{"id":206410,"date":"2026-06-09T11:05:09","date_gmt":"2026-06-09T11:05:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/206410\/"},"modified":"2026-06-09T11:05:09","modified_gmt":"2026-06-09T11:05:09","slug":"frueher-eine-alterskrankheit-dieser-krebs-trifft-jetzt-immer-mehr-junge","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/206410\/","title":{"rendered":"Fr\u00fcher eine Alterskrankheit: Dieser Krebs trifft jetzt immer mehr Junge"},"content":{"rendered":"<p>                            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/shutterstock_2752983701-9e4bd1d43b123f9c.jpeg\"  width=\"5760\" height=\"3236\"  alt=\"Arzt zeigt Patientin ein Computermonitor mit medizinischen Daten und Bildern.\" class=\"img-responsive\"\/><\/p>\n<p class=\"source akwa-caption__source\">(Bild:\u00a0DC Studio \/ <a href=\"https:\/\/www.shutterstock.com\/de\/image-photo\/male-oncology-expert-reviews-radiography-results-2752983701\" target=\"_blank\" rel=\"external noopener nofollow\">Shutterstock.com<\/a>)<\/p>\n<p class=\"lead beitraganriss\">Sportlich, schlank und pl\u00f6tzlich Darmkrebs im Endstadium. Mediziner schlagen Alarm und suchen fieberhaft nach den gef\u00e4hrlichen Ausl\u00f6sern.<\/p>\n<p>Sportlich, schlank, keine famili\u00e4re Vorbelastung \u2013 und trotzdem Darmkrebs im Stadium IV. Was der US-Amerikanerin Katie Rich 2012 im Alter von 33 Jahren passierte, ist kein Einzelfall mehr.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Weltweit registrieren Onkologen einen beunruhigenden Trend: Krebsarten, die lange als Alterskrankheiten galten, treffen zunehmend junge Erwachsene.<\/p>\n<p>Auf den beiden gr\u00f6\u00dften Krebskongressen des Jahres \u2013 der Tagung der American Society of Clinical Oncology (ASCO) in Chicago und der Jahrestagung der American Association for Cancer Research (AACR) in San Diego \u2013 stand das Thema im Zentrum.<\/p>\n<p>&#8222;Weltweit steigt die H\u00e4ufigkeit verschiedener Krebsarten bei Menschen unter 50 Jahren&#8220;, sagte die Onkologin Kimmie Ng, Direktorin des Young-Onset Colorectal Cancer Center am Dana-Farber Cancer Institute,  <a href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/d41586-026-01780-6\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">vor dem ASCO-Publikum<\/a>. &#8222;Die \u00fcberwiegende Mehrheit gilt als sporadisch, mit unbekannter Ursache.&#8220;<\/p>\n<p>Besonders drastisch zeigt sich das beim Darmkrebs: In den USA stieg die Inzidenz bei 20- bis 49-J\u00e4hrigen seit 2010 j\u00e4hrlich um rund drei Prozent. 2023 wurde Darmkrebs bei M\u00e4nnern <a href=\"https:\/\/acsjournals.onlinelibrary.wiley.com\/doi\/10.3322\/caac.21820#\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">zur h\u00e4ufigsten krebsbedingten Todesursache<\/a> \u2013 bei Frauen liegt er auf Platz zwei hinter Brustkrebs.<\/p>\n<p>Deutschland: Hautkrebszahlen fast verdoppelt<\/p>\n<p>Auch hierzulande sind die Zahlen alarmierend. Wie das <a href=\"https:\/\/www.destatis.de\/DE\/Presse\/Pressemitteilungen\/2026\/05\/PD26_N036_231.html\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Statistische Bundesamt mitteilt<\/a>, wurden 2024 insgesamt 120.100 Menschen wegen Hautkrebs station\u00e4r behandelt \u2013 94,5 Prozent mehr als 2004.<\/p>\n<p>Besonders stark stiegen die F\u00e4lle von hellem Hautkrebs: ein Plus von 117 Prozent in zwei Jahrzehnten. Die Todesf\u00e4lle kletterten um 65,1 Prozent auf rund 4600 im Jahr 2024.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Zum Vergleich: Die Gesamtzahl der Krebstodesf\u00e4lle nahm im selben Zeitraum nur um 10,1 Prozent zu.