{"id":20601,"date":"2026-03-02T03:06:15","date_gmt":"2026-03-02T03:06:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/20601\/"},"modified":"2026-03-02T03:06:15","modified_gmt":"2026-03-02T03:06:15","slug":"pfandtourismus-nach-oesterreich-was-ist-daraus-geworden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/20601\/","title":{"rendered":"&#8222;Pfandtourismus&#8220; nach \u00d6sterreich: Was ist daraus geworden?"},"content":{"rendered":"<p>Anfang Februar 2025 hat \u00d6sterreich das Pfand f\u00fcr die 0,5-Liter-Mehrweg-Glasflaschen deutlich erh\u00f6ht, auf 20 Cent je Flasche. F\u00fcr eine <a href=\"https:\/\/www.br.de\/nachrichten\/bayern\/pfand-tourismus-nach-oesterreich-wenn-das-bier-leergut-doppelt-so-viel-wert-ist,Ud9mdwt\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Kiste Leergut gibt es in der Alpenrepublik<\/a> im Handel nun sieben Euro zur\u00fcck, w\u00e4hrend hierzulande deutlich weniger als die H\u00e4lfte gezahlt wird. Das ist zwar ein ziemlicher Unterschied, aber lohnt sich deshalb die Fahrt \u00fcber die Grenze? Und vor allem: Machen das nennenswert viele Menschen?  <\/p>\n<p>Massenhafter &#8222;Pfandtourismus&#8220; ausgeblieben <\/p>\n<p>Die mittelst\u00e4ndische Brauerei Sch\u00f6nram liegt malerisch in Petting im Landkreis Traunstein. Den Namen verdankt sie dem Ortsteil ihres Firmensitzes. Pro Jahr werden dort rund 100.000 Hektoliter Bier und alkoholfreie Getr\u00e4nke hergestellt und auch in \u00d6sterreich angeboten. Vor allem in den ersten Monaten nach der Pfand-Umstellung gab es wohl etliche, die versuchten, in Bayern gekaufte Biertragerl in \u00d6sterreich im gr\u00f6\u00dferen Stil zur\u00fcckzugeben und die Differenz einzustreichen.<\/p>\n<p>Der Marketingleiter der Brauerei, Christian Thiel, berichtete nach der Einf\u00fchrung von einem Fall, bei dem ein Kunde versuchte, 50 Bierkisten auf einmal zur\u00fcckzugeben. Doch der Kunde wurde laut Thiel im \u00f6sterreichischen Gesch\u00e4ft abgewiesen. Bei anderen scheint es besser geklappt zu haben. Laut dem Marketingleiter der Brauerei Sch\u00f6nram wurden im vergangenen Jahr in \u00d6sterreich 10.000 Kisten mehr zur\u00fcckgegeben als ausgeliefert. Durch den &#8222;Pfandschlupf&#8220; seien der Brauerei Sch\u00f6nraum Mehrkosten in H\u00f6he von 33.000 Euro entstanden. Doch mittlerweile habe dieser Pfandtourismus sp\u00fcrbar nachgelassen.<\/p>\n<p>Bayerischer Brauerbund erleichtert<\/p>\n<p>Die Erh\u00f6hung des Flaschenpfands in \u00d6sterreich seit gut vorbereitet gewesen, meint der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Bayerischen Brauerbunds, Walter K\u00f6nig, auf BR24-Anfrage. Die erst relativ sp\u00e4te Ank\u00fcndigung habe das Horten von Leergut bei Verbrauchern verhindert. Zudem sei der grenznahe Handel in \u00d6sterreich offensichtlich gut f\u00fcr das Thema sensibilisiert worden.<\/p>\n<p>Bis auf wenige Ausnahmen habe man von den Mitgliedsfirmen des Bayerischen Brauerbunds keine gr\u00f6\u00dferen Klagen geh\u00f6rt, so K\u00f6nig. \u00c4hnliches ist von der Pressesprecherin von Spar \u00d6sterreich, Nicole Berkmann, zu h\u00f6ren. Das Unternehmen mit Sitz in Salzburg ist der gr\u00f6\u00dfte Lebensmitteleinzelh\u00e4ndler in \u00d6sterreich und betreibt viele Gesch\u00e4fte im grenznahen Bereich.