{"id":219153,"date":"2026-06-16T05:31:07","date_gmt":"2026-06-16T05:31:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/219153\/"},"modified":"2026-06-16T05:31:07","modified_gmt":"2026-06-16T05:31:07","slug":"wie-olivia-rodrigo-die-popwelt-erobert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/219153\/","title":{"rendered":"Wie Olivia Rodrigo die Popwelt erobert"},"content":{"rendered":"<p>Frisch verliebt zu sein, kann so sch\u00f6n sein. Da steht man mit seinem Schwarm irgendwo eingepfercht in der Schlange zum Klo und hat nur Augen f\u00fcr ihn, der auch noch aussieht wie ein &#8222;Engel aus Versailles&#8220;. Man k\u00f6nnte tot umfallen vor Gl\u00fcck \u2013 so jedenfalls schw\u00e4rmt US-Musikerin Olivia Rodrigo in dem Song &#8222;Drop Dead&#8220;.<\/p>\n<p>Die 23-J\u00e4hrige hat ein Album \u00fcber eine gro\u00dfe Liebe geschrieben. Genauer: \u00fcber ihre erste gro\u00dfe Liebe \u2013 und wie sie zerbrochen ist. Der Albumtitel &#8222;You Seem Pretty Sad For A Girl So In Love&#8220; greift dieses Wechselbad der Gef\u00fchle zwischen himmelhochjauchzend und zu Tode betr\u00fcbt auf und folgt der altbekannten Dramaturgie, die dann doch immer wieder aufs Neue ziemlich herzzerrei\u00dfend ist. <\/p>\n<p>Vom 90er-Rock zum 80er-Pop <\/p>\n<p>Der erste Song &#8222;Drop Dead&#8220; ist eine perfekte kleine Pop-Rock-Symphonie mit jubilierenden Streichern und Synthies, bei denen einem das aufgeregt klopfende Herz von Rodrigo entgegenspringt. Das Gl\u00fcck h\u00e4lt dann ein paar Songs lang, bis zur H\u00e4lfte des Albums \u2013 wobei sich auch schon erste Risse auftun. Verliebtsein macht auch verletzlich und einsam, wenn der Partner nicht da ist. <\/p>\n<p>Als ob sie Maden im Hirn h\u00e4tte, so neben der Spur f\u00fchle sie sich, singt Rodrigo auf &#8222;Maggots for Brain&#8220;. Von dem Grunge-beeinflussten Alternative-Rock wie in den 90ern, den sie mit Produzent Dan Nigro auf ihren letzten beiden Alben zelebriert hat, ist hier nichts mehr zu h\u00f6ren. Der Song hat eine Bassline, wie man sie in den 80ern bei Bands wie New Order geh\u00f6rt hat, und eine Synthie-Melodie und Melancholie, die an The Cures Trauerpop-Hymne &#8222;Friday I\u2019m In Love&#8220;  erinnert \u2013 \u00fcbrigens einer ihrer Lieblingssongs. Und \u00fcberhaupt: The Cure!<\/p>\n<p>Duett mit Robert Smith von The Cure <\/p>\n<p>Liebe ist nicht das Allheilmittel f\u00fcr alles. Zu dieser Erkenntnis kommt Olivia Rodrigo auf dem Song &#8222;The Cure&#8220;, eine weitere Anspielung auf die legend\u00e4re Goth-Rock-Band aus England. Und dann ist es zwei Songs sp\u00e4ter tats\u00e4chlich so weit: S\u00e4nger Robert Smith h\u00f6chstpers\u00f6nlich erscheint zum Duett f\u00fcr den Trennungssong &#8222;What\u2019s Wrong With Me&#8220;.<\/p>\n<p>Ein bisschen unwirklich ist sie schon, diese Freundschaft zwischen dem 67-J\u00e4hrigen und der hinrei\u00dfenden Pops\u00e4ngerin. Er sei schon Fan gewesen, bevor sie ihn um eine Zusammenarbeit gebeten h\u00e4tte. Er h\u00e4tte beide ihre Alben auf CD gehabt, hat Smith in einem Interview verraten. Auch wenn er nicht zur prim\u00e4ren Zielgruppe geh\u00f6re, sei es schwer, sich nicht in ihre Musik zu verlieben. In Anbetracht des \u00fcberaus gelungenen neuen Albums kann man ihm nur zustimmen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Frisch verliebt zu sein, kann so sch\u00f6n sein. 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