{"id":210658,"date":"2026-06-11T13:18:08","date_gmt":"2026-06-11T13:18:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/210658\/"},"modified":"2026-06-11T13:18:08","modified_gmt":"2026-06-11T13:18:08","slug":"ezb-erhoeht-erstmals-seit-drei-jahren-zinsen-iran-krieg-treibt-inflation","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/210658\/","title":{"rendered":"EZB erh\u00f6ht erstmals seit drei Jahren Zinsen: Iran-Krieg treibt Inflation"},"content":{"rendered":"<p>\n         Zuerst ver\u00f6ffentlicht am<br \/>\n            11\/06\/2026 &#8211; 14:26 MESZ\n            <\/p>\n<p>Die Europ\u00e4ische Zentralbank hat erstmals seit fast drei Jahren die Zinsen angehoben. Sie erh\u00f6hte den Einlagensatz nach der Ratssitzung am Donnerstag von zwei auf zwei Komma zwei f\u00fcnf Prozent.<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>Die EZB steuert die Geldpolitik im Euroraum \u00fcber drei Leitzinsen. Der Einlagensatz gilt dabei als wichtigster Referenzwert.<\/p>\n<p>Zuletzt hatte die Notenbank den Einlagensatz im September 2023 erh\u00f6ht. Damals erreichte er in einem Zinserh\u00f6hungszyklus zur Eind\u00e4mmung des Inflationsschubs nach der Pandemie seinen H\u00f6chststand von vier Prozent.<\/p>\n<p>Nun hob die EZB auch den Hauptrefinanzierungssatz auf zwei Komma vier Prozent und den Spitzenrefinanzierungssatz auf zwei Komma sechs f\u00fcnf Prozent an.<\/p>\n<p>Die Anhebung der Leitzinsen markiert eine klare Kehrtwende. Zuvor hatte ein Zinssenkungszyklus weite Teile des Jahres 2025 gepr\u00e4gt. Gleichzeitig kletterte die Inflation im Euroraum im Mai auf drei Komma zwei Prozent, den h\u00f6chsten Wert seit September 2023. Ausl\u00f6ser war vor allem ein Anstieg der Energiepreise um zehn Komma neun Prozent.<\/p>\n<p>Im Kern kam der EZB-Rat zu dem Schluss, dass Nichtstun keine Option mehr ist.<\/p>\n<p>Finanzm\u00e4rkte hatten den Schritt schon vor der Sitzung am Donnerstag nahezu vollst\u00e4ndig eingepreist. Ratsmitglieder aus dem eher straffen wie dem eher lockeren Lager hatten f\u00fcr Juni eine Zinserh\u00f6hung signalisiert.<\/p>\n<p>Eurozonen-Wirtschaft unter Druck<\/p>\n<p>Die Zinserh\u00f6hung trifft die Wirtschaft des Euroraums in einer heiklen Phase.<\/p>\n<p>Die Wirtschaftsleistung des W\u00e4hrungsraums schrumpfte im ersten Quartal 2026 um null Komma zwei Prozent. \u00d6konominnen und \u00d6konomen warnen daher vor einer Phase der Stagflation: schwaches Wachstum, h\u00f6here Inflation und schwindendes Vertrauen.<\/p>\n<p>In ihrer Umfrage unter professionellen Prognostikern veranschlagt die EZB f\u00fcr das Gesamtjahr 2026 nur noch ein BIP-Plus von null Komma neun Prozent. Diese Abw\u00e4rtskorrektur f\u00fchren die Fachleute direkt auf die Belastung durch h\u00f6here Energiepreise infolge des Iran-Kriegs zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Die Inflation stieg auf drei Komma zwei Prozent und erreichte damit den h\u00f6chsten Stand seit 2023. Auch die Kerninflation, die schwankungsanf\u00e4llige Preise f\u00fcr Energie und Lebensmittel ausblendet, zog an: von zwei Komma zwei Prozent im April auf zwei Komma f\u00fcnf Prozent im Mai. Das widerlegt die These, der Preisdruck beschr\u00e4nke sich auf Energie.<\/p>\n<p>F\u00fcr private Haushalte und Unternehmen in den 21 Staaten des Euroraums bedeuten die h\u00f6heren Leitzinsen steigende Kosten f\u00fcr Hypotheken und Firmenkredite. Das trifft sie in einer Phase, in der hohe Benzin- und Gaspreise die Kaufkraft ohnehin schm\u00e4lern.<\/p>\n<p>An den M\u00e4rkten liegt die Wahrscheinlichkeit f\u00fcr eine weitere Anhebung im September bei rund 50 Prozent. Viele Anlegerinnen und Anleger werten den Schritt daher als Beginn einer neuen Straffungsphase und nicht als einmalige Ma\u00dfnahme.<\/p>\n<p>\u00d6konominnen und \u00d6konomen schlagen Alarm<\/p>\n<p>Die Argumente f\u00fcr die Zinserh\u00f6hung hatten Fachleute im Vorfeld bereits geliefert. Am deutlichsten positionierte sich EZB-Direktorin Isabel Schnabel, die im Vorstand f\u00fcr Marktoperationen zust\u00e4ndig ist.<\/p>\n<p>Schnabel pl\u00e4dierte daf\u00fcr, die Zinsen im Juni anzuheben \u2013 unabh\u00e4ngig davon, ob die laufenden Friedensgespr\u00e4che zum Iran-Krieg zu einem Abkommen f\u00fchren. Der Konflikt dauere zu lange, und die hohen Energiepreise griffen zunehmend auf die \u00fcbrige Wirtschaft \u00fcber, argumentierte sie.<\/p>\n<p>Bei einer Konferenz in Seoul warnte Schnabel, \u201edas Risiko einer Entankerung der Inflationserwartungen nimmt zu\u201c, und die Notenbank k\u00f6nne diesen Schock nicht l\u00e4nger ignorieren.<\/p>\n<p>Chef\u00f6konom Philip Lane erkl\u00e4rte ebenfalls, die Lage habe sich seit den Projektionen vom M\u00e4rz verschlechtert. Auf der Juni-Sitzung werde die EZB ihre Inflationsprognose nach oben korrigieren. Schnabel ging noch weiter und sagte voraus, die Teuerung k\u00f6nne bis Jahresende auf vier Prozent steigen.<\/p>\n<p>Dies ist eine laufende Meldung und wird aktualisiert, sobald weitere Informationen vorliegen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Zuerst ver\u00f6ffentlicht am 11\/06\/2026 &#8211; 14:26 MESZ Die Europ\u00e4ische Zentralbank hat erstmals seit fast drei Jahren die Zinsen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":210659,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[14],"tags":[46,42,95,3875,90,89,2386,3877,91,94,44,93,92,27073],"class_list":["post-210658","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-unternehmen-maerkte","tag-at","tag-austria","tag-business","tag-christine-lagarde","tag-companies","tag-companies-markets","tag-europaeische-union","tag-ezb","tag-markets","tag-maerkte","tag-oesterreich","tag-unternehmen","tag-unternehmen-maerkte","tag-zinssaetze"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116731675406812941","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/210658","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=210658"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/210658\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/210659"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=210658"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=210658"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=210658"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}