<\/p>\n<p>Es habe nie einen Pfandtourismus von Deutschland nach \u00d6sterreich gegeben, so Berkmann. Das sei im Vorjahr zwar immer wieder mal behauptet worden, sei aber nur eine Bef\u00fcrchtung gewesen, die in einer Zeitungsente gem\u00fcndet sei. Paul P\u00f6ttschacher ist Pressesprecher der Rewe Gro\u00dfhandels GmbH, die in \u00d6sterreich unter der Marke Adeg auftritt. Er meint kurz und knapp, Pfandtourismus sei bei ihnen kein Thema, er habe im Vertrieb nachgefragt. <\/p>\n<p>Brauer trotzdem von h\u00f6herem Pfand betroffen<\/p>\n<p>Nicht weit weg von Sch\u00f6nram in Teisendorf hat die mittelst\u00e4ndische Brauerei Wieninger ihren Sitz. Auch sie ist also im grenznahen Bereich t\u00e4tig und verkauft ihre Produkte ebenfalls in \u00d6sterreich. Der aktive Pfandtourismus habe mit der Umstellung der Pfands\u00e4tze zwar nachgelassen, aber die dauernde Abwanderung des Leerguts nach \u00d6sterreich im grenznahen Bereich bemerke man stark, so der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Brauerei, Andreas Br\u00fcgmann.<\/p>\n<p>Der Pendler, der beim Nachhauseweg im Getr\u00e4nkemarkt in Deutschland noch ein Sechserpack mitnehme und sp\u00e4ter dann beim Tanken in \u00d6sterreich zur\u00fcckgebe, sei mittlerweile Standard. Das sei unkompliziert und spare Geld. Br\u00fcgmann spricht von einem schleichenden Prozess, der nur schwer messbar sei und momentan auch nicht aufzuhalten. Au\u00dfer vielleicht, wenn Deutschland in \u00e4hnlicher Weise die Pfandpreise anhebt. <\/p>\n<p>Anheben der Pfandpreise hierzulande eine Option? <\/p>\n<p>Der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Bayerischen Brauerbunds, Walter K\u00f6nig, w\u00fcrde ein h\u00f6heres Pfand hierzulande zwar begr\u00fc\u00dfen, aber nicht zum jetzigen Zeitpunkt, wie er betont. Das k\u00f6nnte sich die <a href=\"https:\/\/www.br.de\/nachrichten\/wirtschaft\/sinkender-bierdurst-bayerische-brauer-trotzen-dem-trend,Uc1vR56\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Branche aufgrund ihrer wirtschaftlich schwachen Entwicklung<\/a> nicht leisten, so seine Ansicht. Denn so eine Umstellung kostet Geld. Die Brauereien m\u00fcssen den Kunden ab dem Zeitpunkt der Umstellung mehr f\u00fcr leere Pfandflaschen bezahlen, und zwar auch f\u00fcr die, die vor der Umstellung gekauft wurden.<\/p>\n<p>Eine Kennzeichnung zur Unterscheidung von Flaschen mit altem und neuem Pfand sei technisch nicht m\u00f6glich, hei\u00dft es. Beim Deutschen Brauerbund sch\u00e4tzt man deswegen, dass bei insgesamt vier Milliarden Mehrweg-Bierflaschen in Deutschland eine Erh\u00f6hung des Pfandsatzes von derzeit 8 auf 20 Cent die Branche 480 Millionen Euro kosten w\u00fcrde. Zudem m\u00fcssten R\u00fccknahmeautomaten im Handel entsprechend umgestellt werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Anfang Februar 2025 hat \u00d6sterreich das Pfand f\u00fcr die 0,5-Liter-Mehrweg-Glasflaschen deutlich erh\u00f6ht, auf 20 Cent je Flasche. 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