{"id":210578,"date":"2026-06-11T12:22:15","date_gmt":"2026-06-11T12:22:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/210578\/"},"modified":"2026-06-11T12:22:15","modified_gmt":"2026-06-11T12:22:15","slug":"kampfjet-knall-berlin-serviert-paris-ab-und-will-jetzt-die-luft-fuehrung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/210578\/","title":{"rendered":"Kampfjet-Knall: Berlin serviert Paris ab und will jetzt die Luft-F\u00fchrung"},"content":{"rendered":"<p>                            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/shutterstock_2643957903-9d53e50f8b474090.jpeg\"  width=\"5000\" height=\"2809\"  alt=\"Modell des europ\u00e4ischen Kampfjets FCAS (Next Generation Fighter) auf der Paris Air Show neben dem Stand von Textron Bell.\" class=\"img-responsive\"\/><\/p>\n<p class=\"caption akwa-caption__text\">Deutschland strebt die alleinige F\u00fchrung bei der Entwicklung eines neuen europ\u00e4ischen Kampfflugzeugs an.<\/p>\n<p class=\"source akwa-caption__source\">(Bild:\u00a0VanderWolf Images \/ <a href=\"https:\/\/www.shutterstock.com\/de\/image-photo\/mock-ngf-future-combat-air-system-2643957903\" target=\"_blank\" rel=\"external noopener nofollow\">Shutterstock.com<\/a>)<\/p>\n<p class=\"lead beitraganriss\">Das Mega-Projekt FCAS ist tot: Deutschland bricht mit Frankreich und greift mit Milliarden-Macht nach der F\u00fchrung in der europ\u00e4ischen Luftfahrt. <\/p>\n<p>Rund 730 Milliarden Euro und ein gebrochenes Versprechen an Paris: Deutschland bl\u00e4st das gemeinsame europ\u00e4ische Super-Kampfflugzeug ab, um die F\u00fchrung im Luftraum im Alleingang zu \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Nachdem das deutsch-franz\u00f6sische Prestigeprojekt FCAS Anfang Juni <a href=\"https:\/\/www.telepolis.de\/article\/FCAS-Kampfjetprojekt-gescheitert-Europa-verliert-sein-groesstes-Ruestungsvorhaben-11323048.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">endg\u00fcltig gescheitert<\/a> ist, legt Berlin nun eine neue Luftfahrtstrategie vor, die unmissverst\u00e4ndlich einen F\u00fchrungsanspruch formuliert \u2013 und die bisherige Partnerschaft mit Paris faktisch f\u00fcr beendet erkl\u00e4rt.<\/p>\n<p>In dem Strategieentwurf, <a href=\"https:\/\/www.ft.com\/content\/9d565c4a-e5e1-4907-a3c7-1eb202046479\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">den die<\/a> Financial Times (FT) zitiert, hei\u00dft es w\u00f6rtlich, die deutsche Industrie besitze die Expertise, ein solches Programm &#8222;im europ\u00e4ischen oder internationalen Rahmen zu leiten oder eine wesentliche Rolle bei dessen Gestaltung zu spielen&#8220;.<\/p>\n<p>Noch deutlicher wird eine zweite Passage: Die Beteiligung der deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie m\u00fcsse dem finanziellen Beitrag Deutschlands &#8222;sowohl qualitativ als auch quantitativ&#8220; entsprechen.<\/p>\n<p>Angesichts geplanter Verteidigungsausgaben von rund 730 Milliarden Euro bis 2030 ist das ein unmissverst\u00e4ndliches Signal.<\/p>\n<p>Warum Paris und Berlin keinen Kompromiss fanden<\/p>\n<p>Das 2017 von Emmanuel Macron und Angela Merkel gestartete FCAS-Programm \u2013 veranschlagt auf rund 100 Milliarden Euro \u2013 sollte ab etwa 2040 Rafale und Eurofighter abl\u00f6sen. Doch die industriellen Gr\u00e4ben zwischen Dassault Aviation und Airbus erwiesen sich als un\u00fcberbr\u00fcckbar.<\/p>\n<p>Im Kern ging es um Designhoheit, Arbeitsanteile und geistiges Eigentum. Laut <a href=\"https:\/\/www.reuters.com\/business\/aerospace-defense\/paris-demands-80-workshare-franco-german-fighter-jet-says-source-2025-07-07\/\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">einem Bericht von<\/a> Reuters aus dem Jahr 2025 soll Dassault zeitweise rund 80 Prozent der Arbeitspakete beim Kernkampfjet beansprucht haben \u2013 ein Anteil, den Berlin als unvereinbar mit einer gleichberechtigten Partnerschaft zur\u00fcckwies.