<\/p>\n<p>Adipositas allein erkl\u00e4rt den Anstieg nicht<\/p>\n<p>Forscher durchleuchten die \u00fcblichen Verd\u00e4chtigen: \u00dcbergewicht, Bewegungsmangel, Alkohol, Rauchen, rotes Fleisch. Adipositas und Darmkrebs h\u00e4ngen nachweislich zusammen.<\/p>\n<p>Doch Ng betonte auf der ASCO-Konferenz: &#8222;Viele von uns [\u2026] haben junge Krebspatienten betreut, und viele von ihnen sind nicht adip\u00f6s&#8220;.<\/p>\n<p>Der Gastroenterologe Andrew Chan vom Massachusetts General Hospital <a href=\"https:\/\/jamanetwork.com\/journals\/jamaoncology\/article-abstract\/2841354\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">fand laut<\/a> JAMA Oncology heraus, dass hochverarbeitete Lebensmittel bei jungen Frauen das Risiko f\u00fcr Darmpolypen erh\u00f6hen \u2013 selbst nach Kontrolle f\u00fcr \u00dcbergewicht.<\/p>\n<p>Wie stark industriell verarbeitete Nahrung den K\u00f6rper belasten kann, zeigen auch Studien zu <a href=\"https:\/\/www.telepolis.de\/article\/Hochverarbeitete-Lebensmittel-Der-stille-Angriff-auf-das-Gehirn-11276512.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">kognitiven Sch\u00e4den durch Ultra-Processed Foods<\/a>.<\/p>\n<p>Daneben r\u00fccken Umweltfaktoren in den Fokus. Eine epigenetische Studie identifizierte m\u00f6gliche Zusammenh\u00e4nge zwischen fr\u00fchem Darmkrebs und dem Herbizid Picloram, das auf Weiden eingesetzt wird.<\/p>\n<p>Selbst bakterielle Toxine spielen offenbar eine Rolle: Das Gift Colibactin, das von verbreiteten Darmbakterien produziert wird, hinterl\u00e4sst bei manchen Kindern unter f\u00fcnf Jahren bereits Mutationsmuster wie bei Erwachsenen mittleren Alters.<\/p>\n<p>Der Geburtskohorteneffekt als Warnsignal<\/p>\n<p>Epidemiologin Hyuna Sung von der American Cancer Society warnte, der Trend signalisiere, &#8222;was in 20 oder 30 Jahren kommen wird, wenn [diese Menschen] mittleren Alters und \u00e4lter sind&#8220;.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich zeigen die Daten einen sogenannten Geburtskohorteneffekt: Wer heute 41 Jahre alt ist, tr\u00e4gt ein um 47 Prozent h\u00f6heres Darmkrebsrisiko als jemand, der 1991 im selben Alter war. Das deutet auf pr\u00e4gende Expositionen in Kindheit und Jugend hin \u2013 etwa durch Ern\u00e4hrung, Antibiotikaeinsatz oder das Mikrobiom.<\/p>\n<p>Die Forschung zur <a href=\"https:\/\/www.telepolis.de\/article\/Epigenetik-Wie-Vaeter-Lebenserfahrungen-an-Kinder-vererben-11290047.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">epigenetischen Vererbung von Lebensstilfaktoren<\/a> legt nahe, dass bereits das Verhalten der Eltern molekulare Spuren hinterlassen kann, die das Krebsrisiko der n\u00e4chsten Generation beeinflussen.<\/p>\n<p>Auch Schlaf spielt eine Rolle: Eine aktuelle Nature-Studie zeigt, dass sowohl zu wenig als auch zu viel Schlaf das <a href=\"https:\/\/www.telepolis.de\/article\/Schlaf-bestimmt-wie-schnell-deine-Organe-altern-11301668.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">biologische Altern von Organen beschleunigt<\/a>. Hinzu kommen Belastungen, die oft untersch\u00e4tzt werden \u2013 etwa durch <a href=\"https:\/\/www.telepolis.de\/article\/Plastik-kostet-uns-Lebensjahre-und-die-Rechnung-waechst-11180637.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Plastik und die darin enthaltenen Chemikalien<\/a>.<\/p>\n<p>&#8222;Ich glaube nicht, dass es einen einzigen eindeutigen Beweis gibt&#8220;, sagt Chan. &#8222;Wahrscheinlich kommt es im Laufe der Zeit zu einer Anh\u00e4ufung von Risikofaktoren.&#8220; F\u00fcr die Forschung hei\u00dft das: Die Suche nach Antworten hat gerade erst begonnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"(Bild:\u00a0DC Studio \/ Shutterstock.com) Sportlich, schlank und pl\u00f6tzlich Darmkrebs im Endstadium. 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