{"id":220452,"date":"2026-06-16T18:42:14","date_gmt":"2026-06-16T18:42:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/220452\/"},"modified":"2026-06-16T18:42:14","modified_gmt":"2026-06-16T18:42:14","slug":"haiattacke-zwischen-angst-und-artenschutz-australiens-hai-dilemma","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/220452\/","title":{"rendered":"Haiattacke: Zwischen Angst und Artenschutz \u2013 Australiens Hai-Dilemma"},"content":{"rendered":"<p>Haiattacke: Zwischen Angst und Artenschutz \u2013 Australiens Hai-Dilemma &#8211; Spektrum der Wissenschaft<a id=\"top\" class=\"jump-to-content\" href=\"#main\" title=\"Direkt zum Inhalt\">Direkt zum Inhalt<\/a>Nach Angriff in Sydney: Zwischen Angst und Artenschutz \u2013 Australiens Hai-Dilemma<\/p>\n<p>Nach der Haiattacke auf eine Schwimmerin in Sydney w\u00e4chst der Druck auf die Regierung. K\u00f6nnen Drohnen besser sch\u00fctzen als Hainetze? Oder bleibt das Risiko Teil des australischen Lebensgef\u00fchls?<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Wei\u00dfer Hai (Carcharodon carcharias) mit weit aufgerissenem Maul\" class=\"full\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/GettyImages-942116912.jpg\" title=\"Wei\u00dfer Hai (Carcharodon carcharias) mit weit aufgerissenem Maul\"\/><\/p>\n<p> \u00a9 Alessandro De Maddalena \/ Getty Images \/ iStock (Ausschnitt) <\/p>\n<p>Dieser Inhalt wurde automatisch von der Deutschen Presse-Agentur (dpa) \u00fcbernommen und von Spektrum.de nicht redaktionell bearbeitet.<\/p>\n<p>Kristallklares Wasser, kaum Wellengang, Rettungsschwimmer am Strand: Die Bedingungen f\u00fcr einen entspannten Badetag am ber\u00fchmten Coogee Beach in Sydney wirken nahezu perfekt. Dann der Schock: Nur etwa 30\u00a0Meter vom Ufer des australischen Traumstrandes wird eine 35-J\u00e4hrige am Wochenende von einem gro\u00dfen Hai attackiert\u00a0\u2013 einem Wei\u00dfen Hai, so wird vermutet. Die junge Mutter \u00fcberlebt schwer verletzt\u00a0\u2013 aber der Vorfall hat eine Debatte neu entfacht, die Australien seit Jahrzehnten begleitet. <\/p>\n<p>Die Frau erlitt laut ihren Angeh\u00f6rigen lebensbedrohliche Verletzungen am linken Bein, ein Arm musste amputiert werden. \u00bbSie wird umfassende und fortlaufende Pflege, Unterst\u00fctzung und Rehabilitation ben\u00f6tigen\u00ab, zitierte der Sender ABC aus einer Mitteilung. \u00bbAls Familie sind wir schockiert und zutiefst betroffen, dass dies unserer geliebten Partnerin, Tochter und Mutter, die so lebensfroh und voller Energie war, widerfahren konnte.\u00ab<\/p>\n<p>Rufe nach Hai-Keulungen<\/p>\n<p>Was nun? Der j\u00fcngste Vorfall ist kein Einzelfall: In den vergangenen Monaten nahm die Zahl der Haiangriffe im Bundesstaat New South Wales deutlich zu. Bereits im Januar registrierten die Beh\u00f6rden vier Vorf\u00e4lle innerhalb von nur 48\u00a0Stunden, Medien sprachen von einer \u00bbau\u00dfergew\u00f6hnlichen\u00ab H\u00e4ufung. Die Regierung steht zunehmend unter Druck. Rufe nach \u00bbShark Culls\u00ab\u00a0\u2013 Hai-Keulungen\u00a0\u2013 werden wieder lauter.<\/p>\n<p>Landwirtschaftsministerin Tara Moriarty, die auch f\u00fcr das Hai-Management zust\u00e4ndig ist, wollte sich Medien gegen\u00fcber nicht auf ein grunds\u00e4tzliches Nein zu Keulungen festlegen. \u00bbWir schlie\u00dfen nichts aus\u00ab, sagte sie. Diese Aussage reichte, um eine alte Frage aufzuwerfen, die Australien schon lange polarisiert: Sollen Haie gezielt get\u00f6tet werden, um das Risiko f\u00fcr Schwimmerinnen und Schwimmer zu senken?<\/p>\n<p>Bef\u00fcrworter argumentieren, jeder verhinderte Angriff rechtfertige drastische Ma\u00dfnahmen. Wissenschaftler und Natursch\u00fctzer halten dagegen: Haie seien hochmobile Wanderer. Get\u00f6tete Tiere w\u00fcrden rasch durch andere ersetzt. Einen eindeutigen Nachweis, dass Abschuss- oder Fangprogramme Attacken dauerhaft reduzieren, gebe es nicht. <\/p>\n<p>Die Debatte hat allerdings noch einen anderen Haken. Fachleute gehen davon aus, dass es sich bei dem Angreifer von Coogee um einen Wei\u00dfen Hai handelte\u00a0\u2013 und genau diese Art steht in Down Under unter strengem Schutz. Der Regierungschef von New South Wales, Chris Minns, stellte deshalb rasch klar, dass eine Keulung nicht infrage komme. Anders verh\u00e4lt es sich bei Bullenhaien, die ebenfalls f\u00fcr Angriffe in der Region verantwortlich gemacht werden. Hier wollte Minns m\u00f6gliche Ma\u00dfnahmen nicht grunds\u00e4tzlich ausschlie\u00dfen.<\/p>\n<p>Wie werden Badeg\u00e4ste bisher gesch\u00fctzt?