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Hinzu kamen unterschiedliche Einsatzanforderungen: Frankreich bestand auf Nuklearf\u00e4higkeit und Tr\u00e4gerbetrieb, Anforderungen, die f\u00fcr die Bundeswehr irrelevant sind.<\/p>\n<p>Am 8. Juni best\u00e4tigten Regierungsquellen beider Seiten das Aus f\u00fcr den bemannten Kampfjet. <a href=\"https:\/\/www.telepolis.de\/article\/Europas-Kampfjet-der-Zukunft-ohne-Zukunft-11277776.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Europas strategische Autonomie<\/a> steht damit vor einer Zerrei\u00dfprobe.<\/p>\n<p>Airbus schmiedet ein neues Konsortium<\/p>\n<p>Bereits einen Tag nach dem offiziellen Scheitern <a href=\"https:\/\/www.reuters.com\/business\/aerospace-defense\/airbus-led-alliance-lobbies-germany-fighter-jet-project-2026-06-09\/\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">reichte Airbus laut<\/a> Reuters ein Positionspapier bei der Bundesregierung ein. <a href=\"https:\/\/www.ft.com\/content\/b326330d-41fa-45df-ab3d-7826b16bf7c9\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Der Konzern wirbt damit<\/a> f\u00fcr ein neues, von ihm gef\u00fchrtes Kampfjetprogramm der sechsten Generation und versucht, deutsche Unternehmen wie MTU Aero Engines f\u00fcr Triebwerke, Hensoldt f\u00fcr Sensorik und Radar, Diehl und MBDA f\u00fcr Bewaffnung sowie Rohde &amp; Schwarz f\u00fcr Kommunikation in ein Konsortium einzubinden.<\/p>\n<p>Spanien, das 2019 dem FCAS beigetreten war, k\u00f6nnte sich dem neuen B\u00fcndnis anschlie\u00dfen.<\/p>\n<p>Alternativ nennt die Strategie einen m\u00f6glichen Beitritt zum britisch-italienisch-japanischen Programm GCAP oder eine Kooperation mit Saab. Alle Optionen eint der Grundsatz: Deutschland will nicht mehr Juniorpartner sein. Das Dokument betont, ein &#8222;starker industrieller Kern mit eigenen F\u00e4higkeiten bei Bau und Wartung komplexer Luftfahrtsysteme&#8220; sei entscheidend f\u00fcr Souver\u00e4nit\u00e4t.<\/p>\n<p>Was das f\u00fcr Europa bedeutet<\/p>\n<p>Der deutsche Kurswechsel trifft einen Nerv. <a href=\"https:\/\/www.telepolis.de\/article\/Die-Deutsche-Frage-ist-zurueck-und-Europa-zittert-11299754.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Die Debatte \u00fcber Deutschlands wachsende Milit\u00e4rmacht<\/a> und alte \u00c4ngste vor Hegemonie bekommen durch das FCAS-Aus neue Nahrung.<\/p>\n<p>Berlin macht sich mit dem gr\u00f6\u00dften europ\u00e4ischen R\u00fcstungsbudget seit dem Kalten Krieg zum Spitzenreiter einer Aufr\u00fcstungswelle \u2013 und beansprucht nun auch bei der prestigetr\u00e4chtigsten Waffengattung die F\u00fchrung.<\/p>\n<p>Ob ein neues Konsortium tats\u00e4chlich bis Anfang der 2040er-Jahre einen einsatzf\u00e4higen Jet liefern kann, gilt als extrem ambitioniert. Belastbare Zahlen zu Jobs und Wertsch\u00f6pfung fehlen bislang v\u00f6llig.<\/p>\n<p>Paris betont zwar weiterhin, die deutsch-franz\u00f6sische Kooperation in der Verteidigung bleibe grunds\u00e4tzlich unverzichtbar. An gemeinsamen Drohnensystemen und einer vernetzten Gefechtsarchitektur wollen beide Seiten weiterarbeiten.<\/p>\n<p>Doch beim Herzst\u00fcck \u2013 dem bemannten Kampfjet der n\u00e4chsten Generation \u2013 gehen die ehemaligen Partner jetzt getrennte Wege.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Deutschland strebt die alleinige F\u00fchrung bei der Entwicklung eines neuen europ\u00e4ischen Kampfflugzeugs an. 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