{"id":218107,"date":"2026-06-15T15:28:09","date_gmt":"2026-06-15T15:28:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/218107\/"},"modified":"2026-06-15T15:28:09","modified_gmt":"2026-06-15T15:28:09","slug":"wasserstoff-statt-waermepumpe-deutschlands-erstes-h2-heiznetz-wirft-fragen-auf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/218107\/","title":{"rendered":"Wasserstoff statt W\u00e4rmepumpe? Deutschlands erstes H2-Heiznetz wirft Fragen auf"},"content":{"rendered":"<p>Deutschlands erstes H\u2082-Heiznetz geht in den Regelbetrieb: Zehn Haushalte in Hohenwart heizen durchgehend mit 100 % Wasserstoff. Dass die Technik funktioniert, bestreitet niemand. Doch ist das auch sinnvoll?<\/p>\n<p>        <img width=\"1200\" height=\"600\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/438323797-1-scaled-e1781533473139-1200x600.jpg\" class=\"single__post-image wp-post-image\" alt=\"Wasserstoff-Heizger\u00e4te laufen auf einem Pr\u00fcfstand\" decoding=\"async\" fetchpriority=\"high\"  \/><\/p>\n<p>Wasserstoff-Heizger\u00e4te laufen auf einem Pr\u00fcfstand im Labor des Herstellers Vaillant. <\/p>\n<p class=\"wp-caption-source\">Foto: picture alliance\/dpa | Oliver Berg<\/p>\n<p>                <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/e25a3b2f0d7b45fa98e1a3eae3031513.gif\" width=\"1\" height=\"1\" border=\"\" class=\"vg-wort-pixel\" style=\"position: absolute;\" loading=\"eager\" data-no-lazy=\"1\" data-skip-lazy=\"1\"\/><\/p>\n<p class=\"wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\">Wenn im oberbayerischen Hohenwart, einem Marktflecken mit weniger als 5000 Einwohnern im Landkreis Pfaffenhofen, zehn Haushalte und ein Gewerbebetrieb die Heizung aufdrehen, verbrennen sie dabei reinen Wasserstoff. Seit Herbst 2023 l\u00e4uft das in einem abgetrennten Abschnitt des alten Ortsnetzes, jetzt wurden die letzten Testger\u00e4te gegen Serienger\u00e4te getauscht. Nach Angaben des Heizungsherstellers Vaillant und des lokalen Versorgers Energie S\u00fcdbayern (ESB) ist damit \u201eDeutschlands erstes Wasserstoffnetz\u201c im Regelbetrieb.<\/p>\n<p class=\"wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\">Die Botschaft \u2013 Heizen mit Wasserstoff funktioniert \u2013 stimmt. Doch \u00fcber die Sinnhaftigkeit dieser Art der Wasserstoff-Verwendung scheiden sich die Geister.<\/p>\n<p>Was in Hohenwart getestet wird <\/p>\n<p class=\"wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\">Das Wasserstoff-Inselnetz hatte der Verteilnetzbetreiber Energienetze Bayern zu Beginn des Experiments im Jahr 2023 vom restlichen Erdgasnetz abgetrennt. Die Leitungen blieben also, wo sie waren, und wurden dann auf Wasserstoff umgewidmet. Zudem tauschte die Projektgruppe die Gasz\u00e4hler aus und ersetzte die alten Thermen durch 100-%-Wasserstoff-Brennwertger\u00e4te von Vaillant. <\/p>\n<p class=\"wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\">Neu ist jetzt eigentlich nur ein Detail: Im Mai ersetzte Vaillant die Feldtestger\u00e4te durch Serienger\u00e4te, womit der Pilot formal in den Regel- bzw. Dauerbetrieb \u00fcbergegangen ist. Dass \u201e<a href=\"https:\/\/www.esb.de\/h2direkt\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">H2Direkt<\/a>\u201e, dessen erste Pl\u00e4ne bis ins Jahr 2022 zur\u00fcckreichen, in \u201eH2Dahoam\u201c umbenannt w\u00fcrde, hatten die Partner schon 2025 angek\u00fcndigt. <\/p>\n<p class=\"wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\">Auch die Pl\u00e4ne f\u00fcr den Bau eines Elektrolyseurs und eines Wasserstoffspeichers vor Ort sind sp\u00e4testens seit 2025 bekannt. Den Brennstoff bringt heute noch ein Lkw-Trailer nach Hohenwart. Der Elektrolyseur soll erst ab 2027 produzieren; den Bebauungsplan hat der Gemeinderat beschlossen, den Strom daf\u00fcr will man \u201eperspektivisch\u201c aus eigener Photovoltaik ziehen. <\/p>\n<p>Wie klimaneutral ist die W\u00e4rme?