{"id":217890,"date":"2026-06-15T13:31:13","date_gmt":"2026-06-15T13:31:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/217890\/"},"modified":"2026-06-15T13:31:13","modified_gmt":"2026-06-15T13:31:13","slug":"bluttest-verraet-zellalter-und-sagt-krankheitsrisiken-voraus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/217890\/","title":{"rendered":"Bluttest verr\u00e4t Zellalter und sagt Krankheitsrisiken voraus"},"content":{"rendered":"<p>Bluttest verr\u00e4t Zellalter und sagt Krankheitsrisiken voraus &#8211; Spektrum der Wissenschaft<a id=\"top\" class=\"jump-to-content\" href=\"#main\" title=\"Direkt zum Inhalt\">Direkt zum Inhalt<\/a>Biologisches Alter: Bluttest verr\u00e4t Alter von Zellen und sagt Krankheitsrisiko voraus<\/p>\n<p>Das biologische Alter l\u00e4sst sich bis in einzelne Zelltypen hinein verfolgen\u00a0\u2013 mit einem Bluttest. Manche dieser Alterungsmuster h\u00e4ngen eng mit Krankheiten zusammen. So lassen sich etwa bestimmte Ver\u00e4nderungen mit Alzheimer oder ALS verkn\u00fcpfen\u00a0\u2013 lange bevor Symptome auftreten.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Eine \u00e4ltere Person h\u00e4lt ein Schwarz-Wei\u00df-Foto eines j\u00fcngeren Gesichts vor ihr eigenes Gesicht. Das Bild zeigt einen Kontrast zwischen Alter und Jugend, wobei die linke Gesichtsh\u00e4lfte der \u00e4lteren Person sichtbar ist und die rechte H\u00e4lfte durch das Foto verdeckt wird. Die Hand der Person h\u00e4lt das Foto an der rechten unteren Ecke. Der Hintergrund ist unscharf und neutral.\" class=\"full\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/GettyImages-1149473225.jpg\" title=\"Eine \u00e4ltere Person h\u00e4lt ein Schwarz-Wei\u00df-Foto eines j\u00fcngeren Gesichts vor ihr eigenes Gesicht. Das Bild zeigt einen Kontrast zwischen Alter und Jugend, wobei die linke Gesichtsh\u00e4lfte der \u00e4lteren Person sichtbar ist und die rechte H\u00e4lfte durch das Foto verdeckt wird. Die Hand der Person h\u00e4lt das Foto an der rechten unteren Ecke. Der Hintergrund ist unscharf und neutral.\"\/><\/p>\n<p> \u00a9 Dimitri Otis \/ Getty Images \/ Stone (Ausschnitt) <\/p>\n<p> Das Gesicht zeigt die Spuren der Zeit, doch im Inneren altern Zellen unterschiedlich schnell. <\/p>\n<p>Ein Bluttest kann das biologische Alter einzelner Organe sichtbar machen und damit <a href=\"https:\/\/www.spektrum.de\/news\/langlebigkeit-ein-jung-gebliebenes-gehirn-verspricht-langes-leben\/2276707\" rel=\"noopener nofollow\" target=\"_blank\">das Risiko f\u00fcr Krankheiten wie Herzinsuffizienz oder Alzheimer vorhersagen.<\/a> Das zeigte ein Forschungsteam der Stanford University bereits Mitte 2025.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.spektrum.de\/news\/altern-alternsforscher-wollen-gehirnalter-per-blutprobe-bestimmen\/2324049\" rel=\"noopener nofollow\" target=\"_blank\">Besonders das ermittelte Alter des Gehirns erwies sich dabei als zentraler Faktor f\u00fcr die Lebenserwartung<\/a>. Nun zeigt dasselbe Team in \u00bbNature Medicine\u00ab, dass sich dieser Ansatz weiter verfeinern l\u00e4sst\u00a0\u2013 <a href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41591-026-04446-y\" rel=\"noopener nofollow\" target=\"_blank\">bis auf die Ebene einzelner Zelltypen<\/a>. <\/p>\n<p>Die Forscher um den Neurowissenschaftler und bekannten <a href=\"https:\/\/www.spektrum.de\/news\/longevity-wie-laesst-sich-das-altern-ausbremsen\/2326602\" rel=\"noopener nofollow\" target=\"_blank\">Altersforscher Tony Wyss-Coray<\/a> untersuchten hierzu Blutproben von mehr als 60\u202f000\u00a0Menschen aus mehreren gro\u00dfen Kohorten. Sie bestimmten die Konzentrationen von mehr als 7000\u00a0Proteinen und verkn\u00fcpften diese mithilfe von Einzelzelldaten mit mehr als 40\u00a0Zelltypen, darunter Neurone, Astrozyten, verschiedene Immunzellen und Muskelzellen. Ein Machine\u2011Learning\u2011Modell berechnete daraus f\u00fcr jede Zellpopulation ein biologisches Alter und verglich es mit alters\u00fcblichen Referenzwerten. So wurde sichtbar, welche Zelltypen bei einer Person schneller oder langsamer gealtert waren. Zwischen 20\u00a0und 25\u00a0Prozent der Teilnehmenden zeigten ein beschleunigtes Altern in mindestens einem Zelltyp, bei ein bis drei Prozent betraf es mehrere Zelltypen gleichzeitig.