichkeit f\u00fcr die junge Lidia, irgendwie mit alledem klarzukommen, was ihr widerf\u00e4hrt. Zuallererst verschwindet sie g\u00e4nzlich im Wasser des Poolbeckens, schwimmt allen davon, l\u00e4sst sich selbst auf halben Weg zur\u00fcck, findet sich irgendwo zwischen den Beckenr\u00e4ndern wieder. W\u00e4hrend im Wasser eine Parallelwelt liegt, die einerseits an Erwartungen und Druck gebunden ist, andererseits Lidias Sorgen kurz vergessen l\u00e4sst, wartet zuhause ein tyrannischer Vater, der sie missbraucht und die Familie inklusive Schwester Claudia (Thora Birch) und Mutter Dorothy (Susannah Flood) knechtet. Nach au\u00dfen hin wirkt die Familie wie die typische, US-amerikanische Vorstadtfamilie, doch innerhalb der vier W\u00e4nde ist gar nichts im Lot. Lidia wird fr\u00fch in ihrer Sexualit\u00e4t gest\u00f6rt, in ihren Vorstellungen von Beziehungen gezeichnet, ihre Mutter ertr\u00e4nkt die Misere im Alkohol, ihre Schwester plant, endg\u00fcltig abzuhauen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nichts l\u00e4uft in Lidias Leben so, wie es eigentlich laufen sollte \u2013 selbst ihre Olympiatr\u00e4ume werden begraben, da die USA die Olympischen Spiele 1980 in Moskau boykottieren, was auch sie endg\u00fcltig in die Sucht abrutschen l\u00e4sst. Mittlerweile in Texas wohnend und aufs College gehend, wird deutlich, welche verst\u00e4ndlichen Knackse sie aus ihrer Kindheit und Jugend davongetragen hat: Der erste Kerl, der sie vern\u00fcnftig behandelt, wird abgeschossen, da er f\u00fcr Lidia zu nett ist und sie eine andere Art von Nervenkitzel braucht, den Kristen Stewart fragmentarisch, aber doch koh\u00e4rent und schl\u00fcssig in Form impulsiver Ausraster beschreibt, wobei auch der Bezug zum eigenen K\u00f6rper eine gro\u00dfe Rolle spielt. Yuknavitch liebt es, \u00fcber die Str\u00e4nge zu schlagen, zu trinken, bis zur Besinnungslosigkeit zu feiern, und Imogen Poots spielt sich den Allerwertesten ab, um die Leere zu f\u00fcllen, die ihren Charakter stets einnimmt. Sie weint, sie schreit, sie rauft sich die Haare, verletzt sich, verletzt andere, stolpert in die n\u00e4chste toxische Beziehung mit einem gewaltt\u00e4tigen Performative Male Atzen mit Rotzbremse und Vokuhila-Ansatz \u2013\u00a0und holt so das Maximum aus einem teilweise d\u00fcrftigen Drehbuch heraus.<\/p>\n<p>Ein Hit auf Tumblr<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Trotz dankbarer Buchvorlage merkt man The Chronology of Water an, dass es ein Erstlingswerk ist. Ein visuell durchaus beeindruckendes, ein von vornherein mit gr\u00f6\u00dferen Namen besetztes Werk, das sich mehr traut als andere kontempor\u00e4re Produktionen auf diesem Level. K\u00f6rniger 16-mm Film, verwaschene Farben, treibend in seinem Storytelling, doch sich zu verlieren drohend, sobald es auf die weite See hinausgeht. Die emotionale Intensit\u00e4t der vorliegenden Geschichte macht es kompliziert, sie gleichzeitig kunstvoll, schockierend und nachdenklich auf die Leinwand zu bringen, und so h\u00fcbsch die verschiedenen Allegorien und Lebensphasen f\u00fcrs Auge sind, so zerm\u00fcrbend sind die st\u00e4ndigen Schicksalsschl\u00e4ge f\u00fcr die Seele. Dabei schafft es Stewart zum Gro\u00dfteil, das Leid zu \u00e4sthetisieren, ohne es zu besch\u00f6nigen. Mit dem ein oder anderen schwerm\u00fctigen Spruch w\u00e4re der Film im Jahre 2014 ein Hit auf der Blogging-Plattform Tumblr geworden, die vor Sex und Selbstverletzung nur so strotzte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch wenn Kristen Stewart eindeutig ein Auge f\u00fcr edgy-traumhafte \u00c4sthetik besitzt, ist es der Cast, der hier wirklich einen Homerun hinlegt: Lidias erster Freund Philip wird von Earl Cave, dem Sohn des illustren Musikers Nick Cave, gespielt, Jim Belushi legt eine exzentrisch-lehrreiche Performance als Schriftsteller Ken Kesey hin, der irgendwann hackedicht ins Wasser entschwindet und nie wieder auftaucht, Sonic Youth S\u00e4ngerin Kim Gordon zeigt mithilfe von S&amp;M Lidia einen Coping-Mechanismus, der f\u00fcr sie endlich mal funktioniert, und Imogen Poots ist in der Hauptrolle schlicht brillant. Die Kurve zu kratzen nach all den Eskapaden, nach all den widerw\u00e4rtigen Taten ihr gegen\u00fcber, ist eine Geschichte, die es wert ist, erz\u00e4hlt zu werden, und Stewart gelingt dies mit allen Ecken und Kanten, die so ein Lebensstil mit sich bringt. Bleibt sie am Ball, k\u00f6nnte sie zu einer der vielversprechendsten Regisseurinnen unserer Zeit avancieren.<\/p>\n<p>Credits<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">OT: \u201eThe Chronology of Water\u201c<br \/>Land: USA, Frankreich, Lettland, Spanien, UK<br \/>Jahr: 2025<br \/>Regie: <a href=\"https:\/\/www.film-rezensionen.de\/2020\/01\/kristen-stewart\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Kristen Stewart<\/a><br \/>Drehbuch: <a href=\"https:\/\/www.film-rezensionen.de\/2020\/01\/kristen-stewart\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Kristen Stewart<\/a><br \/>Vorlage: Lidia Yuknavitch<br \/>Musik: Paris Hurley<br \/>Kamera: Corey C. Waters<br \/>Besetzung: Imogen Poots, Thora Birch, Susannah Flood, Michael Epp, Jim Belushi<\/p>\n<p>Kaufen \/ Streamen<\/p>\n<p>Bei diesen Links handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf \u00fcber diesen Link erhalten wir eine Provision, ohne dass f\u00fcr euch Mehrkosten entstehen. Auf diese Weise k\u00f6nnt ihr unsere Seite unterst\u00fctzen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Inhalt \/ Kritik Auch wenn der letzte Twilight Teil bereits 14 Jahre zur\u00fcckliegt und Kristen Stewart sowohl davor&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":20443,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[23],"tags":[46,42,10763,151,661,147,532,152,6650,150,44,935,6491,148,439],"class_list":{"0":"post-20442","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-kino","8":"tag-at","9":"tag-austria","10":"tag-biographie","11":"tag-cinema","12":"tag-drama","13":"tag-entertainment","14":"tag-frankreich","15":"tag-kino","16":"tag-lettland","17":"tag-movie","18":"tag-oesterreich","19":"tag-spanien","20":"tag-uk","21":"tag-unterhaltung","22":"tag-usa"},"share_on_mastodon":{"url":"","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/20442","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=20442"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/20442\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/20443"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=20442"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=20442"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=20442"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}