{"id":210413,"date":"2026-06-11T10:34:08","date_gmt":"2026-06-11T10:34:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/210413\/"},"modified":"2026-06-11T10:34:08","modified_gmt":"2026-06-11T10:34:08","slug":"graz-wahl-2026-schoenbacher-ueber-fpoe-betriebe-und-verkehr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/210413\/","title":{"rendered":"Graz-Wahl 2026: Sch\u00f6nbacher \u00fcber FP\u00d6, Betriebe und Verkehr"},"content":{"rendered":"<p>        <a href=\"https:\/\/www.inside-graz.at\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/interview-schoenbacher.jpg\" data-caption=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" fetchpriority=\"high\" width=\"640\" height=\"360\" class=\"entry-thumb td-modal-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/interview-schoenbacher-640x360.jpg\"   alt=\"\" title=\"interview-schoenbacher\"\/><\/a><\/p>\n<p>Was bedeutet Politik im Grazer Alltag? F\u00fcr Claudia Sch\u00f6nbacher beginnt sie dort, wo B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger, Unternehmer, Vereine und Menschen in den Bezirken mit konkreten Problemen zur Politik kommen. Mit der B\u00fcrgerliste Korruptionsfreies Graz tritt sie bei der Gemeinderatswahl 2026 erneut an und will wieder in Klubst\u00e4rke in den Gemeinderat einziehen.<\/p>\n<p>Im Interview mit Inside Graz und Inside Politics \u2013 Austria spricht Sch\u00f6nbacher \u00fcber Verkehr, Wirtschaft, Innenstadt, Stadtentwicklung und die Frage, wie Graz mit Betrieben umgehen soll, die durch neue Wohnbebauung unter Druck geraten. Gleichzeitig bleibt der Bruch mit der FP\u00d6 ein zentraler Teil ihrer politischen Geschichte.<\/p>\n<p>Das Interview auf einen Blick<\/p>\n<p>Person: Claudia Sch\u00f6nbacher<br \/>Liste: Korruptionsfreies Graz<br \/>Funktion: Stadtr\u00e4tin in Graz<br \/>Themen: B\u00fcrgern\u00e4he, Wirtschaft, Verkehr, Innenstadt, Korruptionsfreiheit<br \/>Politischer Konflikt: Abgrenzung zur FP\u00d6 und Anspruch auf ein eigenes Angebot<br \/>Wahlziel: Drei Mandate und damit Klubst\u00e4rke im Gemeinderat<\/p>\n<p>Politik soll bei den Menschen anfangen<\/p>\n<p>Sch\u00f6nbacher versucht im Gespr\u00e4ch, ihre B\u00fcrgerliste nicht nur als Kontrollprojekt darzustellen. Sie betont, dass ihre t\u00e4gliche Arbeit stark von Anliegen aus der Bev\u00f6lkerung gepr\u00e4gt sei. Dabei nennt sie Vereine, Organisationen, Wirtschaftstreibende und Menschen, die sich mit konkreten Problemen an ihre Liste wenden.<\/p>\n<p>Dieser Zugang zieht sich durch das Interview. Sch\u00f6nbacher will Politik nicht von oben erkl\u00e4ren, sondern st\u00e4rker aus der Sicht der Betroffenen denken. Wer in einem Bezirk wohnt, ein Gesch\u00e4ft f\u00fchrt, von einer Baustelle betroffen ist oder sich \u00fcber eine Verkehrsma\u00dfnahme \u00e4rgert, soll nach ihrer Vorstellung st\u00e4rker geh\u00f6rt werden.<\/p>\n<p>Gerade damit will sich Korruptionsfreies Graz von gr\u00f6\u00dferen Parteien unterscheiden. Sch\u00f6nbacher verweist darauf, dass hinter ihrer Liste keine gro\u00dfe Landes- oder Bundesorganisation stehe. Sie sieht darin einen Vorteil: Die Liste k\u00f6nne flexibler reagieren und Anliegen direkter aufnehmen.