<\/p>\n<p class=\"wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\">Auf den Ger\u00e4ten prangt das Versprechen \u201e100 % CO\u2082-neutral\u201c. Das gilt f\u00fcr die Verbrennung \u2013 am Ger\u00e4t entsteht beim Heizen mit Wasserstoff kein CO\u2082. Doch wie klimaneutral der Betrieb insgesamt ist, h\u00e4ngt von der Vorkette ab, also der Frage, wie der angelieferte Wasserstoff erzeugt und transportiert wird. <\/p>\n<p class=\"wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\">Doch damit beginnen die Fragen erst. Wasserstoff ist einer der umstrittensten Bausteine der Energiewende. Nicht, weil die Technik schlecht w\u00e4re, sondern weil der Stoff in seiner klimaneutral-gr\u00fcnen Variante immer noch knapp und teuer ist und l\u00e4ngst nicht \u00fcberall die effizienteste Option darstellt.<\/p>\n<p class=\"wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\">In der Stahl- und Chemieindustrie, im Schwerlastverkehr und als Brennstoff f\u00fcr Backup-Kraftwerke gilt er als unverzichtbar. Beim Heizen von Geb\u00e4uden aber gelten andere Optionen als sinnvoller \u2013 allen voran die W\u00e4rmepumpe. Wer Wasserstoff verheizen will, sollte daher die Gegenargumente kennen. <\/p>\n<p>W\u00e4rmepumpe gegen Wasserstoffkessel<\/p>\n<p class=\"wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\">Wer mit gr\u00fcnem Wasserstoff heizt, muss Strom in der Regel erst per Elektrolyse in Wasserstoff verwandeln, ihn dann verdichten, per Trailer transportieren und am Ende verbrennen. Jede Stufe verbraucht einen Teil der urspr\u00fcnglichen Energie. <\/p>\n<p>Eine W\u00e4rmepumpe nutzt den Strom dagegen direkt und kann dar\u00fcber hinaus W\u00e4rme aus der Umwelt hinzuziehen. Aus 1 kWh Strom macht sie daher mehrere kWh W\u00e4rme \u2013 im Schnitt 3,4, wie das Fraunhofer ISE 2025 in einer vierj\u00e4hrigen Feldstudie an 77 Anlagen im Geb\u00e4udebestand gemessen hat. Die effizientesten kamen auf 5,4. <\/p>\n<p>Beim Wasserstoff ist es genau andersherum: Aus einer Kilowattstunde Strom bleibt am Ende der Kette \u2013 Elektrolyse, Verdichtung, Transport, Verbrennung \u2013 weniger als 1 kWh W\u00e4rme.<\/p>\n<p class=\"wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><a href=\"https:\/\/www.zukunftaltbau.de\/eigentuemer\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Zukunft Altbau<\/a>, eine vom baden-w\u00fcrttembergischen Umweltministerium gef\u00f6rderte Beratungsplattform, hat 2023 ausgerechnet, was das in der Praxis bedeutet. F\u00fcr dieselbe W\u00e4rme m\u00fcssten demnach rund sechsmal mehr Wind- und Solaranlagen gebaut werden, als wenn der Strom direkt eine W\u00e4rmepumpe antreibe. \u201eVolkswirtschaftlich ist das ein Unding,\u201c kommentierte der Leiter der Plattform, Frank Hettler.<\/p>\n<p class=\"wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\">Diese Einsch\u00e4tzung deckt sich mit unabh\u00e4ngigen Studien. Der Oxforder Energieforscher Jan Rosenow hat f\u00fcr eine <a href=\"https:\/\/www.sciencedirect.com\/science\/article\/pii\/S2949790623000101\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">2024 ver\u00f6ffentlichte Meta-Studie <\/a>54 unabh\u00e4ngige Untersuchungen zum Heizen mit Wasserstoff ausgewertet. \u201eUnabh\u00e4ngig\u201c hei\u00dft hier: keine davon von der Gas-, \u00d6l-, Strom-, W\u00e4rmepumpen- oder Kesselindustrie finanziert. <\/p>\n<p class=\"wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\">Schon 2022 hatte Rosenow 32 solcher Studien zusammengetragen, seither kamen 22 weitere hinzu. Am Ergebnis \u00e4nderte sich nichts. Keine der 54 Analysen st\u00fctzt den breiten Einsatz von Wasserstoff im W\u00e4rmemarkt. Die wichtigsten Befunde:<\/p>\n<p>Die Verbraucherkosten einer Wasserstoffheizung liegen im Schnitt 86 % \u00fcber denen einer W\u00e4rmepumpe. G\u00fcnstiger war Wasserstoff in keiner Studie.