{"id":209242,"date":"2026-06-10T18:33:29","date_gmt":"2026-06-10T18:33:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/209242\/"},"modified":"2026-06-10T18:33:29","modified_gmt":"2026-06-10T18:33:29","slug":"nathalie-benko-muss-2-mio-euro-zurueckzahlen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/209242\/","title":{"rendered":"Nathalie Benko muss 2 Mio. Euro zur\u00fcckzahlen"},"content":{"rendered":"<p>Ren\u00e9 Benko \u00fcberwies seiner Ehefrau Nathalie im Jahr 2023 Geld f\u00fcr angebliche Immobilien-Investments. Laut Landesgericht Innsbruck muss das Geld nun zur\u00fcck in die Insolvenzmasse. Das Urteil ist nicht rechtskr\u00e4ftig, beide Seiten gehen in Berufung.<\/p>\n<p>Zwei Millionen Euro, ein Verwendungszweck mit gro\u00dfen Worten und am Ende eine Richterin, die der Erkl\u00e4rung schlicht nicht glaubte. Im Mammutverfahren um die Pleite des Signa-Imperiums hat Masseverwalter Andreas Grabenweger nun einen Punktsieg gelandet. Vor dem Landesgericht Innsbruck setzte er sich mit einer Anfechtungsklage durch: Nathalie Benko, Ehefrau des gefallenen Immobilienjongleurs Ren\u00e9 Benko, soll zwei Millionen Euro in die Insolvenzmasse zur\u00fcckzahlen. Rechtskr\u00e4ftig ist das Urteil noch nicht \u2013 beide Seiten ziehen in die n\u00e4chste Runde, best\u00e4tigte das Landesgericht der APA einen Bericht des Kurier.<\/p>\n<p>Der Streit dreht sich um eine einzige \u00dcberweisung. Im J\u00e4nner 2023, als die Signa-Welt nach au\u00dfen noch gl\u00e4nzte, schickte Ren\u00e9 Benko Geld an seine Frau \u2013 garniert mit dem Vermerk \u201eEigenkapital f\u00fcr Immobilieninvestments\u201c. F\u00fcr Nathalie Benkos Anwalt war die Sache klar: ein \u201eZusatzunterhalt\u201c, obendrauf zu den ohnehin monatlich flie\u00dfenden 10.500 Euro. Eine Abmachung zwischen den Eheleuten habe ihr erm\u00f6glichen sollen, sich \u201eetwas Eigenes aufbauen\u201c zu k\u00f6nnen, so ihre Aussage im Gerichtssaal. Wohin das Geld am Ende tats\u00e4chlich floss, wusste sie nicht mehr so recht, nur, dass sie es in ihre Immobilienfirma investiert hatte.<\/p>\n<p>Eine Erkl\u00e4rung mit L\u00fccken<\/p>\n<p>Genau dort begann das Misstrauen des Gerichts. Die zust\u00e4ndige Richterin mochte der Unterhalts-Erz\u00e4hlung nicht folgen und stufte die Zahlung als \u201eunentgeltliche Verf\u00fcgung\u201c ein \u2013 also als Leistung, der keine wirtschaftliche Gegenleistung gegen\u00fcbersteht. Damit war sie im Insolvenzverfahren angreifbar. Immobilien zu kaufen oder schlicht Geld bereitzustellen, so die juristische Logik, falle nun einmal nicht unter den gesetzlichen Unterhaltsanspruch.<\/p>\n<p>Besonders skeptisch machten die Richterin die ausweichenden Antworten zum Verbleib der Summe. Dass die zwei Millionen wirklich in einer \u201eallf\u00e4lligen Immobilienfirma\u201c gelandet seien, erschien ihr \u201ezweifelhaft\u201c. Wer zwei Millionen Euro bewegt, so der n\u00fcchterne Tenor des Mitte Mai gef\u00e4llten Urteils, m\u00fcsste sich bei \u201elebensnaher Betrachtung\u201c eigentlich noch erinnern, was damit geschehen ist.<\/p>\n<p>In einem Punkt aber kam Nathalie Benko gut weg: Das Gericht attestierte ihr \u201eGutgl\u00e4ubigkeit\u201c. Von den finanziellen Abgr\u00fcnden ihres Mannes habe sie bis zur Er\u00f6ffnung des Insolvenzverfahrens \u00fcber die Signa Holding im November 2023 nichts gewusst. Erst aus den Medien, so ihre Darstellung, habe sie vom Zusammenbruch erfahren \u2013 \u00fcber Geld sei zuhause schlicht nicht geredet worden.<\/p>\n<p>N\u00e4chster Halt: Oberlandesgericht<\/p>\n<p>Unterm Strich verurteilte das Gericht sie zur R\u00fcckzahlung der zwei Millionen Euro plus vier Prozent Zinsen. Eine zus\u00e4tzliche Forderung des Masseverwalters \u00fcber 850.000 Euro wies es dagegen ab. Damit ist das Verfahren noch lange nicht beendet: Wie Landesgerichtssprecherin Birgit Fink der APA best\u00e4tigte, haben beide Parteien bereits Berufung angemeldet, die Frist l\u00e4uft diese Woche aus. W\u00e4hrend Nathalie Benko das Urteil in voller H\u00f6he bek\u00e4mpft, wehrt sich Grabenweger nur gegen einen Teil \u2013 konkret gegen die abgewiesenen 150.000 Euro. Der Fall d\u00fcrfte damit erneut aufgerollt werden, diesmal vor dem Oberlandesgericht Innsbruck.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Ren\u00e9 Benko \u00fcberwies seiner Ehefrau Nathalie im Jahr 2023 Geld f\u00fcr angebliche Immobilien-Investments. 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