<\/p>\n<p>Der Bruch mit der FP\u00d6 bleibt wichtig<\/p>\n<p>Trotz dieses b\u00fcrgernahen Zugangs bleibt die FP\u00d6 der wichtigste politische Bezugspunkt des Interviews. Sch\u00f6nbacher war fr\u00fcher selbst bei den Freiheitlichen und verlie\u00df die Partei im Zuge des Grazer Finanzskandals. Heute sieht sie ihre B\u00fcrgerliste als glaubw\u00fcrdige Alternative f\u00fcr Menschen, die konservativ oder eher rechts w\u00e4hlen wollen, aber mit der FP\u00d6 in Graz ein Problem haben.<\/p>\n<p>Auf die Frage, was sie heute von der FP\u00d6 unterscheidet, antwortet Sch\u00f6nbacher besonders deutlich: \u201eJemand, der seine Finanzen nicht im Griff hat, sollte eine Stadt auch nicht regieren.\u201c<\/p>\n<p>Damit stellt sie nicht zuerst ein einzelnes Sachthema in den Vordergrund, sondern Vertrauen. Ihre Botschaft lautet: Wer Politik macht, muss offenlegen, wie er arbeitet, wie er mit Geld umgeht und ob man sich auf ihn verlassen kann.<\/p>\n<p>Gleichzeitig zeigt das Interview auch eine Schw\u00e4che. Auf die Frage nach drei Gemeinderatsinitiativen von Korruptionsfreies Graz, die Graz messbar ver\u00e4ndert h\u00e4tten, nennt Sch\u00f6nbacher keine konkreten Beispiele. Sie verweist auf viele Initiativen und auf die schwierige Rolle als Opposition. F\u00fcr die Wahl bleibt das eine zentrale Frage: Kann die Liste zeigen, was sie konkret erreicht hat?<\/p>\n<p>Verkehr nicht nur aus einer Perspektive sehen<\/p>\n<p>Beim Verkehr spricht Sch\u00f6nbacher vor allem \u00fcber Ausgleich. Sie will Verkehrspolitik nicht als Streit zwischen Auto, Rad, \u00d6ffis und Fu\u00dfg\u00e4ngern f\u00fchren. Stattdessen fordert sie, dass die Stadt die Folgen einer Ma\u00dfnahme f\u00fcr alle Beteiligten pr\u00fcft.<\/p>\n<p>Ihr Beispiel: Wenn irgendwo Parkpl\u00e4tze wegfallen, eine Baustelle schlecht kommuniziert wird oder neue Verkehrsf\u00fchrungen Betriebe treffen, dann betrifft das nicht nur Autofahrer. Es betrifft auch Gesch\u00e4ftsleute, Kundinnen, Lieferanten, Anrainer und Besch\u00e4ftigte.<\/p>\n<p>Deshalb fordert Sch\u00f6nbacher, Verkehr als Gesamtpaket zu behandeln. Aus ihrer Sicht muss Graz st\u00e4rker dar\u00fcber nachdenken, was eine Entscheidung in einem Bereich f\u00fcr andere Bereiche bedeutet. Das klingt abstrakt, wird im Alltag aber schnell konkret: Kommen Kunden noch ins Gesch\u00e4ft? Funktioniert die Zufahrt f\u00fcr Lieferungen? K\u00f6nnen \u00e4ltere Menschen weiterhin gut einkaufen? Gibt es genug Information f\u00fcr Anrainer?<\/p>\n<p>Warum Betriebe f\u00fcr sie Stadtleben bedeuten<\/p>\n<p>Ein gro\u00dfer Teil des Interviews dreht sich um Wirtschaft. Dabei spricht Sch\u00f6nbacher nicht nur \u00fcber gro\u00dfe Unternehmen, sondern vor allem \u00fcber die vielen kleineren Betriebe, die das Stadtbild pr\u00e4gen: Gesch\u00e4fte, Gastronomie, Handwerksbetriebe und lokale Unternehmen in den Bezirken.