{"id":216011,"date":"2026-06-14T12:58:10","date_gmt":"2026-06-14T12:58:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/216011\/"},"modified":"2026-06-14T12:58:10","modified_gmt":"2026-06-14T12:58:10","slug":"papst-gehen-wir-dorthin-wo-die-armen-sind","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/216011\/","title":{"rendered":"Papst: \u201eGehen wir dorthin, wo die Armen sind?\u201c"},"content":{"rendered":"<p>\u201eDer Herr ist die Zuflucht des Armen\u201c (vgl. Ps 14,6) ist Leitwort des diesj\u00e4hrigen Welttages der Armen, der am 15. November begangen wird. In seiner Botschaft dazu, die an diesem Sonntag (14. Juni 2026) ver\u00f6ffentlicht wurde, ruft der Papst auch die Kirche zur Gewissenserforschung auf. Und er lenkt den Blick auf die Verst\u00e4rkung von Diskriminierung und Gleichg\u00fcltigkeit durch digitale Medien.<\/p>\n<p>     <a href=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/de\/papst\/news\/2026-06\/wortlaut-papst-leo-botschaft-welttag-arme-2026-deutsch.html\" title=\"Wortlaut: Papstbotschaft zum Welttag der Armen 2026\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAIAAAAAAAP\/\/\/yH5BAEAAAAALAAAAAABAAEAAAIBRAA7\" data-original=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/content\/dam\/vaticannews\/multimedia\/2018\/12\/07\/pobreza%20extrema.jpg\/_jcr_content\/renditions\/cq5dam.thumbnail.cropped.500.281.jpeg\" alt=\"Wortlaut: Papstbotschaft zum Welttag der Armen 2026\"\/><\/p>\n<p>      <\/a><\/p>\n<p>\n      Anbei die Botschaft des Papstes zum 10. Welttag der Armen in vollem Wortlaut und der offiziellen deutschen \u00dcbersetzung.\n     <\/p>\n<p>Anne Preckel &#8211; Vatikanstadt<\/p>\n<p>In seiner <a href=\"https:\/\/press.vatican.va\/content\/salastampa\/it\/bollettino\/pubblico\/2026\/06\/14\/0515\/00976.html#de\" rel=\"external nofollow noopener\" target=\"_blank\">Botschaft<\/a> stellt der Papst einen Zusammenhang zwischen der \u201eAbwesenheit Gottes\u201c und sozialer Ungerechtigkeit und Ausgrenzung her. \u201eDie Abwesenheit Gottes l\u00e4sst die Menschen nicht mehr in wechselseitiger Achtung nebeneinander stehen, vielmehr stehen sie im Zeichen der Herrschaft und \u00dcbervorteilung einer \u00fcber dem anderen. So zeigt sich eine unselige Logik der \u00dcbervorteilung und Ausgrenzung, die marginalisiert und erniedrigt. In dieser Lage befinden sich nicht nur einzelne Menschen, sondern ganze Bev\u00f6lkerungsgruppen.\u201c Mit Blick auf diejenigen, die ausgrenzen, spricht der Papst von \u201eVerdorbenheit\u201c, \u201edie gleicherma\u00dfen bedauerlich wie diskriminierend\u201c sei.<\/p>\n<p>\u201eEine unselige Logik der \u00dcbervorteilung und Ausgrenzung, die marginalisiert und erniedrigt.\u201c<\/p>\n<p>Digitale Welt versch\u00e4rft Diskriminierung <\/p>\n<p>Die digitale Technik verst\u00e4rke Vorurteile und Gleichg\u00fcltigkeit in Bezug auf Armut, h\u00e4lt der Papst weiter fest. \u201eDer Schrei der Armen nach Gerechtigkeit wird heute durch vielf\u00e4ltige, immer subtilere Techniken erstickt, bis all ihre Bem\u00fchungen, ihren Forderungen Geh\u00f6r zu verschaffen, verstummen. Die digitale Welt radikalisiert die Vorurteile ihnen gegen\u00fcber und verst\u00e4rkt den Schleier der Gleichg\u00fcltigkeit, der ihre Anliegen verh\u00fcllt.\u201c<\/p>\n<p>W\u00e4hrend die M\u00e4chtigen den Armen Schutz und Sicherheit verweigerten, k\u00f6nnten die Bed\u00fcrftigen in Gott und im Glauben ihrer unver\u00e4u\u00dferlichen W\u00fcrde sicher sein. \u201eAlle, die in Bedr\u00e4ngnis sind, die Ungerechtigkeit und Kr\u00e4nkung erfahren, die leiden und Schmerzen haben, die einsam sind und keinen Sinn im Leben finden, k\u00f6nnen beim Herrn Trost und neuen Lebensmut finden.\u201c Das Wesentliche werde von den Armen \u00fcberhaupt besser erkannt.