{"id":20718,"date":"2026-03-02T06:00:19","date_gmt":"2026-03-02T06:00:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/20718\/"},"modified":"2026-03-02T06:00:19","modified_gmt":"2026-03-02T06:00:19","slug":"macron-haelt-grundsatzrede-zu-frankreichs-atomschirm","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/20718\/","title":{"rendered":"Macron h\u00e4lt Grundsatzrede zu Frankreichs Atomschirm"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/dassault-rafale-c-fighter-100.jpg\" alt=\" Ein Dassault Rafale C Kampfjet\" title=\" Ein Dassault Rafale C Kampfjet | REUTERS\"\/><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 02.03.2026 \u2022 06:56 Uhr<\/p>\n<p class=\"article-head__shorttext\">\n        Heute wird Frankreichs Pr\u00e4sident Macron eine Grundsatzrede zur nuklearen Abschreckung halten. Mehrfach hat er angeboten, den nuklearen Schutz auf Europa auszudehnen. Doch er hat auch Erwartungen &#8211; nicht zuletzt an Deutschland.\n    <\/p>\n<p>                                    <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/julia-borutta-103.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n                                        <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Julia Borutta\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/julia-borutta-101.jpg\"\/><br \/>\n                                    <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Emmanuel Macron will ein Zeichen der St\u00e4rke und der Weitsicht senden. Dazu hat er eine Kulisse gew\u00e4hlt, die sinnbildlich f\u00fcr Frankreich als atomare Streitmacht in Europa steht: die Ile Longue in der Bretagne, Milit\u00e4rbasis f\u00fcr Frankreichs Atom-U-Boote.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Der franz\u00f6sische Pr\u00e4sident verfolge mit der Rede ein Hauptziel, sagt Heloise Fayet, die das Forschungsprogramm zum Thema Abschreckung und Verbreitung von Nuklearwaffen am IFRI Institut in Paris verantwortet.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Es gehe darum, &#8222;glaubw\u00fcrdig zu bleiben &#8211; in den Augen Moskaus&#8220;, in einem Kontext, in dem man Zweifel an der erweiterten Abschreckung der USA haben k\u00f6nne und in dem die russische Bedrohung noch zunehmen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>    Was f\u00fcr Frankreich Glaubw\u00fcrdigkeit bedeutet<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Glaubw\u00fcrdigkeit bedeutet im Rahmen der streng defensiv definierten Nukleardoktrin Frankreichs, in der Lage zu sein, einem Angreifer &#8222;inakzeptablen Schaden&#8220; zuzuf\u00fcgen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Und zwar dann, wenn die &#8222;vitalen Interessen Frankreichs&#8220; bedroht sind. Frankreich h\u00e4lt trotz seiner NATO-Mitgliedschaft die nukleare Abschreckung des Landes vollst\u00e4ndig unabh\u00e4ngig, ist nicht Teil ihrer nuklearen Kommandostruktur.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Bereits 2020 hatte Pr\u00e4sident Macron bei seiner letzten gro\u00dfen Rede zum Thema an der \u00c9cole de Guerre klargestellt: &#8222;Die vitalen Interessen Frankreichs haben von nun an eine europ\u00e4ische Dimension&#8220;. H\u00e9loise Fayet erkl\u00e4rt, dass die nukleare Abschreckung zwar dem Schutz der lebenswichtigen Interessen Frankreichs diene, dass diese aber nicht auf das franz\u00f6sische Staatsgebiet beschr\u00e4nkt seien. &#8222;Es ist heute illusorisch zu glauben, dass beispielsweise ein gro\u00df angelegter Angriff auf polnisches Gebiet keine Auswirkungen auf die lebenswichtigen Interessen Frankreichs h\u00e4tte.