{"id":217531,"date":"2026-06-15T09:59:15","date_gmt":"2026-06-15T09:59:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/217531\/"},"modified":"2026-06-15T09:59:15","modified_gmt":"2026-06-15T09:59:15","slug":"milliardenschwerer-humor-die-tricks-der-minions","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/217531\/","title":{"rendered":"Milliardenschwerer Humor: Die Tricks der Minions"},"content":{"rendered":"<p>            <img decoding=\"async\" fetchpriority=\"high\" width=\"696\" height=\"400\" data-no-lazy=\"\" class=\"entry-thumb\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Minions_Cover-696x400.jpg\" alt=\"\" title=\"Minions_Cover\"\/>Bild: &#8222;Minions&#8220; (2015), Universal Pictures \/ Illumination Entertainment<\/p>\n<p>Seit nunmehr 16 Jahren weilen sie unter uns, machen kleinen Sp\u00e4\u00dfe beim Werkeln und beherrschen die Leinwand mit ihrem Kichern: die \u201eMinions\u201c der franz\u00f6sischen Filmemacher Pierre Coffin und Chris Renaud und ihre Produktionsfirma Illumination Entertainment. Was macht das \u201aMegaverse\u2018 der beiden Filmemacher so besonders?<\/p>\n<p>Die Minions sind die Lakaien des Superschurken Gru (Steve Carell) aus dem Film \u201eIch, einfach unverbesserlich\u201c, dessen Nachfolger stets in die Top 10 der Kino-Charts vordrangen.<\/p>\n<p>\u201eMinions &amp; Monster\u201c, der neueste Ableger der \u201eIch, einfach unverbesserlich\u201c- Reihe startet nun am 01. Juli. Es ist der mittlerweile siebte Teil des hauseigenen \u201aMegaverse\u2018 der beiden Sch\u00f6pfern Pierre Coffin und Chris Renaud von Illumination Entertainment. Nach dem Release des ersten Teils spielte jeder Teil international mindestens fast eine Milliarde Dollar ein.<\/p>\n<p>Schnell war bei diesem Erfolg klar, dass der beliebte Humor der Reihe von den Minions ausgeht. 2015 erschien somit das erste Spin-off, welches in diesem Jahr nun ebenso zur Trilogie ausgebaut wird.<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t\t\t\u201eMINIONS &amp; MONSTER | Offizieller Trailer deutsch\/german HD\u201c von YouTube anzeigen\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<\/p>\n<p>Bewegung, bitte!<\/p>\n<p>So ganz neu sind die Minions in ihrer Art jetzt nicht, traten die \u201eRaving Rabbids\u201c der Marke \u201eRayman\u201c von dem franz\u00f6sischen Computerspiel-Designer Michel Ancel bereits im November 2006 auf den Plan. Auch die Rabbids sind f\u00fcr ihren groben und lauten Humor bekannt, der ohne die Verwendung von Sprache auskommt. Gemeinsam haben beide Franchises, das sie franz\u00f6sischer Natur sind.<\/p>\n<p>Es klingt f\u00fcr den Kino-Laien zuerst befremdlich, aber ein Teil des Erfolges der gelben Wichtel kann den ausladenden Reaktion zugeschrieben werden. Die Minions sind in ihrem rhythmischen Bewegungen pointiert abgestimmt und stimulieren dabei Kinder, wie Erwachsene. Der Humor der bebrillten Schergen geschieht entweder aus der Situation heraus \u2013 ist also mit der Handlung verkn\u00fcpft \u2013 oder findet subtil im Hintergrund statt. <\/p>\n<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"1500\" height=\"862\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/wp2569531.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1182101\"\/>In welchem gruseligen Familienverh\u00e4ltnis stehen nun die Rabbids zu den Minions?; Bild: \u201eRayman Raving Rabbids\u201c (2006)<\/p>\n<p>Riez-vous en fran\u00e7ais?