<br \/>\nSucht man die g\u00fcnstigste Art, alle Geb\u00e4ude klimaneutral zu heizen, entsteht ein Technologie-Mix. Darin liefert Wasserstoff im Schnitt nur 1 % der W\u00e4rme. Fast \u00fcberall ist eine andere Technik also billiger.<br \/>\nIn einer britischen \u00d6kobilanz schnitten Wasserstoffkessel in allen 19 untersuchten Umweltkategorien (darunter etwa Wasserverbrauch und Ressourcenbedarf) sogar am schlechtesten ab, die W\u00e4rmepumpe am besten.<\/p>\n<p class=\"wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\">Hauptgrund f\u00fcr all das ist die Effizienz: F\u00fcr dieselbe W\u00e4rme braucht Wasserstoff je nach Annahmen vier- bis sechsmal mehr Strom als eine W\u00e4rmepumpe. Das sei, schreibt Rosenow, schlichte Thermodynamik.<\/p>\n<p>Eine Physik, zwei Lager<\/p>\n<p class=\"wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\">Beim Thema Ver-Heizung ist es wie so oft beim Wasserstoff: Die einen positionieren sich mit dem Verweis auf Technologieoffenheit f\u00fcr die Idee, die anderen lehnen sie mit Verweis auf Wirtschafts- und Umweltbedenken ab.<\/p>\n<p>Die Gaswirtschaft\u2026<\/p>\n<p class=\"wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\">F\u00fcr Wasserstoff trommelt die Gaswirtschaft. In Deutschland laufen rund 13,9 Mio. Gasheizungen, sie versorgen gut die H\u00e4lfte aller Wohnungen. Diesen Bestand w\u00fcrde die Branche gerne erhalten, und durch die Umr\u00fcstung von Erdgas- auf Wasserstoffinfrastruktur und -ger\u00e4te w\u00e4re das weitgehend sichergestellt. <\/p>\n<p class=\"wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\">Der Deutsche Verein des Gas- und Wasserfachs (DVGW) <a href=\"https:\/\/www.dvgw.de\/medien\/dvgw\/verein\/energiewende\/h2vorort-heizen-mit-wasserstoff.pdf\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">hat schon fr\u00fch ermittelt, dass der Umstieg auf Wasserstoff gerade im Geb\u00e4udebestand \u201ez\u00fcgig und kosteng\u00fcnstig\u201c erfolgen k\u00f6nne<\/a>. Sein Argument: Nicht jeder Geb\u00e4udetyp passe zur W\u00e4rmepumpe, und das Stromsystem lasse sich bis 2045 kaum auf eine vollst\u00e4ndige Elektrifizierung von W\u00e4rme und Verkehr ert\u00fcchtigen. Gerade im alten und dicht bebauten Bestand seien klimaneutrale Gase wie gr\u00fcner Wasserstoff \u00fcber das vorhandene Netz darum<a href=\"https:\/\/www.dvgw.de\/medien\/dvgw\/leistungen\/publikationen\/lokale-versorgung-wasserstoff-dvgw-2025.pdf\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"> \u201eoftmals die wirtschaftlichere Alternative\u201c<\/a>. <\/p>\n<p class=\"wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\">Politische R\u00fcckendeckung bekommt diese Position zum Beispiel aus Bayern: Wasserstoff in der W\u00e4rme auszuschlie\u00dfen \u201ew\u00e4re zum jetzigen Zeitpunkt falsch und kurzsichtig\u201c, <a href=\"https:\/\/www.stmwi.bayern.de\/presse\/pressemeldungen\/424-2024\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">erkl\u00e4rte Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger im Oktober 2024<\/a>. Das Erdgasnetz habe einen Milliardenwert und d\u00fcrfe \u201enicht einfach rausgerissen werden\u201c: \u201eBiomethan oder Umr\u00fcstung auf Wasserstoff kann hier die richtige Perspektive sein.\u201c<\/p>\n<p>\u2026 und die Umweltverb\u00e4nde<\/p>\n<p class=\"wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\">Im anderen Lager stehen die Umweltverb\u00e4nde. Greenpeace und die Kampagne Gaswende lie\u00dfen von den Fraunhofer-Instituten IEG und ISI rechnen, <a href=\"https:\/\/presseportal.greenpeace.de\/255373-heizen-mit-wasserstoff-kann-kosten-mehr-als-verdoppeln\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Heizen mit Wasserstoff koste bis 2035 zwischen 74 und 172 % mehr als eine heutige Gasrechnung<\/a>. \u201eH2-ready-Heizungen sind ein Luftschloss\u201c, so Gaswende-Leiterin Tina Loeffelbein.