{"id":214484,"date":"2026-06-13T12:52:14","date_gmt":"2026-06-13T12:52:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/214484\/"},"modified":"2026-06-13T12:52:14","modified_gmt":"2026-06-13T12:52:14","slug":"grosse-rohstoffvorkommen-in-europa-und-doch-kein-abbau","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/214484\/","title":{"rendered":"Gro\u00dfe Rohstoffvorkommen in Europa &#8211; und doch kein Abbau?"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/antimonit-rohstoff-100.jpg\" alt=\"Der Rohstoff Antimonit.\" title=\"Der Rohstoff Antimonit. | IMAGO\/Depositphotos\"\/><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 13.06.2026 \u2022 13:37 Uhr<\/p>\n<p class=\"article-head__shorttext\">\n        Antimon ist einer der wichtigsten Rohstoffe f\u00fcr die R\u00fcstungsindustrie. Den Abbau dominieren Russland und China. Europa k\u00f6nnte den Rohstoff selbst f\u00f6rdern, vor allem in der Slowakei. Doch dies wurde pl\u00f6tzlich gestoppt.\n    <\/p>\n<p>                                    <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/marianne-allweiss-101.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n                                        <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Marianne Allweiss\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/allweiss-101.jpg\"\/><br \/>\n                                    <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Der Eingang zur Mine Trojarova war bis vor Kurzem noch frei zug\u00e4nglich. Der verlassene Stollen galt als beliebtes Ausflugsziel in den Kleinen Karpaten. Die bewaldete H\u00fcgelkette liegt nur ein paar Kilometer nord\u00f6stlich der slowakischen Hauptstadt Bratislava. Doch seit einigen Monaten ist alles abgeriegelt.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Der kanadische Bergbaukonzern Military Metals will hier Gold abbauen &#8211; und besonders Antimon. Das silbrig gl\u00e4nzende Halbmetall ist sehr selten, aber essentiell f\u00fcr die Produktion von Batterien, Halbleitern oder Waffen. So wird es etwa zum H\u00e4rten von Munition, f\u00fcr Pr\u00e4zisionswaffen oder f\u00fcr W\u00e4rmebildkameras ben\u00f6tigt.<\/p>\n<p>    Gr\u00f6\u00dftes Vorkommen in der EU<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Nach Probebohrungen sprach Military Metals im April vom gr\u00f6\u00dften Antimon-Vorkommen in der ganzen EU. Von 67.000 Tonnen ist die Rede oder von bis zu einem Drittel des j\u00e4hrlichen Antimon-Verbrauchs der EU. &#8222;Im vergangenen Jahr ist der Antimon-Preis um 200 Prozent gestiegen. Das hei\u00dft, der Wert des Antimons liegt bei rund zwei Milliarden US-Dollar&#8220;, erkl\u00e4rt Martin Lendik, B\u00fcrgermeister der angrenzenden Gemeinde Pernek.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Antimon-Mine Trojarova wurde in den 1980er-Jahren erkundet, aber nach der politischen Wende Mitte der 1990er-Jahre stillgelegt. In der Region w\u00fcnschen sich viele, dass das auch so bleibt.<\/p>\n<p>    Sorge vor Umweltverschmutzung<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">&#8222;Das abgebaute Gestein muss zermahlen werden. F\u00fcr Investoren sind Antimon und Gold interessant, aber darin sind auch Quecksilber und Arsen enthalten, also Metalle, die unseren Lebensraum zerst\u00f6ren k\u00f6nnen&#8220;, sagt Roman Macs, B\u00fcrgermeister von Pezinok. Die fr\u00fchere Bergbaugegend k\u00e4mpft noch mit Umweltbelastungen aus dem jahrhundertelangen Abbau von Gold, Pyrit und Eisenerz. Dazu kommen nun Sorgen vor neuen Verschmutzungen des Bodens und des Grundwassers.