<\/p>\n<p>Nicht nur seit Louis de Fun\u00e9s wissen wir, dass sie Franzosen einen sehr ausladenden Humor besitzen, an dem mit viel k\u00f6rperlicher Arbeit gewerkelt wird. Franz\u00f6sische Kom\u00f6dien sind trotzdem reich an Dialog. Der Franzose agiert in seinen humorvollen Treiben gerne mit Wortspielen. Jene werden dann, wenn Stumm gespielt, in visueller Form \u00fcber die B\u00fchne gebracht. Dieser Aspekt nun spiegelt jene Attribute auch in den Animationsfilmen wieder. <\/p>\n<p>Im \u00dcbrigen hat \u201eIch, einfach unverbesserlich\u201c seinen Ursprung in der franz\u00f6sischen Filmkom\u00f6die \u201eDrei M\u00e4nner und ein Baby\u201c (1985) der Regisseurin Coline Serreau, die zwei Jahre sp\u00e4ter eine amerikanische Version mit Tom Selleck und Steve Guttenberg, samt ihrer Fortsetzung \u201eDrei M\u00e4nner und eine kleine Lady\u201c (1990) hervorbrachte. Aus den drei M\u00e4nnern wird in \u201eIch, einfach unverbesserlich\u201c ein Mann und drei kleine Ladys. In beiden Versionen steht die geschlechtsbedingte Rolle in der Erziehung bzw. der Kinderbetreuung in Frage.<\/p>\n<p>Vermischt wird diese Erziehungsfrage durch das Produktionsdesign mit dem Agenten-Genre eines James Bond verkn\u00fcpft, des ewigen Junggesellen. Damit findet eine Dekonstruktion des Genres statt. Auch das Bild des Superagenten bzw. Superschurken wird durch die B\u00fcrokratisierung des Schurken-Gewerbes, vor allem im ersten Minion-Standalone-Film von 2015 in die heutige Zeit, auf einen heutigen Blickwinkel verlagert. Mit Wonne findet die Erinnerung platz in den eigenen Gedanken, wenn man mal wieder ein bis zwei Stunden beim Amt wartet.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1500\" height=\"862\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Minions.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1182102\"\/>Auf Bob, Stuart und Kevin (von links nach rechts) liegt zumeist der Hauptfokus bei ihren Reisen durch die Menschheitsgeschichte; Bild: \u201eMinions\u201c (2015)<\/p>\n<p>Schweigen ist Gold<\/p>\n<p>Wie die Sims, aus der gleichnamigen Computerspielreihe, so haben auch die Minions eine eigene Ulk-Sprache. Verstehen tut man sie anhand ihrer Reaktionen, sowie Mimik und Gestik. Einzig einige wenige und sehr einfache Worte, wie \u201aOkay\u2018 oder \u201aBoss\u2018, sind im Englischen vorhanden (bzw. im Deutschen). Der Rest ist eine Mischung aus Unsinn und franz\u00f6sisch. Ein nicht unbedeutender Sympathie-Faktor sind ihre Wesensz\u00fcge, die sie unschuldig wie Kinder aussehen lassen. Ihre hohe Begeisterungsf\u00e4hig und ihr Lachen bleiben ansteckend.<\/p>\n<p>Das erfolgreichste Genre der fr\u00fchen Kino-Phase, des l\u00e4ngst ausgestorbenen Stummfilms, war die Kom\u00f6die. Sie blieb international verst\u00e4ndlich. Charlie Chaplin stieg zur bekanntesten Gr\u00f6\u00dfe seiner Zeit herauf. Da viele seiner Darbietungen sich noch dazu recht feminin gebaren, waren sie geschlechtlich neutral. Buster Keaton stellte mit seiner schauspielerischen Art eine Weiterentwicklung dar. Eine starre Mimik zeichnet sein Spiel aus. Nur durch seine K\u00f6rpersprache vermittelt Keaton seine Stimmung. Keaton wird als Pr\u00fcgelknabe der Kom\u00f6die von einem Missgeschick in das n\u00e4chste geleitet.<\/p>\n<p>Seit 1927 der \u201eJazzs\u00e4nger\u201c als erster Tonfilm-Blockbuster die Kinokassen st\u00fcrmte, war es um den Stummfilm geschehen. Viele Schauspieler jener Jahre konnten damals nicht mehr in den Tonfilm \u00fcbernommen werden aufgrund der Ausrichtung ihrer Profession, zahlreiche wurden arbeitslos. Allein Charlie Chaplin hat sich in den 1930er Jahren nicht geschlagen gegeben und hat Tonfilm-Elemente in zwei seiner weiteren Stummfilm-Kom\u00f6dien \u201eLichter der Gro\u00dfstadt\u201c (1931) und \u201eModerne Zeiten\u201c (1936) etabliert. Erst mit \u201eDer gro\u00dfe Diktator\u201c (1940) wechselte der Kom\u00f6diant zum Tonfilm \u00fcber.