<\/p>\n<p>F\u00fcr Sch\u00f6nbacher h\u00e4ngt daran mehr als nur Umsatz. Wenn ein Gasthaus zusperrt, verliert ein Stadtteil auch einen sozialen Treffpunkt. Wenn Gesch\u00e4fte verschwinden, ver\u00e4ndert sich eine Stra\u00dfe. Wenn Betriebe wegziehen, verliert Graz Arbeitspl\u00e4tze, Kommunalsteuer und Vielfalt.<\/p>\n<p>Daher kritisiert sie eine Stadtpolitik, die aus ihrer Sicht zu wenig auf wirtschaftliche Folgen achtet. Wer Unternehmen beschneide, habe am Ende auch weniger Geld f\u00fcr andere Aufgaben der Stadt. Au\u00dferdem brauche Graz Betriebe, die vor Ort investieren, Arbeitspl\u00e4tze sichern und das Stadtbild mittragen.<\/p>\n<p>Marienh\u00fctte, Wohnbau und die Frage der Planung<\/p>\n<p>Besonders deutlich wird Sch\u00f6nbachers Zugang beim Thema Marienh\u00fctte. Der Grazer Industriebetrieb liegt nahe am Reininghaus-Areal. Dort treffen Wohnbau, Industrie, Verkehr und Stadtentwicklung direkt aufeinander.<\/p>\n<p>Sch\u00f6nbacher fordert hier mehr vorausschauende Planung. Wenn neue Wohnungen an bestehende Betriebe heranr\u00fccken, m\u00fcsse die Stadt vorher kl\u00e4ren, welche Folgen das hat. Es gehe nicht nur um den Betrieb, sondern auch um die Menschen, die dort wohnen werden. Wer in ein neues Viertel zieht, m\u00fcsse wissen, welche Umgebung ihn erwartet.<\/p>\n<p>Aus ihrer Sicht entstehen viele Konflikte, weil die Stadt zu sp\u00e4t mit Betroffenen spricht. Sie fordert daher mehr Kommunikation vor Entscheidungen. Betriebe sollen nicht erst dann geh\u00f6rt werden, wenn ein Problem bereits eskaliert. Anrainer sollen nicht erst dann merken, was eine Planung bedeutet, wenn sie schon eingezogen sind.<\/p>\n<p>Innenstadt und Bezirke: Menschen wieder in die Gesch\u00e4fte bringen<\/p>\n<p>Beim Thema Innenstadtsterben setzt Sch\u00f6nbacher auf Erreichbarkeit, Frequenz und Unterst\u00fctzung f\u00fcr Betriebe. Sie spricht \u00fcber leistbares Park and Ride, Veranstaltungen und neue Ideen f\u00fcr Einkaufsstra\u00dfen.<\/p>\n<p>Wichtig ist ihr dabei: Es geht nicht nur um die klassische Innenstadt. Auch Gesch\u00e4ftsstra\u00dfen und Bezirkszentren brauchen Aufmerksamkeit. Sch\u00f6nbacher nennt etwa die Annenstra\u00dfe und verweist darauf, dass die Stadt dort st\u00e4rker mit Unternehmerinnen und Unternehmern sprechen m\u00fcsse.<\/p>\n<p>Ihr Grundgedanke ist einfach: Wer Menschen wieder in die Gesch\u00e4fte bringen will, muss den Einkauf in der Stadt erleichtern. Wenn Kundinnen und Kunden das Gef\u00fchl haben, dass sie nicht gut hinkommen, weichen sie eher auf das Internet aus. Darunter leiden Gesch\u00e4fte, Beratung, Nachbarschaft und Stadtleben.<\/p>\n<p>Auch Ideen wie zeitlich begrenztes, geb\u00fchrenfreies Parken au\u00dferhalb der Innenstadt h\u00e4lt Sch\u00f6nbacher f\u00fcr pr\u00fcfenswert. Entscheidend sei, dass solche Konzepte den Bezirken helfen und gleichzeitig die Innenstadt besser erreichbar machen.