{"id":210395,"date":"2026-06-11T10:23:07","date_gmt":"2026-06-11T10:23:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/210395\/"},"modified":"2026-06-11T10:23:07","modified_gmt":"2026-06-11T10:23:07","slug":"depression-rheuma-medikament-zeigt-ueberraschende-wirkung-in-studie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/210395\/","title":{"rendered":"Depression: Rheuma-Medikament zeigt \u00fcberraschende Wirkung in Studie"},"content":{"rendered":"<p>G\u00e4ngige Antidepressiva setzen meist an Botenstoffen im Gehirn wie Serotonin oder Dopamin an. Forschende der University of Bristol haben nun einen ganz neuen Ansatzpunkt untersucht: das Immunsystem.\u00a0<\/p>\n<p>Warum Entz\u00fcndungen bei Depressionen wichtig sein k\u00f6nnten<\/p>\n<p class=\"ad-float-right\">Der Hintergrund ist, dass etwa bei einem Drittel der Menschen mit einer <a href=\"https:\/\/www.aponet.de\/artikel\/depression-18857\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Depression <\/a>erh\u00f6hte Entz\u00fcndungswerte im Blut nachweisbar sind. In einer Pilotstudie testeten die Forschenden daher \u00fcber vier Wochen den Wirkstoff Tocilizumab, der normalerweise bei entz\u00fcndlichen Erkrankungen wie rheumatoider Arthritis zum Einsatz kommt. An der Studie nahmen 30 Patientinnen und Patienten mit therapieresistenter Depression teil, die zugleich Anzeichen einer leichten Entz\u00fcndung im Blut aufwiesen.\u00a0<\/p>\n<p>Studienteilnehmer berichteten \u00fcber weniger Angst und Ersch\u00f6pfung<\/p>\n<p>Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Tocilizumab die Schwere der Depression, M\u00fcdigkeit und Angst lindern und die Lebensqualit\u00e4t verbessern kann. Eine vollst\u00e4ndige Remission erreichten 54 Prozent der Behandelten, gegen\u00fcber 31 Prozent in der Placebogruppe.\u00a0<\/p>\n<p>Der Wirkstoff blockiert einen wichtigen Entz\u00fcndungsbotenstoff<\/p>\n<p>In fr\u00fcheren Untersuchungen hatte sich gezeigt, dass etwa jeder dritte Mensch mit Depressionen erh\u00f6hte Entz\u00fcndungsmarker im Blut aufweist. Besondere Aufmerksamkeit hatte in diesem Zusammenhang ein Protein erregt, das die k\u00f6rpereigene Immunabwehr mit steuert: der Botenstoff Interleukin 6 (IL-6). Fr\u00fchere Untersuchungen konnten eine Verbindung zwischen h\u00f6heren IL-6-Spiegel mit Depressionen feststellen. Tocilizumab setze genau an dieser Stelle an und blockiert einen Rezeptor f\u00fcr dieses IL-6.<\/p>\n<p>Die Ergebnisse gelten bislang nur als erster Hinweis<\/p>\n<p>Wegen der kleinen Teilnehmerzahl waren die statistischen Unterschiede allerdings begrenzt. Die Forschenden betonen, dass gr\u00f6\u00dfere Studien n\u00f6tig sind, bevor eine solche Immuntherapie zur Standardbehandlung werden k\u00f6nnte. Als n\u00e4chster Schritt ist eine gro\u00dfe Phase-III-Studie geplant. Der Ansatz weist jedoch in eine Richtung, die viele Fachleute f\u00fcr vielversprechend halten: eine personalisierte Depressionsbehandlung, die sich st\u00e4rker an der individuellen Biologie orientiert und das passende Mittel f\u00fcr die passenden Patienten findet.<\/p>\n<p>Quelle: DOI <a href=\"http:\/\/dx.doi.org\/10.1001\/jamapsychiatry.2026.1053\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">10.1001\/jamapsychiatry.2026.1053<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"G\u00e4ngige Antidepressiva setzen meist an Botenstoffen im Gehirn wie Serotonin oder Dopamin an. 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