<\/p>\n<p>Die Kunst der Stille<\/p>\n<p>Nicht nur die \u00e4u\u00dferst beliebten Minions sind der unwiderlegbare Beweis f\u00fcr die universelle Wirkungsweise von einfach zu interpretierenden Spa\u00dfes. Trotz des Triumphs des Tonfilms stechen seit je her stumme Figuren besonders in der Kom\u00f6die hervor. Vor allem die Cartoons von Warner Bros. um Bugs Bunny und Co. setzten in ihrer Historie stark auf einen optischen Humor.<\/p>\n<p>Ein weiterer Vertreter dieser Charakter-Art ist Bumblebee. Dieser blieb seit ersten \u201eTransformers\u201c- Film 2007 von all den \u00fcberdimensionalen Blecheimern am st\u00e4rksten in Erinnerung \u2013 auch er bekam einen eigenen Spin-off-Teil. Der Kampfroboter kommuniziert gleicherma\u00dfen \u00fcberwiegend durch das Radio bzw. Songs und reizt damit zahlreiche popkulturelle Anspielungen an.<\/p>\n<p>Und auch da macht dieser kleine Nischen-Trend nicht halt. Der Regisseur Kevin Smith tritt in seinen Werken, wie \u201eClerks\u201c (1994) und \u201eDogma\u201c (1999), stets als stumme Figur Silent Bob auf. \u201eThe Boys\u201c (2019-26) hat derweil Kimiko: Durch sie treten auch sprachbehinderte Menschen in den Mittelpunkt und die Zeichensprache bekommt somit als Teil unserer Welt eine B\u00fchne.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1500\" height=\"862\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Bumblebee_HaileeSteinfeld.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1182103\"\/>Wer ist hier noch alles gelb, kommuniziert \u00fcber eine indirekte Sprache und hat ein eigenes Spin-off bekommen?; Bild: \u201eBumblebee\u201c (2018) mit Hailee Steinfeld<\/p>\n<p>Das bildliche Medium<\/p>\n<p>Bel\u00e1 B\u00e1lazs sah 1924 in dem neuen Medium Kino damals eine neue Chance f\u00fcr das Erz\u00e4hlen von Geschichten. Die Aufmerksamkeit wird mehr auf den Menschen, seine Mimik und seine Gestik gelenkt. Das bildliche Erz\u00e4hlen emanzipiert sich von der schriftlichen Sprache. Die Kultivierung einer v\u00f6llig neuen Sprachform wird somit geformt. (Buchquelle: \u201eDer sichtbare Mensch oder die Kultur des Films\u201c)<\/p>\n<p>Diese Herangehensweise zeigt ebenso, dass der ber\u00fchmte, direkten Vergleich zwischen Buch und Film nicht sehr sinnig ist, da jedes Medium seine eigene Sprache hat. Man kritisiert ja auch keinen Song f\u00fcr sein ungen\u00fcgendes Set-Design.<\/p>\n<p>Auch interessant:<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Bild: &#8222;Minions&#8220; (2015), Universal Pictures \/ Illumination Entertainment Seit nunmehr 16 Jahren weilen sie unter uns, machen kleinen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":217532,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[23],"tags":[48704,46,42,151,147,208,152,57813,62585,150,44,148],"class_list":["post-217531","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-kino","tag-animation","tag-at","tag-austria","tag-cinema","tag-entertainment","tag-film","tag-kino","tag-mediengeschichte","tag-minions","tag-movie","tag-oesterreich","tag-unterhaltung"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116753541875798475","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/217531","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=217531"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/217531\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/217532"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=217531"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=217531"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=217531"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}