<\/p>\n<p>Kontrolle bleibt ein Teil des Angebots<\/p>\n<p>Auch wenn Sch\u00f6nbacher den Schwerpunkt im Interview breiter anlegt, bleibt Kontrolle ein Kern ihrer politischen Identit\u00e4t. Sie spricht von Korruptionsfreiheit, Ehrlichkeit und davon, dass Politik keine Versprechen machen soll, die sie nicht halten kann.<\/p>\n<p>Dabei geht es ihr auch um das Vertrauen in die Demokratie. Viele Menschen f\u00fchlten sich nicht geh\u00f6rt oder gingen nicht mehr w\u00e4hlen, weil sie den Eindruck h\u00e4tten, dass sich politisch nichts \u00e4ndere. Sch\u00f6nbacher will hier ein Gegenangebot machen: Anliegen aufnehmen, R\u00fcckmeldung geben und nachvollziehbar erkl\u00e4ren, was m\u00f6glich ist und was nicht.<\/p>\n<p>Das ist ein b\u00fcrgernaher Ansatz. Gleichzeitig muss sich Korruptionsfreies Graz daran messen lassen, ob aus diesem Anspruch auch sichtbare politische Ergebnisse entstehen.<\/p>\n<p>Drei Mandate als Ziel<\/p>\n<p>F\u00fcr die Gemeinderatswahl nennt Sch\u00f6nbacher ein klares Ziel: Ihre Liste will wieder Klubst\u00e4rke erreichen. Daf\u00fcr braucht Korruptionsfreies Graz drei Mandate.<\/p>\n<p>Das w\u00e4re f\u00fcr die Liste mehr als ein symbolischer Erfolg. Klubst\u00e4rke bedeutet mehr M\u00f6glichkeiten im Gemeinderat, mehr Ressourcen und mehr politisches Gewicht. F\u00fcr Sch\u00f6nbacher w\u00e4re das die Grundlage, um ihre Arbeit der vergangenen Jahre fortzusetzen.<\/p>\n<p>Was vom Interview bleibt<\/p>\n<p>Das Interview zeigt Claudia Sch\u00f6nbacher als Kandidatin, die ihre B\u00fcrgerliste st\u00e4rker im Alltag der Stadt verankern will. Sie spricht \u00fcber Betriebe, Parkpl\u00e4tze, Baustellen, Wohnbau, Einkaufsstra\u00dfen und die Frage, ob Menschen sich von der Politik geh\u00f6rt f\u00fchlen.<\/p>\n<p>Ihre st\u00e4rksten Momente hat sie dort, wo sie konkrete Grazer Probleme anspricht: Stadtentwicklung rund um Betriebe, die Situation in der Innenstadt, die Belastung kleiner Unternehmen und die Folgen schlecht abgestimmter Planung. Dort wirkt ihr Zugang greifbar und lokal.<\/p>\n<p>Politisch bleibt der FP\u00d6-Bruch aber der zentrale Hintergrund. Sch\u00f6nbacher nutzt ihn, um ihre Liste als ehrliches und transparentes Angebot zu positionieren. Die offene Frage lautet: Reicht dieses Profil f\u00fcr den Wiedereinzug in Klubst\u00e4rke? Oder muss Korruptionsfreies Graz noch deutlicher zeigen, welche konkreten Ver\u00e4nderungen die Liste f\u00fcr Graz erreichen kann?<\/p>\n<p>Hinweis zur Interviewreihe<\/p>\n<p>F\u00fcr die Grazer Gemeinderatswahl 2026 f\u00fchrten Inside Graz und Inside Politics \u2013 Austria eine gemeinsame Interviewreihe mit den Spitzenkandidatinnen und Spitzenkandidaten. Trotz der Namens\u00e4hnlichkeit arbeiten Inside Graz und Inside Politics unabh\u00e4ngig voneinander. F\u00fcr dieses Format kooperieren beide Redaktionen.<\/p>\n<p>Im Hochformat-Video ist unser Frageblock aus dem Interview zu sehen. Das vollst\u00e4ndige Gespr\u00e4ch ist von unserem Kooperationspartner Inside Politics \u2013 Austria hier zu sehen:<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Was bedeutet Politik im Grazer Alltag? 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