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Kleinen Karpaten locken im Winter mit Skipisten, im Sommer mit Wanderwegen. Das romantische Gebirge ist au\u00dferdem die wichtigste Weinbauregion der Slowakei. 3.000 Anwohner unterzeichneten eine Petition, die Bezirkshauptstadt Pezinok geht den Rechtsweg.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Michal Lukac, Sprecher von Pezinok, erkl\u00e4rt: &#8222;Wir haben den begr\u00fcndeten Verdacht, dass die Erkundungsarbeiten nicht im angegebenen Umfang ausgef\u00fchrt wurden. Daher haben wir Beschwerden bei der Generalstaatsanwaltschaft eingereicht. Wir fordern das Aussetzen der Arbeiten und eine transparente \u00dcberpr\u00fcfung.&#8220; Ehemalige Bergleute, die mit neuen Arbeitspl\u00e4tzen werben, werden kaum geh\u00f6rt.<\/p>\n<p>    EU will unabh\u00e4ngiger von China und Russland werden<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Slowakei hatte das Antimon-Projekt vor zwei Jahren in ihre Erkundungsliste kritischer Rohstoffe aufgenommen und der EU-Kommission gemeldet. Im Juni wollte Military Metals eigentlich eine Machbarkeitsstudie beginnen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Doch nun gab Umweltminister Tomas Taraba dem \u00f6ffentlichen Druck nach und entzog dem Unternehmen unerwartet die Explorationslizenz: &#8222;Ich komme selbst aus Pezinok. Ich habe kein Interesse daran, dass dort Antimon abgebaut wird.&#8220; Offiziell hei\u00dft es, das \u00f6ffentliche Interesse m\u00fcsse gesch\u00fctzt werden.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Das Antimon-Unternehmen bereitet eine Berufung vor. Es h\u00e4lt den Stopp des Projekts f\u00fcr unbegr\u00fcndet und f\u00fcr unvereinbar mit der Rohstoffstrategie der Europ\u00e4ischen Union.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die EU will endlich unabh\u00e4ngiger von L\u00e4ndern wie China und Russland werden. China kontrolliert mehr als 70 Prozent der Antimon-Produktion und beschr\u00e4nkt seit zwei Jahren den Export. Seitdem sind die Preis explodiert. Das Hin und Her der Slowakei besch\u00e4dige jedoch den Ruf des Landes als Investitionsstandort ebenso wie die Glaubw\u00fcrdigkeit Europas, so Military Metals.<\/p>\n<p>    Rohstoffabbau soll beschleunigt werden<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Das slowakische Wirtschaftsministerium plant derzeit, den Abbau von Rohstoffen zu beschleunigen und Verfahren zu vereinfachen. Doch das Umweltministerium wird von einer rechten Kleinpartei kontrolliert, die auf eine destruktive Politik setzt und sich dar\u00fcber hinaus mit ihrem Minister streitet.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">In der Slowakei gibt es noch ein weiteres gro\u00dfes Antimon-Vorkommen im S\u00fcdosten des Landes. Auch dies ist eine ehemalige Bergbaubauregion mit alten Umweltbelastungen und neuen Sorgen. Umso wichtiger sei es, dass die beteiligten Akteure bessere Aufkl\u00e4rungsarbeit leisten, fordern Geowissenschaftler wie Peter Kodera von der Comenius-Universit\u00e4t in Bratislava.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Er h\u00e4lt das Verbot der Erkundungsarbeiten f\u00fcr kurzsichtig: &#8222;Eine Erkundung ist noch keine F\u00f6rderung. Die Kenntnis des eigenen Bodenschatzes sollte eine Priorit\u00e4t eines Landes sein.&#8220; Besonders, wenn es sich um einen Rohstoff handelt, den die Welt zweifellos brauche.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 13.06.2026 \u2022 13:37 Uhr Antimon ist einer der wichtigsten Rohstoffe f\u00fcr die R\u00fcstungsindustrie. 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