<\/p>\n<p>New South Wales setzt bislang auf einen Mix aus klassischen Hainetzen, SMART-Drumlines (K\u00f6derleinen, bei denen gefangene Haie rasch geortet und dann wieder freigelassen werden), elektronischer \u00dcberwachung markierter Tiere und Drohnen. Rund 30\u00a0Millionen australische Dollar (18,3\u00a0Millionen Euro) investiert der Bundesstaat jedes Jahr in den Schutz von Badeg\u00e4sten.<\/p>\n<p>Doch der j\u00fcngste Angriff wirft eine unbequeme Frage auf: Funktioniert das System? Denn ausgerechnet \u00fcber Coogee waren am Wochenende keine \u00dcberwachungsdrohnen im Einsatz. Der Grund: Flugbeschr\u00e4nkungen wegen der N\u00e4he zum Flughafen Sydney. Insgesamt werden rund 80\u00a0Str\u00e4nde im Bundesstaat aus der Luft \u00fcberwacht\u00a0\u2013 oft sind aber diejenigen ausgenommen, die in der Anflugschneise des Flughafens liegen.<\/p>\n<p>Drohnen als L\u00f6sung?<\/p>\n<p>F\u00fcr Steven Pearce, Chef von Surf Life Saving NSW, zeigt der Vorfall die Grenzen des bestehenden Systems. Seine Organisation betreibt nach eigenen Angaben das gr\u00f6\u00dfte Drohnen\u00fcberwachungsprogramm der Welt und f\u00fchrt j\u00e4hrlich mehr als 100\u00a0000\u00a0Fl\u00fcge durch. Die Sichtbedingungen am Tag der Attacke seien au\u00dfergew\u00f6hnlich gut gewesen, zitierten ihn Medien.<\/p>\n<p>\u00bbKristallklares Wasser, kein Surf, kaum Menschen im Wasser. Wenn Drohnen geflogen w\u00e4ren, h\u00e4tten wir wahrscheinlich viele Meeresbewohner sehen k\u00f6nnen\u00ab, sagte Pearce. Er sieht in der Technologie die Zukunft der Strand\u00fcberwachung: Drohnen seien \u00bbdeutlich besser als Hainetze\u00ab, um die Anwesenheit eines Tiers m\u00f6glichst fr\u00fch zu erkennen und Badeg\u00e4ste rechtzeitig zu warnen.<\/p>\n<p>Warum greifen Haie Menschen an?<\/p>\n<p>F\u00fcr Wissenschaftler gelten Menschen \u00fcbrigens nicht als nat\u00fcrliche Beute von Haien, die die Erde schon seit Hunderten Millionen Jahren bev\u00f6lkern. Viele Angriffe beruhen vermutlich auf Verwechslungen: Aus der Tiefe betrachtet k\u00f6nnen die Silhouetten von Schwimmern oder Surfern einer Robbe oder anderen Beutetieren \u00e4hneln. Das Problem: Schon ein einziger \u00bbProbebiss\u00ab eines mehrere Meter langen Raubtiers kann lebensgef\u00e4hrliche Verletzungen verursachen.<\/p>\n<p>Der Druck w\u00e4chst allerdings mit jeder neuen Attacke. Experten warnen, dass sich die Bedingungen entlang der australischen K\u00fcsten ver\u00e4ndern. W\u00e4rmere Gew\u00e4sser und ver\u00e4nderte Wanderbewegungen k\u00f6nnten dazu f\u00fchren, dass Menschen und gro\u00dfe Raubfische h\u00e4ufiger aufeinandertreffen.<\/p>\n<p>Die Regierung hat in diesem Jahr zus\u00e4tzliche Millionenbetr\u00e4ge in die Haiabwehr investiert\u00a0\u2013 unter anderem in Drohnenprogramme, Forschung und \u00dcberwachung. Ob das gen\u00fcgt, bleibt abzuwarten. Ministerin Moriarty betonte: \u00bbWir teilen den Ozean mit wilden Tieren. Eine perfekte L\u00f6sung gibt es nicht.\u00ab<\/p>\n<p>Diesen Artikel empfehlen:<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"\" class=\"full\" src=\"\/js_css\/assets\/img\/jpg\/user.png\"\/>Digitalausgaben Printausgaben Topseller Bundles<\/p>\n<p>Bitte erlauben Sie Javascript, um die volle Funktionalit\u00e4t von Spektrum.de zu erhalten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Haiattacke: Zwischen Angst und Artenschutz \u2013 Australiens Hai-Dilemma &#8211; Spektrum der WissenschaftDirekt zum InhaltNach Angriff in Sydney: Zwischen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":220453,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[12],"tags":[7300,2744,63199,63200,40,41,1617,39,9692,7316,10017,9202,363,66,65,64],"class_list":["post-220452","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-welt","tag-biologie","tag-drohne","tag-haiattacke","tag-hainetze","tag-nachrichten","tag-news","tag-notfall","tag-schlagzeilen","tag-schwimmen","tag-strand","tag-sydney","tag-tier","tag-unfaelle","tag-welt","tag-world","tag-world-news"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@at\/116761260894450273","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/220452","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=220452"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/220452\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/220453"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=220452"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=220452"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=220452"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}