<\/p>\n<p>Ohne Gesicht und Stimme <\/p>\n<p>Die Armen unserer Tage seien die Vergessenen und Ausgegrenzten, f\u00e4hrt der Papst fort: \u201eSie sind nicht nur ohne Brot, sondern auch ohne Stimme und ohne Gesicht.\u201c Vor diesem Hintergrund ruft Leo XVI. auch die Christen und die Kirche zur Gewissenspr\u00fcfung auf und stellt kritische Fragen: \u201eSind wir Zeichen eines Gottes, der den Armen Zuflucht bietet? Sind wir uns unserer eigenen Armut bewusst und ziehen wir sie dem ungerechten Reichtum vor? Gehen wir dorthin, wo die Armen sind, und sp\u00fcren wir ihre Marginalisierung? H\u00f6ren wir ihnen zu und haben wir Anteil an ihren Erwartungen? Sprechen wir ihre Namen mit g\u00f6ttlicher Z\u00e4rtlichkeit aus? Belebt und f\u00f6rdert unsere N\u00e4chstenliebe in ihnen den Wunsch nach Gerechtigkeit und Befreiung?\u201c<\/p>\n<p>\u201eSind wir Zeichen eines Gottes, der den Armen Zuflucht bietet?\u201c<\/p>\n<p>Eine arme Kirche der Seligpreisungen <\/p>\n<p>Gegen\u00fcber der Gier der M\u00e4chtigen und der Not der Menschen, \u201edie wohnungslos, arbeitslos, bildungsfern, hungrig oder krank sind\u201c, m\u00fcssten Christen und die Kirche Trost und Hilfe anbieten. \u201eDie christliche Gemeinschaft darf nicht gleichg\u00fcltig bleiben gegen\u00fcber den vielen, die heute vor der T\u00fcr stehen und f\u00fcr diejenigen, die sich in ihren eigenen vier W\u00e4nden einschlie\u00dfen und unsichtbar bleiben. Die Kirche ist ihrem Wesen nach dazu berufen, arm zu sein und den Armen Zuflucht zu bieten\u201c, erinnert der Papst und bekr\u00e4ftigt damit einen Leitsatz seines Vorg\u00e4ngers Papst Franziskus.<\/p>\n<p>\u201eDie Kirche, wenn sie Kirche Christi sein will, muss eine Kirche der Seligpreisungen sein, eine Kirche, die den Kleinen Raum schafft, die arm und zusammen mit den Armen auf dem Weg ist, und die ein Ort ist, an dem die Armen einen privilegierten Platz haben\u00ab (Dilexi te Nr. 21).\u201c<\/p>\n<p>Mut zu neuen Wegen \u201evon unten\u201c <\/p>\n<p>Wie der heilige Franz von Assisi, der seine Kleider gegen die zerlumpten Gew\u00e4nder eines Bettlers eintauschte, gelte es den Armen wirklich nahe zu sein und ihnen zuzuh\u00f6ren, \u201eanstatt nur \u00fcber die zu reden\u201c, so der Papst. Und er ermutigt zu einem Umdenken und zu neuen Wegen \u201evon unten\u201c: \u201eWer Gott als Zuflucht hat, ist frei, prophetische Entscheidungen zu treffen, die bezeugen, dass alles von unten her neu gedacht werden kann \u2013 in Demut und Br\u00fcderlichkeit, denn nur diese heilen eine von \u00dcberheblichkeit verwundete Welt.\u201c<\/p>\n<p>Der 10. Welttag der Armen sei eine wichtige Gelegenheit, diese \u201eUmkehr des Herzens\u201c in die Tat umzusetzen, so Leo XIV. Unterzeichnet wurde seine Botschaft am 13. Juni 2026, dem Gedenktag des heiligen Antonius von Padua.<\/p>\n<p>Welttag wird dieses Jahr am 15. November begangen <\/p>\n<p>Leos Vorg\u00e4nger Franziskus hatte den Welttag der Armen 2017 ins Leben gerufen und ihn regelm\u00e4\u00dfig selbst mit Armen verbracht, beispielsweise durch gemeinsame Messfeiern oder Mittagessen. Rund um den Welttag organisiert das Dikasterium f\u00fcr die Evangelisierung gemeinsam mit dem Dikasterium f\u00fcr die N\u00e4chstenliebe regelm\u00e4\u00dfig spezielle Dienstleistungen f\u00fcr Arme. So wurde etwa eine kostenlose medizinische Versorgung f\u00fcr Bed\u00fcrftige beim Vatikan eingerichtet. Der Welttag der Armen ist somit ein Aufruf zum Handeln und zeigt die Zentralit\u00e4t der Bed\u00fcrftigen im Leben und Selbstverst\u00e4ndnis der Kirche.<\/p>\n<p>Der Welttag der Armen findet jeweils am 2. Sonntag vor dem 1. Advent statt. In 2016 wird er am 15. November begangen.<\/p>\n<p>(vatican news \u2013 pr)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"\u201eDer Herr ist die Zuflucht des Armen\u201c (vgl. 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