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Dasselbe gilt f\u00fcr Deutschland. Doch wie k\u00f6nnte die Teilhabe an der franz\u00f6sischen atomaren Abschreckung aussehen? Da weiterhin amerikanische Atomwaffen in Europa pr\u00e4sent seien, bestehe heute keine Notwendigkeit, franz\u00f6sische Atomwaffen au\u00dferhalb des Staatsgebiets zu stationieren. Das sei derzeit &#8222;absolut nicht vorgesehen&#8220;. Genauso wie es gegenw\u00e4rtig &#8222;undenkbar&#8220; sei, &#8222;eine franz\u00f6sische Atomwaffe unter ein Flugzeug zu h\u00e4ngen, das nicht franz\u00f6sisch ist&#8220;. <\/p>\n<p>    Ein neuer Kampfjet &#8211; notfalls auch im Alleingang<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Deshalb ist es der franz\u00f6sischen Regierung auch so wichtig, einen neuen Kampfjet zu bauen, der genau ihren Anforderungen entspricht &#8211; notfalls auch im Alleingang und nicht im daf\u00fcr urspr\u00fcnglich vorgesehenen Rahmen des deutsch-franz\u00f6sisch-spanischen Kooperationsprojekts FCAS, das gerade auf der Kippe steht.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Jenseits der technischen Fragen gehe es jetzt um einen stufenweisen Austausch innerhalb Europas, hei\u00dft es im Elys\u00e9e. Im Winter vergangenen Jahres haben erstmals hochrangige britische Vertreter als Beobachter an einer franz\u00f6sischen Nuklear\u00fcbung teilgenommen. Der \u00fcbern\u00e4chste Schritt k\u00f6nnte beispielsweise sein, dass die Marineeinheiten von Verb\u00fcndeten helfen, Patrouillen franz\u00f6sischer Atom-U-Boote zu sch\u00fctzen.<\/p>\n<p>    &#8222;Ein Berg von ungekl\u00e4rten Sachfragen&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Noch ist das alles Zukunftsmusik. Es gebe noch viele Fragezeichen, r\u00e4umte k\u00fcrzlich Friedrich Merz in seinem Interview im Podcast Machtwechsel ein. Merz ist der erste deutsche Kanzler, der auf das Angebot zum Dialog \u00fcber die Teilhabe am franz\u00f6sischen Nuklearschutzschirm positiv reagiert. Da sei noch &#8222;ein Berg von ungekl\u00e4rten Sachfragen, von ungekl\u00e4rten rechtlichen, v\u00f6lkerrechtlichen Fragen&#8220;, sagte der Kanzler: &#8222;Wir sind ganz am Anfang.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Doch aus Sicht des Elys\u00e9e muss Europa im Einklang mit der NATO dringend einen Weg finden, seine Verteidigung zu st\u00e4rken. Man erlebe gerade eine &#8222;Erosion&#8220; all dessen, was vom Rahmen der R\u00fcstungskontrolle wie beispielsweise dem &#8222;New START&#8220;-Abkommen noch \u00fcbrig ist.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Das Ziel Frankreichs in diesem Kontext ist es, die Partner &#8211; auch und gerade Deutschland &#8211; st\u00e4rker in die eigenen strategischen \u00dcberlegungen einzubinden.<\/p>\n<p>    Souver\u00e4nit\u00e4t bleibt unangetastet<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Eines allerdings bleibt unumst\u00f6\u00dflich: Frankreich wird niemals die Entscheidung \u00fcber den Einsatz seiner knapp 300 Atomsprengk\u00f6pfe und vier Atom-U-Boote aus der Hand geben.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Es wird immer Aufgabe des Staatschefs &#8211; oder der Staatschefin &#8211; bleiben, im Bunker unter dem Elys\u00e9e-Palast den Befehl zu geben. Dies sei elementarer Bestandteil der Souver\u00e4nit\u00e4t, aber auch der Effizienz und Glaubw\u00fcrdigkeit franz\u00f6sischer Abschreckungspolitik, hei\u00dft es im Elys\u00e9e.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 02.03.2026 \u2022 06:56 Uhr Heute wird Frankreichs Pr\u00e4sident Macron eine Grundsatzrede zur nuklearen Abschreckung halten. 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