<\/p>\n<p class=\"wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\">Interessant ist ein Blick auf Vaillants eigene Kommunikation. Daniel Fox, Produktmanager Wasserstoffsysteme \/ Brennwert und Abgassysteme bei Vaillant Deutschland, sagte anl\u00e4sslich der j\u00fcngst erfolgten Regelinbetriebnahme in Hohenwart: \u201eF\u00fcr Vaillant bedeutet\u00a0die W\u00e4rmewende Technologieoffenheit\u201c. Das bedeutet:  wasserstoff-kompatible Gasheizger\u00e4te seien ein \u201em\u00f6glicher zus\u00e4tzlicher Baustein\u201c f\u00fcr eine klimaneutrale W\u00e4rme. Die Schl\u00fcsseltechnologie sei die W\u00e4rmepumpe \u2013 die der Hersteller ebenfalls prominent vertreibt.  <\/p>\n<p>Was die Regierung plant<\/p>\n<p class=\"wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\">Berlin will sich die T\u00fcr offen halten. D<a href=\"https:\/\/www.ingenieur.de\/technik\/fachbereiche\/energie\/gebaudemodernisierungsgesetz-verbande-streiten-uber-gasheizungen-bio-treppe-und-klimaziele\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">as Geb\u00e4udemodernisierungsgesetz (GModG)<\/a>, das ab November das bisherige Geb\u00e4udeenergiegesetz abl\u00f6sen soll, durchlief am 11. Juni seine erste Lesung im Bundestag. Darin entf\u00e4llt die von der Vorg\u00e4ngerregierung erdachte Vorgabe, dass neue Heizungen zu 65 % mit erneuerbaren Energien laufen m\u00fcssen. Stattdessen sollen Eigent\u00fcmer selbst entscheiden, womit sie heizen. <\/p>\n<p class=\"wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\">Flankieren soll die Reform eine Gr\u00fcngasquote. Wer Gas verkauft \u2013 die sogenannten Inverkehrbringer, also Versorger und Gro\u00dfh\u00e4ndler \u2013, soll k\u00fcnftig einen wachsenden Anteil klimafreundlicher Gase wie Biomethan und Wasserstoff in seinem Portfolio nachweisen m\u00fcssen.. <a href=\"https:\/\/www.ingenieur.de\/technik\/fachbereiche\/energie\/streit-um-wasserstoff-warum-forscher-vor-der-gruengasquote-warnen\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Einige Forscher warnen vor dem Instrument<\/a>: Laut einer Analyse von Agora Energiewende k\u00f6nnte es die Gaspreise f\u00fcr Haushalte bis 2040 um rund ein Viertel erh\u00f6hen, obwohl die gr\u00fcnen Gase am Ende vor allem in der Industrie landen, nicht im Heizungskeller.<\/p>\n<p>Wo die H2-Heizung sinnvoll sein kann<\/p>\n<p class=\"wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\">Das Realexperiment in Hohenwart hat eine technische Frage beantwortet: L\u00e4uft ein umgestelltes Ortsnetz mit 100 % Wasserstoff? Ja, sagen die Betreiber \u2013 st\u00f6rungsfrei, auch bei Minusgraden. Doch die dahinterliegende Frage \u2013 ob sich das Heizen mit Wasserstoff in der Fl\u00e4che lohnt \u2013 beantworten eher die zahlreichen Studien, die weltweit zu dem Thema erstellt wurden. Und ihre Antwort f\u00e4llt eindeutig aus: in den seltensten F\u00e4llen. <\/p>\n<p class=\"wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\">F\u00fcr ein Quartier, das kein Nah- oder Fernw\u00e4rmenetz bekommt und in dem W\u00e4rmepumpen aus baulichen Gr\u00fcnden nicht m\u00f6glich sind, kann Wasserstoff aus dem Gasnetz eine Option sein. Die Bedingung ist, dass er kosteng\u00fcnstig vor Ort produziert wird oder aber als Nebenprodukt von Industrieprozessen ohnehin anf\u00e4llt. Wo diese Bedingungen nicht gegeben sind, bleibt das Heizen mit Wasserstoff, was es in Hohenwart ist: eine technisch m\u00f6gliche Option ohne Anspruch auf maximale Effizienz. Ein Versuch eben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Deutschlands erstes H\u2082-Heiznetz geht in den Regelbetrieb: Zehn Haushalte in Hohenwart heizen durchgehend mit 100 % Wasserstoff. 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