<\/p>\n<p>Diese zelltypspezifischen Alterungsmuster standen in engem Zusammenhang mit sp\u00e4teren Krankheiten, insbesondere neurodegenerativen Erkrankungen. F\u00fcr Alzheimer erwies sich das biologische Alter der Astrozyten als st\u00e4rkster Vorhersagefaktor. Personen mit stark gealterten Astrozyten erkrankten deutlich h\u00e4ufiger: Ihr Risiko lag etwa zw\u00f6lfmal h\u00f6her als bei Menschen mit \u00bbjungem\u00ab Astrozytenprofil und noch rund f\u00fcnfmal h\u00f6her als bei Personen mit durchschnittlichem Zellalter. Umgekehrt reduzierte ein jugendliches Profil das Risiko um mehr als 60\u202fProzent. Auch bei anderen Krankheiten zeigten sich deutliche Effekte. So hatten Menschen mit gealterten Muskelzellen ein mehr als zw\u00f6lfmal h\u00f6heres Risiko, an amyotropher Lateralsklerose (ALS) zu erkranken\u00a0\u2013 und das bereits mehr als drei Jahre vor der Diagnose.<\/p>\n<p>Auff\u00e4llig war zudem ein gegens\u00e4tzlicher Einfluss genetischer Risikofaktoren auf verschiedene Zelltypen. Tr\u00e4ger von zwei Varianten des APOE4\u2011Gens, die mit einem hohen Alzheimerrisiko verbunden sind, wiesen im Schnitt st\u00e4rker gealterte Astrozyten auf. Gleichzeitig zeigten ihre Makrophagen, also zentrale Immunzellen, ein vergleichsweise junges Profil. Beim als sch\u00fctzend geltenden APOE2\u00a0ergab sich das umgekehrte Muster. Die Ergebnisse legen nahe, dass genetische Risiken die Alterung einzelner Zelltypen unterschiedlich beeinflussen und teils gegens\u00e4tzliche Effekte ausl\u00f6sen.<\/p>\n<p>Die Studie erweitert damit <a href=\"https:\/\/www.spektrum.de\/news\/altern-alternsforscher-wollen-gehirnalter-per-blutprobe-bestimmen\/2324049\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">die fr\u00fcheren Arbeiten der Forscher<\/a> zum biologischen Alter von Herz oder Hirn um eine feinere Perspektive. Sie zeigt, dass sich Unterschiede im Alterungsprozess bereits innerhalb von Organen herausbilden und Krankheitsverl\u00e4ufe pr\u00e4gen. Das k\u00f6nne nach Einsch\u00e4tzung der Forschenden helfen, Gesundheitsrisiken fr\u00fcher zu erkennen und gezielter einzugreifen, bevor Symptome auftreten. <\/p>\n<p>Diesen Artikel empfehlen:<\/p>\n<p> ist Diplombiologin und Redakteurin f\u00fcr Lifesciences. <\/p>\n<p>Digitalausgaben Printausgaben Topseller Bundles<\/p>\n<p>Ding, D. et al., Nature Medicine 10.1038\/s41591\u2013026\u201304\u00a0446-y,\u00a02026 <\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" height=\"1\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/702842b2a9a0451f991798eaf930f4a3.gif\" width=\"1\"\/><\/p>\n<p>Bitte erlauben Sie Javascript, um die volle Funktionalit\u00e4t von Spektrum.de zu erhalten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Bluttest verr\u00e4t Zellalter und sagt Krankheitsrisiken voraus &#8211; Spektrum der WissenschaftDirekt zum InhaltBiologisches Alter: Bluttest verr\u00e4t Alter von&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":217891,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[20],"tags":[1600,5441,3626,46,42,13856,124,123,884,125,25966,44,8610,207,12565,29216],"class_list":["post-217890","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-gesundheit","tag-als","tag-alter","tag-alzheimer","tag-at","tag-austria","tag-blut","tag-gesundheit","tag-health","tag-lebenserwartung","tag-medizin","tag-organe","tag-oesterreich","tag-psychologie-hirnforschung","tag-tod","tag-zellen","tag-zelltypen"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116754375735297537","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/217890","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=217890"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/217890\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/217891"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=217890"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=217890"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=217890"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}